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Ohne vorgehaltene Hand – ein längst überfälliges Buch

August 4, 2019

Vreemd hoe ver het ongeluk lijkt, als het ons niet persoonlijk treft.

Es ist merkwürdig, wie fern ein Unglück ist, wenn es uns nicht selbst betrifft.

― John Steinbeck

Die gebotene Missbrauchsprävention und gründliche Missbrauchsaufarbeitung jetzt endlich auch in der deutschen Pfadfinder- und Jugendbewegung

[Text in Arbeit] Gastbeitrag eines Sozialarbeiters und einstigen VCP-Pfadfinders während des Lesens von: Ohne vorgehaltene Hand. Netzwerke sexuellen Missbrauchs in der deutschen Pfadfinder und Jugendbewegung (Almut Heimbach). Leider gibt es zu dem Buch, Titel OvH abgekürzt, noch keine Rezension. Auch dieser Text ist keine, dazu hätte der Leser seinen sich bei der Lektüre einstellenden Flug der Gedanken nicht so vorlaut in den Vordergrund stellen dürfen. Teil A Gedanken beim Lesen des OvH, Teil B Kurze Anmerkungen zu einzelnen Stellen des OvH, Teil C Danksagung und Leseempfehlung. Über das jüngste und wichtigste Buch zum Thema deutschsprachiges Pfadfindertum und Jugendbewegung. Von Edward von Roy.

Teil A Gedanken beim Lesen des OvH

Die aber auch, lautet der altbekannte, kläglich untaugliche Abwehrreflex, die da drüben haben aber ebenfalls schlimme Sachen gemacht. Gewiss, es gab die große US-amerikanische Organisation Boy Scouts of America (BSA), die viele, viele Missbrauchstäter, einmal aufgeflogen, möglichst geräuschlos an einen anderen Ort versetzte und mit dortigen Minderjährigen weiterarbeiten ließ. Es gab die Katholische Kirche, die mit ihren vielen, vielen, als Missbrauchern aufgeflogenen Priestern jahrelang entsprechend verfuhr. Es gab die seit Gerold Becker durch Pädosexuelle unterwanderte Odenwaldschule (OSO), doch diese Täter, wie das heute betrachtete Buch gründlich herausarbeitet, waren nicht die sprichwörtlichen schlimmen Anderen, sondern zum Teil waschechte Jungenschafter wie Täter Jürgen Kahle oder jedenfalls Bündische von der Waldeck (vorderer Teil, ABW), die, als OSO-Lehrer, ihre Schüler durchaus auch auf dem Gelände der ABW (Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck) missbrauchten. OvH arbeitet gründlich heraus, dass sich die ABW ihrer Geschichte als Täterumfeld und auch als Tatort nicht oder noch nicht ausreichend stellt.

Die aber auch, nein, der Missbrauch an Jungen ist in Deutschland, anders als vielleicht in den USA, wo das durch die BSA betriebene Verschweigen und Vertuschen ein Hauptproblem gewesen ist, keine Ansammlung von Einzelfällen gewesen, sondern an vielen Orten eine Art Betriebsgeheimnis aus Sicht der Scoutisten und der Öffentlichkeit, jedoch, aus der Perspektive der bündischen propädophilen Sektierer, ein offenes Geheimnis. Zusätzlich eine Pseudoreligion jedenfalls eine veritable jugendbewegte Weltanschauung, die, sich auf Sexisten und Kinderfeinde wie Hans Blüher, Gustav Wyneken oder Alfred Schmid berufend, von sich beansprucht, mit einem sogenannten pädagogischen Eros das Ureigene, das Echte, das Eigentliche jugendbewegten Lebens und Erlebens zu verkörpern, ein bisschen, zunehmend auf dem Hohlenfels, per Sternkreis – jahrzehntelange Zentralfigur Axi – endgültig auf dem Balduinstein. Die Propädophilen – Zentralfigur Axi – oder die bündischen Päderasten seien der ehrenwerte jugendbewegte Kern, die lauen anderen die unehrenhafte Peripherie.

Viele, jahrzehntelang die Bünde durchwandernde Täter waren bestens vernetzt, Hohlenfels, Rees und Balduinstein bildeten die Knotenpunkte des Netzwerks. Etliche von ihnen waren deutschlandweit bekannt, Täter Axi zusätzlich in Österreich, galten als ideale Jungenführer und als allgemein gutes Vorbild.

Und weil wir der zumal bündische Fisch immer vom Kopf stinkt und wir gerade auch von der ABW reden und das heutige Thema die jahrzehntealte bündische Unkultur des sexuellen Missbrauchs an Jungen ist, dieser begangen durch eine Vielzahl von Tätern oder vielmehr durch ein waldeck-, hohlenfels- und balduinsteinzentriertes Netzwerk von in der Jugendbewegung namhaften Tätern: Haben die Verantwortlichen für den Peter-Rohland-Singewettstreit einmal die Güte, uns zu erzählen, wen sie 2019 in die Jury lassen und warum? Warum hat die von ABWern eigens gegründete Stiftung zum Ziel: „Die Aufarbeitung und Verbreitung des künstlerischen Nachlasses von Peter Rohland“ und nicht ebenfalls: „Die Aufarbeitung des Kindesmissbrauchs der teilnehmenden Gruppen der bündischen Singewettstreite“, sowie: „Die Aufarbeitung der in ihrem Leben durch einstige oder heutige Preisrichter der jeweiligen Singewettstreit-Jury begangenen sexuellen Straftaten an Jungen“? Die Teilnehmer am 20. Peter-Rohland-Singewettstreit (7. September 2019, Burg Waldeck, Dorweiler) können erwarten, dass weder in der Jury noch in den ersten Reihen verurteilte Sexualstraftäter oder Menschen unter Verdacht sitzen oder Menschen, gegen die ermittelt wird bzw. deren einschlägiges Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Betroffene, damit meinen wir die Opfer sexualisierter Gewalt, können erwarten, ihren Peinigern auf einem überbündischen Event nicht zu begegnen.[1]

Die da aber auch, das mag also stimmen, bleibt aber ein Ausweichen vor der seit Christian Füller (Die Revolution missbraucht ihre Kinder: Sexuelle Gewalt in deutschen Protestbewegungen) endlich in das Blickfeld gerückten, beinahe prinzipiell oder systematisch zu nennenden sexualisierten Gewalt in der deutschen (!) Pfadfinder- und Jugendbewegung. Es geht um geachtet oder geächtet. Im englischen oder auch anglophonen Scoutismus war und ist der Pädosexuelle geächtet, in einem sehr deutschen, sehr zentralen jugendbewegten Milieu hingegen war der Jungenverehrer oder Jungenmissbraucher geachtet. Das muss ein Ende haben. Ohne den Sturz der beiden propädophilen bündischen Halbgötter oder Götzen Fred und Axi wird das nicht funktionieren. Missbrauch an Jungen in den Jugendbünden beispielsweise auch der Pfadfinder ist ein sehr deutsches Problem.

Gleichwohl scheint es, geboten international gedacht oder allgemein menschenrechtlich (AEMR, Paris 10.12.1948), sinnvoll, dass die Buchautorin des OvH auch auf einen französischen wie einen englischen Fall von Missbrauch hinweist, auf den Täter Léonide Kameneff, der mit dem Segelschiff Karrek Ven mit Kindern in der Karibik unterwegs war (Schule auf dem Boot, l’École en bateau) und als Täter überführt werden konnte zum einen, und andererseits auf die mir bis dahin unbekannten Tatsache, dass Colonel J. S. Wilson (John Skinner Wilson, 1888–1969) vor neun Dekaden nacheinander gleich zwei Platzwarte des für das weltweite Scouting (Pfadfinderbewegung) so relevanten Gilwell Park feuern musste.

Während Colonel Wilson, 1930 unmittelbar nach seiner Rückkehr vom Jamboree im ungarischen Gödöllö, konsequent handelte, ließ eine dem Wandervogel entsprossene, sich von der unschönen Wirklichkeit abkehrende Jugendbewegung ab etwa 1910 und ließen ab etwa 1925 die Bünde der Bündischen Jugend Missbrauchstäter in höchsten Positionen gewähren.

Der Weg in einen eben auch päderastischen Sumpf führte die Wandervögel und die Bündischen über die Neo-Barbarei der seit Rousseau das Denken mürbe und faulig werden lassenden Forderung Zurück zur Natur[2] (statt wie geboten global zu rufen: Gemeinsam hin zur Zivilisation, solidarisch hin zum vernünftig und freiheitlich-demokratisch gestalteten Zusammenleben aller Menschen), über viel, viel Waldeslust (garniert mit hübschen Knaben, Mädchen bleiben dem Neo-Germanen entbehrlich; achja, der Wald bitte in deutscher Eiche, keine französische oder polnische Eiche) und noch mehr Ritterburgenromantik (vorzugsweise bei pädosexueller Nutzbarmachung der Trias Gral-Templer-Katharer), dabei schicksalsergeben über keusche teutonische Männlichkeit und edles reines Deutschtum grübelnd (wer nicht zum Deutschtum gehört, beschreibt Hassprediger Rosenberg im Mythus des 20. Jahrhunderts). Mit entsprechenden Grafiken und Fotos aufgehübscht, pflegte man eine oft homoerotisch (echte Schwule bis auf Lauinger allerdings selbst im Lahntal ziemlich Fehlanzeige), vor allem aber eine, erstmals seit Wilhelm Jansen (seit 1905 Oberbachant im AWV) und endgültig seit Hans Blüher und Gustav Wyneken, pädoerotisch angewärmte bis aufgeheizte, drückend schwere Gemütlichkeit. Klaglos oder sogar begeistert duldete – bzw. duldet – man die entsprechenden Theoretiker bzw. Stimmungsmacher, die Dichter, Maler und Fotografen, ebenso wie die Praktiker, die Gewalttäter, als Gruppenleiter, Bundesführer, Burgvogt auf der Jugendburg oder als Redakteur bzw. Schriftleiter einer überbündischen Zeitschrift. Etliche der vielen missbrauchten Jungen verschwanden von der bündischen Bildfläche sprich überbündischen Show-Bühne, die Täter hingegen, bedarfsweise frisch haftentlassen, hatten ihren nächsten und übernächsten Auftritt und teilten, geizig jedenfalls knauserig, jugendbewegte Welterkenntnis, bündische Ehre aus und bekamen und bekommen Applaus.

Fünf ebenso prominente wie problematische Namen aus den Redaktionen. Joachim Münster als Redakteur (1974 bis 1983, darin die Zeit der silbernen Reihe 1976 bis 1981) der Zeitschrift der eisbrecher) kämpfte per Arbeitskreis humane Sexualität (ASH), einer Untergruppe der Humanistischen Union (HU), für die Legalisierung von Sex ab zwölf Jahre. Arbeitsteilig schuf sein Komplize Axi, der Schriftleiter (1982–1992) vom Stichwort, den christlich angemalten ideologischen Überbau. In den deutschen Provinzen missbrauchten Männer aus dem fernen oder nahen Freundeskreis der beiden Genannten Jungen. Von Zeit zu Zeit tuschelten etliche der wie die Motten zum Licht (des durch die Zeitschriftenmacher und Kooperationspartner Joachim und Alexej widerspruchslos definierten „Bündischen“) heranschwärmenden Pfadfinder über einige Taten hinter hervorgehaltener Hand. Weitere Gäste blickten viel oder wenig durch, noch andere wussten nichts.

Der Dritte aus den Redaktionen war Erziehungswissenschaftler Walter Sauer genannt wasa. Von 1983 bis 1987 war der Schönfärber des pädagogischen Eros Schriftleiter des eisbrecher. Der bündische Wanderprediger (Eigenbezeichnung) arbeitete nicht nur für Stichwort. Auch für den eisbrecher war Axi freier Mitarbeiter und Korrespondent (1978 bis 1981). Um nur noch zwei weitere Jungenbewunderer zu nennen, auch Max Himmelheber (* 1904; † 2000) und Fotograf Lothar Sauer (* 1930; † 2018) arbeiteten für eisbrecher. Die Genannten bildeten ein Netzwerk, waren einander Mitarbeiter, und auf einer moralischen Ebene kann und sollte man insbesondere den selbsternannten ranghöchsten Sinndeuter der Jugendbewegung mitverantwortlich machen für das Tun und Lassen der Kollegen und den Inhalt beider Zeitschriften jener Jahre. Schließlich hätte Axi sein Amt jederzeit niederlegen können und müssen, wenn ihm der Kurs etwa der silbernen Reihe ganz und gar nicht gepasst hätte. Sein jammeriges Ermahnen an die Kollegen, doch bitte nicht so viele sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zu begehen („die guten Leute wissen ja gar nicht, was sie tun“), seine ihm angeblich wichtige Suche nach herberen Formen gehört nicht in ein Tagebuch, auch nicht in die unvermeidlich abseitige bündische Presse, sondern in die reale Presse, nicht in Axis soundsovieltes meditatives Hinterzimmer („Werother Gesprächskreis“, „Werother Protokoll“), sondern in Ermittlungsakte und Gerichtssaal.

Auch in den gesamten Neunziger Jahren hätte Axi die Möglichkeit gehabt, sich Gehör zu verschaffen. Der Jugendbewegungserklärer und Pseudokosak schwieg nicht aus Energiemangel oder Taktgefühl, sondern aus Kalkül. Die beiden Zeitschriften der 1970er und 1980er erschienen im selben Verlag, standen gesammelt im Regal vieler deutscher Pfadfinderstämme, und auch dem Super-Pfadi Stachowitsch war klar, dass viele Kunden beide Schriften im Abonnement hielten. Solange aber der Schriftleiter der Älterenzeitschrift Stichwort schweigt, ernsthaftes Reden wäre etwas anderes als konsequenzloses Sinnieren in Blättchen jugendbewegter Esoterik, und sich auch nicht aus der gesamten wandernden und halstuchtragenden Szene zurückzieht, mitverantwortet er auch den Inhalt des an die Jüngeren gerichteten Blattes, billigt die silberne Reihe und deren Personal und Umfeld. Arbeitsteilung: Stachowitsch als der Lieferant einer auf hochgeistig, aristokratisch und elitär getrimmten Theorie, einer reaktionären, homophilen, propädophilen und vorgeblich christlichen Weltanschauung, der Fahrten und Lager darstellende eisbrecher hingegen blieb das sinnlichere und konkretere Gegenstück für die wandernde Basis und die Bewunderer makelloser Jungenkörper.

Zum Thema Singen, genauer gesagt Singewettstreit. Liedgesang ist, zurückgehend auf den alten Wandervogel vor rund 110 Jahren, der deutschen Jugendbewegung bzw. heutigen Bündischen Jugend eine Art Kultur und Lebensgefühl, deutsche Pfadfindergruppen sind davon oft stark geprägt. Als kleine Gruppe oder als Einzelner herausragend gut zu singen, das heißt technisch gut, vor allem aber authentisch (vgl. innere Wahrhaftigkeit; Meißnerformel) und überzeugend (ob protestkulturell, aufrüttelnd, oder romantisch, bezaubernd), verschafft in diesen Kreisen Anerkennung, wird bewundert. (Nun, das klare Denken bleibt da schon mal auf der Strecke.) Mittendrin in einem Singewettstreit befindet die Jury vor allen Dingen, aber nicht ausschließlich, über das möglichst gute Singen. Vielmehr entscheiden die Juroren ein wenig auch um so etwas wie einen Platz in der Nähe des bündischen Olymp, des bündischen Eigentlichen, und sie sind dazu sozusagen befugt. Denn klar ist, dass nicht jeder gewinnen wird. Doch auch ins Amt eines Preisrichters gelange nicht einfach irgendein Profaner oder lausiger Zivilist. Etliche Preisrichter hatten vielmehr eine ruhmreiche bündische Herkunft, waren auf dem Meißner 1963 oder dem Allenspacher Hof 1977 oder erlebten 1981 das Hahnenbachtal-Lager „Bünde in Gemeinschaft“, andere waren vielleicht mit Oelb auf Fahrt oder kannten Werner Helwig. Technisch noch so perfekt und wohlklingend zu singen, reicht unter zünftigen deutschen Pfadfindern jedenfalls nicht, denen Singen wenig gilt ohne Tage und Nächte in der Gemeinschaft, ohne die Mühsal der Wanderungen, ohne den Schein und Duft der Lagerfeuer. Diesem ganzheitlichen Ansatz entsprechend ist durch den bündischen Preisrichter, sehe ich das falsch, nicht nur die Gesangskunst der Gruppe zu bewerten und auszurichten, sondern auch deren Teamgeist und Gruppenkultur, ihr Verständnis von Gemeinschaft, Kameradschaft und Freundschaft. Falls aber Jury auf eine solche Weise funktioniert, sollten künftige Ausrichter von Singewettstreiten ganz besonders gründlich kontrollieren, wer Preisrichter sein darf, wer in (auch sprichwörtlich) jeder Beziehung bündisch nachahmenswert sei, anders gesagt, in welche Richtung gelenkt wird. Auch die Gruppenleiter und Eltern sollten sich fragen, wer genau den Minderjährigen als ein Vorbild an pfadfinderischer Lebenskunst und Lebensführung vor die Nase gesetzt wird, schlichter gefragt, mit welchen Erwachsenen ihre Kinder zusammentreffen. Soweit zum Thema Singewettstreit.

Missbrauch in der Jugendbewegung. Hinter hervorgehaltener Hand wurde, vom Meer bis zum Alpenschnee, auf Großfahrten, Jugendburgen oder Sängerfesten getuschelt und geraunt, und dann und wann kam auch einmal ein Fall zur Anzeige und ging durch Gerichtssaal und Presse. Und wurde rasch wieder vergessen jedenfalls aus dem Raum des Besprechbaren verdrängt. Klar, die Missbraucher wollten weitermachen.

Dass dieselben Täter nicht selten Jahrzehnt für Jahrzehnt aktiv waren, entging dem Bewusstsein oder vielmehr Unbewusstsein der meisten, die Bündische Sache bzw. die Wandervogelidee merkwürdig verehrenden deutschen Pfadfinder (Welche Sache eigentlich genau, welche Idee?). Jedenfalls kam das, was zu sagen gewesen wäre, nicht vernunftgeleitet und verändertes Handeln fordend zur Sprache, und wenn doch, dann nicht öffentlich nachvollziehbar dokumentiert, sondern heimlich. Einige wussten oder ahnten nichts. Ebenso frei wie verantwortungslos begab man sich als durchschnittlicher, bündisch geprägter oder bündisch begeisterter Pfadfinder und Gruppenleiter auch mit Minderjährigen auf die nächste Wallfahrt auf die Hohlenfels von spätestens 1961 bis 1978, auf den Balduinstein ab 1974 oder, hier waren nicht die Veranstalter, sondern etliche Gäste das Problem, nach Ottenstein / Ahaus 1985 bis 2007 und 2010, wo allüberall es in manchen Jahren von Missbrauchern nur so wimmelte. Überbündisch konnte man sich der Lagerfeuerromantik hingeben. Die singen doch so schön.

Raum und Zeit, geographisch und historisch. Eine mit OvH jetzt endlich verfügbare Übersicht, selbstverständlich in Schriftform hat der sogenannten Bündischen Jugend gefehlt, eine Art Deutschlandkarte der kindeswohlgefährdenden (Kind ist Mensch unter 18 Jahre) bündischen pädosexuellen Hotspots und der sie umgebenden, pädoerotisch aufgeheizten Gruppen, zudem eine entsprechende Deutschlandgeschichte, eine zeitbezogene Betrachtung und Analyse über die schließlich viele Gruppengenerationen überspannende Aktivität der Missbrauchstäter und ihrer Helfer. Die relative Kurzlebigkeit vieler Gruppen geht mit einer Art von relativer Gedächtnislosigkeit daher, die Täter haben den zeitlichen Überblick und die realen oder potentiellen Opfer können ihr Wissen nicht weitergeben bzw. blicken nicht durch. Durch das Verfügbarmachen der geographischen wie zeitlichen Struktur erfüllt das Ohne vorgehaltene Hand den pfadfinderischen Anspruch des Be prepared.

Der Postbote klingelt. Das erwartete Paket ist da, man öffnet es und entnimmt das üppige schwere wichtige Buch:

Almut Heimbach: Ohne vorgehaltene Hand. Netzwerke sexuellen Missbrauchs in der deutschen Pfadfinder und Jugendbewegung.

Ja, gering in Höhe und Breite, Format A 5, man hatte es schon vernommen und war durchaus besorgt: Ob das Format zu klein gewählt sein würde, das wichtige Buch dadurch vielleicht unhandlich dick, Schriftgröße oder Zeilenabstand vielleicht zu gering? Man blättert und atmet auf, eine bequeme Lesbarkeit ist gegeben. Auch ein stundenlanges Lesen im OvH (Ohne vorgehaltene Hand) ist möglich, und, das als Warnung, es werden viele Stunden und Tage und Wochen, denn aus dem Weiterlesen kommt jedenfalls ein Kenner vieler der aufgeführten Orte und Bünde und Täter schier nicht heraus. Die jugendbewegten Nebelschleier des Geraunes und Getuschels zu Papier gebracht und rational durchdrungen zu wissen, die hinter den bündischen Gerüchten, allzu oft die hinter den heimlichen bündischen Wahrheiten stehenden Fakten endlich schwarz auf weiß zu lesen, ermöglicht gegenwärtigen Überblick und Ausblick auf eine verantwortbare Zukunft.

Als skeptischer Beobachter und auch begeisterter Teilnehmer der pfadfinderischen und jugendbewegt-bündischen Szene in den Jahren um das Meißnerfest 1988 will man einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen, und ahnt schon, dort viele Personen auch dieser eigenen Zeit wiederzufinden. Man wird nicht enttäuscht und findet im Text neben Klarnamen auch etliche chiffrierte Namen, kenntlich gemacht durch ein angefügtes Sternchen. Rasch zähle ich zwanzig, 22 dieser anonymisierten Personennamen und erkenne nach dem Lesen jeweils weniger Zeilen zwölf Herren, die allesamt in rheinischen bündischen Kreisen auftraten, berühmt bis berüchtigt waren, Gegenstand heimlichen Erzählens, gleichzeitig wirklich zu erleben. Über etliche der Anonymisierten anderen las man etwas später in der Presse, und sofern sie noch leben, sind einige nach wie vor auf Kirchentagen, Singewettstreiten oder Bardentreffen prominent anwesend.

Erstmals hat man mit OvH eine Übersicht zu allen wichtigen problematischen, leider bis heute relevanten Akteuren der letzten Jahrzehnte zu Hand. Beim Lesen beginnen sich die Bruchstücke zum großen Gesamtbild zu ordnen, Gerüchte den Fakten zu weichen. Wieder und wieder sieht man sich der Leser darin bestätigt, wie genau etliche einflussreiche Bündische informiert waren, dass sie die schlimmen Tatsachen an allzu wenige Mitbündische weitergaben, und auch das leider nur hinter vorgehaltener Hand. Manch anderes erweist OvH als Gerücht (andererseits: „Gerüchte sind die Rauchfahnen der Wahrheit“, Zitat von Henry de Montherlant), erklärt die Autorin gut belegt als Halbwahrheit oder sie beweist uns die eine oder andere Mutmaßung als völlig unzutreffend. Der Leser kann nur ahnen, wieviel Sorgfalt, Aufwand, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen zum Einholen von derart viel abgesicherter Information notwendig ist.

Das Nebeneinander von Klarnamen und chiffrierten Namen stört beim Lesen im OvH keineswegs, und dem Leser, insbesondere sicherlich dem an Prävention interessierten heutigen jungen Gruppenleiter, könnte oder sollte es vielleicht weniger um das echte Gesicht des Täters gehen, der hoffentlich auf dem Zeltplatz nicht auftaucht, sondern um dessen Eingebettetsein im Vereinsleben und überbündischen Leben, um die Täter-Umfeld-Passung als Teil der Täterstrategie.

Die Buchform zu wählen, und keine Datenbank und schon gar keine Online-Version, erscheint sinnvoll. Eine gewisse Anstrengung des Lesers kann erwartet werden, und die bei einer Papierversion gegebene Möglichkeit des Einlegens von Lesezeichen sowie Chance, das Buch jederzeit auf- oder zuzuschlagen, schafft Distanz bei dem schwierigen und für manchen Leser vielleicht schmerzhaften Thema sexuelle Belästigung bzw. sexueller Missbrauch. Die informativen Fußnoten und wichtigen Verweise ermöglichen dem besonders interessierten Leser guten und immer besseren Überblick, die Relation zwischen Text und Fußnotenteil ist zweckmäßig und gelungen.

Wie angenehm und ermutigend, im Inhaltsverzeichnis und natürlich im Buchtext etliche Namen sowie etliche Fahrtennamen unchiffriert zu lesen. Zur gebotenen Abkehr vom jahrzehntelang geübten überbündischen Einknicken und Tuscheln gehört, relevante Namen und Fahrtennamen klar auszusprechen, beispielsweise vom pädophilen Hardcore-Esoteriker Fred d. i. Fred Schmidt (Traktat über das Licht: Eine gnostische Schau (1957)) zu lesen und zu sprechen und zuallererst, ohne länger vor Ehrfurcht zu erstarren, vom propädophilen Netzwerker Alexej Stachowitsch (* 1918 in Stockholm; † 2013 in Limburg an der Lahn) genannt Axi.

Axi. Der in Deutschland echteste aller unechten Kosaken, der österreichische Soldat sowie deutsche Wehrmachtssoldat (Hauptmann 1. Panzer Nachrichten-Abteilung 228)[3], der österreichische Scout (schrieb als Jamboree-Programmchef das Lagerlied für das 7. World Scout Jamboree 1951 in Bad Ischl) und zeitweilige deutsche Nerother Wandervogel, der ein Jahrzehnte wirksames, propädophiles oder auch mal pädosexuelles Netzwerk stiftende Balduinsteingründer, der lebenslange Balduinsteiner (Sternkreis, das sind die Balduinsteingründer) und bundesgründende Phoenix. Der Verfasser von in einigen Pfadfinderkreisen vor 25 Jahren unkritisch häufig und unkritisch andächtig gesungenen Liedern wie Mein ganzes Leben sei ein Fahren, Der Geist ist müd, Einmal einfach loszusingen, der selbsternannte wie anerkannte Definierer der Bündischen Sache bzw. der jugendbewegten Identität („bündischer Wanderprediger“). Axi achtete auf sich, entwarf sich als jugendbewegte Kultfigur und wurde weithin als eine solche anerkannt. Gewiss, niemand war gezwungen, ihn zu verehren, etliche sexuelle Attacken indes hat Axi dem jeweils gerade greifbaren Objekt seiner Begierde aufgezwungen. Die Kultfigur ist gestürzt, was bleibt, ist der Täter Axi.

OvH gibt couragierten Menschen den Raum, über den realen und gar nicht so hehren Stachowitsch zu berichten, der nämlich, wie an allzu wenigen Orten bereits vor 25 bis 30 Jahren hinter hervorgehaltener Hand geraunt wurde, ganz gern Jungen oder jungen Männern an und unter die Wäsche ging.

Der Meister der Knabenliebe sinnierte von Nächstenliebe, verwirklichte sich. Er dachte an sich und es ging ihm darum, von Zeit zu Zeit einmal loszuspringen, in das volle Leben greifen, zu umarmen was gefällt, das machte ihm Freude (Buchtitel). Chronisch schielte der edel tuende Axi auf ewige 16 Jahre alte Beute, sein leutseliger Kamerad auf bleibende 14, der jungenschaftliche Gast thai auf 12, eine überbündische Arbeitsteilung, konkurrenzfrei, kollegial, kameradschaftlich? Wenn aller Idealismus, wenn alle Tagebuchschreiberei über Bemühungen um herbere Formen seitens Axi nur Getue war, listiger Kulissenbau? Warum vermied Axi die offene Diskussion, bei seinerseits – er konnte polarisieren und Maßstäbe einfordern – unzweideutigem Bekenntnis und bei Ächtung der sexualisierten Gewalt in den Bünden und begangen durch die ihm größtenteils persönlich bekannten zehn bis zwanzig Täter? Stachowitsch kannte weitgehend das im OvH detailliert gezeichnete Problem und produzierte in den 70er bis 90er Jahren zahlreiche Texte zum bündischen Wesen, umschlich jedoch das Thema Nummer Eins wie die Katze den heißen Brei.

Es gibt keine einvernehmliche Sexualität zwischen Minderjährigen und Erwachsenen, sinngemäß wird das jeder gute Jugendbund zum Grundsatz erheben. Doch auch im gesamten Vierteljahrhundert nach dem Meißnerfest 1988 wollte der so gerne die Rolle einer bündischen Autorität schlüpfende Wanderprediger sich hier partout nicht öffentlich dokumentiert festlegen. Hat den bündischen Ober-Guru, seit Felbertal, Aufklärung über den grassierenden Missbrauch an Jungen in seiner dichtesten Umgebung und Verhinderung weiterer Taten überhaupt interessiert? Dazu reichen lediglich die in den ersten Balduinsteiner Jahren ausgesprochenen Hausverbote nicht aus.

Vielleicht nicht strafrechtlich gesehen, aber mindestens moralisch ist das Schweigen einer überbündisch anerkannten und auf zahllosen Veranstaltungen in ganz Deutschland in Erscheinung tretenden Persönlichkeit zum Missbrauch in den Bünden eine Form von Gewalt.

Exkurs.

Oktober 2018, der Meister des schönen Scheins wäre hundert Jahre alt geworden und der heutige, einst durch Stachowitsch gegründete Verein Jungenbund Phoenix meint:

„Axi war (…), wie wir heute wissen und klar benennen müssen: ein Täter, der gegenüber Jugendlichen übergriffig geworden ist (…). Als Phoenix (…) haben wir uns in den vergangenen Jahren der Aufarbeitung der Schattenseiten unseres Bundesgründers gestellt. Ein vorläufiger Abschlussbericht ist in Arbeit und die Ergebnisse werden auch Niederschlag finden in den anstehenden Publikationen von Almut Heimbach und Sven Reiß. (…) wir stehen nun vor der Frage, wie wir in dieser Situation an Axi erinnern können. Zerfällt seine Lebensleistung angesichts seiner Schatten zu Staub? Sollten wir uns von ihm distanzieren, ihn aus dem Gedächtnis und der Legitimation unseres Bundes und des Bündischen tilgen, oder wäre das gerade zu einfach? Können wir uns noch kritisch-positiv auf ihn beziehen? (…) Wir glauben, dass nicht nur uns als Bund einige unserer formalen und strukturellen Grundlagen in schmerzhafter Weise fragwürdig, ja brüchig geworden sind. Wir werden daher in einen umfassenden und substanziellen Prozess der Selbstvergewisserung gehen. Das, was wir tun und wollen, müssen wir für uns heute neu und unmissverständlich formulieren. Dabei wird sich auch zeigen, inwieweit wir uns weiter auf Axi beziehen können und wollen.“

(Gedanken zu Axis 100. Geburtstag. Veröffentlicht auch auf scouting am 10.10.2018.)

Aber ja, tut endlich was. Warum sollte sich auch euer Verein denn nicht endlich von dem übergriffigen Führer emanzipieren, distanzieren? Doch es ist zu befürchten, dass nichts geschehen, dass sich der Jungenbund Phoenix weiter auf Axi beziehen wird.

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Die mindestens über drei bis vier Jahrzehnte um den führenden Personalbestand der ajH autonome jungenschaft Hellas, um Axi und seinen (!) Balduinstein, die gj graue jungenschaft oder die in den ersten Jahren vor allem von der gj benutzte Balduinsteinaußenstelle Falado organisierten Täter und Tatsituationen gleichen der, Planung und Absprache erfordernden, Treibjagd. Erschrocken erblickte die Außenwelt einen Einzelfall dort, einen Einzelfall da, leider meistens, um sich wegzudrehen und zu schweigen. Die erklärlich gerne die hochverehrte Position als Schriftleiter, Redakteur oder Preisrichter einnehmenden, das angeblich großartige Bündische definierenden Täter hingegen behielten den jahrzehntelangen Überblick, ähnlich wie in Kette durch unübersichtliches Gelände vorgehende Treibjäger. Jungen wurden zur Beute. Ob zur Zeit der Feier auf dem Meißner 1988 oder ob die zwanzig Jahre danach, auf das feige Schweigen der an ihrem Ansehen und ihrer Karriere interessierten zahlreichen bündischen, vor allem den Organisationen der Pfadfinder angehörigen Nichttäter war Verlass, so viele wussten so viel … feige? Nein, Feigheit war und ist es nicht, sondern aggressives Ignorieren. Die Aggression stürzt dann mit Macht auf den ein, der das Schweigen bricht.

Axi und sein (!) Balduinstein? Allerdings. Irgendwann endgültig in das 1983 gekaufte Haus in Weroth umziehen, ist zwar geringe (16.400 m) Distanz, aber keine Distanzierung. In den gesamten Achtziger wie Neunziger Jahren hatte Stachowitsch Zeit, öffentlich etwas gegen den leider vorhandenen bündischen, speziell jedoch gegen den wenig zufällig, seit Felbertaler und Hohlenfelser Zeiten, in seinem persönlichen Umfeld besonders stark vorhandenen sowie auch durch seine engsten Kameraden begangenen Kindesmissbrauch zu sagen. Wieder und wieder wurde die 1974 auch durch ihn gegründete Jugendburg Tatort, und der deutschlandweit hochverehrte Axi schwieg. Mindestens noch 1989 weilte Axi gelegentlich auf dem Gelände des Freien Bildungswerkes Balduinstein.

Den Kontakt hätte abbrechen müssen, wer an Kinder- und Jugendschutz wirklich interessiert ist. Stachowitsch hingegen betonte voller Stolz und Dankbarkeit seine Mitgliedschaft im (propädophilen, Anm.) Sternkreis, das heißt als Gründungsmitglied des Freien Bildungswerkes Balduinstein, noch in seiner Feuerrede auf dem Bundestag des Jungenbundes Phoenix Pfingsten 2011. Bei seinem Rücktritt vom Amt des Bundesführers nach 35 Jahren sagte Axi: „Als Bundesführer scheide ich jetzt von Euch, bleibe aber natürlich im Bund und auch im Sternkreis, der mir noch den ehrenden Status eines „Erzhüters des Bundes“ zuerkannt hat – und das auf Lebenszeit – Danke! (Myrrhenstreu. Die Postille des Phoenix, 13, 2011, S. 2-3.)

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Teil B Kurze Kommentare zu einzelnen Stellen des OvH

Vgl. OvH Seite 377 (in Kapitel 15.1 Graue Jungenschaft, Fall Thai und die Kontakte zur Rabenklaue) und an anderen Stellen. Hortenführer thai und die Täterstrategie hier speziell Anbahnungsstrategie des Entschämens. Die Schilderung betrifft die Zeit um das Jahr 1983. 1. Deutschlands, die bündische Jugendarbeit angeblich belastendes Nordsüdgefälle an Natürlichkeit und Unbefangenheit. 2. Diavortrag vor den Jungen mit, in nette Fahrtenbilder eingestreut, Verlegenheit oder Beschämung hervorrufenden Fotos bzw. bei einer das Schamgefühl verletzenden Kommentierung dieser Bilder. 3. Die seltsame These, dass gute Jungenschafter sich außerhalb der Zeit in der Horte (Gruppe) möglichst selten sehen sollten.

Sicherlich gibt es eine überwindenswerte, ein überstarkes Schamgefühl antrainierende Erziehung etwa in fundamentalistischen Milieus, die das Kind oder den Jugendlichen unfrei halten will. Doch hat Scham für jedes Individuum eine Berechtigung, man erinnere sich etwa an die Warnung, die Sigmund Freud vor dem Verlust von Schamgefühl gab.[4] Nennen wir die Anbahnungsstrategie des raschen Beschämens und anschließenden gemeinschaftlichen Schamüberwindens und Schamabbaus die Strategie des Entschämens.

Zu 1. Der Erwachsene ermunterte oder gar drängte ein vierzehn Jahre altes Hortenmitglied, zuzustimmen, dass die bündische Jugendarbeit unter einem Nordsüdgefälle in Bezug auf die Natürlichkeit von Körpergefühl und Sexualerziehung leide. Nur in Norddeutschland nämlich sei diese Unbefangenheit weitgehend gegeben, im Rheinland vor allem bei der Minderheit der Evangelischen und im katholisch geprägten Bayern kaum. Der Junge spürte, dass der Mann von ihm erwartete, sinngemäß zu sagen: Wir müssen das körperfreundlichere evangelische jedenfalls norddeutsche Element loben und das prüde, verklemmte katholische Verständnis verachten. Der Vierzehnjährige ahnte Ungutes und tat so, als könne er diese Theorie noch nicht so ganz verstehen, er schwieg und Thai insistierte nicht weiter, wirkte aber enttäuscht, mürrisch.

Zu 2. Gegen Ende eines umfangreichen Lichtbildvortrags vor der in Gründung befindlichen Horte, Fotos von Jungen der grauen jungenschaft auf Fahrt im sonnigen Süden, zeigte ein nächstes, überraschendes Bild einen Sandweg aus der Bodenperspektive und im Vordergrund einen vermutlich durch einen Menschen erzeugten Kothaufen. Der Gruppenführer lachte schmutzig: „Da hat doch unser Junge ein Morgenei gelegt.“ Die anwesenden Jungen waren angeekelt, Fäkalien in Großaufnahme will eigentlich keiner sehen. Nächstes Dia, Naturkunde, ein kleines Reptil in Großaufnahme, eine Eidechse, ein hübsch geflecktes Exemplar. Auf den zweiten Blick war zu erkennen, dass der Schwanz des Tieres nachgewachsen war, ein Raubvogel oder eine Krähe mag das Original abgehackt haben. Eidechsen können bekanntlich so ihr Leben retten und ein kürzerer, etwas weniger schön gefärbter Stummelschwanz wächst nach. Wieder lachte Dietrich T. dreckig: „Der Schwanz ist nachgewachsen, schade, dass das bei uns nicht funktioniert!“. Den entsetzten Hortenmitgliedern war klar, dass mit Schwanz Penis gemeint war. Eine derartig aufdringliche, auch Verletzbarkeit und Verletzung einschließende Weise von Penisbezug wollten sie in der Gruppenstunde nicht erleben, einige Jungen lächelten gequält.

Zu 3. „Es ist besser, wenn sich zwei Jungen einer Horte nur in der Gruppenstunde sehen. Besser also, wenn sie nicht auf derselben Schule sind.“ Offensichtlich fürchtete thai Aussprache der Jungen untereinander, was er dann nicht kontrollieren könnte, auch Lehrer könnten rascher etwas mitbekommen.

Strategie des Entschämens, der radikalen Zerstörung des individuellen kindlichen bzw. Jugendlichen Schamgefühls. Offensichtliches Ziel ist, Scham als spießig und alle Körperfunktionen zum Kleingruppenerlebnis zu erklären. Das im Englischen sinnvoll private parts genannte Genital, der gesamte Körper jedes Minderjährigen soll dem Gruppenleiter zur Verfügung stehen, zum Missbrauch.

Innerhalb weniger Tage oder Wochen nach der geschilderten Gruppenstunde missbrauchte Dietrich T. einen Jungen aus dieser Gruppe und wurde dafür richtigerweise angezeigt und verurteilt. Vielleicht sieben oder acht Jahre später wagte sich thai noch einmal an den Tatort, auf die an diesem Tag überbündisch belebte Jugendburg Balduinstein. Er wurde von mehreren Personen erkannt und sprach kurz mit einem Funktionsträger der Burg. Mittlerweile ist der Täter verstorben.

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Teil C Danksagung und Leseempfehlung

Ohne vorgehaltene Hand. Netzwerke sexuellen Missbrauchs in der deutschen Pfadfinder und Jugendbewegung. Ein erfrischender Sturm, der den jahrzehntelang vorherrschenden, niederdrückenden Nebelschleier aus düsterer Ahnung und teilweiser Mitwisserschaft wegbläst. Die allgemeine, seit Jahrzehnten den Missbrauch an Jungen umgebende Stummheit hat ebenso ein Ende wie das besondere Getuschel. Den Tätern und ihren Helfern und Helfershelfern wird das Monopol auf Interpretation der jugendbewegt-bündischen Sache entzogen und den Missbrauchsopfern endlich das vorrangige Rederecht gegeben. Mit einem solchen Kompass und Ratgeber, einem derart unbestechlichen, zum eigenen Denken anregenden und die eigene Verantwortlichkeit einfordernden Buch hätte viel Leid verhindert werden können.

Durch eine im notorisch dem Antiintellektualismus, der Verklärung zugeneigten jugendbewegt-bündischen Raum, der zudem an der Pflege des Heiligenscheins der ranghohen bündischen Täter bzw. der angeblich gegebenen Makellosigkeit der eigenen Bundesgeschichte interessiert war, bislang allzu selten gebliebene Genauigkeit der Recherche sowie mit bewundernswerter und nachahmenswerter Courage ist es der Autorin gelungen, eine auf Missbrauchspraxis oder Mitwisserschaft bezogene, jahrzehntealte Sprachlosigkeit zu überwinden.

Endlich sind die auch in neunziger Jahren unter Gruppenleitern einander zugeflüsterten Reisewarnungen nicht mehr notwendig, die den Informierten in Kontexte halbwegs geheimgehaltenen Wissens einbetteten und damit beinahe zu einem Mitverschwörer der Pädo-Täter machten. Wer schweigt, macht sich schuldig. Zum einen. Zum anderen: Wer flüstert, macht sich schuldig.

Zweckmäßigerweise werden auch alte Spannungen zwischen den Bünden oder innerhalb der relevanten Bünde in aller gebotenen Gründlichkeit dargestellt, namentlich der Nachfolgestreit um den 1974 auf Burg Waldeck verstorbenen Bundesführer Oelb (Karl Oelbermann, * 1896 in Bonn; Zwillingsbruder des Robert Oelbermann, † 1941 im KZ Dachau), nämlich als der Konflikt zwischen Axi und dem bis heute amtierenden Bundesführer FM und seinen Anhängern. Auch über den Kauf und späteren Verkauf von Burg Hohlenfels und natürlich über die maßgeblichen Hohlenfelser Akteure und deren bündische Vernetzung Kenntnis zu haben, ist nützlich, um das ab 1974 bestehende, eben durchaus auch auf Missbrauchstaten hin orientierte System Balduinstein zu verstehen.

Mehr als 1200 Seiten geballte Information, eine enorme Leistung. Ist für unsere Milieus der Fahrtenlieder und Schwarzzelte, die Ecke einer Kohtenbahn ist auf dem Umschlag abgebildet, jemals so konzentriert gearbeitet worden? Wohl kaum. Eher schon ist vorstellbar, dass die dem Erfolg vorausgehende, gut dreijährige, allerlei Reisetätigkeit und hunderte Stunden am PC erfordernde Arbeitsintensität bewirken kann, dass Familienangehörige und Freunde einem mehrfach das Sie anbieten.

Zu einem ungetrübten Fahrtenglück für alle daran teilnehmenden Kinder, zu einer guten Jugendbewegung und Jugendarbeit wird OvH wesentlich beitragen.

Ohne vorgehaltene Hand kommt zur rechten Zeit und sollte den Verantwortlichen für Jugendherbergen, Pfadfinderzeltplätze oder Gruppenleiterschulungen bekannt sein.

Ebenso sollte das Buch von Kinderschützern gelesen werden. Beispielsweise sickern die Aufweicher der Schutzaltersgrenzen in die Kinderehendebatte[5] und die Beschneidungsdebatte[6] ein. Und immer wieder versuchen die politischen Pädostrategen, Initiativen zu unterwandern, welche mit scheinbar vorbehaltlos unterstützenswerten Forderungen daherkommen: Genital Autonomy, Sexuelle Vielfalt,[7] Diversität, Interreligiöser Dialog.[8]

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

(1984 bis 1989 VCP Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder GNO Gau Nassau-Oranien, 1983 gj graue jungenschaft.)

Q u e l l e n

[1] Im Jahre 2000 wurde von den drei Waldeckern Peer (Dieter Krolle), Zar (Günter Seifert) und Rolf Schiel der Peter-Rohland-Singewettstreit ins Leben gerufen, der bis heute jährlich abgehalten und seit 2015 von Markus G., Daniel H. (beide Schlagsaite) und Kerstin Schiel geleitet wird.
Aus: Die Peter Rohland Stiftung. Von Klaus P. Möller [Molo] (1936-2015) und Joachim Michael [Dort zu mike: „Joachim Michael, Dr. jur., geb. 1936, Rechtsanwalt und Notar a. D., kam erstmals 1953 mit der Schwäbischen Jungenschaft auf die Burg“].
https://www.peter-rohland-stiftung.de/images/pdf/PRS-Waldeckbuch.pdf
[ Hunsrück, Baybachtal. ]
14. Peter-Rohland-Singewettstreit auf Burg Waldeck
Zeitpunkt: 6. – 8. September 2013
Moderation Kerstin Schiel und Daniel H.
Jury-Mitglieder: Birte A., Hanno Botsch, Kerstin Botsch, Siegfried B. – Wanja (Freies Bildungswerk Balduinstein), Barbara F. (DPB Ubier), Michael K. – Pint (Zugvogel), Peter M. – Pit (DPB Mosaik), Kerstin M., Hannah M. – Frodo (Deutsche Freischar), Heike und Sven V.
https://www.burg-waldeck.de/images/INFO13.pdf
11. Peter-Rohland-Singewettstreit
Fr, 3. September 2010 – So, 5. September 2010
Burg Waldeck – Dorweiler
Moderation: Hans-Dietrich M. (Bömmes) und Uli H. Begrüßung durch den ABW-Vorsitzenden Reiner K. (Brummel)

Jury-Mitglieder: Birte A., Hanno Botsch (ABW), Kerstin Botsch, Barbara F. (DPB Ubier), Ingo I., Helm König (ABW), Hannah M. – Frodo (Deutsche Freischar), Martin S. – Caligula (Freies Bildungswerk Balduinstein), Jörg S. – Plauder (Zugvogel), Sven V.
https://www.burg-waldeck.de/de/veranstaltungen/event/19-11-peter-rohland-singewettstreit.html
[ Ottenstein meint das Sängerfest des Zugvogel Deutscher Fahrtenbund. Das Treffen bestand in den Jahren 1985 bis 2007 und 2010 auf einer Wiese zwischen Ottenstein (zu Ahaus) und Doemern (zu Vreden), Kreis Borken, westliches Münsterland. ]
Jurymitglieder:
Kerstin, Wanja, Pinte, Armin, Hexe, Helm, Old Church.
Aus: Die längste bündische Theke hat jetzt geschlossen | scouting
Gepostet von almi (Redaktion; DPB) am 16.06.2007 in Singewettstreit

Die längste bündische Theke hat jetzt geschlossen


[ Erinnert bei der ABW zum Tod des Albrecht Stempel ] durch den beitritt in den sternkreis und somit als gründungsmitglied des freien bildungswerkes balduinstein hat brecht sich ganz und gar dem aufbau des bildungswerkes gewidmet
köpfchen 4/2002 Februar 2003
https://edoweb-rlp.de/resource/edoweb:4243495/data
Hans-Albrecht Stempel (* 06. 03.1907, † 23.09.2002 auf Burg Balduinstein) war bereits in den 20er Jahren ein Nerother Wandervogel und dort mit Werner Helwig befreundet, von dem er den Fahrtennamen „brecht“ erhielt. Er war 1926 bei der Gründung des „Bundes der Wandervögel und Pfadfinder“ (BdWuP, später „Deutsche Freischar) dabei und war während des 3. Reiches zusammen mit Alfred Zschiesche im bündischen Widerstand in Wiesbaden tätig. 1974 gründete er gemeinsam mit Freunden, darunter Alexej Stachowitsch (axi) den Verein Freies Bildungswerk Balduinstein. Brecht wohnte und wirkte bis zuletzt auf Burg Balduinstein.
https://www.scout-o-wiki.de/index.php/Albrecht_Stempel
Der Nerotherbund wurde unter Leitung des ABW-Mitglieds Brecht Stempel mit Freunden aus dem Rheinland und Bremen 1946 neu gegründet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgemeinschaft_Burg_Waldeck
Baybach
https://de.wikipedia.org/wiki/Baybach

[2] Explizit findet sich eine solche Formel bei Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) nicht, doch den Sinn seiner Gesellschaftskritik und Geschichtsphilosophie trifft « retour à la nature » durchaus.
https://fr.wikipedia.org/wiki/Retour_%C3%A0_l%27%C3%A9tat_de_nature

[3] EK005105 STACHOWITSCH ALEXEI 21/10/1944 HAUPTMANN 1./PANZER NACHRICHTEN-ABTEILUNG 228 | AWARDED ‚DIV.GEF.ST‘ EKII, KVK1, KVK2MS, KRIM, OST | 116. PANZ. DIV. (STAMP NUMBER 2) | UNKNOWN OBERST | WH URKUNDE MUNSTER VIA WEHRMACHTAWARDS.COM PARTIAL J.OOI
http://www.baseportal.com/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/1939ironcross/main&localparams=1&cmd=list&range=4420&sort=Source

Die Heeresgruppe Süd wurde am 24. August 1939 für den Polenfeldzug durch die Umbildung des Armee-Oberkommandos 12 aufgestellt. Sie griff unter der Führung von Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt ab dem 1. September 1939 mit der Masse der gepanzerten und schnellen Divisionen des Heeres aus Schlesien (8. Armee in Niederschlesien, 10. Armee – hier Schwerpunkt – in Oberschlesien), Mähren und der Slowakei (14. Armee) heraus Südpolen an. Nach erfolgreichem Durchbruch der 10. Armee auf Warschau wurden die aus Westpolen zurückflutenden polnischen Truppen in der Schlacht an der Bzura durch die 8. Armee zerschlagen. Während die 10. Armee anschließend bei Warschau Verbindung mit der von Norden angreifenden Heeresgruppe Nord herstellte, griff die 14. Armee durch Südpolen hindurch auf Lemberg und Lublin an. Nach Abschluss des Polenfeldzuges wurde das Heeresgruppenkommando an die Westfront verlegt und in „Heeresgruppe A“ umbenannt.
Die Heeresgruppe Süd wurde am 22. Juni 1941, dem Tag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion („Unternehmen Barbarossa“) durch Umbenennung der Heeresgruppe A neu aufgestellt. Sie griff hierbei aus ihren Bereitstellungsräumen vom südlichen Polen über die Slowakei, Ungarn und Rumänien die sowjetische Südwest- und Südfront an. Ihre strategischen Ziele waren der Vorstoß zum Dnepr und die Eroberung Kiews sowie der weitere Vormarsch ins Donezbecken. In zwei großen Kesselschlachten bei Uman und Kiew zwischen Juli und September 1941 wurden mehrere sowjetische Armeen aufgerieben. Nach der Einnahme Odessas im Oktober drangen Teile der Heeresgruppe auf die Krim vor und begannen mit der Belagerung Sewastopols, während anderen Teilen die Einnahme von Charkow und zeitweilig die von Rostow am Don gelang. Der Rückzug aus Rostow Ende November 1941 führte zur Ablösung Rundstedts durch Generalfeldmarschall Walter von Reichenau, der nach seinem Tod im Januar durch Generalfeldmarschall Fedor von Bock ersetzt wurde. Im Winter 1941/42 hatte die Heeresgruppe Defensivstellungen entlang der Flüsse Mius und Donez eingenommen.
Im Januar 1942 ging der Donez-Abschnitt zwischen Isjum und Balakleja verloren, es gelang den Sowjets einen starken westlichen Brückenkopf zu schlagen. Marschall Timoschenko erneuerte am 12. Mai seine Offensive mit doppelten Angriffsarmen auf Charkow, wurde aber durch eine überraschende deutsche Gegenoffensive in der Schlacht bei Charkow schwer geschlagen. Dieser Erfolg war Voraussetzung zur Vorbereitung der deutschen Sommeroffensive 1942 („Fall Blau“). Im Juli 1942 wurde die Heeresgruppe infolge der Erweiterung des Operationsbereiches in die Heeresgruppen A und B aufgeteilt.
Anfang 1943 wurden nach dem Untergang der 6. Armee in Stalingrad die Heeresgruppen B und Don (ehemals 11. Armee) als Heeresgruppe Süd unter dem Befehl von Generalfeldmarschall Erich von Manstein zusammengefasst. Zu ihr gehörten im Frühjahr 1943 die 1. und 4. Panzerarmee sowie die neuaufgestellte 6. und 8. Armee.
Die Heeresgruppe Süd trug von Anfang 1943 bis Frühjahr 1944 die Hauptlast der Kämpfe an der Ostfront. Nachdem die Front durch den Gegenangriff von Mansteins (Rochade der 1. Panzerarmee vom Kaukasus in die Ukraine) im Februar/März 1943 stabilisiert worden war, ging die Initiative nach dem gescheiterten Unternehmen Zitadelle bei Kursk im Juli 1943 endgültig an die Rote Armee verloren. Im September musste das Industriegebiet im Donezbecken geräumt werden, im November 1943 scheiterte der Versuch, die Dnepr-Linie zu halten (s. Panther-Stellung). Bis April 1944 kämpfte sich die Heeresgruppe unter schweren Verlusten, die u. a. durch die Dnepr-Karpaten-Operation entstanden, jedoch insgesamt intakt nach Galizien zurück.
Am 1. April 1944 erfolgte die Umbenennung in Heeresgruppe Nordukraine.
Im September 1944 wurde die Heeresgruppe Südukraine in Ostungarn in Heeresgruppe Süd umbenannt. Bis März 1945 kämpfte sie in Westungarn und zog sich bei Ende des Zweiten Weltkrieges nach Österreich zurück, wo sie am 2. April 1945 in Heeresgruppe Ostmark umbenannt wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresgruppe_S%C3%BCd

1929 trat Stachowitsch in den Österreichischen Pfadfinderbund (ÖPB), Gruppe Salzburg 2, ein. 1933 nahm er am vierten Welt-Jamboree im ungarischen Gödöllő teil, wo er noch Robert Baden-Powell sah. 1935 erwarb Stachowitsch die österreichische Staatsbürgerschaft und wurde in den österreichischen Olympiakader einberufen. Er wurde Salzburger Jugendmeister im Laufsport 1935 und 1936. Stachowitsch wurde Gruppenführer im ÖPB, blieb dies aber nur zwei Jahre bis zu dessen Zwangsauflösung 1938. 1937 machte er seine Matura und begann eine Radioelektronikerausbildung, zugleich war er Offiziersbewerber in der Wiener Heerestelegraphenabteilung. Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 kam er auf die Kriegsschule der Wehrmacht in Hannover, wo er seine Offiziersprüfung ablegte und 1939 Leutnant wurde. Während des Zweiten Weltkrieges war er unter anderem im Armeenachrichtenregiment an der Westfront, später in der Heeresgruppe Süd an der Ostfront. Nach dem Krieg machte er 1947 den Meister als Radiomechaniker und arbeitete in einer Werkstatt in Salzburg.
https://www.jurtenland.de/wiki/Alexej_Stachowitsch

[4] „Der Verlust des Schamgefühls ist das erste Zeichen von Schwachsinn (…) die Zerstörung der Scham bewirkt eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten, eine Brutalität und Mißachtung der Persönlichkeit des Mitmenschen.“
Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 7, 1906–1909, S. 149

[5] Petition gegen Kinderehen 20.08.2016 Eherecht Pet 4-18-07-4030-036062 (das neue Aktenzeichen) Pet 4-18-07-99999-036062 (anfangs zugeteilt)
Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch
„(…) Im EU-Mitgliedsland Griechenland verheiratet Cemali Meço (Μέτσο Τζεμαλή) nachweislich auch 12 oder sogar 10 Jahre alte Mädchen. Als Mufti von Komotiní (Κομοτηνή, türk. Gümülcine) nimmt er jene weiblichen Kinder, die angeblich unbedingt heiraten wollen, in Augenschein und befindet sie ggf. für „reif genug“ zur Ehe. Griechenlands Kinderheiraten, Kinderbräute und Kinderschwangerschaften wurden durch die Verträge von Lausanne (1923) und Sèvres (1920) abgesichert, was die bis zum Tag der Auferstehung gültige Scharia (Σαρία) ins griechische Familienrecht implementierte (ob das muslimische Minderheitenrecht nur in Ostmakedonien und Thrakien oder in ganz Griechenland gilt, ist umstritten). Eine derartige Rechtsspaltung kann ein Staat, der allen seinen Bürgerinnen und Bürgern gleiche Chancen auf Selbstbestimmung, Gesundheit und Bildung garantieren will, nicht dulden, die Scharia darf nicht integriert werden, weder in Hellas noch in Deutschland, auch nicht im Familienrecht. Die Europäische Union hat keine internen Schariazonen bzw. Zonen mit kinderfeindlichen, hier speziell mädchenfeindlichen Gesetzen zu inkludieren. (…)“
https://schariagegner.wordpress.com/2016/08/20/petition-gegen-kinderehen/
In January, the grand mufti, Abdul Aziz al-Sheikh, said girls as young as 10 may be married according to Islam and stressed that Islamic law is not by any means oppressive to women as he lashed out at critics.
„If a girl exceeds ten or twelve then she is eligible for marriage, and whoever thinks she is too young, then he or she is wrong and has done her an injustice,“ he said.
http://www.alarabiya.net/articles/2009/02/21/66952.html
„We hear a lot in the media about the marriage of underage girls,“ he said, according to the newspaper. „We should know that Shariah law has not brought injustice to women.“
http://edition.cnn.com/2009/WORLD/meast/01/17/saudi.child.marriage/index.html
Islam: A Declaration Of European Muslims
Bosnian Muslim leader Mustafa Ceric. On 24.02.2006, Bosnia-Herzegovina Mustafa Ceric issued the Declaration of European Muslims from the Zagreb mosque.
(f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law;
https://www.rferl.org/a/1066751.html
Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegenheiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann.
opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law
https://schariagegner.wordpress.com/2015/08/01/rueckkehr-des-patriarchats-polygame-ehe/

[6] Die Pressemappe
„(…) Droit au Corps (DaC), wörtlich „Recht auf Körper“, will die weltweiten nichttherapeutischen Zirkumzisionen nicht etwa abschaffen, sondern mit einem auf Mitgefühl basierenden Dialog aller Beteiligten begleiten. Schließlich stehe in der Ethik des Vereins die Verminderung (tierischen und) menschlichen Leidens an erster Stelle (whose ethics give priority to the alleviation of suffering). Ohne Not und ohne rot zu werden argumentiert DaC 2019 nur noch gegen die Kleinjungenbeschneidung und Beschneidung männlicher Säuglinge, denn allenfalls bzw. nur die zwölfjährigen und jüngeren Jungen hält DaC für nicht einwilligungsfähig. (…) Die verhängnisvollen rechtlichen Folgen im Hinblick auf Kindesmissbrauch und Kinderehen sind genau im Blick zu behalten, sobald jemand anfängt, von der genitalen Autonomie (genital autonomy) eines Minderjährigen zu reden. Wer sich durch einen Erwachsenen den sensitiv wichtigsten Anteil des Genitals amputieren lassen darf, die Penisvorhaut entspricht sensorisch der Klitoris, dem wird man den Sex mit Erwachsenen oder das Heiraten eines Erwachsenen vermutlich nicht untersagen können – Droit au Corps denkt an Dreizehnjährige mit der faulen Ausrede, ein „nicht zu vernachlässigender Teil“ dieser Kinder hätte doch ohnehin schon heterosexuellen Sex (pénétration vaginale … un nombre non négligeable de jeunes explorent à partir de 13 ans selon les statistiques disponibles … vaginal penetration … a significant number of young people explore from the age of 13 according to available statistics). Körper wie Psyche jedes Dreizehnjährigen oder auch Fünfzehnjährigen jedoch sind noch lange nicht erwachsen, Kindheit bzw. Kind ist keine abstrakte Konstruktion verständnisloser oder Kinder unterdrückender Erwachsener. Nichtheterosexuelle Sexualkontakte des Kindes hat DaC dabei aus dem Blickfeld geschoben. Wer Aushandlungsprozesse ritueller Beschneidungen plant oder für wünschenswert hält, macht sich zum Komplizen der schweren Menschenrechtsverltzung jeder Genitalverstümmelung. DaC sollte seine die genitale Unversehrtheit Minderjähriger aufs Spiel setzenden Pläne unverzüglich beenden und insbesondere von einer Minderjährige (Menschen unter 18 Jahre) betreffenden Beratungslösung Abstand nehmen. Die betrachtete Pressemappe ist zurückzuziehen und zu überarbeiten nach dem intaktivistischen sinngemäßen Grundsatz: „Ob Mädchen oder Junge, keine Beschneidung unter 18 Jahren“. (…)“
https://schariagegner.wordpress.com/2019/07/05/kinder-an-die-macht/

[7] Zur einer Demo für sexuelle Vielfalt (für den Bildungsplan 2015), Stuttgart 2014, hatte neben der Interessengemeinschaft Christopher Street Day (IG CSD) ebenfalls Krumme 13 aufgerufen, eine pädophile Lobby.

[8] Dialog mit dem Islam
Interreligiöser Dialog läuft ebenfalls in Gefahr, die in der kulturellen Moderne mühselig errungenen Schutzaltersgrenzen einzureißen. Wenn oder sobald der eheliche Geschlechtsverkehr mit einer Braut von neun Jahren (Mondjahren, also achteinhalb) heilssichernde Religionspraxis ist, Religion, ist der Einsatz für mehr Kinderschutz unrechtes Teufelszeug (ẓulm; vgl. ẓālimūn, Übeltäter), Verderbenstiften auf Erden (persisch Mofsed-e-filarz).
Mofsed-e-filarz (Persian: مفسد فی الارض‎, also Mofsed fel-Arz, Afsad-i fil Arz, or fasad-fel-arz, Arabic: المفسد في الأرض‎ Al-Mufsid fi al-Arḍ, also fasad fi ‚l-arḍ) is the title of capital crimes (or the person guilty of them) in the Islamic Republic of Iran, that has been translated in English language sources variously as „spreading corruption on Earth“, „spreading corruption that threatens social and political well-being“, „corrupt of the earth; one who is charged with spreading corruption,“ „gross offenders of the moral order“, and „enemies of God on Earth.“
https://en.wikipedia.org/wiki/Mofsed-e-filarz

DW 10.01.2018
Greece limits Islamic Sharia law courts for Muslim minority
The Greek parliament has changed a century-old law that gave Islamic courts priority over family law matters among the Muslim minority in Western Thrace.

https://www.dw.com/en/greece-limits-islamic-sharia-law-courts-for-muslim-minority/a-42088793

Turkey ‘Concerned’ Over Greek Changes to Islamic Law in Thrace
By Tasos Kokkinidis – 11.01.2018

(…) In a statement Turkey’s foreign ministry warned Athens against infringing upon the prerogatives of elected Muslim jurists (muftis) in Western Thrace, shortly after the country passed legislation amending the way Islamic law is applied in the region.
Greece’s parliament voted overwhelmingly to make the practice of sharia law in family disputes optional for the country’s Muslim minority earlier this week.
The legislation will allow Muslim litigants to opt for a Greek civil court to resolve family disputes rather than appealing to locally-elected Islamic jurists.
For family law matters, Greek Muslims generally seek recourse to muftis on issues such as divorce, child custody and inheritance. Rights groups say it is a system that frequently discriminates against women.
The issue has its origins in the period after World War I, and treaties between Greece and Turkey that followed the collapse of the Ottoman Empire. (…)

Turkey ‘Concerned’ Over Greek Changes to Islamic Law in Thrace

Sharia Law Becomes Optional for Greece’s Muslim Minority
By Tasos Kokkinidis – 10.02.2018
The bill on Sharia law is a historic step for Greece, Prime Minister Alexis Tsipras said in a tweet on his official page.
“The government is taking a historic step today, bringing to Parliament the bill on Sharia law that expands the equality and equity enjoyed by all Greeks without exception,” Tsipras said.

Sharia Law Becomes Optional for Greece’s Muslim Minority

Αλ. Τσίπρας: «Ιστορικό βήμα» το νομοσχέδιο της κυβέρνησης για τη σαρία

Δημοσίευση 9 Ιανουαρίου 2018, 17:35 / Ανανεώθηκε 9 Ιανουαρίου 2018, 17:03

http://newpost.gr/politiki/5c125ec156dccb7e13e4fcbd/al-tsipras-istoriko-bhma-to-nomosxedio-ths-kybernhshs-gia-th-saria

Τσίπρας: Ιστορικό βήμα το νομοσχέδιο για τη Σαρία

09.01.2018 | NEWSROOM IEFIMERIDA.GR

Δήλωση για τον νόμο σχετικά με την εθελοντική εφαρμογή του νόμου της Σαρία στη Θράκη έκανε ο πρωθυπουργός κι ενώ το θέμα συζητείται στη Βουλή.

Ο Αλέξης Τσίπρας χαρακτήρισε την νομοθετική πρωτοβουλία ιστορικό βήμα για την ισονομία και την ισοπολιτεία για τα μέλη της μειονότητας στη Θράκη και εμφανίστηκε αποφασισμένος να προχωρήσει και σε άλλες μεταρρυθμίσεις.

Αναλυτικά η δήλωση του πρωθυπουργού:

«Η κυβέρνηση κάνει σήμερα ένα ιστορικό βήμα, φέρνοντας στη Βουλή το νομοσχέδιο για τη Σαρία, που διευρύνει και εμβαθύνει την ισονομία και την ισοπολιτεία για όλες τις Ελληνίδες και όλους τους Έλληνες.

Ως μέλος της Ευρωπαϊκής Ένωσης, η χώρα μας έχει οικειοθελώς δεσμευθεί με συγκεκριμένες συνθήκες, όπως η Ευρωπαϊκή Σύμβαση Δικαιωμάτων του Ανθρώπου.

Με την παρούσα ρύθμιση η κυβέρνηση, σεβόμενη σε κάθε περίπτωση τα ιδιαίτερα χαρακτηριστικά της μουσουλμανικής μειονότητας της Θράκης, αποκαθιστά αδικίες που έγιναν κατά το παρελθόν εις βάρος μελών της, με την εξαίρεσή τους από το καθεστώς των νομικών εγγυήσεων και των ατομικών ελευθεριών, που θα πρέπει να απολαμβάνουν όλοι οι Έλληνες πολίτες.

Με επιμονή στην ανάγκη για διάλογο, ψύχραιμη αντιμετώπιση, και με συνείδηση της σοβαρότητας των θεμάτων, οφείλουμε να προχωρήσουμε με σταθερά βήματα σε μεταρρυθμίσεις, που θα αναβαθμίζουν τα δικαιώματα και τη ποιότητα ζωής της μουσουλμανικής μειονότητας της Θράκης».

https://www.iefimerida.gr/news/388016/tsipras-istoriko-vima-nomoshedio-gia-ti-saria

[ Im EU-Mitgliedsland Griechenland verheiratet Cemali Meço (Μέτσο Τζεμαλή) nachweislich auch 12 oder sogar 10 Jahre alte Mädchen. Als Mufti von Komotiní (Κομοτηνή, türk. Gümülcine) nimmt er jene weiblichen Kinder, die angeblich unbedingt heiraten wollen, in Augenschein und befindet sie ggf. für „reif genug“ zur Ehe. Griechenlands Kinderheiraten, Kinderbräute und Kinderschwangerschaften wurden durch die Verträge von Lausanne (1923) und Sèvres (1920) abgesichert, was die bis zum Tag der Auferstehung gültige Scharia (Σαρία) ins griechische Familienrecht implementierte (ob das muslimische Minderheitenrecht nur in Ostmakedonien und Thrakien oder in ganz Griechenland gilt, ist umstritten). Eine derartige Rechtsspaltung kann ein Staat, der allen seinen Bürgerinnen und Bürgern gleiche Chancen auf Selbstbestimmung, Gesundheit und Bildung garantieren will, nicht dulden, die Scharia darf nicht integriert werden, weder in Hellas noch in Deutschland, auch nicht im Familienrecht. Die Europäische Union hat keine internen Schariazonen bzw. Zonen mit kinderfeindlichen, hier speziell mädchenfeindlichen Gesetzen zu inkludieren. ]

In May 2006, the appointed Mufti of Komotini expressed his view that „nowhere in the history of Islam has there been an elected mufti.“

The Government recognizes Shari’a (the Muslim religious law) as the law regulating family and civic issues of the Muslim minority in Thrace. The First Instance Courts in Thrace routinely ratify decisions of the muftis who have judicial powers on civic and domestic matters. The National Human Rights Committee, an autonomous human rights body that is the Government’s advisory organ on protection of human rights, has stated that the Government should limit the powers of the muftis to religious duties and should stop recognizing Shari’a, because it can restrict the civic rights of citizens it is applied to. There are arranged marriages among underage Roma and Muslims, although Greek civil law forbids marriages of children under age eighteen. A parent or legal guardian, however, may apply for a judicial permit for the marriage of an underage person from a First Instance Court in cases of „extraordinary circumstances,“ such as pregnancy.

(International Religious Freedom Report 2006. Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor. U.S. Department of State.)

http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/2006/71383.htm

Mufti Cemali Meço

https://el.wikipedia.org/wiki/%CE%9C%CE%AD%CF%84%CF%83%CE%BF_%CE%A4%CE%B6%CE%B5%CE%BC%CE%B1%CE%BB%CE%AE

h t t ps://www.youtube.com/watch?v=3QfwNqG-voI

h t t ps://www.youtube.com/watch?v=ZlyjMFGhk6w

[ Im Jahre 2006 erschien eine aus Griechenland stammende, ethnisch türkische schwangere Elfjährige mit ihrem islamrechtlich angeheirateten 20-jährigen Ehegatten Hassan N. in Düsseldorf. Eilig schickte man die Kindbraut zurück nach Hellas, der Leiter des Düsseldorfer Jugendamts reiste mit. ]

Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mittwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. […]

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

(Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby. Von Barbara Kirchner. Express, 11.06.2008.)

http://www.express.de/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby-22167452

Das verheiratete Kind

(Von Uta Keseling. Die Welt, 25.02.2005.)

Es war Liebe“, sagt Nurays [Name geändert] Mutter, und auch Nuray, die zwölfjährige Braut in Kopftuch und Blümchenrock, sagt: „Ja, es war Liebe“ und versucht, dabei nicht allzu stolz auszusehen. […]

Es soll Liebe gewesen sein, sagen alle, die dazu geführt habe, daß im vergangenen Sommer der 22jährige Levent Metin [Name geändert] die damals elfjährige Nuray aus der armen nordgriechischen Provinz Thrakien heiratete und mit nach Düsseldorf brachte, wo er heute lebt. Alle, das sind Nuray, ihre Familie, der Mufti, der als religiöses Oberhaupt die Trauung besiegelte – und auch das Jugendamt in Düsseldorf, dessen Leiter sagt: „Sie hat ihn wohl freiwillig geheiratet“, und das Mädchen dennoch zurück nach Griechenland brachte. Persönlich.

[…] in Thrakien, wo etwa ein Drittel der 338 000 Menschen Muslime sind. Der Mufti der Universitätsstadt Komotini, Meco Cemali, hat Nurays Hochzeit amtlich besiegelt. Er ist vom griechischen Staat bestellt, sein Amtsgebäude im Zentrum der Stadt ist zugleich Standesamt und Friedensgericht, zuständig für etwa 60 000 Muslime, die Hälfte der Bevölkerung des Bezirks Rodopi. In den 123 dazugehörigen Dörfern verrichten staatlich bestellte Imame Gottesdienste und religiöse Zeremonien.

„Es gibt kein Land, das einem Mufti so weitreichende Kompetenzen einräumt“, sagt der Mufti stolz. In einem kalten, großen, leeren Raum gewährt er unter den obligatorischen Mekka-und-Medina-Postern Audienz. Draußen warten Menschen mit Formularen in der Hand. Er selbst habe seine Imame aufgefordert, Mädchen unter 17 Jahren nicht zu verheiraten, sagt der Mufti. Wenn jedoch ein Mädchen selbst die Heirat unbedingt wolle, nehme er es persönlich psychologisch und physisch in Augenschein und entscheide, ob es reif genug sei. Wenn ja, spräche das islamische Recht nicht gegen die Ehe. Der Mufti sagt: „Daß Zwölfjährige verheiratet werden, kommt nur alle drei oder vier Jahre vor.“

http://www.welt.de/print-welt/article495796/Das-verheiratete-Kind.html

Text in Arbeit

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Grenzen der Versammlungsfreiheit

Mai 19, 2019

Behörden und insbesondere die Stadtverwaltung, stoppen Sie den provokanten Verzehr von Schweinefleisch vor einer Moschee!

„Antrag auf Erteilung einer Sondererlaubnis für öffentliche Straßen und Gehwege gemäß § 18 des Straßen- und Wegegesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen (StrWG NRW)“, mit diesem Formular beantragte am 17.05.2019 der Mönchengladbach steht auf e. V. beim Ordnungsamt der Stadt Mönchengladbach das „Aufstellen von zwei Grills und Getränkestand (kein Alkoholausschank, kein Glas)“ am Standort „Mittelstraße Höhe Moschee“, „alternativer Stand Markt Rheydt“, „Dauer der Nutzung 02.06.2019 ca. 8 bis 16 Uhr)“, Ansprechpartner des rechtsradikalen Vereins ist Dominik Roeseler. Dieser, Mitbegründer von HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten), hatte einst in Mönchengladbach einen Sitz im Stadtrat, erst für Pro NRW, dann parteilos.

Der diesjährige islamische Fastenmonat endet am 4. Juni. Die Stadtverwaltung von Mönchengladbach kann wissen, dass streng praktizierende und sogar etliche säkulare Muslime aller Welt nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang nichts essen oder trinken und dass eine rechtsradikale, Nahrung als Mittel der Provokation einsetzende Demonstration vor einer Moschee, ausgerechnet am vorletzten Tag des Ramadan, eine grobe Störung von muslimischer Besinnung und friedlichem religiösem Gemeindeleben darstellt.

Dass Muslime religiös begründet kein Schweinefleisch essen dürfen, sollten Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und seiner Verwaltung ebenfalls bekannt sein. Bekanntlich befrachten Islam und Judentum das Schwein mit Abscheu und Ekel. Produkte aus Schweinefleisch in die Nähe einer Stätte von frommer Begegnung, Gebet und Andacht zu bringen, das Fleisch als Nichtmuslim sogar vor einer Moschee zuzubereiten, entweiht aus muslimischer Perspektive möglicherweise den Ort, macht ihn vielleicht rituell unrein, jedenfalls will dieses zur Hassbotschaft umfunktionierte gemeinschaftliche Essen gläubige Muslime beleidigen und verhöhnen.

Der rücksichtslose Veranstalter sucht die Provokation bewusst: „Das Thema ist provokant“, „für die Provokation müssten dann Schilder mit Mohammed-Karikatur und Mützen mit Schweinekopf, gibt es günstig bei Ebay, sorgen“ (auf Facebook am 17. Mai um 04:16 Uhr). Über Social Media wird zur Demo eingeladen, dort allerdings sagt man nicht offen Schweinefleischgrillen oder Spanferkelgrillen, sondern spottet: „Motto: irgendwas mit Grillen“, daneben das Emoji des Augenzwinkerns.

In den letzten Tagen wurden im Rheinland volksverhetzende Aufkleber sichtbar, die zur Veranstaltung am 2. Juni einladen: „Wir wollen keine Salafistenschweine – nicht in Mönchengladbach, nicht in Deutschland“. Während die pauschal herabgewürdigten Muslime auf der anderen Straßenseite sozusagen anonym bleiben, verspotten Roeseler und die anderen Aktivisten („Mönchengladbach steht auf“) zwei bekannte Konvertiten namentlich: „Lau und der andere „Vogel“ sind natürlich herzlich zum Spanferkelgrillen (Demo) am 02.06.2019 vor der Ar-Rahman-Moschee auf der Mittelstraße in Mönchengladbach eingeladen“ (16. Mai um 01:23). Die gespielte Gastfreundschaft ist blanker Hohn, denn jedermann weiß, dass zumal ein streng praktizierender Muslim kein Schweinefleisch konsumiert und im Ramadan tagsüber überhaupt nichts isst.

Der Mitmenschen unakzeptabel mit Tieren gleichsetzende Spruch („Salafistenschweine“) ist fünf Jahre alt, wie ZEIT-online am 15.11.2014 berichtete (Nun rufen sie alle paar Minuten „Wir wollen keine – Salafistenschweine!“ Oder sie recken die Faust und grölen „Deutschland, Deutschland!“).

Ein wenig Grundsätzliches zum Thema Essen als Provokation und Verhöhnung einer anderen Ethnie oder Glaubensgemeinschaft.

Die noch lebende älteste deutsche Generation hat die Hungerjahre der frühen Nachkriegszeit erlebt und dürfte ihrerseits als Kind gelernt haben: Mit Nahrung spielt man nicht. Unsere Großeltern hatten Skrupel, auch nur eine Scheibe Brot wegzuwerfen. Auch heutzutage leidet ein Teil der Menschheit an Nahrungsmangel, Hunger, Unterernährung. Für einen Teil der Flüchtlinge dieser Welt, auch für einige Einwanderer nach Europa, ist Hunger ein Fluchtgrund gewesen. Und da verwenden gut ernährte deutsche Rechtsradikale Nahrung nicht, um satt zu werden oder ein angenehmes Geschmackserlebnis zu haben, sondern für ihre Hetze.

Man isst, um zu leben und weil es gut schmeckt, und nicht, um einen anderen Menschen zu ärgern.

Es gibt Muslime, die die islamischen Nahrungstabus und Fastenvorschriften nicht oder nur teilweise einhalten. Doch beispielsweise als Nichtmuslim die altüberlieferten religiösen Tabus und Vorschriften verächtlich zu machen, ist keine Islamkritik, sondern will Muslime beleidigen und ausgrenzen. Mönchengladbach steht auf scheint darüber hinaus die Botschaft senden zu wollen: Wer die islamischen Nahrungstabus und Fastenvorschriften einhält, gehört nicht zur eigentlichen deutsch zu nennenden Bevölkerung, nicht zum deutschen Volk.

Soweit zum Thema Essen als Provokation und Verhöhnung anderer.

Schimpfworte zu benutzen ist erbärmlich, und gehört schon gar nicht in den Bereich seriöser politischer Arbeit.

Das Schwein als starkes Schimpfwort ist der deutschen Sprache leider nichts Unbekanntes, beispielsweise deutsch-nationalistisch gemeint mit einer vorangestellten nichtdeutschen Nationalität oder als Beleidigung von Polizisten („Bullenschweine“).

Exkurs: Schweinemotiv und Antisemitismus

Im Hochmittelalter war die Tiermetapher der „Judensau“ ein Bildmotiv der antijudaistischen christlichen Kunst, das Juden ausgrenzen und möglichst schwer beleidigen wollte, denn die Christen wussten, dass das Schwein im Judentum als unrein gilt und aus religiösen Gründen nicht gegessen werden darf. Im 13. Jahrhundert wurden vor allem in Deutschland hetzerische Spottbilder mit dem Judensaumotiv als Steinrelief oder Skulptur angefertigt und sind leider bis heute an rund 30 Kirchen und anderen Gebäuden zu sehen. Seit dem 15. Jahrhundert druckten Christen das menschenverachtende Motiv in Flugschriften und anderen Druckerzeugnissen ab, mit dem beginnenden 19. Jahrhundert als antisemitische Karikatur. Seit den 1830er Jahren wurden die Schimpfwörter „Judensau“ und „Judenschwein“ verwendet, seit den 1880er Jahren auch „Saujude“. Zur Zeit der Weimarer Republik griffen die, leider immer zahlreicher werdenden, Nationalsozialisten die hasserfüllten Bildmotive und Schimpfwörter auf, um ihre jüdischen Kollegen und Nachbarn zu beleidigen, zu demütigen, zu bedrohen und sie immer weiter aus dem auszugrenzen, was man beispielsweise Deutschtum oder deutsche Volksgemeinschaft nannte, letztlich aus Deutschland.

Wer diese Ausdrücke heute gegenüber Menschen benutzt oder öffentlich über sie äußert, macht sich in Deutschland wegen § 185 Beleidigung strafbar. Eine Meinungsäußerung ist beleidigend, wenn sie dem Opfer den Respekt als gleichwertige Rechtsperson aberkennt, indem sie den ethischen oder sozialen Wert des anderen geringer darstellt, als er tatsächlich ist. In besonders schweren Fällen kommt in Deutschland auch eine Ahndung wegen § 130 Volksverhetzung in Betracht (Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören … die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet …).

Das „Judensau“-Motiv unterstellt eine Nähe zwischen Juden und Tieren, was auf einen angeblichen Mangel an menschlichem Anstand hinweisen will, und unterstreichen möchte, dass Sitte und Tugend lediglich den Christen vorbehalten seien. Allgemeiner gesagt grenzt der Tiervergleich das Opfer aus der Gemeinschaft der Menschen aus, erklärt es zum Unmenschen oder, Jargon der Nazis, zum Untermenschen.

Zurück zum Thema antimuslimisch gemeintes Schweinefleischessen.

Fazit.

Jedes Spalten der Weltbevölkerung, der Bevölkerung der BRD oder der Mönchengladbacher Stadtbevölkerung, zu der selbstverständlich auch die Muslime gehören, ist zu vermeiden.

Das bewusst als Provokation gemeinte Grillen vor einer Moschee, insbesondere von Schweinefleisch und insbesondere im Fastenmonat tagsüber, ist gesetzeswidrige Gewalt. Schweinefleisch vor einer Moschee zu grillen ist nie ein legitimer Bürgerprotest, sondern Beleidigung und Volksverhetzung.

Die Behörden und vor allem die Stadtverwaltung sind aufgefordert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Demonstration, mindestens an diesem Ort und in dieser Form, zu verhindern.

Herr Oberbürgermeister, Sie haben Post.

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Frankfurts Hidschabistas und Teherans Mädchen von der Revolutionsstraße

April 8, 2019

Das Prinzip Hidschab und die unterworfene Lage der Frau im islamischen Recht. Anmerkungen zur Frankfurter Ausstellung Contemporary Muslim Fashions. Offener Brief an Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main, und Linda Kagerbauer, im Frauenreferat der Stadt Frankfurt Referentin für Mädchenpolitik und Kultur. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy.

Sharia goes Fashion

Zu einer Freiheit, ein Kopftuch oder vielmehr den der Frau islamisch vorgeschriebenen Schleier (Hidschab) tragen zu dürfen, würde gehören, ihn jederzeit ablegen zu können. Insofern ist der Hidschab nicht einfach dem Bereich der Mode zuzurechnen, die in der kulturellen Moderne eine individuelle Entscheidung ermöglicht, nach der sich ein Individuum heute dezent und morgen extravagant oder gar provokant kleiden kann. Eine Frau kann eine andere Kleidung anziehen als ihre Mutter oder Schwester. Der Hidschab aber bekundet und bewirbt ein Mädchen- und Frauenbild und eine weibliche, dem Mann unterworfene Lebenswirklichkeit, welche in die kulturelle Moderne universeller Menschenrechte und in den an seiner Abschaffung nicht interessierten freiheitlichen Rechtsstaat nicht integriert werden kann.

Im bekennenden islamischen Religionsunterricht (IRU) lernt ein jedes Kind, dass Mädchen ab der Geschlechtsreife „ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken“ müssen, „dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien.“ Der Kopf gelte dabei als bedeckt, „wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien“, das ist islamischer Mainstream (DITIB / Diyanet bei Bundesverfassungsgericht Beschluss vom 27.01.2015, siehe unten).

Gemäß dieser Logik garantiert nur der Schleier Ehre, Anstand und Keuschheit. Die Bedeckung diskriminiert, mobbt jede Unverschleierte, mit jedem Hidschab im Straßenzug oder Klassenzimmer steigt der Druck auf Unverschleierte. Wer als Mädchen oder Frau öffentlich Haar zeigt oder den Körperumriss preisgibt, gilt in schariagehorsamen Kreisen als unanständig und unrein (nadschis), als Schlampe.

„Willst Du aussehen wie eine Deutsche?“ Oder: „Das Kopftuch ist unsere Ehre – hast Du keine?“ Und: „Deinen Eltern ist es wohl egal, wie über Dich geredet wird.“ (Rita Breuer (Mobbing gegen kopftuchfreie Mädchen), EMMA vom 01.09.2009.)

Ein Frauenreferat sollte niemals auch nur den Eindruck erwecken, ein solch misogynes Mädchen- und Frauenbild zu propagieren oder zu bestärken, sondern alle Mädchen und Frauen zu einem emanzipierten, selbstbestimmten Lebens- und Kleidungsstil ermutigen. Sozialpädagoginnen oder Pädagoginnen haben die Aufgabe, jedem Mädchen die Chance auf eine selbstgeschriebene Biographie zu eröffnen. Text und Bildfolge des in der Frankfurter Ausstellung gezeigten Soundtrack von Mona Haydar („Wrap my hijab“) transportieren und propagieren jedoch das Gegenteil, nämlich dass weltweit mit massivem Druck für die Einhaltung der Gebote der islamischen Kleidung geworben wird. Ist das im Sinne des Frankfurter Frauenreferats?

Wer sich mit der amerikanisch-syrischen Künstlerin genauer befasst, bemerkt, dass es in ihren Songs jeder Frau nahelegt wird, sich züchtig (modest) zu kleiden. Ein Video von ihr (Dog – „Make sure you watch til the end to see what I’m talking about“) warnt sogar jede Frau davor, zu viel Haut zu zeigen, um nicht vergewaltigt zu werden. Die Epoche, in der es hieß, dass die Trägerin eines Minirocks selbst schuld ist an ihrem Missbrauch, sollte ein für allemal der Vergangenheit angehören. Die islamische Theologie unterstellt jedem Jungen und Mann einen allzeit lüsternen, Frauen begaffenden Blick und die latente Bereitschaft zu sexualisierter Gewalt, weshalb sich auch jeder Mann durch die weibliche islamische Kleidung beleidigt fühlen darf.

Nach dem Glaubensgrundsatz der Fitra, der Geschöpflichkeit, dem naturhaften Ausgerichtetsein auf den islamischen Gott Allah, ist die Frau anders nackt als der Mann. Während der Schambereich, arabisch Aura, des Mannes ausschließlich Geschlechtsteile, Bauchnabel und Knie umfasst, hat die Muslima im öffentlichen Raum ihren gesamten Körper bis auf Gesicht und Hände mit Textilien abzudecken. Sein Haupthaar ist Ehrenhaar, ihres hingegen Schamhaar. Der Familie einer unbotmäßig bekleideten Frau droht Ehrverlust, die Brüder haben auf ihre Schwester nicht ordentlich aufgepasst.

Abu Dawud (4104) überliefert einen Hadith von Aischa, der berichtet, wie Asma einmal zum Propheten kam und sie trug eine etwas durchsichtige Kleidung. Da wandte er seinen Blick ab und sprach: „Oh Asma, wenn die Frau ihre Reife erreicht hat (d. h. wenn sie ihre erste Menstruation bekommen hat), dann darf sie von ihrem Körper nur dieses und dieses zeigen (und er zeigte auf Gesicht und Hände).

Vater, Bruder und später der Ehemann haben die Funktion des Sittenwächters über die Frau. Beispielsweise kann die Braut ohne Wali (männlicher Vormund, hier Heiratsvormund) nicht heiraten. Generell ist der Mahram der männliche Aufpasser. Unterstützt durch die Männer der Großfamilie, die genau kontrollieren, mit wem die weibliche Verwandtschaft sich trifft, ob das Mädchen oder die Frau sich außerhalb des Hauses sittsam genug verhält, sie bestimmen, ob sie das Haus verlassen darf. Ein freies, selbstbestimmtes Leben ist so nicht erreichbar. Die Praxis der Kontrolle kann zeitlich fast lückenlos sein und räumlich so weit reichen, dass „Mädchen mit ihrem jeweiligen Freund in bis zu sechzig Kilometer entfernten Städten von den „Lohberger Jungs“ gesichtet worden sind“ (zitiert aus Lamya Kaddor, Muslimisch-weiblich-deutsch!). Und da schwärmt Max Hollein vom „stolzen und hoch eleganten Ausdruck neuen islamischen Selbstbewusstseins“ (Welt am 15.12.2017).

Während Deutschland vor einem halben Jahr die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts, den 12. November 1918 feierte, ein Recht, das die Frauen eben gerade nicht in Gottgehorsame und Pflichtschludrige unterteilt, versuchen Modemacher heute, uns die im Islam einzig gestattete weibliche Entscheidung zwischen Hidschab Eins und Hidschab Zwei als Wahlfreiheit zu verkaufen und fordert das gespaltene Publikum, bestehend aus Deutschlands Yuppies und schariatreuen Hidschabistas, dass doch auch hierzulande endlich jede Frau anziehen können soll, was sie will. Dass in der Frankfurter Ausstellung von Max Hollein und Matthias Wagner K einige Exponate dem Bedeckungsgebot noch nicht entsprechen, tut wenig zur Sache, denn jeder islamgehorsame Besucher von Contemporary Muslim Fashions wird das fallweise fehlende Kopftuch als haram bewerten und das vorhandene als halal.

Auch der in der Ausstellung hier und da sichtbare Schmuck, selbst das Prinzip des Schmückenden ist islamisch nicht korrekt, strahlend bunte Farben oder edle Stoffe sind für einen Hidschab nicht erlaubt.

Die acht Kriterien der islamisch gültigen Bedeckung (Hidschab) des weiblichen Körpers.

Der korrekte Hidschab

• muss den gesamten Körper bis auf Gesicht und Hände bedecken

• darf selbst kein Schmuck (zīna) sein

• muss blickdicht (ṣafīq) sein und darf nichts durchschimmern lassen

• muss wallend (faḍfāḍ) sein und darf nicht eng anliegen

• darf nicht parfümiert sein

• darf nicht der Kleidung des Mannes ähneln

• darf nicht der Kleidung ungläubiger Frauen ähneln

• darf keine Kleidung sein, mit der man nach Berühmtheit strebt

Bei Muslim in Hadith 885 spenden die Frauen ihren gesamten Schmuck („und ihre Ohrringe und Ringe“), nachdem sie erfahren haben: „Gebt Almosen, denn ihr seid der Großteil des Brennstoffs der Hölle … weil ihr euch zuviel beschwert und undankbar euren Ehemännern gegenüber seid“ … („Mir wurde die Hölle gezeigt und ich sah, dass die Mehrheit ihrer Bewohner Frauen sind … aufgrund ihrer Undankbarkeit (Kufr: hier Undankbarkeit; sonst Unglaube) ihren Gefährten (Ehemännern) gegenüber“, Sahih Buchari Buch 2, Hadith 28). Unattraktiv muss die Tugendhafte wirken, anonym durch die Nebengassen huschen:

„Dabei hat sie [beim Ausgehen, beim Verlassen des Hauses] abgetragene Kleidung anzulegen und sich nur auf unbelebten Straßen zu bewegen. Die öffentlichen Märkte muss sie meiden und sicherstellen, dass niemand sie an ihrer Stimme erkennt. Sie darf sich nicht an einen Freund ihres Ehemannes wenden, selbst wenn sie seine Hilfe gerade nötig hätte“ (Imam al-Ghazali).

“If the woman performs the five daily prayers, fasts the month of Ramadan, maintains her chastity and obeys her husband, she will enter the Paradise of her Lord.” (Hadith)

Durchsetzung der Herrschaft Allahs auf Erden: Die Hisba

Spätestens seit 1979, seit der islamischen Revolution im Iran kann auch in Europa jedermann wissen, dass eine islamische politische Bewegung versucht, nicht nur den Schleier durchzusetzen, sondern eine ganze Lebensordnung und Gesellschaftsordnung, einen Islamic way of life. Treibende Kraft ist die 1928 gegründete Muslimbruderschaft, deren Organisationen nicht zufällig für das weibliche „Freiheitsrecht“ kämpfen, 24/7 den Hidschab zu tragen.

Wie ein erhobener Zeigefinger propagiert der Hidschab, dass ein Angehöriger der Umma, der islamischen Weltgemeinschaft, zur Einhaltung der jeden Lebensbereich regulierenden islamischen Gesetzlichkeit verpflichtet ist. Insbesondere die durch den Schleier überdeutlich als Muslima markierte Frau wird, nicht nur in Pakistan oder im Nahen Osten, sondern längst weltweit, durch weibliche wie vor allem männliche Muslime öffentlich auf ihr jederzeitiges Wohlverhalten hin kontrolliert, weshalb der Schleier sie gerade nicht vom Gruppendruck befreit, sondern dem Prinzip Sittenwächter ausliefert. Als Mädchen oder Frau bist du naturhaft Wankelmütige und Glaubensschwache sehr gefährdet, Sünde zu begehen oder uns Männer zur Sünde zu verführen (Fitna, Versuchung; Zwist, Zwietracht), darum musst du dich verschleiern, darum müssen wir dich überwachen (vgl. islamqa.info 6991 publication : 20-12-1999).

1990 beschlossen die Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam und definierten die Scharia als alleinige Grundlage von Menschenrechten, was einen bewussten Gegenentwurf zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von 1948 darstellt und unter anderem mit einer rechtlichen Diskriminierung aller Frauen einhergeht. Auch für diesen Angriff auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau steht der Hidschab, der eben nicht einfach kreative Mode ist.

Zentrale Strukturprinzipien einer derartigen „gottgegebenen“ Ordnung der Geschlechter sind die Komplementarität der Rollen von Mann und Frau, eine möglichst weitgehende soziale Trennung der Geschlechter und der Ausschluss der Frauen aus dem öffentlichen als ‚männlich’ definierten Raum. (Renate Kreile (2007). Der Kampf um die Frauen. Politik, Islam und Gender im Vorderen Orient.)

Sobald sie aber den Hidschab anlegt, der für die Trägerin keine Option je nach Laune oder Tagesform ist, mithin keine frei gewählte Mode, sondern ein „bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität“ (DİTİB / Diyanet), ist ihr bei schlimmer Strafe spätestens im Jenseits noch das geringste unislamische Verhalten verboten. Händchenhalten mit einem Nichtmahram etwa ist für eine Verschleierte nicht gestattet, sich in einen Nichtmuslim verlieben und diesen heiraten gemäß Scharia unzulässig.

Hidschab bedeutet: Ich bin keinesfalls lesbisch, und ein schwuler Sohn wäre mir und Allah ein Gräuel.

Bis auf Gesicht und Hände ist der gesamte Leib der Frau gemäß dem Islam Aura, Schamzone, das ist islamischer Konsens (Idschma). Hadith bei al-Tirmidhi: „Die Frau ist eine Aura, wenn sie ausgeht, kommt ihr der Teufel entgegen.“ In der in den Hidschab eingewebten Weltanschauung rücken weiblicher Körper und Iblis, Teufel im Islam, ganz dicht zusammen.

Hadith. „Mir wurde die Hölle gezeigt und … ich sah, dass die Mehrheit ihrer Bewohner Frauen sind“, al-Buchari 1052.

Hazrat Ali reported the Prophet saying: „Women have ten (‚awrat). When she gets married, the husband covers one, and when she dies the grave covers the ten.“ And according to the following Hadith, women not only have ten ‚awrat, but the woman herself is perceived as ‚awrah: „The woman is ‚awrah. When she goes outside (the house), the devil welcomes her.“

Zur Konsequenz islamischer Kleidungs- und Verhaltensnormen gehört die islamkonforme Umgestaltung letztlich der Gesamtheit von Recht und Justiz („Und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat – das sind die Ungläubigen“, Koran 5:44). Heutzutage geht es weltweit zuerst darum, auch als Lehrerin oder Richterin den Schleier tragen zu dürfen, danach um das Integrieren des islamischen Ehe- und Familienrechts, von der neunjährigen Braut bis zur Polygynie. Seit den Verträgen von Sèvres (1920) und Lausanne (1929) gilt in Griechenland die Scharia, der Mufti von Komotini beispielsweise nimmt Mädchen in Augenschein und entscheidet, ob sie alt genug sind, um zu heiraten, die Braut kann dann auch mal elf Jahre alt sein. Vor zwei Jahren hat sich der Bundestag veranlasst gesehen, zur Bekämpfung von Kinderehen das Ehemündigkeitsalter im deutschen Recht ausnahmslos auf 18 Jahre festzulegen.

the two other muftis are even less circumspect, marrying girls and boys respectively from the age of 12 upward, as allowed under Islamic law.

By Catherine Boitard (Young Muslim teens marrying in Greece with no objections) – Agence France-Presse

Überall auf der Welt, wo das Personenstandsrecht der Scharia entspricht, verliert die Frau im Falle einer Scheidung das Sorgerecht über ihre Kinder, welche Besitz des Mannes und seines Stammes bleiben.

Islamrevolutionäre Gegenkultur

In besonders strengen islamischen Milieus gelten Kleidung und gesamte Lebensweise der Nichtmuslime als sittlich geringeren Wertes und dürfen nicht nachgeahmt werden (Hadith: „Wer sie imitiert, ist einer von ihnen“). Aus der in den Hidschab gleichsam eingewebten Weltanschauung folgt, dass Bekanntenkreis, Nachbarschaft und Stadtviertel über kurz oder lang nach Kräften umzugestalten sind, hin zu der im Islam einzigen sittlich zu nennenden Lebensweise und gemäß der „einzigen Religion, die bei Allah angenommen wird“ (Koran 3:85 Übersetzung Bubenheim & Elyas: „Wer aber als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören“).

Mit Toleranz hat eine derartige, den Hidschab verharmlosende Ausstellung wenig zu tun. Ausstellungen wie Contemporary Muslim Fashions tragen vielmehr dazu bei, die zu verhindernde Aufspaltung der Bürger in Nichtmuslime und Muslime voranzutreiben, während sich Max Hollein freut:

„Es sind Entwürfe, die nicht nur als Zeichen sowohl der Modernität als auch der Kulturverbundenheit interpretiert, sondern von vielen Menschen auch verstanden werden als weitreichende Manifeste, nämlich als Ausdrucksform einer positiven, zeitgenössischen und modernen Haltung gegenüber der eigenen islamischen Kultur“.

Durch mehr und mehr schariakonforme Frauenbekleidung, „modest fashion“ bedeutet keusche, gehorsame und unterwürfige Mode, steigt der oft bereits heute auf jeder Tochter eines muslimischen Vaters lastende Druck, sich ebenfalls islamisch zu bekleiden und sich im islamischen Sinne ehrbar und züchtig zu verhalten. „Schützt die Kinder vor diesem Tuch!“ titelte Cigdem Toprak auf ZEIT ONLINE (17.04.2018). Viel stehe schließlich auf dem Spiel, sagt jeder Anhänger einer wortwörtlichen Lesart von Sure und Hadith, denn wer zu Lebzeiten das Kopftuch und die dazugehörige islamische Lebensweise schuldhaft verweigert, landet hochwahrscheinlich in Dschahannam, in der Hölle.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) hat folgende theologische Bewertung ihres Obersten Religionsrates mitgeteilt: Muslimische Frauen müssten ab Eintritt der Pubertät in Gegenwart von Männern, mit denen sie nicht verwandt seien und die zu ehelichen ihnen religionsrechtlich erlaubt sei, ihren Körper – mit Ausnahme von Gesicht, Händen und Füßen – mit Kleidung derart bedecken, dass die Konturen und Farbe des Körpers nicht zu sehen seien. Der Kopf gelte dabei als bedeckt, wenn Haare und Hals vollständig bedeckt seien. Dies sei ein nach den Hauptquellen der Rechtsfindung im Islam (Koran, Sunna, Gelehrtenkonsens und allgemeiner Übereinkunft der Gemeinden) bestimmtes religiöses Gebot definitiver Qualität. In welcher Weise die vorgeschriebene Bedeckung erfolge, sei allein die Entscheidung der muslimischen Frau. Das Tragen des Kopftuchs diene demnach ausschließlich der Erfüllung eines religiösen Gebots und habe darüber hinaus für die Trägerin weder einen symbolischen Charakter noch diene es der Bekundung nach außen.

Beschluss vom 27. Januar 2015 – 1 BvR 471/10

Selbst Religionsfreiheit hat verfassungsimmanente Grenzen. Ein Verzicht auf Grundrechte ist an strenge Voraussetzungen gebunden. Grundrechte dienen nicht nur der selbstbestimmten Freiheitsentfaltung, sondern haben eine objektive Funktion, begründen eine objektive Werteordnung, die nicht zur Disposition des einzelnen oder eines Kollektivs gestellt ist. Vorrang und Einheit der Verfassung sind Rechtsstaatsprinzipien (Art. 20 Abs. 3 GG), die für die Bundesrepublik konstitutiv sind. Zudem schützt die Ewigkeitsgarantie gemäß Art. 79 Abs. 3 GG die Grundrechte der Staatsbürger. Unsere Verfassung, das GG ist eben kein Warenhauskatalog, aus dem man nur die Artikel aussucht, die gefallen.

Deshalb ist beispielsweise für jedermann ein Verzicht auf Würde (Art. 1 GG) oder Gleichberechtigung von Mann und Frau (Art. 3 GG) verfassungswidrig (s. Übung zur Vorlesung im Öffentlichen Recht: Grundrechte und Verfassungsprozessrecht. Wiss. Mitarbeiterin Christina Schmidt-Holtmann, Universität Trier). Die Umsetzung des Fatwa „Insbesondere der Ehefrau obliegt es ihm zu gehorchen und seinen Anordnungen Folge zu leisten und dass sie das Haus nicht ohne seine Erlaubnis verlässt“ (bei al-Munajjid 125374) ist von den Bedingungen eines Grundrechtsverzichts nicht umfasst.

Ein Frauenreferat sollte nicht für modest fashions, für unterwürfige, keusche Mode werben, sondern über das gegenmoderne und frauenfeindliche Prinzip Hidschab aufklären und alle Mädchen und Frauen der Stadt Frankfurt zu einem im Sinne der universellen Menschenrechte und des deutschen Grundgesetzes selbstbestimmten Leben ermutigen.

Jeder Mensch hat das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit. Jede Frau, jeder Mann, jedes Kind hat das Recht, seine Herkunftskultur zu kritisieren oder sogar abzulehnen. Ein äquidistantes Reden über modest fashions oder muslim fashions vernachlässigt das Recht jedes Individuums auf wirkliche Wahlfreiheit und unterschlägt die Einschüchterung und Angst durch Community und religiöse Autoritäten.

Klar und eindrucksvoll beschreibt Seyran Ateş (auf Twitter am 25. März 2019) das Problem mit der züchtigen Mode und dem Hidschab auf dem Laufsteg oder im Museum: „Man kann Kopftücher anmalen, kann sie modisch designen, kann sie gekonnt in Szene setzen, kann sie aus den innovativsten Stoffen schneidern. Nur eines kann man nicht: Die Unterdrückung, für die sie stehen, wegzaubern.“

Gabi Schmidt und Edward von Roy

Seit nunmehr 40 Jahren: „ein islamisches, faschistisches Regime“

Januar 15, 2019

Auf folgenden offenen Brief von Mina Ahadi (ZdE) an Bundeskanzlerin Angela Merkel machen wir aufmerksam.

Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland (ZdE) am 6. Januar 2019

Brechen Sie die diplomatischen Beziehungen zum Folterregime im Iran ab!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

Ismail Bakhshi ist einer der populärsten Arbeiterführer im Iran. Sein Name wurde der Öffentlichkeit besonders während des großen Streiks der Arbeiter der Zuckerrohrfabrik Haft-Tappeh in den letzten Monaten bekannt. Bakhshi trat in den Vordergrund, als er als Sprecher von Tausenden Arbeitern, gerichtet an die islamische Regierung sprach und die Zahlung der Lohnrückstände der Arbeiter und die Achtung ihrer Grund- und Menschenrechte forderte.

Er verteidigte unabhängige Arbeiterorganisationen wie Gewerkschaften und Betriebsräte und forderte, das Unternehmen Haft-Tappeh den mafiösen Fängen der jetzigen Besitzer zu entreißen und dessen Privatisierung rückgängig zu machen. Er sprach von der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, von der Vernichtung vieler Arbeitsplätze und der monatelangen Nichtzahlung der Arbeitslöhne.

Das islamische Regime ließ Ismail Bakhshi und die Journalistin und Aktivistin Sepideh Gholyan verhaften. Sie wurden schließlich nach mehreren Wochen nach einer großen Protestwelle freigelassen.

Ismail Bakhshi schwieg eine Weile, aber am 4. Januar 2019 veröffentlichte er auf Instagram einen offenen Brief, in dem er auch detailliert von brutalen Folterungen der Beamten an ihm selbst und an Frau Gholyan berichtet, von Erniedrigungen, Beschimpfungen die sie ertragen mussten und von schweren körperlichen und psychischen Schäden, die ihm zugefügt wurden.

Er fragt die Regierungsverantwortlichen nach dem Grund, warum sie dies getan haben, ohne ihm die Gelegenheit zu geben, sich zu verteidigen. Er fragte zudem, warum sie ihn einfach vom Moment der Verhaftung an geschlagen und ihn drei Tage lang so gefoltert haben, dass er nicht mehr wusste wo er war und Tag und Nacht nicht mehr voneinander unterscheiden konnte. Und schließlich fordert er den Geheimdienstminister der islamischen Regierung zu einem Fernsehduell auf, um ihn zur Rede zu stellen.

Die Verbreitung dieses Briefes hat den Finger auf die chronischen und tiefgreifenden Schmerzen in der iranischen Gesellschaft gelegt und großes Aufsehen in der Bevölkerung erregt.

Jetzt rufen die Gefolterten dieses Regimes eine Kampagne aus und sprechen über die Folterungen, die sie in diesen vierzig Jahren in den Gefängnissen erlitten haben. Jetzt reden die Erniedrigten und Vergewaltigten über diese Verbrechen.

Die Familien all dieser Menschen, Ismail Bakhshi sowie die iranischen Arbeiter und alle Opfer dieses Staates erwarten von den Menschen in der Welt, dass sie sich an die Seite der Opfer stellen und gegen die Folterer Position beziehen.

Wir in Deutschland lebende Iraner, wir Menschen, die gegen die islamische Regierung protestieren, fragen Sie, wo Sie bei dieser Auseinandersetzung und diesem Kampf stehen wollen, der die iranische Gesellschaft beschäftigt. Wollen Sie immer noch den islamischen Staat Iran verteidigen und wollen Sie zu diesem erschütternden Brief schweigen, der ein neues Kräftegleichgewicht zwischen der Bevölkerung und dem islamischen Staat im Iran widerspiegelt?

Frau Merkel,

die Bevölkerung im Iran befindet sich auf heroischer, moderner und humaner Art im Kampf gegen ein islamisches, faschistisches Regime. Ein Regime, das vom ersten Tag an durch systematische Folter, Hinrichtungen und Repression am Leben erhalten wurde.

Diese Menschen kämpfen in den Fabriken und Universitäten, in Stadt und Land gegen islamische Gesetze. Frauen kämpfen gegen Zwangsverschleierung, Arbeiter für Organisations- und Streik-Freiheit und die rechtzeitige Zahlung ihrer Löhne sowie gegen Plünderung und Diebstahl öffentlicher Reichtümer durch die Regimeangehörigen. Die Familien von zum Tode Verurteilten kämpfen gegen die Todesstrafe. Und das Echo dieser Kämpfe ist sicherlich auch bis zu Ihnen und der deutschen Regierung durchgedrungen.

Wir fordern eine umfassende Revision der Politik der deutschen Regierung gegenüber der Islamischen Republik Iran und betrachten den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Regime als die beste Revision.

In diesen Tagen, in denen sich die iranische Gesellschaft mit dem Phänomen der Folter und Gegenmaßnahmen beschäftigt, möchten wir Sie auffordern, die Ismail Bakhshis zu verteidigen und die Islamische Republik Iran unverzüglich zu verurteilen.

Unterschriften: Mina Ahadi

Dieser Brief wurde bereits von 450 Personen unterschrieben.

(Auf Facebook; abgerufen am 15.01.2019; geringfügige Rechtschreibkorrekturen.)

Q u e l l e

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https://tinyurl.com/ya366ujn

Erst vergewaltigt, dann ermordet? Zahra Navidpour

Januar 12, 2019

Auf diesen offenen Brief von Mina Ahadi an Alice Schwarzer möchten wir aufmerksam machen.

Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland (ZdE)

Offener Brief an Alice Schwarzer zum Tod von Zahra Navidpour, Opfer von Vergewaltigung und MeToo-Offenlegung im Iran

Liebe Alice!

Es ist allseits bekannt, dass Du eine berühmte Feministin und die Herausgeberin von EMMA bist. Du hast auch viel über die MeToo Bewegung geschrieben und sie verteidigt. Auch hast Du den Reporterpreis an Ronan Farrow übergeben, der mutig Enthüllungen zu Weinstein gemacht hat, obwohl es für ihn lebensbedrohlich war.

Heute möchte ich zu Dir über eine 28-jährige Iranerin sprechen, die vor vier Jahren öffentlich bekanntgegeben hat, von Salman Khodadadi, einem hochrangigen Amtsträger und Mitglied des Parlaments des islamischen Regimes im Iran vergewaltigt worden zu sein.

Zahra hatte das Jurastudium absolviert. Sie stammt aus einer fanatisch religiösen Familie aus der nordwestlichen Stadt Malekan. Sie suchte Arbeit und wurde deshalb ins Büro von Khodadadi eingeladen. Bei dieser Begegnung schloss Salman Khodadadi die Tür seines Büros von innen ab und vergewaltigte Zahra. Er sagte zu ihr: „Wenn Du dies bekannt machst, werde ich Dich und auch Deine Familie töten“.

Zahra jedoch stellte sich tapfer gegen die Regierung, das Parlament und das islamische Regime sowie ihre eigene fanatische Familie, die die Veröffentlichung der Vergewaltigung als eine Schande ansah und Zahra nie verteidigt hat.

Liebe Alice,

Zahra stand indirekt mit mir in Verbindung und nun wurden mir alle Dokumente durch eine iranische Journalistin zugestellt, die direkt mit Zahra in Kontakt stand. Dokumente über alle Gespräche mit diesem Parlamentsabgeordneten und seine Drohungen ihr gegenüber, ein Geständnis der Vergewaltigung von ihm sowie den Text von Zahras Klagen bei den betreffenden Behörden der Islamischen Republik. Sogar den Schriftverkehr zwischen ihr und den höchsten Regierungsstellen, die auf ihr Vorbringen negativ reagierten und den Fall nicht weiter verfolgen wollten.

Wer ist Khodadadi? Der Abgeordnete Salman Khodadadi war früherer Generaldirektor des Informationsamtes der Stadt Ardabil und dann Kommandant der Pasdaran(Wächter)-Armee der Stadt Malekan. Er ist jetzt Abgeordneter von Malekan und Vorsitzender der Sozialausschusses im Parlament. In seiner Vergangenheit soll er sexuelle Belästigung und Vergewaltigung begangen haben. In jüngerer Zeit ist er der Vergewaltigung seiner Assistentin und einer Klientin beschuldigt worden und verbrachte wegen dieser Delikte einige Zeit in Haft. Seine Eignung zur Abgeordnetenwahl wurde in früheren Wahlperioden daher sogar zweimal zunächst abgelehnt, aber später durch die Intervention des Wächterrates doch zugelassen.

Gestern hat Zahras Familie sie beerdigt. In der Anzeige stand Fräulein Zahra Navidpour. Auch hier ist der Druck durch die Regierungstellen und den Vergewaltiger sichtbar.

Zahra hat uns gebeten, ihre Stimme der Welt zu Gehör zu bringen, falls sie getötet werden sollte.

Sie hat mich nachdrücklich gebeten, der Welt mitzuteilen, dass das Parlament, der Wächterrat, der stellvertretende Parlamentsvorsitzende Ali Motahhari, die sogenannte Teheraner Abgeordnete und Stellvertreterin Rohanis für Familie und Frauen, Parvaneh Salahshuri, dass sie alle den Vergewaltiger geschützt und Zahra gesagt haben, sie könnten nichts für sie tun.

Auch zuhause wurde Zahra von ihren Brüdern schikaniert und misshandelt, weil sie diese Sache verfolgt und öffentlich gemacht hat.

Nun bitte ich Dich erstens zu helfen, diese Nachrichten, und falls notwendig, die Dokumente, die wir haben, zu verbreiten; und zweitens, zu versuchen, eine Delegation aus Deutschland zur Untersuchung dieser Katastrophe in den Iran zu schicken. Die Zeugen vor Ort werden einer solchen Delegation helfend zur Verfügung stehen.

Freundliche Grüße

(Mina Ahadi)

Q u e l l e

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Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland | auf Facebook am 09.01.2019

https://de-de.facebook.com/pages/category/Nonprofit-Organization/Zentralrat-der-Ex-Muslime-Deutschland-486839381365629/

[ Am 06.01.2019 ist die Leiche von Zahra Navidpour nahe ihrem Elternhaus in der Stadt Malekan, Provinz Ost-Aserbaidschan, aufgefunden worden. Die Ursache für den Tod der 28-Jährigen ist bislang nicht geklärt. ]

UPDATE 14.01.2019 23:50
PETITION bei Avaaz

Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland
„Bitte unterschreiben!“

https://bit.ly/2TLJbJm

Iran: No to rape! Who killed Zahra Navidpoor?
نه به تجاوز! چه کسی زهرا نوید پور را کشت؟

Zahra Navidpoor, 28-year-old girl from the city of Malekan, Iran, who four years ago was a victim of rape by Salman Khodadadi, member of Iran’s Islamic Assembly, on her own and courageously stood up against rape. She started a movement, whose price unfortunately she paid with her life.

We have the responsibility not to let the voice of this protest to be silenced. We submit our indictment against the rape of women, which under the Islamic regime is legal and regarded as divine and in accord with the edicts of Islam. No one has the right to sexually assault women.

We the undersigned demand to know why Zahra Navidpoor died. We strongly condemn the complicity of the various departments of the Islamic Republic, from the Islamic Assembly to the Government and the Guardian Council, with the assailant Salman Khodadadi, and want all aspects of this matter revealed.

We state that the movement that Zahra Navidpoor launched should be widened so that all women who under whatever circumstances have been victims of sexual assault and rape may speak up and submit their indictments against the regime of rape and torture.

Called by:
Mina Ahadi
Shirin Najafi (Journalist and women’s rights activist)
Farideh Arman (Women’s Rights Organisation, Sweden)
Leyla Mirghaffar (women’s rights activist, Iran)
Majid Azizi (activist, Adel Abad Prison, Shiraz, Iran, supporter of the Girls of Revolution Street)

https://secure.avaaz.org/en/community_petitions/rjym_jmhwry_slmy_dr_yrn_Islamic_Republic_of_Iran_nh_bh_tjwz_chh_khsy_zhr_nwyd_pwr_r_khsht_Iran_No_to_rape_Who_killed_Zah/?ccVEihb&utm_source=sharetools&utm_medium=copy&utm_campaign=petition-656068-rjym_jmhwry_slmy_dr_yrn_Islamic_Republic_of_Iran_nh_bh_tjwz_chh_khsy_zhr_nwyd_pwr_r_khsht_Iran_No_to_rape_Who_killed_Zah&utm_term=cVEihb%2Ben

Hidschab unterdrückt: Nein zum Welt-Hidschab-Tag

Januar 10, 2019

Gerne machen wir auf eine Veranstaltung am 2. Februar 2019 in Köln aufmerksam.

Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland (ZdE)

Anti-Hidschab-Demo

Demonstration gegen den World Hijab Day

Köln am 02.02.2019

um 14.00 Uhr

Domplatte

https://www.facebook.com/486839381365629/photos/a.486847511364816/1956217494427803/

https://www.facebook.com/486839381365629/photos/a.486847511364816/1956217494427803/?type=3&theater

Weltweiter Widerstand gegen den Welt-Hidschab-Tag

Im Jahr 2013 hat eine aus Bangladesch stammende Muslima, die mit ihren Eltern als Elfjährige in die USA eingewanderte Nazma Khan, den ersten Februar zum World Hijab Day ausgerufen, zum Welthidschabtag. Seither versuchen islamische Organisationen und Staaten sowie kopftuchtragende Frauen, am ersten Februar jedes Jahres durch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen [ muslimische ebenso wie nichtmuslimische ] Frauen zu ermutigen, den Hidschab [ حجاب ḥiǧāb anglis. hijab; die islamische Kleidung der Frau ] zu tragen und globale Solidarität für den Hidschab [ und die dazugehörige, alle Lebensbereiche umfassende islamische Lebensweise, die weltweite Herrschaft Allahs ] ins Leben zu rufen.

Hidschab bedeutet, dass sich Frauen, minderjährige Mädchen und sogar weibliche Kinder bis ans Ende ihres Lebens bedecken müssen [ und aus dem für Jungen und Männer zugänglichen Raum weitgehend verdrängt werden ]. Damit werden sie wesentlicher Grundrechte beraubt [ und eine veritable Apartheid spaltet den einstigen öffentlichen Raum in Männer- und Frauenzonen ].

Nach islamischem Recht [ Scharia und Fiqh; nach „Koran und Sunna“ ] sollen Frauen nicht nur ihre Haare, sondern ihren gesamten Körper [ ggf. bis auf Hände und Gesicht ] verhüllen, um die öffentliche Ordnung nicht zu stören [ und um sich selbst und vor allem den Männern die ewige Heimkehr ins Paradies nicht zu verspielen ]. Ferner sollen sich Frauen mit dem Schleier bedecken, um die Männer nicht sexuell zu erregen. Dieser ständigen großen Einschränkung für Frauen entspricht die rechtlich herabgesetzte Position der Frau in allen islamisch geprägten Gesellschaften [ vgl. im Koran ihr halbes Erbe sowie die halbe Kraft ihrer Aussage vor Gericht ] oder Stadtvierteln. Indirekt ist der Hidschab eine Beleidigung für die jeden kultivierte Mann, der sich, nach islamischer Weltanschauung, sexuell nicht beherrschen kann, sobald er eine unverschleierte Frau auch nur erblickt. Entsprechend gilt, dass muslimische Männer Frauen missachten dürfen. Gemäß der Scharia ist eine unverschleierte Frau, die durch einen Mann misshandelt oder vergewaltigt wird, für dieses Verbrechen selbst verantwortlich. All das ist eine gegenmoderne, letztlich 1400 Jahre alte frauenfeindliche religiöse Ideologie, die im 21. Jahrhundert keinen Platz haben sollte. […]

Es ist beschämend, dass, während im Iran oder in Saudi-Arabien unzählige Frauen den Hidschab, dieses frauenverachtende Kleidungsstück wegwerfen und mutig für ihre Freiheit und gegen die islamischen Gesetze [ im Islam gottgegeben als die Scharia und menschlich anzuwenden als der Fiqh ] auf die Straße gehen, sich in Europa und Nordamerika etliche, sogar nichtmuslimische Menschen dem Aufruf Nazma Khans folgen und sich mit einer inhumanen Bewegung solidarisch erklären, angeblich, um gegen den Rassismus Position zu beziehen.

Man kann durchaus sowohl gegen den radikalen Islam als auch gegen jede Form von Diskriminierung aktiv sein und sich gerade damit für allgemeine Menschenrechte, Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie für freie Wahl der Kleidung einsetzen. Gerade um Rassismus und Rechtsradikalismus zu bekämpfen, muss man die Rechte und die Menschenwürde der Frauen, Kleidungsfreiheit und universelle Menschenrechte verteidigen und nicht islamisches Revival, Hidschab, Frauenfeindlichkeit und Frauenversklavung. [ Der Hidschab ist nur dann ein Freiheitsrecht, wenn ich ihn, auch als Muslima, ohne Angst vor Höllenqualen oder sozialer Ächtung jederzait ablegen darf. ]

Wir wollen die mutigen „Frauen der Revolutionsstraße“ im Iran verteidigen, die ihren Hidschab öffentlich abgelegt haben, wollen die Frauen in Saudi-Arabien unterstützen, die jetzt mit dem Hashtag «Hidschab unter meinen Füßen» [ « Mon niqab sous mes pieds », « Le voile sous mes pieds » vgl. #NoHijabDay #WorldNoHijabDay #FreeFromHijab #NoHijab ] gegen den Aufruf von Nazma Khan in Aktion treten. Lasst uns weltweit für alle Frauen Meetings und Solidaritätsveranstaltungen organisieren, die in so genannten islamischen Ländern gegen Kopftuch und Unterdrückung kämpfen. Wir werden an diesem Februartag weltweit aufstehen und ein Zeichen gegen den Welthidschabtag / World Hijab Day setzen.

Die Bewegung gegen den Hidschab ist eine weltweite Bewegung. Schließt Euch dieser weltweiten Bewegung an. […]

(Quelle vgl. Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE), Homepage wie Facebook. Hier etwas gekürzt sowie leicht abgeändert; eigene Ergänzungen in eckigen Klammern.)

https://exmuslime.com/widerstand-gegen-den-welt-hijab-tag-ist-die-pflicht-von-uns-allen/

https://www.facebook.com/486839381365629/photos/a.486847511364816/1953035018079384/?type=3&theater

Schweigen schützt die Täter

Januar 4, 2019

Statt Treibsand und Sumpf endlich fester Baugrund: „Ohne vorgehaltene Hand“

Deutschlands bündische Gewalt hat sich auch hinter Texten versteckt. Über zwei Weltkriege hinweg feierte oder jedenfalls verfestigte ein erheblich großer Anteil des bündischen Schrifttums die Komplizenschaft mit den Tätern sexualisierter Gewalt an Minderjährigen.

Den missbrauchsbegünstigenden Milieus und Seilschaften errichteten diese Texte unsichtbare veritable Kulissen und Paläste. Namhafte Täter waren in den, bündische Ehre herstellenden, Raum selektiver Erinnerung bestens integriert, arbeiteten in oft hoher Position für Verlage, Rundbriefe oder als Schriftleiter und waren durch den gewöhnlichen Bundesangehörigen zu verehren wie Halbgötter.

Das Gestalt gewinnende Buch von Almut Heimbach (Almi) verspricht nun das zu werden, worauf es für die Bünde endlich ankommt: eine Art Abrissbirne.

Eine schriftgewordene Wucht, welche die jugendbewegt-bündischen Traumschlösser und Zauberwald-Kulissen einreißt, sich unzweideutig auf die Seite der Opfer stellt und diesen ihre Stimme zurückgibt.

Edward von Roy am 21. April 2018

Buchankündigung „Ohne vorgehaltene Hand“

Pauschal bejahe man, wie schon tusk (Eberhard Koebel; Gründer von dj.1.11) es im Sinne des Kindeswohls sinngemäß forderte, die Trias der Sozialisation: Familie – Schule – Jugendgruppe, drei Dimensionen, die miteinander in Wechselwirkung stehen und das Heranwachsen des jungen Menschen bereichern sollen.

Im Sinne von Immanuel Kant und den Allgemeinen Menschenrechten (AEMR, Paris 1948) funktioniert diese tusksche gleichberechtigte Dreiheit aus Elternhaus, Klassenzimmer und Zeltlager nur, solange die den Lehrern oder eben Jugendgruppenleitern anvertrauten Kinder und Jugendlichen in Schule wie Jugendgruppe keine Gewalt erleben, namentlich keine sexualisierte Gewalt.

Hier hat es in Deutschland massive und spezifische Probleme gegeben: von Hans Blüher über Gustav Wyneken bis nach Rees am Niederrhein zur ajH (autonome jungenschaft Hellas), hat es gegeben von der durch den vertrauenswürdigen Paul Geheeb gegründeten, nachmalig jedoch durch Päderasten wie Gerold Becker (dortselbst 1972–1985) unterwanderten Odenwaldschule bis zum 1974 durch Alexej Stachowitsch genannt Axi gegründeten System Balduinstein.

Aber das durch Lord Baden-Powell gegründete, weltweit unterstützenswerte Scouting (Pfadfinderbewegung, gegr. Brownsea Island 1907) in Deutschland sowie die deutsche Jugendbewegung kann hoffen.

Denn ein wichtiges Buch entsteht! Am 2. Dezember 2018 veröffentlicht die freiberufliche Journalistin und Pfadfinderin Almut Heimbach:

„Liebe Pfadfinder und Jugendbewegte!

Klartext ist überfällig.

Voraussichtlich im Mai 2019 erscheint das Buch „Ohne vorgehaltene Hand“. Inhalt ist die Darstellung von Netzwerken sexuellen Missbrauchs in der deutschen Pfadfinder- und Jugendbewegung sowie begleitende Informationen zu sexuellem Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen und Schlussfolgerungen zur Prävention.

Das Buch kann hier vorbestellt werden.“

Vorbestellung OvH / Missbrauch

http://widdershoven.de/vorbestellung-ovh-missbrauch/

„Ohne vorgehaltene Hand“

http://widdershoven.de/ohne-vorgehaltene-hand/

Quelle facebook

Almut Widdershoven 2. Dezember 2018 •

https://www.facebook.com/almutwiddershoven/photos/a.424401187748491/947143182140953/?type=3&theater

Keine Solidarität mit Antisemitismus und Misogynie

Oktober 21, 2018

Mit #unteilbar frohgestimmt in die Schariarepublik

„Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!“ Dass unter den Erstunterzeichnern des Demo-Aufrufs mehrere streng an der Scharia ausgerichtete Gruppen wie der Berliner Verein Inssan oder, ebenso der Muslimbruderschaft nahestehende, Personen wie Aiman Mazyek zu finden sind, ließ die Teilnehmer der am 13. Oktober 2018 in Berlin durchgeführten Großdemonstration kalt. Weder Inssan noch der ZMD-Chef allerdings haben „Solidarität“ mit Ex-Muslimen im Sinn, leben vielmehr prima damit, dass Saudi-Arabien oder der Iran deren „Ausgrenzung“ umsetzt – bedarfsweise als Ermordung per Schwert oder Galgenstrick und Baukran.

Auf ihrer Massenveranstaltung hätten die Leithammel pardon Organisatoren der gefälligst bunten Einheitsfront aus zahllosen deutschen Organisationen wie Attac, Caritas, Diakonie, Giordano-Bruno-Stiftung beispielsweise ein paar AEMR-orientierten Menschenrechtlern oder Islamkritikern das Mikrofon reichen und anschließend, ganz nach dem Motto „Solidarität statt Ausgrenzung“, eine Resolution gegen die menschenfeindlichen und insbesondere frauenfeindlichen Schariavorbehalte in so manch einer Staatsverfassung erstellen können oder ein Manifest gegen das Menschenbild und die Rechtsfolgen der OIC-Charta entwerfen.

„Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.“ Gezielt verschweigt #unteilbar, dass die Menschenrechte auch des deutschen Grundgesetzes, diejenigen der AEMR, Paris 1948, nicht kompatibel sind mit dem Menschenrechtsbegriff der Erklärung der OIC, Kairo 1990. Gerade diese OIC-Menschenrechtspolitik aber wird durch den mitmarschierenden ZMD vertreten.

Das genaue Denken weiche der glücklichen Komplizenschaft mit Theorie und Praxis islamischer Gewalt? Für Radikale wie Maududi oder Qutb jedenfalls waren Islamherrschaft, Umma und Scharia durchaus „unteilbar“. Auch Hitlers Autorität war zwölf schreckliche deutsche Jahre lang „unteilbar“. Unteilbar ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit freiheitlich-demokratisch.

„Wir treten für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind.“ Solidarisch mit Muslimbrüdern und Teherans Mullahs? Weltweit mehr und mehr „unteilbare Menschenrechte“ im Sinne von Koran und Sunna? Wenn jemand dem Beispiel des Propheten folgt und ein sechsjähriges Mädchen (sechs Mondjahre) ehelicht und mit diesem drei Jahre später Geschlechtsverkehr hat, ist das dann für die entgrenzt Toleranten von #unteilbar Teil oder nicht Teil „vielfältiger und selbstbestimmter Lebensentwürfe“? Polygamie? Talaq? Deutsche islamische Schiedsstellen oder gleich Gerichte, die das in Allahs Rede (Koran) halbe Erbe für die Schwester durchsetzen?

Es waren 100.000 Teilnehmer oder 150.000 oder noch viel mehr – „Der Kaiser rief – und Alle, Alle kamen!“ Von Stadtgruppe bis Bundesverband, schier kein einziger organisierter Bessermensch fehlte: Attac, Caritas, CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit (unter der bei NAFISA aktiven Nina Mühe), Diakonie, Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung, Naturfreunde, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Salaam-Schalom-Initiative, terre des hommes, ver.di Jugend, VVN-BdA – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, … wer in diesem harmonischen Gleichschritt nicht mitmarschiert, muss ja wohl ein ganz Schlimmer sein. Vorneweg der durch die globale Muslimbruderschaft (deutscher Zweig: IGD) gesteuerte ZMD unter Chef Aiman Mazyek.

Zu den weiteren Unterzeichnern des #unteilbar-Aufrufs gehören drei Personen eines Internationalistischen Bündnisses. Bei diesem Bündnis tönte es in Berlin am 13.10.2018: „Es lebe der Befreiungskampf des palästinensischen Volkes“. Einer dieser Unterzeichner ist MLPD-Funktionär, ein anderer kandidierte für dieselbe Partei fünf Jahre lang für den Bundestag. Auch Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD, sprach dort in Berlin. Das Internationalistische Bündnis gab zwei Rednern die Bühne, die zum Boykott Israels aufriefen sowie zum Weiterkämpfen „bis zur Befreiung von ganz Palästina 48 und bis zur Erschaffung eines Staates, wo alle Menschen gleichberechtigt in Frieden leben werden“. Nicht einmal die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder von HAMAS und FATAH ist in Sicht, Augenhöhe mit Juden höchst unwahrscheinlich. „Frieden“ also nur bei Vernichtung des jüdischen Staates und Vertreibung der Juden, das ist die „Befreiung von ganz Palästina 48“.

Der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) Michael Schmidt-Salomon verteidigt das Mitmarschieren der gbs: „Hätten wir die Teilnahme an der Demo abgesagt, so hätten wir dem Zentralrat der Muslime bei einer der größten Demos der Nachkriegszeit das Feld überlassen.“ Den Gegnern der freiheitlichen Demokratie und der universellen Menschenrechte das Feld nicht überlassen zu wollen, ist richtig. Doch das reicht nicht aus, wenn man sich nicht eindeutig gegen die authentisch islamische Muslimbruderschaft und die tausend Jahre alte Scharia positioniert – und zwar in Berlin, an diesem 13. Oktober, nicht dürr und elf Jahre eher bei Gründung des Zentralrates der Ex-Muslime (ZdE).

Die proislamische Heerschau ist vorbei, die unter den Erstunterzeichnern befindlichen Islamschönfärberinnen Ferda Artaman, Kübra Gümüşay und Fereshta Ludin sind zufrieden.

Wofür eigentlich wurde derart „unteilbar“ durch Berlin marschiert? Für die weltweit durchzusetzenden, unteilbaren Menschenrechte im Sinne der AEMR jedenfalls nicht.

Jacques Auvergne

DEN KOPF FREI HABEN!

Juli 28, 2018

Dieses Blog macht auf eine Petition aufmerksam, mit der Terre des Femmes (TdF) sich für ein Verbot des Hidschab im öffentlichen Raum und vor allem in Schule und Kindergarten einsetzt.

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Petition · DEN KOPF FREI HABEN! · Change.org

https://www.change.org/p/petition-den-kopf-frei-haben

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DEN KOPF FREI HABEN!

Jedes Kind hat das Recht auf Kindheit – laut UN-Kinderrechtskonvention gelten alle Personen unter 18 Jahren als Kinder.

Aus diesem Grund fordern wir ein Verbot der Mädchenverschleierung bis zum Erreichen der Volljährigkeit. Die Frühverschleierung konditioniert Mädchen in einem Ausmaß, dass sie das Kopftuch später nicht mehr ablegen können. Heranwachsende stehen nicht selten bis zur Volljährigkeit in finanzieller und rechtlicher Abhängigkeit vom Elternhaus. Zudem unterliegen „Teenager“ einem starken Einfluss durch ihr soziales Umfeld und ihre Altersgruppe, den „Peergroups“. Uns geht es um den Schutz der Rechte der Mädchen und ihrer freien, selbstbestimmten Entfaltung in der Gesamtgesellschaft.

Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, in Deutschland ein gesetzliches Verbot des Kopftuchs bei Minderjährigen vor allem in Bildungsinstitutionen umzusetzen.

https://www.frauenrechte.de/online/themen-und-aktionen/gleichberechtigung-und-integration/kinderkopftuch

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TERRE DES FEMMES-Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ für ein gesetzliches Verbot der Mädchenverschleierung bis zum Erreichen der Volljährigkeit, damit sich Mädchen gleichberechtigt entwickeln können.

_ttps://www.facebook.com/terre.des.femmes/posts/unterst%C3%BCtzen-sie-unsere-petition:-%22den/2189927684369968/

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Die Verschleierung von Mädchen aller Altersstufen – ein zunehmendes Phänomen in vielen Schulen und sogar in Kindergärten – steht für eine Diskriminierung und Sexualisierung von Minderjährigen.

Deshalb fordert TERRE DES FEMMES ein gesetzliches Verbot des sogenannten „Kinderkopftuchs“ im öffentlichen Raum vor allem in Ausbildungsinstitutionen für alle minderjährigen Mädchen. Wir wollen, dass Mädchen ohne Kopftuch und ohne Vollverschleierung groß werden – bei uns und anderswo.

https://www.frauenrechte.de/online/aktivwerden/petitionen-unterstuetzen

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Pressekonferenz zum 10. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt am 13.06.2018

Juni 17, 2018

„Für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland.“ Das Schweigen der Ferda Ataman zum Islamischen Recht (Scharia)

Abschluss-Pressekonferenz u. a. mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Annette Widmann-Mauz (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration) und Ferda Ataman. Islamkritische Betrachtung der Rede der Ferda Ataman (phoenix min 11:36 bis 18:00) von Jacques Auvergne.

Berlin, Bundeskanzleramt. Pressekonferenz. Merkel: „Der Gipfel ist, mit dem zehnten Mal, dass er stattfindet, ein etabliertes Format, … es geht um die Frage des Zusammenhalts in der Gesellschaft, um Werte, die uns einen … die gleichen Chancen auf Teilhabe … das gemeinsame Verständnis des Zusammenlebens … wir wollen ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland sein. (…) Deswegen ist es wichtig, dass wir … den Nationalen Integrationsplan weiterentwickeln“, aalglatt mogelt sich Dr. Angela Merkel durch: kein kritisches Wort zur Scharia. Der Elephant in the room namens Islam kann weiter vorwärts streben und der Umma den Weg bahnen in Richtung eines (rechts)parallelen deutschen Staates.[1]

Deutscher Integrationsgipfel. Als Integrationsgipfel werden die seit 2006 im Berliner Kanzleramt stattfindenden Konferenzen von Vertretern aus Politik, Medien, Migrantenverbänden sowie Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Sportverbänden bezeichnet, die dazu dienen, Integrationsprobleme der Einwanderer („Zuwanderer“) in der Bundesrepublik Deutschland intensiv zu diskutieren. Auslöser für die Konferenzserie waren unter anderem die Ergebnisse der PISA-Studien zu Erfolg bzw. vielmehr Misserfolg im deutschen Bildungssystem, die den Bedarf zeigten, Einwanderer in Deutschland erfolgreicher zu integrieren. PISA sind internationale Schulleistungsuntersuchungen der OECD, die seit dem Jahr 2000 in dreijährlichem Turnus stattfinden.

Berlin im Juni 2018. Der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst Seehofer war ferngeblieben – wegen der Aussagen von Ferda Ataman. Atamans Artikel (Deutschland, Heimat der Weltoffenheit) lässt sich bei der zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit von Scharia und Fiqh notorisch schweigenden Amadeu Antonio Stiftung online lesen. Als aktueller Leitartikel der Stiftungszeitung Ermutigen wurde der Text („nun wird mir signalisiert, dass Einwanderung die Deutschen nachhaltig verstört und sie deshalb unter Heimatsehnsucht leiden“, „Blut und Boden-Trigger“) u. a. der taz beigelegt. Sich selbst oder jedenfalls seinen Begriff von Heimat sieht Seehofer durch Ataman in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt, was die Journalistin allerdings abstreitet. [2]

Ataman: Das Heimatministerium ist vor allem Symbolpolitik für potenzielle rechte Wähler. Der Name suggeriert, dass von nun an eine Bundesbehörde über Leitkultur und Zugehörigkeit befinden kann. Seehofers erste Amtshandlung bestand darin zu sagen: »Der Islam gehört nicht zu Deutschland.«

Die 1979 in Stuttgart geborene, heute in Berlin lebende Ferda Ataman studierte Politikwissenschaft in Berlin, bevor sie für Armin Laschet (CDU), damals nordrhein-westfälischer Integrationsminister, Reden schrieb. 2007 ging sie nach Berlin – zunächst zur Berliner Journalistenschule. Ferda Ataman gehörte zu den Teilnehmern der ersten Phase der Deutschen Islamkonferenz (DIK 2006-2009). Ab 2010 war sie Leiterin des Referats Öffentlichkeitsarbeit bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Journalistisch arbeitete Ataman für Spiegel Online, Der Tagesspiegel und Deutschlandradio Kultur. Seit 2017 ist sie Sprecherin der in Berlin ansässigen NDO · Neue Deutsche Organisationen. Ebenfalls ist die „Politikwissenschaftlerin und Journalistin“, Zitat NDO, zweite Vorsitzende im 2009 gegründeten Verein Neue Deutsche Medienmacher, ein dortiger Beirat ist Daniel Bax, eine Initiative, die leider nicht wie geboten für mehr in Funk und Presse erscheinende Kritik an Mullahs und Muslimbrüdern kämpft oder wenigstens gegen islamische weibliche Genitalverstümmelung, Zwang zum Hidschab, Kinderehen oder Polygamie, sondern für „mehr Vielfalt in den Medien“. Erste Vorsitzende des Vereins Neue Deutsche Medienmacher ist seit 2014 Sheila Mysorekar. Auf Einladung der Bundeskanzlerin nahmen Mysorekar und ihre Vorgängerin Marjan Parvand seit 2009 an jedem Deutschen Integrationsgipfel teil.[3]

„Berichterstattung ohne Vorurteile: Journalisten-Handbuch zum Thema Islam“ – die NDO loben das islambeschwichtigende Flickwerk von Werner Schiffauer, Daniel Bax et al., das optimal geeignet sei, gegen die – angeblich – zum Islam desinformierte jedenfalls desinformierende deutsche Alltagssprache („Vorurteile und Unwissenheit“) immun zu machen und endlich islamsensibel berichten zu können anhand von „präzisem und übersichtlichem Grundlagenwissen“.[4]

Deutschland leide an einem weit fortgeschrittenen Zerreißen („Spaltung“), einer Gefahr, der man als Migrant oder auch Postmigrant durch Sichtbarwerden und engagiertes Mitmachen begegnen will. Warum sollten Migranten auf Dauer eine exotische Spezies sein, so wie Halsbandsittich oder Waschbär? Ist Ataman für oder gegen den wichtigen Grundsatz One Law For All, für oder gegen das jeden Bürger gleich behandelnde Recht?

Die NDO fordern Fairness ein, faire Chancen, so weit so nachvollziehbar. „Über uns“, „Was wir wollen“:

„Die ndo verstehen sich als Interessensvertretung von postmigrantischen Initiativen und wollen der Spaltung der Gesellschaft etwas entgegensetzen. Wir streiten für mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit.“

Leider schweigen die NDO dazu, dass Deutschlands muslimische Mädchen oder auch Roma-Mädchen nicht in allgemein zugängliche Jugendverbände oder Sportvereine gehen dürfen, vielmehr zum Abbrechen der Schule und zur Heirat mit einem Mann gedrängt werden, der der Familie genehm ist.

„Sichtbarkeit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit“, das, so dürfen wir unterstellen, ruft unter anderem nach der Sichtbarwerdung des Hidschab im Arbeitsleben, ob im Bildungssektor oder Justizbetrieb. Dass Töchter muslimischer Eltern ab der Pubertät den (oft verharmlosend Kopftuch genannten) islamisch vorgeschriebenen Schleier tragen müssen, erregt bei Ferda Ataman keinen hörbaren Widerspruch.

Just die islamische Kleidung aber bewirkt Zerreißen („Spaltung“) der Gesellschaft. Der Hidschab spaltet in achtbare, glaubensgehorsame Mädchen und verführerische Schlampen. Die Bedeckung definiert die Spezies Frau als geborenes Mangelwesen (angeborene Haare) und als, schlimmstenfalls frei umherlaufendes, Sicherheitsrisiko, das, damit die Männer nicht vom rechten Weg abgebracht werden, besser tief im Hause verborgen zu halten ist. Das Kopftuch signalisiert: „ich habe einen selbstredend maskulinen Besitzer und die Umma strebe nach globaler Durchsetzung der jeden Lebensbereich prägenden rechten (islamischen) Verhaltensweise.“ Dass in der erst einmal errichteten Herrschaft Allahs für Frauen und Nichtmuslime keine Gleichberechtigung und Fairness („Chancengerechtigkeit“) möglich ist, scheint die NDO-Sprecherin nicht zu stören.

Sicherlich muss in Schule und Beruf viel für eine erfolgreiche Integration getan werden. Doch statt von allen Schülern und, in der Tat, auch allen Lehrern überprüfbare Leistung zu fordern, unterstellen die NDO Deutschlands Pädagogen systematisches Wegsehen wenn nicht gar täglichen Rassismus beim Lehren und Notenvergeben „Es kann nicht sein, dass Kinder of Color und Schwarze Kinder schlechtere Noten bekommen.“

„Zu einer modernen Einwanderungsgesellschaft gehört ein reformiertes Bildungssystem“ – warum erfolgt kein sinngemäßer Aufruf der NDO an die Color-Kinder-Eltern oder afrodeutschen Communities: schämt ihr euch nicht, dass eure Sprösslinge hinter dem deutschen Mittelfeld meistens zurückbleiben? Was beispielsweise man Deutschlands Lehrern in den letzten Jahren tatsächlich hätte vorwerfen müssen, ist, dass Roma-Kinder den Weg zu Schule oft gar nicht erst gefunden haben.

Der Begriff Children of Color stammt aus dem amerikanischen Englischen (people of color, persons of color; POC). Sicherlich sollte der Anteil der Afro-Deutschen mit Universitätsabschluss, auch derjenige der Sinti oder Roma, baldmöglichst ihrem Bevölkerungsanteil entsprechen. Doch soll ein deutschstämmiger oder jedenfalls verdächtig hellhäutiger Lehrer Angst haben, einem etwas stärker pigmentierten oder schwarzhäutigen Kind in Englisch oder Mathe die wohlverdiente Fünf oder Sechs zu verpassen?

Neue Deutsche Organisationen …, Neue Deutsche. Mogelt das Anhänger der Muslimbruderschaft und andere Strategen der Bewegung für immer mehr Schariagesetz hinein in den Kreis von Ruhrpottpolen, Niederschlesiern, jugoslawischen oder sonstigen mediterranen Gastarbeitern sowie deutschen Tagespendlern von oder nach BeNeLux? Flamenco und Klezmer, Spaghetti und Döner, jetzt eben ggf. zusätzlich die irgendwie exotisch bleibende Spezies der Neuen Deutschen?

Drückt die unverdrossene Rede über Deutschlands Neue Deutsche jeden künftigen – muffig altdeutschen? – Kritiker am Konzept des Neudeutschen prophylaktisch in die Schmuddelecke des Rassismus oder jedenfalls des Unbotmäßigen, zu Überwindenden, merkwürdigerweise unter Verzicht eines Bekenntnisses von Ferda Ataman zu den Allgemeinen Menschenrechten (AEMR)?

Von den irgendwie minderwertigen Alten Deutschen nicht minder als von den Kindern und Enkeln der Neudeutschen hat der einerseits an Gewicht gewinnende, andererseits einstweilen unsichtbar bleibende Elefant namens Scharia oder Islam von nun an demütig umkreist zu werden? Ob aus Frau Atamans Sicht unter der Spezies der Neuen Deutschen auch Platz ist für Islamkritiker oder deutsche Ex-Muslime?

Pressekonferenz zum 10. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt am 13.06.2018

YouTube PHOENIX 8dldTHBHPnA

In Auszügen ab min 11:36 nach dem gesprochenen Wort.

Sehr geehrte Damen und Herren, mein Name ist Ferda Ataman, ich bin Sprecherin der Neuen Deutschen Organisationen.

Wir sind ein bundesweites Netzwerk von 100 Initiativen und engagieren uns für ein weltoffenes Deutschland, für ein gerechtes Bildungssystem und gegen Rassismus.

Wir sind die Bindestrich-Deutschen – die mit dem Migrations-Extra in der Statistik – unsere Eltern sind mal, früher, als Arbeitsmigranten oder Flüchtlinge eingewandert – bei vielen ist es aber auch so, dass sie vor vielen Generationen kamen: Afro-Deutsche – Sinti und Roma – die haben in der Statistik noch nicht einmal den Migrationshintergrund.

Wir nennen uns ganz bewusst Neue Deutsche Organisationen – weil wir von hier sind.

Beim Gipfel haben wir heute über die Themen Heimat, Werte und Zusammenhalt gesprochen – dazu würde ich gerne ein paar Anmerkungen machen.

„Heimat, Werte und Zusammenhalt“, allen Ernstes dazu also hat man sich bei der „Wir schaffen das“-Kanzlerin getroffen.[5]

Heimat? Augenblicke beglückenden Beheimatetseins möglicherweise selbst als Erwachsener. Als Kleinkind, Kind oder Jugendlicher seine Umgebung, eben seine Heimat entdecken: Spielzimmer, Elternhaus, Garten, Straßenblock, Stadtviertel und nahes Stadtumland. Vielleicht ein Heimatverlust durch Auswanderung, durch Vertreibung und Flucht oder durch Deportation, vielleicht eine anschließende Heimatsuche. Durchaus, über Heimat sollte der einzelne von Zeit zu Zeit nachdenken. Ein Staatsprogramm oder Ministerium dieses Namens ist entbehrlich.

Werte? Seichtes Gerede. Fordern wir Rechtssicherheit.

Schließlich Zusammenhalt? Mit den frommen Parteigängern der Vielweiberei oder der Verheiratung neunjähriger Mädchen? Zusammenhalt mit Kalifatsbewegten, mit Chomeini-Getreuen oder Muslimbrüdern? Nein danke.

Wir reden viel über Migration und Integration in Deutschland – und meinen damit aber nur eine kleine Gruppe von Menschen, die in den letzten Jahren zu uns als Flüchtlinge kamen.

Das Thema Migration betrifft nicht nur eine Randgruppe – es betrifft sehr viele Menschen in Deutschland.

Anders als Stadtstreicher oder Straßenkinder gehören Flüchtlinge bzw. Asylbewerber nicht zu den den Sozialen Randgruppen. Sicherlich hat Ataman gemeint: Migranten bilden keine zahlenmäßig vernachlässigbar kleine Gruppe.

Jedes dritte Kind lebt in einer Einwandererfamilie – und das ist konservativ gezählt.

Unser Land ist, war es schon immer, und nicht erst seit 2015, von Einwanderung geprägt

… aber ja, die Ruhrpottpolen, Niederschlesier, jugoslawischen oder sonstigen mediterranen Gastarbeiter und deren Kinder und Enkelkinder, die Russlanddeutschen …

Die deutsche Gesellschaft ist längst eine Einwanderungsgesellschaft. Deswegen begegnet einem Vielfalt überall, auch einem FDP-Politiker beim Warten in der Bäckerschlange.

Für alle, die es noch mal zum Mitschreiben brauchen.

Man kann neu zugewanderte Flüchtlinge nicht am Aussehen erkennen – genau so wenig, wie man Deutsche am Aussehen erkennen kann. Eine Einteilung in Deutsche und Migranten funktioniert nicht mehr. Worauf ich hinaus will: Wenn jetzt vor Überfremdungsängsten in der deutschen Bevölkerung gewarnt wird, dann grenzt das, gerade, sehr viele Menschen aus, die Deutschland als ihre Heimat verstehen.

Noch einmal: das ist auch unsere Heimat.

Was wir deswegen brauchen, ist ein klares Bekenntnis der Politik, dazu, dass Vielfalt eine Tatsache ist – und das es vor allem nicht politisch verhandelbar ist.

In diesem Sinne verstehe ich den Integrationsgipfel, der jetzt eben (…) zum zehnten Mal (…) Tradition hat (…)

Dieses Bekenntnis, dass wir dazu gehören, könnte auch im Grundgesetz stehen, es könnte in einem anderen Gesetz stehen, aber wir hätten es inzwischen gerne schwarz auf weiß.

Antrag abgelehnt, das GG reicht aus. Da steht Mensch in Art 1, da steht Frau in Art 3 GG – in der demokratiefeindlichen und frauenfeindlichen Kairoer Menschenrechtserklärung (1990) folgt aus Nichtmuslim oder Frau allerdings die Herabwürdigung und Entrechtung. Möchten Ferda Ataman und ihre NDO mit einem Trojanischen Pferd namens Vielfalt die frauenfeindlichen und Nichtmuslime diskriminierenden Verhaltensweisen und Gesetze der Scharia hereinschmuggeln, erst in den deutschen Diskurs und dann ins Gesetz („schwarz auf weiß“)? Mit Polygamie, islamischer Kinderehe wie in Griechenland, Chitan al-inath (Islamic FGM)? Eine solche „Vielfalt“ braucht Deutschland allerdings nicht.

Die Wertedebatte, die wir seit einiger Zeit führen, bereitet uns große Bauchschmerzen.

Dann beenden wir sie doch endlich, die Schwätzerei über Werte. Jedem ernsthaften Bürgerrechtler geht es, der Name sagt es doch, gerade nicht um hübsche Fernziele („Werte“), sondern um Rechte. Nur Rechte sind einklagbar, Werte jedoch, auch wenn sie jemandem einleuchten oder der Mehrheit hübsch funkeln, unerreichbar wie Sterne am Himmel. Unsere allgemeinen Menschenrechte und deutschen Grundrechte stehen auch gar nicht zur Debatte. Insbesondere besteht kein Anlass, AEMR und GG einzuschränken, um dem nach Alleinherrschaft strebenden Islamischen Recht, um der totalitären Scharia Platz zu schaffen.

Denn wenn gesagt wird, dass Flüchtlinge Wertekurse brauchen, dann unterstellt man, dass Migranten per se nicht die richtigen Werte hätten

Massenhaftes Erniedrigen, sexualisiertes Quälen und in Todesangst Versetzen von Frauen in der Kölner Sylvesternacht, an vielen deutschen Orten Vergewaltigungen an Frauen und Kindern bzw. Vergewaltigungen und Morde, Messerangriffe in vielen Städten, dann bereits seit dem Mord an Hatun Sürücü die nicht abreißende Kette der Ehrenmorde, war da nicht was, Frau Ataman?

Ist die Sozialisation von Jungen und Männern textgetreu nach Koran und Sunna nicht vielleicht doch ein klitzekleines „Werte“-Problem?

Wenn jetzt darauf gepocht wird, dass sich Muslime an die Verfassung halten sollen, dann unterstellt das, dass die große Mehrheit das nicht tut – tut sie aber.

Nicht die Koranleser, die korankonformen Gesetze sind das Problem. Ferda Ataman kann wissen, dass ein Muslim, der sich jederzeit an Sure und Hadith hält, gegen die Verfassung verstößt: er muss verhindern, dass seine Tochter einen Christen oder Atheisten heiratet oder überhaupt mit einem Jungen flirtet, von lesbischer Lebensweise nicht zu reden, er darf als Wali mudschbir (Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang) seine jungfräuliche Tochter in die Ehe zwingen, er hat sie als sunnitischer Schafiit oder schiitischer Bohra beschneiden d. h. genital verstümmeln zu lassen.

Man mag es bedauern, aber einen Islam, der auf die Entrechtung der Frau sowie auf die letztliche Beseitigung alles Nichtislamischen verzichtet, gibt es noch nicht, jedenfalls ist er noch nicht als Islamverband organisierbar.

Sicherlich gibt es säkulare Muslime, doch ein schriftgläubiger, anders gesagt ein islamkonsequenter Muslim hat alles zu tun, um die menschengemachten Gesetze niederzureißen und an ihrer Stelle Allahs Recht zur Geltung zu bringen.

Fürs Protokoll:

Einwanderer … halten sich an die Gesetze – und brauchen nicht pauschal Nachhilfeunterricht in Wertekunde.

Ob Einwanderer oder nicht, der freiheitliche Demokrat erspare sich das Geplapper über Werte, fordere vielmehr die Gleichberechtigung von Mann und Frau und setze diesen Standard durch (in Deutschland Staatsziel). Mit der authentischen Scharia ist das nicht zu machen.

Aber so zu tun, als hinge die Zukunft unseres Landes an dieser Frage, ist Quatsch.

Freiheitliche Demokratie oder Islamsystem (Nizam islami; Allahs Hakimiyya), genau an dieser Frage entscheidet sich die Zukunft jedes Landes der Welt.

auch das exklusive Wir in unserer Sprache macht uns zur Zeit? Sorge (…)

Wenn Politiker heute von Heimat sprechen …

wenn sie … unsere Kultur sagen (…), tun sie das … in einem Rahmen … der uns ausgrenzt

Wir erleben gerade eine massive Diskursverschiebung in Deutschland (…)

Frauen berichten davon, dass ihnen das Kopftuch abgerissen wird, Männer davon, dass sie noch öfter als früher an Hauptbahnhöfen ohne Anlass kontrolliert werden, unsere Postfächer quellen über vor Hass und Beschimpfungen, unsere Bürotüren und Gebetshäuser werden beschmiert und einige von uns erhalten Morddrohungen.

Ich mach`s kurz:

wir fühlen uns in diesem Land manchmal nicht mehr sicher – in unserem Land. Wenn die Politik die Ängste und Sorgen der Bürger ernst nehmen möchte, dann soll sie das bitte tun – von allen Bürgern.

Die verständnisvollen Debatten darüber, ob sich Deutsche inzwischen fremd im eigenen Land fühlen, wie sie auch von Medien so gern aufgegriffen werden, gießen Öl in dieses Feuer.

Eine Heimatpolitik als Antwort auf Überfremdungsängste wäre fatal. Sollte es dazu kommen, wird das unser Land weiter spalten.

Denn in diesem Kontext ist Deutschland nur eine Heimat derer, die zuerst hier waren und also auch bestimmte Vorrechte haben – dass nur deutsch wäre, wer von Deutschen abstammt –, davon hatten wir uns eigentlich verabschiedet.

Die Diskussion um Heimat ist auch eine Chance, und deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass das dieses Mal Thema war.

Was wir jetzt brauchen, sind selbstbewusste Politikerinnen und Politiker, die im aktuellen Diskurs klarstellen, dass Deutschland die Heimat der Vielen ist, nicht der Völkischen. Dass wir, die Migranten und deren Nachkommen, dazugehören – und dass das auch unsere Heimat ist.

Völkisch transportiert einen rassistisch verstandenen Begriff von Volk und beinhaltet insbesondere auch Antisemitismus.

Einfach das Grundgesetz lesen, etwa in Artikel 3, eine Idee vom Arier ist mit dem GG zum Glück jedes Menschen im heutigen Deutschland nicht möglich.

Art 3 (3) „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Die Heimatdebatte bietet die Chance, an einem positiven Selbstbild zu arbeiten.

Ohne Islamfreundlichkeit kein „positives Selbstbild“? Ist Islamkritik negativ, gemeinschaftsschädlich und daher gesellschaftlich zu ächten?

Auch der Freund der Schariagesetze soll unbegrenzt Heimatglück spüren dürfen?

Ein durch den männlichen „Neuen Deutschen“ erarbeitetes optimistisches Wohlgefühl angesichts der zwei verschleierten Ehefrauen, die das Haus nicht verlassen dürfen?

Und wir Menschen mit transnationalen Erfahrungen könnten dabei der Schlüssel sein. Wir könnten eine Brücke zwischen den Alten und den Neuen bilden.

Eine Brücke zwischen Altdeutschland und Neudeutschland, zwischen FdGO und Kalifat?

Man muss nur mit uns reden – und uns einbeziehen. So, wie es beim Nationalen Integrationsgipfel seit zehn Jahren passiert.

Wir haben – als 50 Migrantenorganisationen etwa –, ein Positionspapier gemacht, dass ich Ihnen mitbringen durfte, und da stehen auch die ganz konkreten Forderungen drin, die wir haben:

• mehr Sichtbarkeit

• wir wollen Teilhabe

• wir wollen ein besseres Antidiskriminierungsgesetz und

• mehr Schutz für uns

… ich lege das jetzt mal hier hin (…)

Wir begrüßen, dass wir den Nationalen Aktionsplan Integration aufnehmen wollen, wiederaufnehmen wollen, wir verstehen das auch ein bisschen als einen Masterplan Integration – und freuen uns, wenn wir über diese Themen wieder hin zur Teilhabe und weg von der Ausgrenzungspolitik kommen, über die wir im Moment sehr viel gesprochen haben.

Vielen Dank.

Soweit Ferda Ataman.

Neue Deutsche Organisationen, Neue Deutsche, wir wollten darauf zurückkommen.

Den NDO und ihrer Sprecherin kann die Unvereinbarkeit von Islam und GG eigentlich nicht verborgen geblieben sein.

Muss der Begriff Neue Deutsche, der manchen an Angela Merkels Gegrübel erinnern dürfte über „diejenigen, die schon länger hier leben“ im Kontrast zu denjenigen „die neu dazugekommen sind“, denn nicht die zu erschließenden Alten Deutschen beschämen?

Ist der Begriff Neue Deutsche, geschickt Muslime, Afrikaner, Juden und Zigeuner zu einer unantastbaren Kaste zusammenschnürend, vielleicht nur erfunden worden, um die Rede über das weltweite Demokratieproblem Nummer Eins – den Islam – zu verunmöglichen?

In betrachteter Pressekonferenz (Phoenix bei YouTube) fragt Dr. Angela Merkel (min 20) über Deutschland uns seine Bürger: „was hält uns zusammen“.

Nun, ist es die Lebensweise in Literalität zu Sure und Hadith, Frau Bundeskanzlerin, die uns zusammenhält, ist erst eine grenzenlose deutsche Toleranz gegenüber der Scharia der Garant für gelingendes Zusammenleben?

Erst am 06.06.2018 und im Beisein von Soziologin Dr. Necla Kelek (Terre des Femmes) brachte Dhimmi-Konditioniererin Maischberger (Die Islamdebatte: Wo endet die Toleranz? | 21:45 Uhr Das Erste) eine einstündige islambezogene Diskussion, ohne dass definiert oder auch nur angesprochen wurde, was Islamisches Recht (Scharia und Fiqh; Islam) eigentlich ist, was die sorgfältige Lebensweise nach der Scharia für Juden, Christen, Hindus, Buddhisten, Bahai und Ex-Muslime zwangsläufig bedeutet und welche Entwürdigung, Entrechtung jeder Frau, nicht zuletzt der muslimischen Frau, mit der Frömmigkeit, Lebensweise und Gesellschaftsform nach Koran und Sunna auf Erden verbunden ist, um für heute nur einmal noch von Hidschab (Zwangsverschleierung) und Chitan al-inath (Islamic FGM) zu reden.

Selbstverständlich ist es nicht hinzunehmen, dass einer Frau, bei uns oder irgendwo auf der Welt, von einem Muslimfeind das Tuch vom Kopf gerissen wird.

Bislang lässt auch die ein bisschen über deutsche Muslime und über das Kopftuch redende Ferda Ataman keine Bereitschaft erkennen, zwischen der totalitären Scharia und den Angehörigen der muslimischen Weltgemeinschaft zu differenzieren. So aber erklärt man, beiläufig, vielleicht ja versehentlich, die Muslime unter den „Neuen Deutschen“ sowie die ethnisch deutschen Islamkonvertiten als schariagehorsam und schariapflichtig, statt sie zu einer Abkehr vom wortwörtlichen Verständnis der autoritativen religiösen Texte zu ermutigen, zur Abkehr auch von der durch die OIC bekundeten schariakonformen Menschenrechtserklärung (Kairo 1990), zur Hinwendung zu den universellen Menschenrechten (Paris 1948).

10. Integrationsgipfel: Für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland. Nein Frau Ataman, nicht der vielleicht vor den iranischen oder saudi-arabischen Schariagesetzen zu uns geflohene Einwanderer, noch nicht einmal pauschal der Muslim, der Islam ist das Problem. Sprechen Sie das Problem endlich an.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Der Elefant im Raum ist eine aus dem angelsächsischen Sprachraum stammende Metapher („elephant in the room“), die seit der Jahrtausendwende auch im deutschen Sprachraum an Popularität gewonnen hat. Der Anglizismus bezeichnet ein offensichtliches Problem, das zwar im Raum steht, aber dennoch von den Anwesenden nicht angesprochen wird. [Der diensthabende unsichtbare Elefant im Deutschen Bundestag hört auf den Namen al-Islam …, die Unverträglichkeit von Scharia und universellen Menschenrechten, die tausendfache Kollision von Islam und GG darf im Plenum einfach nicht zur Sprache kommen.]

Die Gründe für das Schweigen können vielfältiger Natur sein, beispielsweise die Angst vor persönlichen Nachteilen und Repressalien oder die Furcht, jemanden (womöglich direkt Anwesenden) zu verletzen, ein Tabu zu brechen oder die ungeschriebenen Regeln politischer Korrektheit zu missachten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Elefant_im_Raum

فيل في الغرفة

Fīl fī l-ġurfa

Fil fi al-ghurfa

https://ar.wikipedia.org/wiki/%D9%81%D9%8A%D9%84_%D9%81%D9%8A_%D8%A7%D9%84%D8%BA%D8%B1%D9%81%D8%A9

[2] 2018 wurde das dritte Heimatministerium eingerichtet, es gab schon eins in Bayern und Nordrhein-Westfalen und nun auch im Bund. Nur was kann so ein Ministerium tun? Bei Minister Horst Seehofer soll es nach dem bayerischen Vorbild inhaltlich um abgehängte ländliche Regionen gehen: Finanzhilfen für strukturschwache Räume, Behördenverlagerungen, mehr Universitäten auf dem flachen Land. Aber machen wir uns nichts vor. Das Heimatministerium ist vor allem Symbolpolitik für potenzielle rechte Wähler. Der Name suggeriert, dass von nun an eine Bundesbehörde über Leitkultur und Zugehörigkeit befinden kann. Seehofers erste Amtshandlung bestand darin zu sagen: »Der Islam gehört nicht zu Deutschland.«

(Deutschland, Heimat der Weltoffenheit | Von Ferda Ataman | Zeitung ERMUTIGEN Nr. 20 | Amadeu Antonio Stiftung im Mai 2018)

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/zeitung-ermutigen/ermutigen_20.pdf

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ | WELT am 15.03.2018

https://www.welt.de/politik/deutschland/article174603526/Horst-Seehofer-Der-Islam-gehoert-nicht-zu-Deutschland.html

„Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt“ – Dieser Ausspruch von Horst Seehofer gegenüber der „Bild“-Zeitung sorgte für einen Aufschrei durch Deutschland. Zu Deutschland, so Seehofer, gehörten der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten.Gleichzeitig sagte er: „Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben“.

(domradio)

https://www.domradio.de/themen/islam-und-kirche/2018-04-07/philosoph-zur-aktuellen-debatte-ob-der-islam-zu-deutschland-gehoert

Teufelsaustreibung im Netz | (Wer sich vom Islam bedroht fühlt, der ist ein Rassist. Das erklärt die Evangelische Kirche und will gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung das Netz reinigen. Dahinter verbirgt sich ein knallharter theologischer Verdrängungswettbewerb.) | Von Alexander Kissler | Cicero am 17.05.2018

https://www.cicero.de/kultur/netzteufel-evangelische-kirche-amadeu-antonio-stiftung-hass-im-netz

Journalistin Ataman: Habe Seehofer nicht in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt

Die Journalistin Ferda Ataman wehrt sich im BR-Interview gegen den Vorwurf von Horst Seehofer, sie hätte ihn in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt. Ataman sieht andere Gründe für Fernbleiben des Innenministers vom Integrationsgipfel.

BR am 13.06.2018

https://www.br.de/nachrichten/journalistin-ataman-habe-seehofer-nicht-in-die-naehe-des-nationalsozialismus-gerueckt-100.html

„In Nähe von Nazis gerückt“: Hier erklärt Seehofer seine Absage des Integrationsgipfels

(…) Ataman hatte Ende Mai den Heimatbegriff von Seehofer in den Kontext des Nationalsozialismus gestellt. Die Journalistin schrieb: „Denn in diesem Kontext kann Heimat nur bedeuten, dass es um Blut und Boden geht: Deutschland als Heimat der Menschen, die zuerst hier waren.“ (…)

Focus am 13.06.2018

https://www.focus.de/politik/deutschland/bei-pressekonferenz-mit-kanzler-kurz-in-naehe-von-nazis-gerueckt-hier-erklaert-seehofer-seine-absage-des-integrationsgipfels_id_9089962.html

[3] Die NDO kämpfen für „mehr Vielfalt in den Medien“

https://neuedeutsche.org/de/ueber-uns/steuerungsgruppe/

[4] Journalisten-Handbuch zum Thema Islam

Free Speech wie in Dschidda oder Teheran. Mitautor Werner Schiffauer. Für die maximale Islambeschönigung verantwortlich: Mediendienst Integration bzw., in der gleichen Berliner Hausnummer, der RfM Rat für Migration (im RfM-Vorstand u. a.: Werner Schiffauer, Naika Foroutan, Riem Spielhaus, Andreas Zick).

https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Handbuch_Islam.pdf

Journalisten-Handbuch zum Thema Islam (…) Bei der Vorstellung des Buches in Berlin sagte der Kulturwissenschaftler und Vorsitzende des „Rats für Migration“, Prof. Dr. Werner Schiffauer: „Das Handbuch fasst in übersichtlicher und leicht nachvollziehbarer Form den aktuellen Stand der Wissenschaft zum Thema Islam zusammen.“ Es sei damit ein ideales Recherchetool für Journalisten, so Schiffauer, der zu den Autoren des Handbuchs gehört. „Die Absicht ist es, den Dialog von Journalisten und Wissenschaftlern auf eine neue Grundlage zu stellen.“

https://islaminessen.wordpress.com/2016/11/02/mediendienst-veroeffentlicht-journalisten-handbuch/

https://ilm-kreis-unterwegs.de/welcome/journalisten-handbuch-zum-thema-islam/

Anleitung zur Unmündigkeit: Das Handbuch zum Islam

von Claudio Casula | Die Achse des Guten | 07.11.2016

Wird irgendwo ein „Fakten-Check“ oder ein unter „Endlich verständlich“ laufendes Stück angekündigt, ist so gut wie sicher, dass man es nunmehr mit einer besonders dreisten Aneinanderreihung von Halbwahrheiten, Verdrehungen und Beschwichtigungen zu tun hat. Das „Journalisten-Handbuch zum Thema Islam“ gehört auch dazu.

https://www.achgut.com/artikel/anleitung_zur_unmuendigkeit_das_handbuch_zum_thema_islam

[5] Integrationsgipfel im Kanzleramt

Beim (…) Integrationsgipfel beschäftigten die Kanzlerin und die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer grundsätzliche Fragen: Welche Werte sind uns wichtig? Was bedeutet Heimat? Wie können wir Demokratie und Zusammenhalt stärken, wie Teilhabe sichern?

Antworten auf diese Fragen soll unter anderem ein Aktionsplan Integration geben, den die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Anette Widmann-Mauz, entwickeln wird.

Nationaler Aktionsplan Integration

Ziel ist, das Erreichte zu erkennen, Integrationsmaßnahmen zu bündeln und bei Bedarf nachzusteuern. Länder und Kommunen, die Zivilgesellschaft und die Migrantenorganisationen sollen sich aktiv beteiligen. Der Prozess werde über die gesamte Legislaturperiode angelegt sein.

(Die Bundesregierung)

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2018/06/2018-06-13-integrationsgipfel.html

Pressekonferenz zum 10. Integrationsgipfel im Bundeskanzleramt am 13.06.18

Phoenix, am 13.06.2018 veröffentlicht

https://www.youtube.com/watch?v=8dldTHBHPnA