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Worood Zuhair

November 30, 2016

وَاللَّاتِي تَخَافُونَ نُشُوزَهُنَّ فَعِظُوهُنَّ وَاهْجُرُوهُنَّ فِي الْمَضَاجِعِ وَاضْرِبُوهُنَّ

wa l-lātī takhāfūna nušūzahunna fa-ʿiẓūhunna wa-hǧurūhunna fī l-maḍāǧiʿ wa-ḍribūhunna.

As to those women on whose part ye fear disloyalty and ill-conduct, admonish them (first), (Next), refuse to share their beds, (And last) beat them (lightly).

Et quant à celles dont vous craignez la désobéissance, exhortez-les, éloignez-vous d’elles dans leurs lits et frappez-les.

Und wenn ihr fürchtet, dass (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!

Köln am 27. November 2016, eine Veranstaltung des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) und der Giordano Bruno Stiftung Köln (gbs) anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (اليوم العالمي للقضاء على العنف ضد المرأة, International Day for the Elimination of Violence against Women). Ihre informative und bewegende Rede hielt die aus der irakischen Stadt Kerbela stammende Frauenrechtlerin Worood Zuhair auf Englisch. Ins Deutsche von Edward von Roy.

Rebellische Frauen im Islam

Von Worood Zuhair

Ich werde über das Leid der Frauen in den vom Islam beherrschten Ländern sprechen.

In den religiösen Gemeinschaften haben sich Doppelmoral, Gewalt, Sexualstraftaten und Mord etabliert und gehören zum Alltag. Sobald ein Mann und eine Frau alleine sind, ist die Frau der Gnade und Willkür des Mannes ausgeliefert. Aus der islamisch bedingten, Selbstbild und Frauenbild prägenden extremen Geschlechtertrennung folgt, dass sich die Männer wie verrückte Hunde verhalten. Sie belästigen, schlagen und vergewaltigen Frauen, sogar ihre Familienmitglieder, und ihre Taten sind durch ihre Religion und die Gesetze gedeckt.

Gesellschaftliche Ausgewogenheit zwischen Männern und Frauen gibt es noch nicht. Nur weil ihr mit zwei Hoden geboren wurdet bedeckt euch kein Staub der Schande, werdet ihr durch eure frauenfeindliche Religion vor Entwürdigung und Sklaverei bewahrt. All jene unter euch, die die Befähigung von Frauen als beschränkt definieren und ihnen insbesondere einen angeborenen schwachen Verstand attestieren, möchte ich daran erinnern, dass eure Propheten, Kleriker, Imame und sonstigen Autoritäten nicht vom Himmel gefallen sind, sondern aus der Vagina einer Frau geboren wurden. Zum Glück für die Frauen sind ihre Vaginen nicht nur zum Sex zu gebrauchen, sondern auch zur Produktion von Kindern. Andernfalls würden ihre muslimischen Eltern sie abschneiden und zunähen und anschließend an die Haustür schreiben: ‚Hier gab es ein schlimmes Mal der Schande, es wurde ausgemerzt mit Gottes Willen‘.

Alles im Leben von dir als Frau wird in deiner Familie durch einen Mann kontrolliert, bei Bedarf kann Mann auch wesentlich jünger als du. Erwachsene Frauen werden wie Minderjährige, wie Kinder behandelt. Frauen haben kein Recht, Entscheidungen über ihr eigenes Leben zu treffen. Sie sind Besitz Vater, Ehemann, Stamm und religiöser Gemeinschaft. Den männlichen Verwandten obliegt die Pflicht, die allzeit gefährdete Keuschheit ihrer weiblichen Familienangehörigen zu schützen, weil der Islam lehrt, dass Frauen nicht nur unreine Huren, sondern auch wankelmütig sind, von ihrer weiblichen Wesensnatur her gar keine vernunftorientierten Entscheidungen treffen können. Jungfräulichkeit ist das prekäre Fundament der Stammesehre, die Basis von familiärer Moral, Stabilität und Kohärenz.

Misslingt der Frau ihre zentrale Aufgabe, keusch zu bleiben, und sei es im Falle einer Vergewaltigung, ist das die größtmögliche Katastrophe für Familie und Stamm und bringt Schande über sie. Gemäß dieser perversen Logik wird bei einer Vergewaltigung nicht der Täter bestraft, sondern das Opfer umgebracht, um die Schande von der Familie abzuwaschen, die die Frau über sie gebracht hat. Zur Verletzung der männlich definierten Ehre führen weibliche Verfehlungen wie der reale oder auch nur vermutete Wunsch der Frau, sich ihren Ehemann selbst auszusuchen oder ihre Forderung nach einer Ehescheidung. Eine derartige Schande gibt dem Mann das Recht sie zu töten. Mit einem eigens einberufenen Familienrat werden in Ländern wie dem Irak, in Saudi-Arabien oder Jordanien Frauen durch ihre männlichen Verwandten zum Tod verurteilt, um die – wie gesagt männliche – Ehre wiederherzustellen.

Durch Einwanderung ehrkulturell sozialisierter Menschen steigt die Zahl der Ehrverbrechen in Europa und selbst in Nordamerika. Es gibt kein Gesetz, das uns vor diesem Anspruch auf männliche Allmacht schützt, ein Anspruch, der sich auf Koran und Sunna, auf das islamische Recht berufen kann, das die Anwendung von Gewalt einfordert bei allen Fragen von Ehre und Schande.

Die meisten Frauen überleben diese Angriffe nicht, ich gehöre zur Minderheit. Ja, ich bin die Überlebende eines versuchten Ehrenmordes und gebe heute denen eine Stimme, die nicht mehr für sich sprechen können.

Ich schrie so laut ich nur konnte, doch niemand antwortete. Sie schlugen immer weiter, bis ich nichts mehr spürte und das Bewusstsein verlor. Als ich wieder zu mir kam, war mein Gesicht geschwollen, die Lippen bluteten und in meinem Rücken spürte ich den Schmerz brennen wie Feuer.

Eine Frau aus der Nachbarschaft hörte mich schreien und kam heran, doch nicht etwa um mir zu helfen, sondern um mich aufzufordern, meine Stimme zu senken. Was mir geschehen war, war ihr egal, sie war vielmehr in Sorge, dass ich beim nächsten Verprügeltwerden zu laut schreien würde und mit meiner Stimme irgendeinen Mann aus der Nachbarschaft verführen könnte.

Trotz meiner Verletzung, trotz aller nur denkbaren Versuche meiner Familie sowie meiner Gesellschaft und Religion, mein Leben zu zerstören, hielt ich an meinem Ziel fest, die Freiheit zu suchen und beschloss, aus diesem Land der Hölle zu fliehen. Um diese Freiheit zu finden, begab ich mich auf eine Reise von 8300 Kilometern. Ich bin die Frau, von der jeder vermutet hätte, dass sie unterwegs sterben würde. Aber ich bin auch die Frau, die es endlich doch geschafft hat und in dem Land ankam, das mir Freiheit sichern würde. Ich bin nicht nur ein rebellisches Mädchen aus dem Irak. Ich bin ein Mädchen, das sich von den Fesseln dieser religiösen Gesellschaft befreit hat, etwas, wovon viele Mädchen in der muslimischen Gemeinschaft nur träumen können.

„People ask me if I have some kind of death wish, to keep saying the things I do. The answer is no: I would like to keep living. However, some things must be said, and there are times when silence becomes an accomplice to injustice. Es gibt Zeiten, in denen Schweigen zur Komplizenschaft mit der Ungerechtigkeit wird“, das erkannte die mutige Ayaan Hirsi Ali.

Der erforderliche Wandel braucht einen starken institutionellen Rahmen und staatliche Stellen, die nicht nur die Macht, sondern auch den Willen haben, Gesetze durchzusetzen. Wir müssen auf alle, die Verantwortung tragen, Druck ausüben, entsprechende Gesetze zu erlassen und dafür zu sorgen, dass diese verstanden werden und kompromisslos Anwendung finden. Von uns wird das koordinierte Anstrengung und gute Zusammenarbeit erfordern.

Begeben wir uns an die Arbeit, um dieses Unrecht zu beenden.

Worood Zuhair

In religious communities, hypocrisy, violence, sex crimes, and murder are increasing and have become normalized. If a male and a female are left alone the woman is at the mercy of the man. The isolation of males and females in our daily lives make men behave like mad dogs. They harass, beat, and rape women, even family members, and they are justified according to their religion and law. There is no balance in our social nature. Just because you were born with 2 testicles there is no dust on you – your misogynic religion releases you from slavery. I want to mention those who limit woman’s capabilities and describe them as lacking in brains – do not forget that your prophets, clerics, Imams, and greats did not come down from heaven, but came from woman’s vagina. Fortunately for females in Islamic countries, their vaginas are not only for sex, but also for producing children, otherwise their Muslim parents would cut it, sew it up, and engraved on the door: „here was a thing of shame that has been eradicated, by God willing.“

The men in the family control every aspect of the woman’s life, even if the male is younger than you. Adult women are treated as minors. Women do not have the right to make decisions about their own lives and are considered property of the family and the religious community. Male relatives have the duty to protect the woman’s chastity because Islam teaches that women are whores without the ability to make moral judgements. Her virginity is fundamental to the familie’s honour, ethics, strength, and stability. The failure of a woman to remain chaste – even in the case of rape – is a social catastrophe of the highest order and brings shame on the entire family. With their twisted logic, if a woman is raped, they will not punish the offender, but will instead kill the victim to wash away the shame she has brought on the family.

The notion of honour includes alleged or suspected sexual transgression, the desire of women to choose a marriage partner of their own, and to seek divorce. The shame gives the man a licence to kill. In countries such as Iraq, Saudi Arabia, and Jordan, women are being sentenced to death by their male relatives in family courts to restore their honour. With the influx of Muslim migrants, incedents of these crimes are steadily on the rise in Europe and even in North America. There is no law to protect us from this masculine power based on Islamic law, which incites violent crimes of honour and shame.

Most women do not survive this violence, but I did. Yes, I am the survivor of an attempted honour killing, and today I speak for those who cannot speak for themselves. I was screaming loudly with all my force, but no one would respond. They continued to beat me until I could no longer feel anything. I lost consciousness during the beating, and when I woke up, I found my face swollen, lips bleeding, and I felt a burning pain like fire in my back. There was a woman, one of my neighbours, who had heard me. She didn’t come to help me, but came to tell me to lower my voice. The woman didn’t care what happened to me, but was more concerned that the next time he hit me I didn’t scream, which would seduce any man around me. Despite my injury and any attempt by my family, society, and religion to destroy my life, I was determined to taste freedom and chose to escape that Hell Land, so I made the 8300 kilometer journey to find it. I’m the girl everyone expected to die along the way, but finally arrived in the country that would ensure my freedom. I am not just a rebellious girl from Iraq. I am a girl who escaped the bondage of this religious society, like many girls in the Muslim community hope to do.

Ayaan Hirsi Ali once said — „There are times when silence becomes an accomplice to injustice“. Effective change requires a strong institutional framework and national bodies that have the power to take action. We must contact world leaders and pressure them to adopt laws work and make sure those laws are understood and implemented. This will take a coordinated effort and require us to work together. Let us work together to end this injustice.

Worood Zuhair

Petition gegen Kinderehen

August 20, 2016

Edward von Roy

An den

Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

20.08.2016

Eherecht

Pet 4-18-07-4030-036062 (ist das neue, geänderte Aktenzeichen)

Pet 4-18-07-99999-036062 (das anfangs zugeteilte Aktenzeichen)

Petition

Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

1 Es sind ausnahmslos keine Ehen mehr anzuerkennen, bei denen ein Partner jünger als 16 Jahre ist, was auch für religiöse Eheschließungen gilt wie die islamische Imam-Nikah.

2 Im Ausland geschlossene Ehen, auch religiöse, können auf Antrag eines Partners oder des Jugendamtes aufgehoben werden.

3 Gesetzliche Absicherung einer Altersgrenze für Ehemündigkeit von 18 Jahren und Abschaffung der bisher gültigen deutschen Ausnahmegenehmigung einer Heirat bereits ab 16 Jahren.

4 Wiedereinführung der standesamtlichen Voraustrauung und Benennung der religiösen Voraustrauung, auch der Imam-Nikah, als Straftatbestand.

5 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah in der universitären Imamausbildung sowie Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

6 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah im öffentlichen Schulunterricht, auch im bekennenden Islamischen Religionsunterricht.

7 Resolution des Deutschen Bundestages: Aufforderung an die Hellenische Republik, seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union, die seit 1920 (Vertrag von Sèvres) bzw. 1923 (Vertrag von Lausanne) implementierte Scharia aus dem Griechischen Recht zu entfernen, ein Ehe- und Familienrecht ohne religiös oder anderweitig begründete Rechtsspaltung einzuführen und ein Heiratsalter von 18 Jahren durchzusetzen.

Begründung

Islamisches Recht ist Scharia.

the leaders of the Refah Partisi had declared their intention to establish a plurality of legal systems based on differences in religious belief, to institute Islamic law (the Sharia)

(Europarat. INFORMATION NOTE No. 32 on the case-law of the Court July 2001.)

http://echr.coe.int/Documents/CLIN_2001_07_32_ENG_815323.pdf

the introduction of Islamic Law (sharia)

(Europarat. CASE OF REFAH PARTISI (THE WELFARE PARTY) AND OTHERS v. TURKEY (Applications nos. 41340/98, 41342/98, 41343/98 and 41344/98.)

http://www.iilj.org/courses/documents/refahpartisivturkey.pdf

Eine auf der Scharia beruhende Staatlichkeit oder Gesellschaftsordnung richtet sich gegen die freiheitliche Demokratie und die allgemeinen Menschenrechte, „insbesondere angesichts der [negativen, nämlich AEMR-widrigen] Folgen für […] den rechtlichen Status der Frau und der Art, in der sie, in Übereinstimmung mit ihren religiösen Vorgaben [von Koran und Sunna], in alle Dimensionen des privaten und öffentlichen Lebens eingreift“ (nach Europarat).

Europarat, eigene Übersetzung und Quelle:

„Die Scharia [das Islamische Recht] ist inkompatibel mit den grundlegenden Prinzipien der [freiheitlichen] Demokratie.“

15. The Court concurs in the Chamber’s view that sharia is incompatible with the fundamental principles of democracy, as set forth in the Convention:

“72. Like the Constitutional Court, the Court considers that sharia, which faithfully reflects the dogmas and divine rules laid down by religion, is stable and invariable. Principles such as pluralism in the political sphere or the constant evolution of public freedoms have no place in it. The Court notes that, when read together, the offending statements, which contain explicit references to the introduction of sharia, are difficult to reconcile with the fundamental principles of democracy, as conceived in the Convention taken as a whole. It is difficult to declare one’s respect for democracy and human rights while at the same time supporting a regime based on sharia, which clearly diverges from Convention values, particularly with regard to its criminal law and criminal procedure, its rules on the legal status of women and the way it intervenes in all spheres of private and public life in accordance with religious precepts. … In the Court’s view, a political party whose actions seem to be aimed at introducing sharia in a State party to the Convention can hardly be regarded as an association complying with the democratic ideal that underlies the whole of the Convention.”

(Europarat. CASE OF REFAH PARTISI (THE WELFARE PARTY) AND OTHERS v. TURKEY (Applications nos. 41340/98, 41342/98, 41343/98 and 41344/98.)

http://www.iilj.org/courses/documents/refahpartisivturkey.pdf

Die freiheitlich demokratische Grundordnung (fdGO) und das Deutsche Grundgesetz (GG, 23.05.1948) richten sich zuallererst an den Menschen als Individuum und nicht, wie die Scharia, an den Menschen als Angehörigen einer Geschlechtsklasse (Frau, im Islam rechtlich herabgestuft sprich entwürdigt) oder eines ethnoreligiösen Kollektivs (Muslim – Dhimmi – Harbi). Nur auf diese Weise erfüllen GG, BGB (inkl. Personenstands- bzw. Eherecht) und StGB den hohen Anspruch der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR, Paris am 10.12.1948). Nicht ein wie auch immer definiertes „friedliches Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen“ (Angela Merkel 2015), sondern die Durchsetzung universeller Menschenrechte ist und bleibt das Ziel freiheitlich demokratischer Politik.

Deutschland wolle ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen, sagte die Bundeskanzlerin bei einem Treffen mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu im Kanzleramt.

(Merkel: Islam gehört zu Deutschland. Die Welt, 13.01.2015.)

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article136303754/Merkel-Islam-gehoert-zu-Deutschland.html

Merkel: Der Islam gehört zu Deutschland

Bundeskanzlerin Merkel hat sich für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Religionen in Deutschland ausgesprochen. Der Islam gehöre zu Deutschland, betonte sie. Gleichzeitig forderte Merkel einen stärkeren Dialog zwischen den Religionen.

(Die Bundeskanzlerin, 12.01.2015.)

https://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/2015/01/2015-01-12-merkel-islam.html

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kündigt die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe an, die sich ab dem 5. September 2016 in Berlin mit dem Thema Kindbraut (child bride), Kinderehe (child marriage) und Kinderschwangerschaft (child pregnancy) befassen wird. Kinderheirat ist eine Menschenrechtsverletzung.

Child marriage is increasingly recognized as a violation of the rights of girls for the following reasons:

• Effectively ending their education

• Blocking any opportunity to gain vocational and life skills

• Exposing them to the risks of too-early pregnancy, child bearing, and motherhood before they are physically and psychologically ready

• Increasing their risk of intimate partner sexual violence and HIV infection

[…] Young girls who marry before the age of 18 have a greater risk of becoming victims of intimate partner violence than those who marry at an older age. This is especially true when the age gap between the child bride and spouse is large.

[ UNICEF 2013 ]

http://www.unicef.org/media/media_68114.html

International Conference on Population and Development (ICPD). The CRC [Convention on the Rights of the Child | Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz UN-Kinderrechtskonvention] and ICPD both makecommitments to eliminate harmful traditional practices such as child marriage and child pregnancy.

[ UNFPA 2013 ]

https://www.unfpa.org/sites/default/files/pub-pdf/ADOLESCENT%20PREGNANCY_UNFPA.pdf

Nach geltendem deutschem Recht sollen Ehen nicht vor der Volljährigkeit geschlossen werden, Ausnahmen jedoch sind bisher ab dem vollendeten 16. Lebensjahr möglich.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 1303

Ehemündigkeit

(1) Eine Ehe soll nicht vor Eintritt der Volljährigkeit eingegangen werden.

(2) Das Familiengericht kann auf Antrag von dieser Vorschrift Befreiung erteilen, wenn der Antragsteller das 16. Lebensjahr vollendet hat und sein künftiger Ehegatte volljährig ist.

(3) Widerspricht der gesetzliche Vertreter des Antragstellers oder ein sonstiger Inhaber der Personensorge dem Antrag, so darf das Familiengericht die Befreiung nur erteilen, wenn der Widerspruch nicht auf triftigen Gründen beruht.

(4) Erteilt das Familiengericht die Befreiung nach Absatz 2, so bedarf der Antragsteller zur Eingehung der Ehe nicht mehr der Einwilligung des gesetzlichen Vertreters oder eines sonstigen Inhabers der Personensorge.

Allein die mögliche und in den nachwuchszentrierten, patriarchalischen und ehrkulturellen Milieus extrem früher Heiraten regelmäßig erwünschte Schwangerschaft ist für das Mädchen lebensbedrohend und endet in vielen Fällen mit lebenslangen gesundheitlichen Schädigungen wie Geburtsfisteln (obstetric fistula) oder dem Tod der Kindbraut.

“Ending Fistula within a Generation” International Day to End Obstetric Fistula

These women will also advocate for the change of behaviors that are the main causes of fistula, such as; child marriage and early and/or frequent childbearing with no space between births.

(UNFPA Afghanistan, 01.06.2016.)

http://afghanistan.unfpa.org/news/%E2%80%9Cending-fistula-within-generation%E2%80%9D-international-day-end-obstetric-fistula

Kinderehen und frühe Schwangerschaften tragen auch zu Geburtsfisteln bei, einer vermeidbaren Geburtsverletzung, bei der sich aufgrund langer Wehen ein Loch im Geburtskanal bildet. Ein offizieller Bericht aus dem Jahr 2011 kommt zu den Ergebnis, dass 25 Prozent der Frauen und Mädchen, bei denen solche Fisteln diagnostiziert wurden, zum Zeitpunkt der Eheschließung jünger als 16 Jahre alt waren und dass 17 Prozent bei ihrer ersten Entbindung unter 16 waren. Da Fisteln zu Harn- und Stuhlinkontinenz führen, kommt es häufig auch zu sozialer Ausgrenzung, Depressionen sowie zum Verlust der Erwerbsfähigkeit und damit zur Unfähigkeit, eine medizinische Behandlung zu bezahlen. Wenn Fisteln nicht behandelt werden, können sie weitere schwere Gesundheitsprobleme hervorrufen und sogar zum Tod führen.

(Afghanistan: Kinderehen und häusliche Gewalt gefährden Fortschritt. Human Rights Watch, 04.09.2013.)

https://www.hrw.org/de/news/2013/09/04/afghanistan-kinderehen-und-hausliche-gewalt-gefahrden-fortschritt

Fistula, a silent tragedy for child brides

The toxic combination of a young girl having sex, getting pregnant and going through childbirth when her body is not developed enough accounts for at least 25% of known fistula cases.

http://www.girlsnotbrides.org/fistula-a-silent-tragedy-for-child-brides/

Health Consequences of Child Marriage in Africa

Nawal M. Nour

[Abstract] Child marriage is a human rights violation that prevents girls from obtaining an education, enjoying optimal health, bonding with others their own age, maturing, and ultimately choosing their own life partners. Child marriage is driven by poverty and has many effects on girls‘ health: increased risk for sexually transmitted diseases, cervical cancer, malaria, death during childbirth, and obstetric fistulas. Girls‘ offspring are at increased risk for premature birth and death as neonates, infants, or children.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3372345/

Dem Nachwuchs des Mädchens – dem Kind des Kindes – drohen Frühgeburt, Tod des Ungeborenen, Tod während des Geburtsvorgangs, Säuglingstod oder Kindstod.

Girls‘ offspring are at increased risk for premature birth and death as neonates, infants, or children.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3372345/

In diesem Jahr beispielsweise starb im Jemen die dreizehn Jahre alte und mit einem beinahe doppelt so alten Ehemann verheiratete Ilham Mahdi, im Vorjahr (September 2015) eine jemenitische Zwölfjährige während ihres qualvollen, dreitägigen erfolglosen Geburtsvorgangs. Dabei sind Kinderehen durchaus ein religiöses Problem, noch im Februar dieses Jahres (2016) hatte eine Gruppe höchster jemenitischer islamischer Kleriker jeden zum Apostaten (Murtadd, zu: ridda bzw. Irtidād, Abfall vom Islam) erklärt, der ein Verbot von Kinderehen unterstützt. In Ländern, deren staatliche Rechtsordnung sich an der Scharia orientiert, kann der bekundete Abfall vom islamischen Glauben zivilrechtliche (Erbrecht, Eherecht) und strafrechtliche Konsequenzen haben.

A 13-year-old Yemeni girl died of internal injuries four days after a family-arranged marriage to a man almost twice her age, a human rights group said.

Ilham Mahdi al Assi died last Friday in a hospital in Yemen’s Hajja province, the Shaqaeq Arab Forum for Human Rights said, quoting a medical report.

She was married the previous Monday in a traditional arrangement known as a ’swap marriage‘ [Tochtertausch], in which the brother of the bride also married the sister of the groom, it said. […]

Last month, a group of the country’s highest Islamic authorities declared those supporting a ban on child marriages to be apostates.

[…] In September, a 12-year-old Yemeni child-bride died after struggling for three days in labour to give birth, a local human rights organisation said.Yemen once set 15 as the minimum age for marriage, but parliament annulled that law in the 1990s, saying parents should decide when a daughter marries.

(Child bride, 13, dies of internal injuries four days after arranged marriage in Yemen. Mail online, 06.03.2016.)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1264729/Child-bride-13-dies-internal-injuries-days-arranged-marriage-Yemen.html

Weil wir in Bezug auf Deutschland 2016 nicht nur über die Roma sprechen, sondern vor allem über muslimische Familien, etwa über Flüchtlinge aus Syrien, ist im Diskurs über Kinderehen stets zu betonen, dass mit Volljährigkeit achtzehn Jahre gemeint sind. Das islamische Recht nämlich, gottgegeben als die Scharia, auf Erden durch Menschen anzuwenden als der Fiqh, definiert als „volljährig“ eine andere Schwelle der sogenannten religiösen Reife (bulūġ; bulugh, Adj. bāliġ; baligh). Ein sogenannter Mukallaf ist, das bedeutet die Pflicht zum Taklif (taklīf) als zum Tragen des (allein heilssichernden islamischen) Gesetzes zu erfüllen hat der Jungen mit 15 und das Mädchen mit neun Jahren (das Mondjahr ist mit seinen 354 Tagen elf Tage kürzer als Sonnenjahr). Anders gesagt: Nach Scharia und Fiqh ist die Neunjährige erwachsen, ist Frau, und ist nur eine Siebenjährige minderjährig.

Abdul-Aziz Al asch-Scheich, der Großmufti Saudi-Arabiens, stellvertretende Justizminister des Landes und Präsident der Religionspolizei, verteidigt die Heirat kleiner Mädchen:

„Jene, die da sagen, zehn oder zwölf Jahre alte Mädchen seien zu jung zum Heiraten, sind ihnen gegenüber grob ungerecht.“ „Wir sollten doch wohl wissen, dass das Islamische Gesetz der Frau keine Ungerechtigkeit gebracht hat.“

It’s an injustice to NOT marry girls aged 10, says Saudi cleric

Ten-year-old girls are ready for marriage, according to Saudi Arabia’s most senior cleric.

Sheikh Abdul-Aziz Al Sheikh, the country’s grand mufti, told Al Hayat newspaper that those saying ten or 12-year-old girls are too young to marry are being ‚unfair‘ to them.

[…] Responding to a question about parents who force their underage daughters to marry, the mufti said: ‚We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women.‘

(By Daily Mail Reporter, 15.01.2009.)

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

Es geht um das Alter der Einwilligungsfähigkeit (age of consent), Das sicherlich kreativ und entwicklungsfreundliche gemeinte „Kinder an die Macht“ (Herbert Grönemeyer) haben wir in Bezug auf Kinderehen gerade nicht zum Grundsatz zu machen. Völlig altersentsprechend nämlich kann ein Minderjähriger, das ist ein Mensch unter dem Alter von 18 Jahren, beispielsweise eine Dreizehnjährige, in sexuelle Handlungen mit einem Volljährigen nicht einwilligen. Der freiheitliche Rechtsstaat fragt hier gerade nicht nach Einvernehmlichkeit, sondern verurteilt sexuelle Handlungen zwischen Voll- und Minderjährigen als sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige, die Umgangssprache sagt Kindesmissbrauch. In der Ehe finden sexuelle Handlungen statt. Wenn ein neun- oder dreizehnjähriges Mädchen mit einem über 18 Jahre alten Ehemann stammeskulturell einwandfreien oder islamisch einwandfreien Geschlechtsverkehr hat, so wird es, in der Perspektive kultureller Moderne, vergewaltigt. Einen kulturellen oder religiösen Rabatt sieht das deutsche Strafrecht nicht vor und das muss so bleiben.

Dem über die Kinderehe sinnierenden Thomas Oppermann (SPD) hingegen scheint es auszureichen, wenn sich das für ihn irgendwie genitalautonome Mädchen nicht unter Zwang gesetzt fühlt. Ob junge Frau oder Mädchen, die BRD habe ihr Recht auf sexuelle Autonomie („Selbstbestimmungsrecht“) zu gewährleisten:

„Zwangsehen sind in Deutschland strafbar, das ist auch richtig so. Niemand, erst recht nicht ein Kind, darf zur Ehe gezwungen werden.“

(So will die Politik gegen Kinderehen vorgehen. Focus online, 14.08.2016.)

Demnach wurden mehr als 1000 Kinderehen in den Bundesländern gezählt, die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher. Die Kinderbräute kamen mit der Flüchtlingswelle oder wurden hierzulande in Roma-Familien verheiratet. […]

Thomas Oppermann sieht Handlungsbedarf: Mädchen und junge Frauen werden häufig zur Kinderehe gezwungen, deshalb müsse der Staat das Selbstbestimmungsrecht schützen

(Die Kinderehe ist zurück in Deutschland. Stern, 14.08.2016.)

http://www.stern.de/politik/deutschland/kinderehe-deutschland-heiko-maas-7008622.html

Nein, ein Kind darf nicht lediglich nicht zur Ehe gezwungen, sondern auch nicht zur Ehe (inkl. Vollzug der Ehe) ermuntert werden und sexuelle Handlungen mit Erwachsenen sind gerade kein kindliches Selbstbestimmungsrecht. Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion (nach dem Referendariat legte er 1986 das Zweite Juristische Staatsexamen ab, das er wie sein erstes mit Prädikat bestand) sollte nicht übersehen, dass es uns auch um die Überwindung sogenannter arrangierter Kinderehen sowie um das effektive Verhindern der Kinderverheiratung auf echten oder angeblichen Kinderwunsch gehen muss. Die Mädchen nämlich werden ggf. behaupten, verliebt zu sein bzw. jedenfalls freiwillig heiraten zu wollen, die BRD hingegen muss der Zwölfjährigen oder Vierzehnjährigen sinngemäß sagen: Heirate, sobald du achtzehn Jahre alt geworden bist.

Zielsicher vergisst das durch Deutschlands Politiker und Europas Frauenrechtsvereinigungen offensichtlich voreilig gelobte Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die am 11. Mai 2011 (Inkrafttreten: 1. August 2014) geschaffene Istanbulkonvention (Artikel 37 – Zwangsheirat), das Prinzip Kindbraut auf Kinderwunsch bzw. eheliche Kinderschwangerschaft bei Einvernehmlichkeit des Kindes zu verbieten.

Ob die einvernehmliche Eheschließung auch für Jugendliche bzw. Kinder erlaubt ist, bleibt mit den Formulierungen der Istanbul Convention kindeswohlgefährdend offen.

196. Das in Absatz 1 als Straftatbestand eingeführte Verhalten besteht darin, eine erwachsene Person oder ein Kind zur Eheschließung zu zwingen. Die Bezeichnung „zwingen“ bedeutet den Einsatz von körperlichem oder seelischem Zwang durch Mittel zum Einflößen von Furcht oder zum Ausüben von Zwang. Die Straftat ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Ehe zwischen zwei Personen geschlossen wird, von denen zumindest eine – unter den oben genannten Umständen – dieser Handlung nicht aus freien Stücken zugestimmt hat. [Sind die Unterzeichner der Istanbul Convention zufrieden, wenn „ein Kind“, sagen wir 12 oder zehn Jahre alt, seinem Verheiratetwerden „aus freien Stücken zugestimmt“ hat?]

197. In Absatz 2 wird die Täuschung einer Person, um sie in das Staatsgebiet eines Drittstaat zu locken – mit dem Ziel, sie dort gegen ihren Willen zu verheiraten – als Straftat umschrieben. [Und die ggf. minderjährige oder sogar kindliche Person mit ihrem Willen im Ausland zu verheiraten ist kein Problem?]

https://rm.coe.int/CoERMPublicCommonSearchServices/DisplayDCTMContent?documentId=0900001680462535

Article 37 – Forced marriage

1 Parties shall take the necessary legislative or other measures to ensure that the intentional conduct of forcing an adult or a child to enter into a marriage is criminalised.

https://rm.coe.int/CoERMPublicCommonSearchServices/DisplayDCTMContent?documentId=090000168046031c

Exkurs. Es meine niemand, die Istanbul Convention schütze vor das Mädchen FGM. Keine Rechtsschule (maḏhab) des sunnitischen Islam verdammt die weibliche Beschneidung (indones. sunat perempuan, arab. Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, ختان الإناث; auch: ḫitān al-banāt, „Beschneidung der Töchter“, zu: bint, „Tochter“), der schafiitische Madhhab sogar fordert die Beschneidung als zwingende (wadschib) religiöse Pflicht für alle Jungen und Mädchen. Der Trick des Indonesian Ulema Council (Majelis Ulama Indonesia, MUI) ist, die Mädchenbeschneidung einer FGM Typ I oder Typ IV nicht unter Verstümmelung (mutilation) zu fassen. Begeistert oder desinteressiert hat Deutschland die – das unterstellen wir: islamischerseits auf europaweite Straffreiheit der Kindbraut und der FGM zielende! – Istanbulkonvention am ersten Tag (11.05.2011) signiert, zum Glück noch nicht ratifiziert. Man halte sich an das Motto: Erst lesen, dann – nicht unterschreiben.

Noch dazu. Der verfassungswidrige Paragraph zur Jungenbeschneidung auf Elternwunsch § 1631d BGB muss weg. Der leider schlecht gemachte Paragraph zum Verbot der weiblichen Beschneidung (FGM), § 226a StGB, muss erhalten bleiben und eindeutiger formuliert werden, denn auch die sogenannte milde Sunna (Chitan al-inath, sunat perempuan) bzw. eine FGM Typ Ia oder Typ IV darf, trotz der Vorschläge des Jahres 2014 von Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) und von Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft), nicht legalisiert werden, auch nicht mit dem gegenaufklärerischen und kinderfeindlichen Gerede über „rein symbolische Bagatellverletzungen“ des Trierer Professors Dr. Mark A. Zöller (Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik?, in: Streitbare Strafrechtswissenschaft. Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014; Mitherausgeberin ist Tatjana Hörnle.). Körperliche Unversehrtheit ist Menschenrecht und gilt unabhängig vom Geschlecht. Das als erste Abschweifung.

Weiterer Exkurs: Das Alter einer Fähigkeit zum Einwilligen (age of consent). Dieses ist beim Thema Kindbraut – Kinderehe – Kinderschwangerschaft von höchster Bedeutung (Nein, ich als Zwölfjährige will den Mann nicht heiraten – Ja, ich als Zwölfjährige will den Mann heiraten). Wiederum berührt beim age of consent bzw. informed consent (Informierte Einwilligung) ist das Thema Genitalverstümmelung (HGM, d. i. FGM oder MGM) sowie zusätzlich das Thema Päderastie. Die Maßgabe achtzehn Jahre kennen wir seit 2012 aus der deutschen Beschneidungsdebatte, wo leider voreilig von genitaler Selbstbestimmung (genital autonomy) gesprochen wird (statt von genital intactness), so als könne ein körperlich (wie seelisch) nicht ausgereifter Mensch die schädlichen Folgen der MGM oder FGM auf seine lebenslange Sexualität und auf seine künftigen Partnerschaften ausreichend abschätzen.

Nein, in sein rituelles genitales Verstümmeltwerden kann, so muss es der freiheitliche Rechtsstaat festlegen, weder ein Mädchen noch ein Junge einwilligen. Der sexuell wahrscheinlich (und hoffentlich) eher unerfahrene (vgl. auch das patriarchalische sowie islamische Ideal der Jungfräulichkeit) und körperlich noch nicht einmal ausgewachsene weibliche oder männliche Minderjährige kann völlig altersentsprechend nicht einwilligen, zumal er sich, vgl. die Jungen der traditionell erst in der späten Pubertät beschneidenden südafrikanischen Xhosa, auch als 15- oder 16-Jähriger dem Druck des Kollektivs offensichtlich nicht zu entziehen vermag.

Von seltenen Fällen aus dem Bereich Intersexualität abgesehen können wir einen körperlich noch kindlichen oder jedenfalls pubertären jungen Menschen keine Entscheidungen treffen lassen, die sein voraussichtlich (wenn das Kind bei der Beschneidung nicht verstirbt oder das Geschlechtorgan verliert) erst Jahre später ausgewachsene Genital betrifft – das ergibt sich bereits aus dem Wort Intaktivismus, welches Heil-Bleiben, Unversehrt-Lassen bedeutet und eben nicht „Genital Autonomy – It’s a Personal Choice“ (Name einer Organisation aus Stone, Staffordshire, UK). Die Kinderärztin (!) Anne Lindboe („Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised“, Oslo 2013) müsste, weil sie als Norwegens Kinderrechtsbeauftragte Mädchen und Jungen nicht ungleich behandeln kann, eigentlich ergänzen: „Let girls decide for themselves whether they want to be circumcised“; vor solchen Fragen hat der Staat alle Kinder zu schützen (Kind ist Mensch unter 18 Jahren).

Die „UN-Konvention über die Rechte des Kindes“ gilt für alle Personen bis 18 Jahre,die noch nicht volljährig sind.

Unabhängig von der Hautfarbe, der sozialen, kulturellen oder ethnischen Herkunft,dem Geschlecht, der Sprache, der Religion oder einer Behinderung ist sie für alle Kinder gültig.

(Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband)

http://www.wir-kinder-haben-rechte.de/downloads/ROL_DKSB_Brosch_13-18_Web.pdf

Da das Gesetz eines freiheitlich demokratischen und zugleich weder entwicklungsfeindlichen noch kinderfeindlichen Rechtsstaats beispielsweise einer Zwölfjährigen den Sex nicht gleichzeitig ehelich erlauben und außerehelich verbieten kann, begünstigt jedes „genitalautonome“, „tolerante“ oder „kultursensible“ Herabsetzen des Ehealters die Lobby der Päderastie.

Als Fred Karst Mitglied der Berliner Grünen wird, ist er bereits mehrmals wegen sexuellen Missbrauchs von Buben angeklagt und verurteilt. In der Partei, die damals noch Alternative Liste (AL) heißt, verfolgt er ein Ziel. Der Mann, der Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren missbraucht hat, will, dass seine Neigung nicht mehr bestraft werden kann. Die Politik soll die Gesetze ändern. Auch einer seiner Weggefährten ist mehrmals wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen rechtskräftig verurteilt. Beide gehören einem Pädophilen-Netzwerk an. Beide versuchen in dieser Zeit, es sind die 1980er-Jahre, die Programmatik der jungen Partei zu prägen.

Bei den Grünen weiß man um ihren Hintergrund, duldet sie aber. Wer den Männern widerspricht, wird kaum wahrgenommen, sogar als intolerant beschimpft.

(Dunkle grüne Gründerzeit. Von Jens Schneider, Berlin. Süddeutsche, 15.05.2015.)

Nach diesen beiden Exkursen zurück zum Thema. Nach islamischer Doktrin ist jedem Gläubigen Mohammeds Handeln absolutes, nachzuahmendes Vorbild (Sunna). Der Prophet heiratete eine Sechsjährige und vollzog mit ihr die Ehe, als Aischa neun Jahre alt war.

Hadith nach al-Buchari, Band 7, Buch 62, Nummer 64.

Sahih Bukhari. Volume 7, Book 62, Number 64:

Narrated ‚Aisha:

that the Prophet married her when she was six years old and he consummated his marriage when she was nine years old, and then she remained with him for nine years (i.e., till his death).

http://www.usc.edu/org/cmje/religious-texts/hadith/bukhari/062-sbt.php

IBN QAYYIM […] The Prophet… married Aisha… during the lunar month of Shawwal, when she was six, and consummated the marriage in the first year after the Hijra, in the month of Shawwal, when she was nine.

(An Examination of Muhammad’s Marriage to a Prepubescent Girl And Its Moral Implications. By Sam Shamoun.)

http://www.answering-islam.org/Shamoun/prepubescent.htm

Europa im Sommer 2016. Vor allem auch angesichts der Machtergreifung des Gegendemokraten Recep Tayyip Erdoğan ist durch Politik, Journalismus und Öffentlichkeit nicht beachtet worden, dass die Türkei das Heiratsalter der Mädchen auf zwölf Jahre abgesenkt hat. Dabei strebt das System Erdoğan keineswegs nach pauschaler Straffreistellung der Pädophilie, sondern folgt der Maßgabe der Religion. Der Politiker der Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) war in seiner Jugend Mitglied der Akıncılar Derneği als der de-facto-Jugendorganisation der Millî Selamet Partisi (MSP), einem Teil der islamrevolutionären Bewegung Millî Görüş. Spätestens seit dem Militärputsch in Ägypten 2013 ergreift die AKP offen Partei für die Muslimbruderschaft (MB, Muslim Brotherhood). (Auch) die 1928 gegründete Muslimbruderschaft will den (jeden) bestehenden Staat in ein Islamsystem (Nabhani: niẓām islāmī, Nizam İslâmi) umbauen bzw. in die (Qutb) ḥakimiyyatu l-Llah, die auf Erden zu errichtende Hakimiyya, Herrschaft Allahs.

Turkey’s Constitutional Court stirs outrage by annulling child sex abuse clause

Hürriyet Daily News, 14.07.2016

The Constitutional Court has ruled to annul a provision that punishes all sexual acts against children under the age of 15 as “sexual abuse” […]

The Constitutional Court discussed the issue upon an application from a district court, which complained that the current law does not discriminate between age groups in cases of child sexual abuse and treats a 14-year-old as equal to a four-year-old.

The local court said the law does not provide legal consequences for the “consent” of victims in cases where the child victim is from 12 to 15 years of age and able to understand the meaning of the sexual act. […]

With seven votes against six, the Constitutional Court agreed with the local court and decided to annul the provision. The decision will come into effect on Jan. 13, 2017.

The local court’s argument and the Constitutional Court’s endorsement have drawn a backlash from academic and human rights circles, which underlined that all individuals under the age of 18 are considered children according to international conventions to which Turkey is a party.

First of all, every individual under the age of 18 is a ‘child’ according to international conventions. Seeking a child’s consent in cases of sexual abuse is out of the question,” the chair of the Association to Prevent Child Abuse and Neglect, Professor Bahar Gökler, told Turkey’s state-run Anadolu Agency.

Gökler said this “calamitous” decision was in violation of child rights. […]

Activists are likely to seek a reversal of the Constitutional Court’s ruling. The head of the Turkey Federation of Women’s Association (TKDF), Canan Güllü said they are now considering bringing the case to the attention of the European Court of Human Rights.

“This decision will lead to unwanted marriages. People will be able to kidnap and rape children, marry them at an early age, and prevent them from going to school,” Güllü said.

“We are looking to see whether we can make an appeal to annul the decision. We could go to the European Court of Human Rights,” she added. […]

The Court has recently also annulled a provision that foresees at least 16 years of imprisonment in cases of child rape for the same reasons. That annulment is set to come into effect on Dec. 23, 2016.

http://www.hurriyetdailynews.com/turkeys-constitutional-court-stirs-outrage-by-annulling-child-sex-abuse-clause.aspx?PageID=238&NID=101607&NewsCatID=509

Turkey’s Constitutional Court Removes Minimun Legal Age Clause: More Child Brides Coming

Christof Lehmann

nsnbc 10.08.2016

http://nsnbc.me/2016/08/10/turkeys-constitutional-court-removes-minimun-legal-age-clause-more-child-brides-coming/

In der kulturellen Vormoderne war – im Islam ist – das Kind Besitz des Stammes, im Patriarchat unterlag bzw. unterliegt es dabei der väterlichen Verfügungsgewalt. Der Stamm also arrangierte (d. h. zwang auf) die Verheiratung, nicht selten nach dem Grundsatz des Tochtertauschs (Sheghar, or swap marriage). Ein selbstbestimmtes Leben, insbesondere eine selbstbestimmte Sexualität wie beispielsweise das Recht auf ein Leben als Unverheiratete oder auf ein Leben in einer homosexuellen Partnerschaft ist damit grundsätzlich nicht möglich. Im kohärenten sowie bleibend grundgesetzwidrigen islamischen Recht kommt, die Frau benachteiligend, dazu, dass die Muslima keinen Nichtmuslim heiraten darf, was der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) so darstellt:

Warum darf eine muslimische Frau keinen Nicht-Muslim heiraten?

Der Islam unterstützt nicht die Ehe einer muslimischen Frau mit einem Nicht-Muslim. Die Frau stünde in diesem Falle nicht mehr unter dem Schutz des Islam und ihre freie Religionsausübung sowie ihre Rechte in der Ehe (wie zum Beispiel die Versorgung und die gerechte Behandlung seitens des Ehepartners) sind nicht gewährleistet. […].

http://islam.de/1641.php

Grundsatz des Tochtertauschs (Sheghar, or swap marriage)

Al-Shighâr (marriage in exchange for another marriage) | IslamToday

http://en.islamtoday.net/node/1605

Islam ist, weltweit, leider (noch) nicht lediglich persönliche Spiritualität, sondern öffentlich kontrolliertes Wohlverhalten, Gesellschaftsmodell (Ideal bleibt Mohammeds Islamischer Staat, Medina 622 bis 855 d. Z.) sowie Recht und Justiz.

Jeder nichtislamische Paragraph ist durch einen schariakonformen zu ersetzen, denn nach nichtislamischen Gesetzen zu urteilen ist schlimmste Sünde. Islam ist Gerichtspraxis.

Sure 5:44.

If any do fail to judge by (the light of) what Allah hath revealed, they are (no better than) Unbelievers. [Übersetzung Yusuf Ali.]

https://quran.com/5/44-49

[…] Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen. [Übersetzung bei ZMD.]

http://islam.de/13827.php?sura=5

Wer nicht nach dem richtet, was Allah hinabgesandt hat – das sind die Ungläubigen.

http://www.e-quran.com/language/germany/images/germany_quran_part_6.htm

Die jeden Lebensbereich streng reglementierende (die totalitäre) Scharia und damit gerade auch das seinem eigenen Verständnis nach vom Schöpfergott ins Diesseits herabgesendete islamische Familienrecht (Scharia) stammt aus der Zeit vor der Postulierung von Naturrecht oder universellen Menschenrechten (10.12.1948) und muss, einst wie heute sowie beim islamischen Ziel der ewigen Nähe zu Allah im Jenseits, seine frauenfeindlichen und insbesondere auch kinderfeindlichen Normen tradieren bzw. restaurieren. Die geborene Muslima ist, als Tochter eines männlichen Muslims, faktisch das Eigentum ihres Vaters und nach der Heirat Besitz (amana, treuhänderisches Gut) des Ehemannes.

Die in der Religion nach Koran und Sunna, die im Islam grundsätzlich unmündige sowie entwürdigt zu haltende Frau braucht einen Vormund, den Wali (walī). Ohne Wali kann die Frau nicht einmal heiraten. Dem Vater (oder Großvater väterlicherseits) als dem dann sogenannten nötigenden Heiratsvormund oder Heiratsvormund mit Berechtigung zum Zwang, Wali mudschbir (walī muǧbir), steht das Recht zu, die jungfräuliche Tochter in ihre (also erste) Ehe zu zwingen; gesetzlich abgesichert in Malaysias Staaten Kelantan, Kedah und Malakka.

Ijbar [Zwangsehe] is recognized

Malaysia (Kelantan and Kedah States): Despite provisions requiring the bride’s consent, if the woman is an unmarried virgin (anak dara), the father or paternal grandfather (wali mujbir) can marryher to anyone of his choice without her consent. Three conditions have to be satisfied: (a) the wali mujbir and the groom are not in enmity with each other; (b) the groom is of the same social status as the bride; (c) the groom is in the position to pay a reasonable maskahwin (mahr).

(WLUML Women Living Under Muslim Law: Knowing Our Rights. Seite 128.)

http://www.wluml.org/sites/wluml.org/files/import/english/pubs/pdf/knowing%20our%20rights/kor_2006_en.pdf

Wali mujbir allows the woman’s father or paternal grandfather, the wali, to marry off his virgin daughter without her consent under certain conditions. These conditions are that the wali mujbir and prospective husband are not hostile to her, the prospective husband is of the same status as she is (kufu) and the prospective husband is able to pay a reasonable maskahwin (mahr mithl). Although a majority of the state enactments provide that a woman cannot be compelled into marriage, the enactments in the states of Kelantan, Kedah and Malacca contain provisions on wali mujbir. […]

Women are generally encouraged to marry early to shield them from what is believed to be temptation and danger from the time they reach puberty.

(NGO Shadow Report on the Initial and Second Periodic Report of the Government of Malaysia. Reviewing the Government’s Implementation of the Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women (CEDAW). 2005.)

http://wccpenang.org/wp-content/uploads/2013/06/Malaysian_NGO_CEDAW_Shadow_Report_2005.pdf

The Ministry of Women, Family and Community Development abbreviated KPWKM

FAQ – Ministry of Women, Family and Community Development

Title : Consent To Marriage

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian).

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu [standesgemäß] and the marriage will not bring dharar [Beschädigung, hier: Beeinträchtigung] syarie [der Scharia] to the bride. […]

6. Who is a Wali Mujbir?

Wali Mujbir is the natural father (father by birth) or grandfather on the father’s side.

http://1akses.malaysia.gov.my/OneGovSearchApps/widgetLoc/resultList.jsp?eyJiYXNlVXJsIjoiaHR0cDovLzFha3Nlc2luZGV4Lm1hbGF5c2lhLmdvdi5teS9zb2xyLyIsImNvbGxlY3Rpb24iOnsiYWdlbmN5SWQiOiIxNDMwMDAwMDAiLCJhZ2VuY3lOYW1lIjoiS0VNRU5URVJJQU4gUEVNQkFOR1VOQU4gV0FOSVRBLCBLRUxVQVJHQSBEQU4gTUFTWUFSQUtBVCJ9LCJsb2NhbFNlYXJjaCI6dHJ1ZSwiYmFzZVBhcmFtIjoiL2x1Y2lkP2hsLmZyYWdzaXplPTI1MCZyb2xlPURFRkFVTFQmcmVxX3R5cGU9bWFpbiZobC5zaW1wbGUucHJlPTxzdHJvbmc+JmhsLnNpbXBsZS5wb3N0PTwvc3Ryb25nPiZ3dD1qc29uJnJvd3M9MjAmYWNzX3R5cGU9d2lkZ2V0JmR2Y190eXBlPVdpbmRvd3MgU2VydmVyIDIwMDggUjIgLyA3JndpZGdldF9pZD13Zy1lNDI1ZjY4OS03ZGY2LTQyM2EtYjc2NC04YjllM2RkMjk3YTYiLCJmYWNldExpc3QiOltdLCJmYWNldFBhZ2UiOltdLCJzb3J0Ijoic2NvcmUiLCJyZXN1bHRDb25mIjp7ImxhbmdNYWxheSI6ZmFsc2UsImJnQ29sb3IiOiJ0cmFuc3BhcmVudCIsImZvbnRTaXplIjoyMH0sImF1dG9Db21wUXVlIjp7InEiOiJ3YWxpICJ9fQ==

Question: Adakah persetujuan pihak perempuan perlu sebelum sesuatu perkahwinan itu boleh dilangsungkan ?

Answer: Ya, persetujuan pihak perempuan adalah perlu sebelum perkahwinan boleh dilangsungkan. Bagi anak dara persetujuannya adalah diberikan oleh walinya iaitu Wali Mujbir.

Question: Adakah seorang anak dara boleh dinikahkan tanpa persetujuannya oleh Wali Mujbir ?

Answer: Seorang anak dara boleh dinikahkan tanpa persetujuannya oleh Wali Mujbir dengan syarat perkahwinan yang akan dijalankan itu adalah sekufu dan perkahwinan tersebut tidak mendatangkan dharar syarie terhadap pengantin perempuan. […]

Siapakah yang dimaksudkan dengan Wali Mujbir?

Wali Mujbir ialah bapa atau datuk sebelah bapa dan ke atas.

http://prpm.dbp.gov.my/Search.aspx?k=hakim&d=19

Im EU-Mitgliedsland Griechenland verheiratet Cemali Meço (Μέτσο Τζεμαλή) nachweislich auch 12 oder sogar 10 Jahre alte Mädchen. Als Mufti von Komotiní (Κομοτηνή, türk. Gümülcine) nimmt er jene weiblichen Kinder, die angeblich unbedingt heiraten wollen, in Augenschein und befindet sie ggf. für „reif genug“ zur Ehe. Griechenlands Kinderheiraten, Kinderbräute und Kinderschwangerschaften wurden durch die Verträge von Lausanne (1923) und Sèvres (1920) abgesichert, was die bis zum Tag der Auferstehung gültige Scharia (Σαρία) ins griechische Familienrecht implementierte (ob das muslimische Minderheitenrecht nur in Ostmakedonien und Thrakien oder in ganz Griechenland gilt, ist umstritten). Eine derartige Rechtsspaltung kann ein Staat, der allen seinen Bürgerinnen und Bürgern gleiche Chancen auf Selbstbestimmung, Gesundheit und Bildung garantieren will, nicht dulden, die Scharia darf nicht integriert werden, weder in Hellas noch in Deutschland, auch nicht im Familienrecht. Die Europäische Union hat keine internen Schariazonen bzw. Zonen mit kinderfeindlichen, hier speziell mädchenfeindlichen Gesetzen zu inkludieren.

In May 2006, the appointed Mufti of Komotini expressed his view that „nowhere in the history of Islam has there been an elected mufti.“

The Government recognizes Shari’a (the Muslim religious law) as the law regulating family and civic issues of the Muslim minority in Thrace. The First Instance Courts in Thrace routinely ratify decisions of the muftis who have judicial powers on civic and domestic matters. The National Human Rights Committee, an autonomous human rights body that is the Government’s advisory organ on protection of human rights, has stated that the Government should limit the powers of the muftis to religious duties and should stop recognizing Shari’a, because it can restrict the civic rights of citizens it is applied to. There are arranged marriages among underage Roma and Muslims, although Greek civil law forbids marriages of children under age eighteen. A parent or legal guardian, however, may apply for a judicial permit for the marriage of an underage person from a First Instance Court in cases of „extraordinary circumstances,“ such as pregnancy.

(International Religious Freedom Report 2006. Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor. U.S. Department of State.)

http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/2006/71383.htm

Mufti Cemali Meço

https://el.wikipedia.org/wiki/%CE%9C%CE%AD%CF%84%CF%83%CE%BF_%CE%A4%CE%B6%CE%B5%CE%BC%CE%B1%CE%BB%CE%AE

https://www.youtube.com/watch?v=3QfwNqG-voI

https://www.youtube.com/watch?v=ZlyjMFGhk6w

Im Jahre 2006 erschien eine aus Griechenland stammende, ethnisch türkische schwangere Elfjährige mit ihrem islamrechtlich angeheirateten 20-jährigen Ehegatten Hassan N. in Düsseldorf. Eilig schickte man die Kindbraut zurück nach Hellas, der Leiter des Düsseldorfer Jugendamts reiste mit.

Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mittwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. […]

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

(Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby. Von Barbara Kirchner. Express, 11.06.2008.)

http://www.express.de/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby-22167452

Das verheiratete Kind

(Von Uta Keseling. Die Welt, 25.02.2005.)

Es war Liebe“, sagt Nurays [Name geändert] Mutter, und auch Nuray, die zwölfjährige Braut in Kopftuch und Blümchenrock, sagt: „Ja, es war Liebe“ und versucht, dabei nicht allzu stolz auszusehen. […]

Es soll Liebe gewesen sein, sagen alle, die dazu geführt habe, daß im vergangenen Sommer der 22jährige Levent Metin [Name geändert] die damals elfjährige Nuray aus der armen nordgriechischen Provinz Thrakien heiratete und mit nach Düsseldorf brachte, wo er heute lebt. Alle, das sind Nuray, ihre Familie, der Mufti, der als religiöses Oberhaupt die Trauung besiegelte – und auch das Jugendamt in Düsseldorf, dessen Leiter sagt: „Sie hat ihn wohl freiwillig geheiratet“, und das Mädchen dennoch zurück nach Griechenland brachte. Persönlich.

[…] in Thrakien, wo etwa ein Drittel der 338 000 Menschen Muslime sind. Der Mufti der Universitätsstadt Komotini, Meco Cemali, hat Nurays Hochzeit amtlich besiegelt. Er ist vom griechischen Staat bestellt, sein Amtsgebäude im Zentrum der Stadt ist zugleich Standesamt und Friedensgericht, zuständig für etwa 60 000 Muslime, die Hälfte der Bevölkerung des Bezirks Rodopi. In den 123 dazugehörigen Dörfern verrichten staatlich bestellte Imame Gottesdienste und religiöse Zeremonien.

„Es gibt kein Land, das einem Mufti so weitreichende Kompetenzen einräumt“, sagt der Mufti stolz. In einem kalten, großen, leeren Raum gewährt er unter den obligatorischen Mekka-und-Medina-Postern Audienz. Draußen warten Menschen mit Formularen in der Hand. Er selbst habe seine Imame aufgefordert, Mädchen unter 17 Jahren nicht zu verheiraten, sagt der Mufti. Wenn jedoch ein Mädchen selbst die Heirat unbedingt wolle, nehme er es persönlich psychologisch und physisch in Augenschein und entscheide, ob es reif genug sei. Wenn ja, spräche das islamische Recht nicht gegen die Ehe. Der Mufti sagt: „Daß Zwölfjährige verheiratet werden, kommt nur alle drei oder vier Jahre vor.

http://www.welt.de/print-welt/article495796/Das-verheiratete-Kind.html

Die „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering am 23.05.2008; der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler am 12.05.2010) und dann so etwas, das religiös einwandfreie, das glaubensgeleitete Verheiraten kleiner Mädchen?! 2015 und 2016 gibt man sich in Deutschland erstaunt. Der echte zeitlose Islam ist da und mit ihm das Prinzip von der Heirat des neunjährigen Mädchens. Lunare neun Jahre, nach dem international üblichen solaren Jahresbegriff sind das acht Jahre acht Monate. Wer in Deutschland den Islam integrieren will, muss den für den Ehemann straffreien Geschlechtsverkehr des neunjährigen Mädchens ins deutsche Recht integrieren. Ist es das, was Angela Merkel („Wir schaffen das“) will?

Wer die Kindbraut nicht will, muss zur Scharia Nein sagen. Einen Islam ohne Scharia gibt es (noch) nicht, und dass es auch dem organisierten europäischen Islam um Imamehe, Polygamie, Verstoßung des Talaq (ṭalāq) und Kinderheiraten gehen muss, hat am 24.02.2006 der muslimbrudernahe bosnische Gelehrte Mustafa Cerić klargestellt, damals Großmufti von Bosnien und Herzegowina. 2012 durfte Reisu-l-Ulema (Führer der Gelehrten) Dr. Mustafa Cerić das Tübinger universitäre Zentrum für Islamische Theologie mit eröffnen.

A Declaration Of European Muslims

(f) opening the way for Muslim law to be recognized in matters of personal status such as the Family Law.

http://www.rferl.org/content/article/1066751.html

DEKLARATION EUROPÄISCHER MUSLIME

f. Wege zu finden, wie muslimisches Recht für Personenstandsangelegenheiten, wie z.B. Familienrecht, anerkannt werden kann.

http://www.islamskazajednica.ba/index.php?option=com_content&view=article&id=45&Itemid=732

[Publiziert auch in Penzberg bei Bajrambejamin Idriz Eigenbezeichnung Benjamin Idriz (Grüß Gott, Herr Imam!).]

http://www.islam-penzberg.de/?p=474

Zu Gast waren auch Bundesbildungsministerin Professor Dr. Annette Schavan, die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und ihre Kabinettskollegin Integrationsministerin Bilkay Öney; der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, Bekir Alboğa, sowie Professor Dr. Mehmet Paçaci vom Amt für religiöse Angelegenheiten der Türkei [DIYANET, deutscher Zweig: DITIB]. Aus Bosnien war Reisu-l-Ulema Dr. Mustafa Cerić, der Großmufti von Sarajevo, angereist.

http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2012/1/forschung/1.html

Kein junger Mensch unter achtzehn Jahren, also auch kein entsprechend altes Mädchen, kann die Tragweite der Eheschließung ermessen und in dieser Ehe ein selbstbestimmtes Leben führen. Hierzulande gilt nicht der Schutz einer nach islamischem Recht (Scharia) geschlossenen Ehe, sondern das deutsche Gesetz zum Schutz Minderjähriger.

Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes, die UN-Kinderrechtskonvention (Convention on the Rights of the Child, CRC) erklärt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). „Die Konvention definiert Kinder als alle Personen unter 18 Jahren.“

Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch.

Why should 18 be the minimum age of marriage?

Girls Not Brides members believe that 18 should be the minimum age for marriage in line with international human rights standards.

Setting the minimum age of marriage at 18 provides an objective rather than subjective standard of maturity, which safeguards a child from being married when they are not physically, mentally or emotionally ready. Why allow children to marry at an age when, for example, they do not have the right to vote or enter into other contracts recognised in law? The most widely accepted definition for a child is 18, in line with the Convention on the Rights of the Child.

A minimum age of marriage of 18 will also help to ensure that children are able to give their free and full consent to marry and have the minimum level of maturity needed before marrying.

(Girls Not Brides)

http://www.girlsnotbrides.org/child-marriage-law/

Die Konvention definiert Kinder als alle Personen unter 18 Jahren.

(bpb 2014)

http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/195229/25-jahre-un-kinderrechtskonvention-18-11-2014

Convention on the Rights of the Child [ CRC ]

Article 24

3. States Parties shall take all effective and appropriate measures with a view to abolishing traditional practices prejudicial to the health of children.

http://www.ohchr.org/en/professionalinterest/pages/crc.aspx

Artikel 24: Gesundheitsvorsorge

(3) Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

https://www.unicef.ch/sites/default/files/attachements/un_konvention_ueber_die_rechte_des_kindes.pdf

Iran made the following reservation: „If the text of the Convention is or becomes incompatible with the domestic laws and Islamic standards at any time or in any case, the Government of the Islamic Republic shall not abide by it.“

Saudi Arabia ratified the Convention in 1996, with a reservation „with respect to all such articles as are in conflict with the provisions of Islamic law“

https://en.wikipedia.org/wiki/Convention_on_the_Rights_of_the_Child

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Mitzeichnend:

Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Edward von Roy

An den
Deutschen Bundestag
Petitionsausschuss
Referat Pet 4
Oberamtsrätin Tanja Liebich

In Kopie an den
Deutschen Bundestag
Petitionsausschuss
20.10.2016

Eherecht
Pet 4-18-07-4030-036062
Ihr Schreiben vom 12. Oktober 2016

Sehr geehrte Frau Liebich,

wir danken Ihnen für die Zusendung des geänderten Aktenzeichens.

In der Petition vom 20.08.2016 (Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch) ist auch die zeitnah drohende und aus Sicht der Petenten zu verhindernde deutsche Straffreistellung der sunnitisch-islamischen, vor allem schafiitischen Chitan al-inath (indones. sunat perempuan), also der Beschneidung von Mädchen (weibliche Genitalverstümmelung (FGM) Typ I und Typ IV) angesprochen worden, die sogenannte milde Sunna bzw. Sunnabeschneidung der Mädchen. Sicherlich ließe sich sagen, dass der schafiitische Fiqh zwischen männlicher und weiblicher Beschneidung nicht differenziert, sondern die religiös absolut verpflichtende Beschneidung aller Jungen und Mädchen fordert.

Leider berücksichtigt Ihr Schreiben vom 12.10.2016 lediglich die Jungen und nicht die Mädchen und Sie schreiben über „Beschneidung von Jungen“, statt von der islamischen Beschneidung der Jungen und Mädchen zu reden, vor allem von der in unserer Petition angesprochenen FGM Typ I oder Typ IV und den auf Mädchenbeschneidung zielenden deutschen Vorstößen von Humanmediziner Prof. Dr. Karl-Peter Ringel und Ass. Jur. Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung), von Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft) sowie von Prof. Dr. iur. Mark A. Zöller („rein symbolische Bagatellverletzungen“).

Sie schreiben:

„Zu der von Ihnen angesprochenen Thematik Beschneidung von Jungen erhalten Sie aus arbeitsorganisatorischen Gründen unter einem anderen Aktenzeichen Nachricht.“

Wir bitten um Beachtung, dass unsere Petition vor der drohenden deutschen Legalisierung der Mädchenbeschneidung warnt (und die Beschneidung aller Kinder unter achtzehn Jahren ablehnt, also auch der Jungen).

Aus der Petition, Zitat:

Exkurs. Es meine niemand, die Istanbul Convention schütze vor das Mädchen FGM. Keine Rechtsschule (maḏhab) des sunnitischen Islam verdammt die weibliche Beschneidung (indones. sunat perempuan, arab. Chitan al-inath (ḫitān al-ināṯ, ختان الإناث; auch: ḫitān al-banāt, „Beschneidung der Töchter“, zu: bint, „Tochter“), der schafiitische Madhhab sogar fordert die Beschneidung als zwingende (wadschib) religiöse Pflicht für alle Jungen und Mädchen. Der Trick des Indonesian Ulema Council (Majelis Ulama Indonesia, MUI) ist, die Mädchenbeschneidung einer FGM Typ I oder Typ IV nicht unter Verstümmelung (mutilation) zu fassen. Begeistert oder desinteressiert hat Deutschland die – das unterstellen wir: islamischerseits auf europaweite Straffreiheit der Kindbraut und der FGM zielende! – Istanbulkonvention am ersten Tag (11.05.2011) signiert, zum Glück noch nicht ratifiziert. Man halte sich an das Motto: Erst lesen, dann – nicht unterschreiben.

Noch dazu. Der verfassungswidrige Paragraph zur Jungenbeschneidung auf Elternwunsch § 1631d BGB muss weg. Der leider schlecht gemachte Paragraph zum Verbot der weiblichen Beschneidung (FGM), § 226a StGB, muss erhalten bleiben und eindeutiger formuliert werden, denn auch die sogenannte milde Sunna (Chitan al-inath, sunat perempuan) bzw. eine FGM Typ Ia oder Typ IV darf, trotz der Vorschläge des Jahres 2014 von Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer (Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) und von Prof. Dr. Tatjana Hörnle (Verhandlungen des 70. Deutschen Juristentages • Gutachten: Kultur, Religion, Strafrecht. Neue Herausforderungen an eine pluralistische Gesellschaft), nicht legalisiert werden, auch nicht mit dem gegenaufklärerischen und kinderfeindlichen Gerede über „rein symbolische Bagatellverletzungen“ des Trierer Professors Dr. Mark A. Zöller (Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik?, in: Streitbare Strafrechtswissenschaft. Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014; Mitherausgeberin ist Tatjana Hörnle.). Körperliche Unversehrtheit ist Menschenrecht und gilt unabhängig vom Geschlecht. Das als erste Abschweifung.

Weiterer Exkurs: Das Alter einer Fähigkeit zum Einwilligen (age of consent). Dieses ist beim Thema Kindbraut – Kinderehe – Kinderschwangerschaft von höchster Bedeutung (Nein, ich als Zwölfjährige will den Mann nicht heiraten – Ja, ich als Zwölfjährige will den Mann heiraten). Wiederum berührt beim age of consent bzw. informed consent (Informierte Einwilligung) ist das Thema Genitalverstümmelung (HGM, d. i. FGM oder MGM) sowie zusätzlich das Thema Päderastie. Die Maßgabe achtzehn Jahre kennen wir seit 2012 aus der deutschen Beschneidungsdebatte, wo leider voreilig von genitaler Selbstbestimmung (genital autonomy) gesprochen wird (statt von genital intactness), so als könne ein körperlich (wie seelisch) nicht ausgereifter Mensch die schädlichen Folgen der MGM oder FGM auf seine lebenslange Sexualität und auf seine künftigen Partnerschaften ausreichend abschätzen.

Nein, in sein rituelles genitales Verstümmeltwerden kann, so muss es der freiheitliche Rechtsstaat festlegen, weder ein Mädchen noch ein Junge einwilligen. Der sexuell wahrscheinlich (und hoffentlich) eher unerfahrene (vgl. auch das patriarchalische sowie islamische Ideal der Jungfräulichkeit) und körperlich noch nicht einmal ausgewachsene weibliche oder männliche Minderjährige kann völlig altersentsprechend nicht einwilligen, zumal er sich, vgl. die Jungen der traditionell erst in der späten Pubertät beschneidenden südafrikanischen Xhosa, auch als 15- oder 16-Jähriger dem Druck des Kollektivs offensichtlich nicht zu entziehen vermag.

Von seltenen Fällen aus dem Bereich Intersexualität abgesehen können wir einen körperlich noch kindlichen oder jedenfalls pubertären jungen Menschen keine Entscheidungen treffen lassen, die sein voraussichtlich (wenn das Kind bei der Beschneidung nicht verstirbt oder das Geschlechtsorgan verliert) erst Jahre später ausgewachsene Genital betrifft – das ergibt sich bereits aus dem Wort Intaktivismus, welches Heil-Bleiben, Unversehrt-Lassen bedeutet und eben nicht „Genital Autonomy – It’s a Personal Choice“ (Name einer Organisation aus Stone, Staffordshire, UK). Die Kinderärztin (!) Anne Lindboe („Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised“, Oslo 2013) müsste, weil sie als Norwegens Kinderrechtsbeauftragte Mädchen und Jungen nicht ungleich behandeln kann, eigentlich ergänzen: „Let girls decide for themselves whether they want to be circumcised“; vor solchen Fragen hat der Staat alle Kinder zu schützen (Kind ist Mensch unter 18 Jahren).

Zitatende zum Thema Beschneidung von Mädchen (und Jungen).

Dass es beim Thema Kinderehen nicht lediglich um Zwangsehen geht, sondern die Mädchen ggf. heiraten wollen bzw. der Heirat zustimmen, dass die Verheiratung von kleinen Mädchen Scharia (Islam) ist und dass im EU-Mitgliedsstaat Griechenland kleine Mädchen vom Mufti verheiratet werden und schwanger in Düsseldorf aufgetaucht sind, enthält Ihr Schreiben leider nicht und auch deshalb wiederholen wir abschließend hier unsere sieben Forderungen:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

1 Es sind ausnahmslos keine Ehen mehr anzuerkennen, bei denen ein Partner jünger als 16 Jahre ist, was auch für religiöse Eheschließungen gilt wie die islamische Imam-Nikah.

2 Im Ausland geschlossene Ehen, auch religiöse, können auf Antrag eines Partners oder des Jugendamtes aufgehoben werden.

3 Gesetzliche Absicherung einer Altersgrenze für Ehemündigkeit von 18 Jahren und Abschaffung der bisher gültigen deutschen Ausnahmegenehmigung einer Heirat bereits ab 16 Jahren.

4 Wiedereinführung der standesamtlichen Voraustrauung und Benennung der religiösen Voraustrauung, auch der Imam-Nikah, als Straftatbestand.

5 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah in der universitären Imamausbildung sowie Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für den bekennenden Islamischen Religionsunterricht (IRU).

6 Verbot der Bewerbung der Imam-Nikah im öffentlichen Schulunterricht, auch im bekennenden Islamischen Religionsunterricht.

7 Resolution des Deutschen Bundestages: Aufforderung an die Hellenische Republik, seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union, die seit 1920 (Vertrag von Sèvres) bzw. 1923 (Vertrag von Lausanne) implementierte Scharia aus dem Griechischen Recht zu entfernen, ein Ehe- und Familienrecht ohne religiös oder anderweitig begründete Rechtsspaltung einzuführen und ein Heiratsalter von 18 Jahren durchzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy, Diplom-Sozialpädagoge (FH)

Gabi Schmidt, Sozialpädagogin

Null Toleranz zur Geschlechterapartheid

November 6, 2015

Presseerklärung

ZdE

Zentralrat der Ex-Muslime

Am 29. Januar 2015 forderte das Duisburger Wählerbündnis Ummah gesonderte Schwimmzeiten für Muslime. Unter Berufung auf die islamische Religion wollte und will „Ummah. Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunft“ in den städtischen Bädern alle Muslime von den Nichtmuslimen ebenso trennen wie alle Männer von den Frauen. Durch Enthaltung der SPD kam die Mehrheit für den Prüfauftrag tatsächlich zustande. Sitzungstermin war der 9. Februar, die Verwaltung sagte schriftliche Beantwortung zu und lehnte den Antrag schließlich ab. Extra-Schwimmzeiten für Muslime gibt es in Duisburg bislang also nicht. Doch kann damit keine Entwarnung für die Zukunft gegeben werden. Die Aktivisten für die Lebensweise nach Koran und Sunna werden wiederkommen, die Säkularen sollten vorbereitet sein.

Ummah hatte also vorausgesetzt, dass die Stadtbevölkerung, das sind 485.000 Einwohner, aus zwei Kollektiven besteht, den Muslimen und den Nichtmuslimen. Die Stadt Duisburg hatte damit letztlich zu prüfen, ob es für die muslimischen Gottesfürchtigen Schwimmzeiten ohne Gottlose geben soll, ohne die rituell Unreinen. Wenn körperliche Merkmale Kriterium gewesen wären, hätten wir von Rassismus sprechen müssen. Hier hingegen hätte vor dem Pool ein Wächter oder ein Schild klarzustellen: Heute für Nichtmuslime verboten.

Jahre eher hatte es bereits einen ähnlichen Prüfauftrag an die Duisburger Stadtverwaltung gegeben. Damals war in Frage gestellt worden, dass muslimische Frauen die öffentlichen Hallenbäder nutzen können, sobald sich dort auch Männer aufhalten. Die örtliche Scharialobby hatte gefordert, dass in den Bädern die Fenster blickdicht abgehängt werden und das Badpersonal nur aus Frauen bestehen darf. Im Februar 2015 ging Ummah wie gehört allerdings weiter und forderte nicht nur gesonderte Schwimmzeiten für muslimische Frauen, sondern generell für Muslime.

„Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Schwimmzeiten und Schwimmkurse für muslimische Einwohner eingerichtet werden können. Bereits in den Grundschulen gibt es oft Probleme bzw. Diskussionen zwischen Eltern und Lehrern, warum Migrantenkinder nicht schwimmen können. Seitens der muslimischen Bevölkerung besteht großes Interesse an der Einrichtung regelmäßiger Schwimmzeiten und Kurse. Diese sollten möglichst wöchentlich und flächendeckend in allen Duisburger Bädern angeboten werden.“ (Drucksache 15-0122)

Diesen reaktionären Umgang mit Menschen versucht Ummah uns als Integration zu verkaufen.

Eine Duisburger Hauptaktivistin für Geschlechterapartheid und Bäder ohne Ungläubige ist die streng verschleierte Fadime Tekiner, die für die „Unabhängigen multikulturellen Menschen aller Herkunft“ (Ummah) einen Sitz im Integrationsrat sowie für Ummah und das Wählerbündnis SGU („sozial! gerecht! unabhängig!) als sachkundige Bürgerin Beratendes Mitglied ist im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit innehat.

Schwimmen fördert die Gesundheit und die gesunde körperliche Entwicklung aller Menschen. Insbesondere Kindern und Jugendlichen gibt der Schwimmsport dabei, ob in Schule oder Verein, Körpergefühl und Selbstvertrauen. Nicht zuletzt kann die Fähigkeit, sich aus eigener Kraft über Wasser zu halten, das Leben retten. Allein im Vorjahr verstarben 392 Kinder und Erwachsene in deutschen Gewässern. „Bereits jedes zweite zehnjährige Kind kann laut neuesten Studien nicht mehr schwimmen“, warnte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Sommer dieses Jahres: „Deutschland entwickelt sich zu einem Nicht-Schwimmer-Land.“

Ob Förderung der Gesundheit oder Lebensrettung vor dem Ertrinken, der Kompetenzerwerb aktiver Schwimmfähigkeit muss allen Menschen zugänglich sein. Oft fällt an Schulen der Sportunterricht aus, weil zunehmend Bäder geschlossen werden. Nur noch jede vierte Grundschule hat Zugang zu einem Schwimmbad. Auch angesichts knapper kommunaler Haushalte und drohender Schließung weiterer Badeanstalten ist hierbei Sachlichkeit und Funktionalität geboten und gerade kein sexualmagisches Tabu aus Bronzezeit oder Mittelalter.

In modernen Gesellschaften sollten alle Kinder am Schwimmunterricht teilnehmen. Politiker sollten klarstellen, dass an den Schulen säkulare Grundsätze gelten und die Integration das Ziel bleibt. Ebenso wenig wie hierzulande eine rassistische Organisation Kinder aufgrund der Hautfarbe trennen dürfte, kann es chauvinistischen islamischen Bewegungen gestattet sein, Mädchen unter Druck zu setzen, sich zu verschleiern oder sich vom Schwimmunterricht oder gemischten Sportunterricht abzumelden.

Schon jetzt sind an vielen Orten in Europa insbesondere Frauen und Mädchen aus den Kreisen der Einwandererfamilien dem Gruppenzwang zu einem religiös korrekten Verhalten ausgesetzt. Wer als Politiker, Journalist oder Lehrer zu diesem informellen System der Sittenwächter schweigt, spielt letztlich den Radikalsten der Islamisten in die Hände.

Der Zentralrat der Ex-Muslime verurteilt jede Zusammenarbeit mit derartig chauvinistischen Parteien und Organisationen und erwartet eine klare Positionierung der Politiker gegenüber jedem Versuch, unsere Städte und insbesondere die Schulen in Muslime und Nichtmuslime aufzuspalten.

Heute erhielt der ZdE mehrere Anrufe von muslimischen Frauen, denen klar ist, dass jetzt etwas getan werden muss, um zu verhindern, dass es schon bald noch mehr Gruppenzwang zum Kopftuch und Unterdrückung der Frauen durch die Männer gibt, noch mehr Spaltung zwischen Alteingesessenen und Einwanderern und noch mehr Scheinargumente gegen ein gemeinsames Zusammenleben, Parolen, die bekanntlich bei rechtsextremen und rassistischen Gruppen Verwendung finden, die ja ebenfalls die Bevölkerung spalten wollen.

Von der deutschen Politik fordert der ZdE eine klare Ausrichtung an den universellen Menschenrechte und der Säkularität. Keine Toleranz gegenüber islamischen Fanatikern und frauenfeindlichen Organisationen. Kein Kopftuch an den Schulen und keinen getrennten Schwimmunterricht.

Wir rufen alle Menschen in Deutschland dazu auf, jeden Versuch der Erneuerung der Theokratie und des Mittelalters zu bekämpfen.

Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland

06.11.2015

Q u e l l e n

Hitzige Debatte um gesonderte Bäderzeiten für Muslime

WAZ, 13.02.2015

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/hitzige-debatte-um-gesonderte-baederzeiten-fuer-muslime-id10339583.html

Integrationsrat hatte zugestimmt: Islam-Bündnis forderte getrennte Schwimmzeiten für Muslime – Stadt Duisburg lehnt ab

Focus, 03.11.2015

http://www.focus.de/politik/deutschland/integrationsrat-stimmt-ab-islamisches-waehlerbuendnis-fordert-gesonderte-schwimmzeiten-fuer-muslime-in-duisburg_id_5058653.html

Null Toleranz zur Geschlechterapartheid

Presseerklärung des ZdE vom 06.11.2015

http://exmuslime.com/null-toleranz-zur-geschlechterapartheid/

Auch auf dem Facebook-Account des ZdE

https://www.facebook.com/486839381365629/photos/a.486847511364816.1073741826.486839381365629/918108494905380/?type=3&theater

Wehrt der Scharia in Duisburg

März 2, 2015

Dschihad am Swimming Pool

Von Cees van der Duin

Oberbürgermeister Sören Link trifft die richtige Entscheidung, auch in Zukunft werden in Duisburgs Badeanstalten keine eigenen Schwimmzeiten für Muslime eingerichtet.

Die Stadt lehnt den entsprechenden Antrag des islamischen Wählerbündnisses UMMAH ab. Deren Name spielt auf die Umma, die muslimische Weltgemeinde an und ist ein Duisburger Akronym, ausgeschrieben: Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunft. UMMAH ist die lokale Variante der global aktiven Schariabewegung.

Bravo Herr Oberbürgermeister, auch eine – man kennt oder ahnt doch den hohen innermuslimischen Gruppenzwang – nur auf wenige Stunden und angeblich völlig frei gewählte Abschottung der Muslime im Schwimmbad bezeugt schlichte Integrationsverweigerung.

OB Link:

Extra Schwimmzeiten für Muslime bedeuten Separation, nicht Integration. Wir gehen hier in Duisburg den Weg eines friedlichen Miteinanders aller Kulturen und Religionen nicht zurück, sondern nach vorne.

Die Bevölkerung, hier exemplarisch die Wasserfreunde oder die aus gesundheitlichen Gründen das Schwimmbad aufsuchenden Bürger, in zweierlei Spezies, nämlich rein versus unrein aufzuteilen oder, was ebenfalls zum Kalifatsprogramm gehört, in angeblich wesensgemäß spirituell berufenere Männer und dämonisch-verführerische Frauen, ist eine Menschenverachtung mehrstufiger Brutalität und erinnert sehr an die südafrikanische Apartheid.

Räumliche Mischungsverbote von Männern und Frauen sowie von Gottesfürchtigen und Gottlosen gehören leider ebenso zum Komplettangebot (Totalitarismus) der Scharia wie Heiratsverbote für muslimische Töchter.

UMMAH kann sich auf Koransuren und Hadithverse berufen, mit dem moralisch einwandfreien Verhalten auch des Duisburger Befehlsempfängers will Allahgott zufrieden sein. Den Literalisten geht es um nackte Tatsachen, im Schwimmbad dräut die Sünde. Beim Ziel der vermiedenen Höllenstrafe baut der Islam mit den Konzepten von Fitra (angeborenes Muslimsein) und Aura (Schambereich) einen veritablen irdischen Überwachungsstaat.

Auch UMMAH, so berichtete die WAZ:

hatte im Duisburger Integrationsrat gefordert, die Einrichtung von Schwimmzeiten und Schwimmkursen für Muslime zu prüfen. Sie begründeten ihren Antrag mit der Scheu vieler gläubiger Muslime, sich in knapper oder enger Bekleidung insbesondere vor Nicht-Muslimen zu zeigen. Dies hätte etwa beim Schwimmunterricht in Schulen immer wieder zu Diskussionen geführt.

Sehr nachvollziehbar meint Gerd Schwemm, bündnisgrüner Ratsherr und ebenfalls Mitglied im Integrationsrat:

Getrennte Schwimmzeiten nach Konfessionen entsprechen nicht unseren Vorstellungen von Integration.

Plausibel argumentiert auch CDU-Ratsfrau Sylvia Linn gegen eine islamische Apartheid in den Duisburger Bädern:

Dieses Gremium wurde gebildet, um Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenzuführen. Der Antrag will das Gegenteil: Er will trennen. Das kann nicht das Ziel von Duisburger Politik sein. Eine funktionierende Gemeinschaft unterscheidet nicht nach Rasse, Geschlecht oder Religion. Wenn künftig an Duisburger Schwimmbädern genau diese Trennung vollzogen wird, hat die hiesige Politik versagt.

Die im Islam sittlich geringerwertigen Schariaverweigerer sind mit Ekel zu befrachten und haben mit den für das Paradies bestimmten Damen und Herren das Badewasser nicht zu teilen. Islamkonform lebende Männer dürfen keine Frauenhaut sehen bis auf Hände und Gesicht. Derart gegenaufklärerisch sind also bereits Duisburgs Kinder zu indoktrinieren.

Schon wer schamlos knappe oder obszön enge Badebekleidung trägt, so ermahnt uns die schriftgläubige Wählergemeinschaft, gefährdet als Frau oder Mann die öffentliche Moral und das Heil der Seele. Weitere Forderungen von UMMAH werden nicht auf sich warten lassen, kein männlicher Bademeister, gar aus der Nation der Ungläubigen, schließlich sollte schwimmende Muslimas angucken dürfen. Und könnten sich nicht auch unter einer Burkini genannten Unterwasserburka eindeutig feminine Rundungen unkeusch abzeichnen?

Immer noch weitere Vorschriften des Wohlverhaltens werden gegen Aufklärung und Gleichberechtigung durchgesetzt werden, wenn wir das nicht verhindern, was auch kein sogenannter Islamismus, sondern ewiger, vom Himmel gegebener Schariabefehl ist, authentische Religion nach Koran und Sunna.

Vergleichbare Forderungen waren an die Stadt Duisburg bereits vor Jahren herangetragen worden, damals ging es um türkisches Frauenschwimmen. Die Verwaltung hatte den Antrag geprüft, wie Stadtsprecherin Anja Kopka berichtet:

mit dem Ergebnis, dass die Anforderungen extrem hoch wären. Fenster müssten blickdicht abgehängt werden, das Badpersonal dürfte nur aus Frauen bestehen.

Schluss mit dem religiösen Sexismus und sonstigen Gruppenchauvinismus, im Namen unserer allgemeinen Menschenrechte ein klares Nein zur Spaltung unserer Städte oder Sportanlagen.

Muslime sind gerade keine Sorte Mensch, die sehr bald, und darum geht es der weltweit hart agitierenden Schariabewegung, eigene Gesetze beanspruchen sowie schlussendlich, da nur Allah Souverän ist, die gesamte Gesetzgebung islamisieren darf.

Citoyens & citoyennes, wehret den Anfängen, keine himmlische Scharia auf Duisburgs Erde! Gleiche und gleich behandelnde Gesetze, ausschließlich diesseitig argumentierende abgeleitete Verordnungen und rationale Hausordnungen für alle Menschen in Duisburg.

Cees van der Duin

Q u e l l e n

Frau Tekiner, Fadime [Fadime Aşır Tekiner], Beruf: Dipl.-Sozialwissenschaftlerin

https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/kp0051.php?__kpenr=5600

Integrationsrat, Mitglied

Jugendhilfeausschuss, Beratendes Mitglied, 30.06.2014, Vertreterin Integrationsrat

Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit, Sachkundige/r Einwohner/in, 29.09.2014, Delegierende Stelle: SPD-Fraktion

Seniorenbeirat, Beratendes Mitglied, 01.10.2014, Vertreterin Integrationsrat

https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/kp0050.php?__chist=0&__kpenr=5600&grnr=399&__cgrname=1Ausschuss%20f

SGU Duisburg Sozial! Gerecht! Unabhängig!, Fadime Tekiner, Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit

http://www.sgu-duisburg.de/aussch%C3%BCsse/

Stadt Duisburg, Seniorenbeirat, Beratende Mitglieder: Mitglied des Integrationsrats Fadime Tekiner

(Stand 04.12.2014)

http://www.duisburg.de/vv/50/medien/Mitgliederliste_des_Seniorenbeirates.pdf

Bağımsız Çokkültürlü İnsanlar Topluluğu (UMMAH) listesinde Duisburg Uyum Meclisine seçilen sosyal bilimci Fadime Tekiner,

von: FATİH ÇİMEN / DUİSBURG (Müslüman kadınlar da yüzsün dedi, işitmediği kalmadı), in: ZAMAN 01.03.2015

http://zaman-online.de/m%C3%BCsl%C3%BCman-kad%C4%B1nlar-da-y%C3%BCzs%C3%BCn-dedi-i%C5%9Fitmedi%C4%9Fi-kalmad%C4%B1-216068

Prüfantrag der UMMAH: Schwimmen für muslimische Duisburgerinnen und Duisburger

15-0122

Der Oberbürgermeister

OB/OB-6 Leonhards 6915

Drucksache-Nr. 15-0122

Datum 29.01.2015

Prüfantrag der UMMAH

öffentlich

Zur Sitzung Integrationsrat, Sitzungstermin 09.02.2015, Behandlung Vorberatung

Betreff

Prüfantrag der UMMAH: Schwimmen für muslimische Duisburgerinnen und Duisburger

Inhalt

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Schwimmzeiten und Schwimmkurse für muslimische Einwohner eingerichtet werden können.

Bereits in den Grundschulen gibt es oft Probleme bzw. Diskussionen zwischen Eltern und Lehrern, warum Migrantenkinder nicht schwimmen können.

Seitens der muslimischen Bevölkerung besteht großes Interesse an der Einrichtung regelmäßiger Schwimmzeiten und Kurse. Diese sollten möglichst wöchentlich und flächendeckend in allen Duisburger Bädern angeboten werden.

https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/to0040.php?__ksinr=20055988

Hitzige Debatte um gesonderte Bäderzeiten für Muslime (WAZ am 13.02.2015)

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/hitzige-debatte-um-gesonderte-baederzeiten-fuer-muslime-id10339583.html

Duisburg richtet keine extra Schwimmzeiten für Muslime ein (WAZ am 26.02.2015)

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/duisburg-richtet-keine-extra-schwimmzeiten-fuer-muslime-ein-id10399209.html

Im 27-köpfigen Integrationsrat mit 18 direkt gewählten und neun vom Rat der Stadt entsandten Mitgliedern hat die UMMAH einen Sitz. Die Bewegung wird dort vertreten durch Fadime Tekiner.

Wörtlich heißt es in dem Antrag der UMMAH: „Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, ob Schwimmzeiten und Schwimmkurse für muslimische Einwohner eingerichtet werden können.Diese sollten möglichst wöchentlich und flächendeckend in allen Duisburger Bädern angeboten werden.CDU-Ratsfrau Sylvia Linn kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen:

„Dieses Gremium wurde gebildet, um Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenzuführen. Der Antrag will das Gegenteil: Er will trennen. Das kann nicht das Ziel von Duisburger Politik sein. Eine funktionierende Gemeinschaft unterscheidet nicht nach Rasse, Geschlecht oder Religion. Wenn künftig an Duisburger Schwimmbädern genau diese Trennung vollzogen wird, hat die hiesige Politik versagt.“

Vor einigen Jahren hatte es schon einmal eine ähnliche Bestrebung gegeben. Da wurde darüber diskutiert, dass türkische Frauen die öffentlichen Hallenbäder nicht nutzen könnten, weil sich dort auch Männer aufhalten. Die Verwaltung hatte geprüft und kam zu dem Ergebnis, dass die Anforderungen extrem hoch wären. In den Bädern müssten zum Beispiel die Fenster blickdicht abgehängt werden, und das Badpersonal dürfte nur aus Frauen bestehen. Bei dem neuen Antrag werden allerdings keine gesonderten Schwimmzeiten nur für muslimische Frauen, sondern für Muslime allgemein gefordert.

aus: Hildegard Chudobba (Kein Verständnis für den Bäderantrag), in: RP am 13.02.2015

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/kein-verstaendnis-fuer-den-baederantrag-aid-1.4869800

[Fadime Tekiner will sich herauswinden und wirft Nebel, alles sei irgendwie ganz anders als jetzt von Presse und Politik dargestellt]

Aber: WARUM will „Ummah“ das? Eine Begründung fehlt in dem Antrag. Es geht auch nicht ausdrücklich um den Schutz muslimischer Frauen. Heißt das, dass Muslime nicht mit Nicht-Muslimen ins Schwimmbad sollen?

Fadime Tekiner, die den Antrag für „Ummah“ eingebracht hatte, zu BILD: „Die Möglichkeit für muslimische Bürgerinnen und Bürger Schwimmzeiten in Bädern nutzen zu können, bedeutet gendergetrenntes Schwimmen, aber eben auch möglichst abgeschirmt von Außensicht und mit entsprechenden Bademeistern bzw. Bademeisterinnen. Diese geschlechtergetrennten Schwimmzeiten sollen keineswegs nichtmuslimische Bürgerinnen ausschließen, im Gegenteil.“

Ratsherr Rainer Grün (selbst Muslim) vom Duisburger Integrationsrat: „Auf Facebook gibt es dazu viele Kommentare. Und ja: Viele türkische Bürger verstehen es so, dass Muslime nicht mit Christen oder Buddhisten schwimmen wollen. Meine Auffassung von Islam ist das jedenfalls nicht!“

Widerspruch gibt es auch von dem Bündnis SGU, dem die Antragstellerin Fadime Tekiner selbst angehört. SGU-Ratsherr Karlheinz Hagenbuck: „Es gibt bereits Damen-Schwimmzeiten. Ich sehe keinen Grund für eine weitere Trennung.“

Ratsherr Frank Heidenreich (CDU): „Wir haben schon genug Probleme, überhaupt Schwimmzeiten für Schulen zu bekommen – und zwar für Kinder aller Religionen!“

aus: Extra Schwimm-Unterricht für Duisburger Muslime?, in: BILD vom 15.02.2015

http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/duisburg/schwimm-unterricht-fuer-muslime-in-duisburg-39765508.bild.html

„Fadime Aşır Tekiner gefällt das.“

https://www.facebook.com/permalink.php?id=689073871149532&story_fbid=852125028177748

Fadime Tekiner pflegt ihre Nähe zum Verband der türkischen Kulturvereine in Europa (Avrupa Türk Kültür Dernekleri Birliği), Kurzform Avrupa Türk Birliği (ATB) aus dem Dunstkreis der radikal islamischen und nationalistisch-rechtsradikalen Partei der Großen Einheit, BBP (Büyük Birlik Partisi).

Freundschaftlich interessiert ist Fadime Aşır Tekiner beispielsweise an DITIB, IGMG, TUISA.de, UMMAH – Unabhängige multikulturelle Menschen aller Herkunftsländer, Rat Muslimischer Studierender & Akademiker [RAMSA], UETD Rotterdam, UETD Netherlands, ATB Muhsin Yazıcıoğlu Dergâhı Duisburg usw. Muhsin Yazıcıoğlu starb 2009 bei einem Hubschrauberabsturz, war türkischer Abgeordneter und der Führer der rechtsextrem-islamischen Partei der Großen Einheit (BBP).

https://de-de.facebook.com/fadime.tekiner.3

Muhsin Yazıcıoğlu , Grauer Wolf und Islamrevolutionär

Bereits als Jugendlicher schloss er sich den Grauen Wölfen, die sich selbst als „Idealisten“ bezeichnen, an. … Er trat der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) bei und wurde Berater des Vorsitzenden Alparslan Türkeş. … Nach der Haft schloss er sich der Nachfolgepartei der MHP, der „Partei der Nationalistischen Arbeit“ (MÇP) an und wurde 1991 als Abgeordneter in das türkische Parlament gewählt. Im Jahre 1992 verließ er die Partei und gründete Anfang 1993 die Partei der Großen Einheit, deren Vorsitz er übernahm. … Nach einer Wahlkampfveranstaltung für die Kommunalwahlen im März 2009 stürzte er zusammen mit fünf weiteren Insassen am 25. März 2009 mit einem Hubschrauber über einem unwegsamen Berggebiet ab. Am 27. März, nach etwa 47 Stunden Suchzeit, erreichten Rettungskräfte die stark verschneite Absturzstelle in der Provinz Kahramanmaraş und bargen in den Folgestunden die Leichen Yazıcıoğlus, des Piloten und der anderen Insassen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Muhsin_Yaz%C4%B1c%C4%B1o%C4%9Flu

15.01.2015, die Muhsin-Yazıcıoğlu-Freunde aus Finnentrop berichten über Duisburg

Almanya DUİSBURG (Reinberg) KİTAP Fuarında: (27.12.2014 – 04.01.2015) tarihleri arası, Avrupa Türk Birliği (ATB) Federasyonu adına; ”Duisburg Muhsin Yazıcıoğlu Kültür Merkezi” Dergah Teşkilatımımız, ATB Alperenlerinin çalışmalarını anlatı. 50 civarında yayın evi temsilcisinin bulunduğu Fuarda, çok sayıda ziyaretçi çalışmalarımız hakkında bilgi aldı ve bizi yakından tanıma fırsatı buldu. ATB Genel Başkanımız Sayın Erol Yazıcıoğlu, Büyük Birlik Partisi (BBP) Avrupa temsilcisi Binat Doğan, ATB Cenaze Fonu sorumlusu Sayın Hasan Karakuş ve ATB Sosyal faaliyetler Sorumlusu İbrahim Doğancı Fuarda bulunan diğer STK ve yayın evi temsilcilerini de ziyaret ettiler.

http://www.nizami-alem.com/2015/01/19/atb-genel-baskani-erol-yazicioglu-kitap-fuarini-ziyaret-etti/

[ATB] Avrupa Türk Birliği’ne bağlı olarak faliyet gösteren Duisburg Muhsin Yazıcıoğlu Eğitim ve Kültür Merkezi’nin düzenlediği ‚Göçün 50.yılı Sempozyumu‘ geçtiğimiz günlerde Duisburg Mercator Gymnasium’da yapıldı. Sempozyuma panelist olarak Fadime Tekiner, İbrahim Doğancı, Mehmet Küçük, Ali Osman Doğan ve Erol Yazıcıoğlu katıldı. Sempozyumun misafirleri arasında ise Düsseldorf Başkonsolosu Fırat Sunel, Dr.Zeki Doğancı, Duisburg Belediye Meclis Üyesi [Mitglied im Stadtrat] Rainer Grün, Duisburg Uyum Meclis Başkanı Şevket Avcı ile çok sayıda vatandaşımız vardı. …

Avrupa Türk Birliği Genel Başkanı Erol Yazıcıoğlu … : ‚Artık dil, din, kültür (…).‘

aus: İbrahim Yüksel (50 yılın muhasebesi, Almanya Bülteni

http://www.almanyabulteni.de/lokal-haberler/50-yilin-muhasebesi

Avrupa Türk Birliği (ATB) Duisburg … Duisburg’ta 35 yıldır öğretmenlik yapan Rahmi Koca

http://www.muhabirce.de/2014-09-02/avrupa-tuerk-birliginden-tuerkce-dersleri

Schaut man sich die Unterstützer des Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland unter anderem bei Facebook genauer an, so kommt man zu dem Schluss, dass es sich hier um das “who is who” der Anhänger türkischer Idealistenvereine, Grauer Wölfe und Kampfgefährten des Milli Görüş Gründer Erbakan handelt. …

So ist – der auf Landesebene regelmäßig als Migrantenvertreter gescheiterte – Yüncel Güngör (MTB – Bund türkischer Muslime) einer der Lautsprecher Sauerlands. Güngör selbst ist Anhänger der Idealistenvereine, deren politische Wurzeln in der rechtsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung (Milliyetçi Hareket Partisi, MHP) liegen. In Deutschland organisieren sich die Idealistenvereine unter dem Label Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland (kurz ADÜTDF). Die ADÜTDF ist dem türkischen rechtsextremistischen Spektrum zuzurechnen und wird deshalb vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachtet. In NRW gibt es etwa 70 Vereine mit ungefähr 2000 Mitgliedern. Geistiger Vater der MHP und der Bewegung der Grauen Wölfe ist der Hitler-Verehrer Alparslan Türkeş, für den 2010 in der Marxloher Merkez-Moschee eine Totenfeier veranstaltet wurde – organisiert von Yüncel Güngör und Rainer Grün.

Zum Dunstkreis von Güngör gehören auch Erol Kaya (MTB und zusammen mit Güngör ein Vordenker der Idealistenvereine), Gürsel Dogan [Gürsel Doğan] (CDU und Gründungsmitglied der DAL [Duisburger Alternative Liste]) und der Vorsitzende des Duisburger Integrationsrats Sevket Avci [Şevket Avcı] (MTB). … Ein weiterer Unterstützer ist der stellvertretende Vorsitzende des Duisburger Integrationsrats und Milli Görüs (IGMG) Funktionär Birol Senol Yildirim [Birol Şenol Yıldırım]. Yildirim generiert sich selbst gerne als alter Kampfgefährte des Milli Görüş Gründer und ausgewiesenen Antisemiten Necmettin Erbakan.

aus: Thomas Rodenbücher (Türkische Rechtsextremisten als Sauerlands Wahlhelfer?), xtranews 06.02.2012

http://www.xtranews.de/2012/02/06/tuerkische-rechtsextreme-nationalisten-als-sauerlands-wahlhelfer/

„Mit Befremden und Abscheu mussten wir nunmehr feststellen, dass in den Räumen der Merkez-Moschee am 11.4.2010 eine Trauerfeier für den verstorbenen historischen Führer der aus der Türkei stammenden rechtsextremen MHP (Partei der Nationalen Bewegung), Alparslan Türkeş, abgehalten wurde. Für diese Veranstaltung hatte die in Deutschland ansässige MHP Vorfeldorganisation ATF (Türkische Föderation in Deutschland) kurzfristig auf Plakaten in mehreren Stadtteilen geworben.“

Zülfiye Kaykin, die Geschäftsführerin der Ditib-Begegnungsstätte, hat zwar ihre Stelle bereits gekündigt … Wie auch immer: auf jeden Fall wurde die Veranstaltung der Grauen Wölfe während ihrer Zuständigkeit vereinbart. …Die liebe Zülfiye hat … nicht geantwortet.

aus: Duisburg-Blog 27.04.2010

http://duisburg-blog.de/10.05.2010/duisburg-die-mit-dem-wolf-tanzen/

„Des Türkeş wurde mit Gebeten gedacht“, auch 2013 trauert man wieder um den Faschisten und Rechtsextremisten Alparslan Türkeş

Türkeş dualarla anıldı … Rainer Grün

http://www.turkhaber.eu/Guncel/Turkes-dualarla-anildi-3077.htm

Zusammen mit dem Wählerbündnis DaL (Ratsherr Rainer Grün) bildet JUDU die gemeinsame Ratsfraktion Junges Duisburg/DaL.

http://de.wikipedia.org/wiki/Junges_Duisburg

Sehr unangemessen witzelt der Türkeş-Bewunderer am 28.10.2010 über die zufällige Namensgleichheit der türkischen völkischen Bewegung mit dem Pfadfinderstamm Graue Wölfe Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis). Nein Herr Grün, nationalistische und rassistische Erhöhung des Türkentums, kurdenfeindliche, armenierfeindliche und antisemitische Hetze sowie Großreichträume von Turan gehen mit dem weltbürgerlichen und friedfertigen Geist des Scoutismus nicht zusammen.

Rainer Grün: „Aus gegebenem Anlass stelle ich hier mal Graue Wölfe vor: ein Pfadfinderverein und Fußballer! Es gibt ja Leute, die glauben, dass überall gefährliche Graue Wölfe lauern. Jetzt habe ich sogar gleich zwei Organisationen gefunden, die sich selbst so nennen! Wenn das die WAZ sehen würde!!!“

https://hombergerstoerenfried.wordpress.com/2010/10/28/die-grauen-wolfe/

Der Verband der türkischen Kulturvereine in Europa (Avrupa Türk Kültür Dernekleri Birliği), Kurzform Avrupa Türk Birliği (ATB), ist die Europaorganisation der Partei der Großen Einheit (türkisch: BBP (Büyük Birlik Partisi)), einer islamistischen und rechtsextremen politischen Partei in der Türkei. … Der gegenwärtige Vorsitzende heißt Erol Yazıcıoğlu. …

Hakkı Öznur, stellvertretender Vorsitzender der Mutterpartei BBP, stellt dazu auf der Homepage des ATB fest:

„Unser Weg ist der Weg Gottes, unser Weg ist der Weg des Korans, unser Weg ist der Weg des [nationalen] Ideals.“

Der Koran wird nicht als bloßes Offenbarungsbuch verstanden, sondern wird in den Rang einer Verfassung erhoben. Die Geschichte der Menschheit wird als Kampf zwischen Gut und Böse aufgefasst, als Kampf zwischen dem Wahren (Hak) und dem Nichtigen (Batıl), zwischen Gott (Allah) und Teufel (Şeytan) oder als Kampf zwischen der „Nation des Islam“ (Millet-i İslamiye) und der „Nation des Unglaubens“ (Millet-i Küfriye).

Die Website des ATB enthielt ferner eine „Enzyklopädie der islamischen Jurisprudenz“ (İslam Fıkıh Ansiklopedisi). Einige Beispiele:

„Die Strafe für Ehebruch lautet für verheiratete Männer und Frauen auf Steinigung, für unverheiratete auf 100 Stockschläge.“

„Wenn er auf Abkehr [vom Islam] besteht und nicht Buße tut, wird er zum Tode verurteilt.“

Entsprechend dem muslimischen Selbstverständnis wird Rassismus jeder Art abgelehnt. Der ATB begreift die Türken als große Nation, die ihrerseits Teil der islamischen Umma ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Verband_der_t%C3%BCrkischen_Kulturvereine_in_Europa

Allahs Radiergummi

Juni 23, 2013

تعايش سلمي

taʿāyuš silmī

Мирное сосуществование

La coexistence pacifique

Peaceful coexistence

Friedliches Zusammenleben (Genf 1955; demnächst im Europakalifat)

Kritik an Lale Akgüns Buch Der Aufstand der Kopftuchmädchen

Simpel wie die Kinder möchten die Deutschen sein und Spaß haben um jeden Preis. Einander Absolution erteilend, dürfen sie sich ganz schuldlos fühlen beim Geldwaschen für den Iran, Panzerverkaufen nach Saudi-Arabien und Schweigen zur HAMAS. Wie lustige, liebenswerte, niedliche Schlümpfe, kleine Indianer oder Hobbits. Doch ohne Spaßislam keine Spaßkultur! Zum allgemeinen Wohlfühlen ist die Rhetorik des Islambeschönigens auf das Neu- und das Weichzeichnen von Konturen unbedingt angewiesen. Jetzt muss uns nur noch ein Märchenonkel den entsprechend niedlichen Zukunfts-Islam liefern. Märchentante geht auch.

In der kulturellen Moderne dann doch sehr Unangenehmes muss gleichsam auf einer anderen Kulisse neugemalt, auf einem anderen Baugrund neu errichtet werden. Allgemein-menschenrechtlich Unannehmbares benötigt zumindest das Verwischen der Grenzen eindeutigen menschlichen Wahrnehmens. Diesen erbettelten Dschihad des neugestalteten Phantasie-Islams bzw. des Verwischens der Spuren liefert denn auch bereitwillig ein Kölner SPD-Mitglied mit dreißigjährigem Parteibuchbesitz (seit 1982), denn kraftvoll vermittelt auch Lale Akgün zwischen kultureller Moderne und Schariagehorsam.

Mouhanad Khorchide, Abdullahi an-Na’im und vor allem Tariq Ramadan, von letzterem sie sich allerdings lautstark wenn auch eher argumentationsfrei distanziert, ist die Psychologin dabei verblüffend ähnlich. Dass bei diesem Vermittlungsversuch entweder die vom Himmel sehr ernst gemeinten Vorgaben von Koran und Hadith oder die allgemeinen Menschenrechte nachgeben müssen oder zumindestens die menschliche Vernunft und Redlichkeit sagt die einstige SPD-Bundestagsabgeordnete nicht. Zum Buch Der Aufstand der Kopftuchmädchen: Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus (Lale Akgün 2011). Eine Islamkritik von Jacques Auvergne (2013).

Die Republik der fröhlichen Schlümpfe hat die Schlampigkeit verstaatlicht. Seit den Achtziger Jahren durften die Spaßkulturellen aus dem Schulhof durch unsere Unis in die Parlamente marschieren und heißen dann Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Volker Beck, Guido Westerwelle und Annette Schavan. Und so geht, auch bei der bundesdeutschen Islaminstallation, neuerdings interkulturell wie intergenerativ alles ganz relaxed, free und easy. Probleme sind nämlich so richtig doof.

Die irgendwann in den Jahren um den Mauerfall betretene Epoche der Nachdemokratie benötigt weder Sorgfalt noch Nachvollziehbarkeit, sondern deine und meine öffentlich unter Beweis gestellte Nähe zu den Inhabern hohen Ansehens und dieses, wie selbstverständlich, auf Kosten der neuen Spezies oder Kaste der Unwürdigen, dessen Angehörige, vor allem sind es die Islamkritiker, aufgestöbert und bespuckt werden müssen. Was sich nachfolgend ereignet, umschwärmt von ein paar hungrigen Kameraleuten und Zeitungstexte schreibenden Hofschranzen, Ereignisse also wie Installation hochschulischer Islamischer Studien im Geist und Freundeskreis von Scheich al-Qaradawi, Besuch der Schulministerin in einer vom Verfassungsschutz beobachteten Aachener Muslimbrudermoschee oder ein Hamburger echter oder unechter Staatsvertrag mit Millî Görüş und Teherans Mullahs, hat aufregenden Unterhaltungswert, stellt einigen Karrieristen die Weichen zum Erfolg und ist ansonsten und nur einen Tag später eigentlich bereits gar nicht mehr so wichtig und gefälligst zu vergessen, da gründliches Nachfragen und genaues Erinnern die Bewohner von Schlumpfhausen dann doch sehr verstört.

Die kulturelle Postmoderne fordert deine öffentliche, hochgestimmte Erregtheit, da dein Status ständig bedroht ist und der Besorgte von heute „unzweifelhaft“ (without a doubt)[1] der Verlierer von morgen ist. Die realislamische Scharia stellt Aufklärungshumanisten bekanntlich vor große Probleme, doch wer Schwierigkeiten zugibt, verliert sein wertvollstes Kapital, verliert an Ansehen. Die kulturelle Postmoderne benötigt also jemanden, der die letzten verbliebenen mahnenden Schriften gleichsam mit drohenden schwarzen Balken zensiert oder, und besser noch, mit spurlosem Deckweiß. Wir brauchen die ausradierten Probleme, wir brauchen den Zukunfts-Islam.

Problematischer Islam war gestern, die Revolution der Schleiermädchen steht uns schließlich unmittelbar bevor. Das Buch beginnt in jeder Hinsicht überwältigend. Nackte feminine Tatsachen stellt die Autorin in den Raum, jugendlich anmutigen oder gereift sinnlich weiblichen Körperbezug darf, nein muss sich der Leser vorstellen. Denn schon im Vorwort beginnt Liberalmuslima Lale Akgün ihre pauschale Islambewerbung und buchgewordene Verharmlosung der Scharia kitschig und ein bisschen frivol mit einem angeblichen eigenen Erlebnis. Mit nichts als mit Badeanzügen bekleidete Frauen im modernen türkischen Urlaubsort Çeşme würden naturverbunden unbefangen ihre Nachbarinnen besuchen, um ihnen, günstig terminiert vor dem Badespaß, daher der Badeanzug, zu einem islamisch zu verstehenden Laternenfest gratulieren, einem Kandil. Anders als es die einstige SPD-Bundestagsabgeordnete (2002 bis 2009) vermutet, stammt das Wort Kandil nicht aus dem Arabischen, sondern über gr. kandíli aus lat. candela, Lampe, vgl. frz. la chandelle (la bougie), die Kerze, engl. the candle, Kerze.[2]

9. Im Schein der Öllampen, der Festbeleuchtung, werden religiöse Feste begangen. … In der Türkei werden solche Kandil-Abende geliebt und mit Leckereien gefeiert.

Was in den geheiligten Nächten dabei unter anderem beleuchtet oder angestrahlt wird, sind, Lale Akgün verschweigt es uns, die Minarette der Moscheen. Eines dieser Kandili ist der Prophetengeburtstag, der weltweit in vielen islamischen Milieus gefeiert wird und zu welchem man nicht nur über Fröhlichkeit reden sollte, sondern auch über den vermutlich ganz erheblichen Gruppendruck zum Mitmachen. Kein Thema offensichtlich für die Diplom-Psychologin (1981) und approbierte Psychotherapeutin (1999) und jahrelange Leiterin des nordrhein-westfälischen Landeszentrums für Zuwanderung (1997 bis 2002).

Mindestens zwei andere Kandili, die Nacht der Wünsche (Nacht der Empfängnis des Propheten) sowie die Nacht der Himmelsreise, können oder müssen in der Moschee mit frommen Nachtwachen und nächtlichen Gebeten gewürdigt werden, wer da nicht öffentlich kontrollierbar wach bleibt und mitbetet, gefährdet inschallah sein Seelenheil und vorab seinen guten Ruf.[3]

Ja, Leckereien gibt es zum Kandil auch. Simit, kleinere Sesamkringel. Und Halwa.[4]

Süße Halwa und bittere Scharia sozusagen, Rednerin Lale Akgün (Plädoyer für einen zeitgemäßen Islam) auf der 2. Kritischen Islamkonferenz spricht nur über das Zuckergebäck.

Problemlos also würden die ihr Kandilfest begehenden, modernen türkischen Frauen alles drei zusammenbringen, Gottesfurcht, Süßigkeitenverschenken und Bikinitragen. Badespaß und Koranlektüre, na endlich, geht doch. Wie aber ist Allahs türkisches Fräuleinwunder möglich geworden? Durch die Ankara Üniversitesi Ilâhiyat Fakültesi Dergisi (AÜİFD), so findet es die auf 277 Seiten eher ohne Erfolg zwischen Islam und Islamismus differenzierende Lale Akgün glücklich heraus, durch die schariafromme Fakultät in der türkischen Hauptstadt:

9. Bei meinen Recherchen stieß ich schließlich auf die sogenannte Ankara-Schule, deren aufgeklärte Theologinnen leitende Positionen in der Fakultät der Universität Ankara bekleiden.

Eine wahre Wunderwaffe gegen Fundamentalismus sei sie, die 1949 gegründete theologische Fakultät. In ihrer Nähe bewohnten oder bewohnen deutsche katholische Theologen wie Felix Körner ihre auf Islamverharmlosung und Schariaimplementierung ausgerichtete Jesuitenkommunität. Ein Absolvent und berühmter Vertreter der AÜİFD ist der in Frankfurt lehrende Ömer Özsoy.[5]

Özsoy, unsere Nummer Eins der sagenhaften türkischen Islamreform der Ankaraschule, ist Frankfurter Stiftungsprofessor am Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam und wird von der Diyanet finanziert, der Diyanet İşleri Başkanlığı. Längst ist dieses Präsidium für Religionsangelegenheiten durch die Leute der von Necmettin Erbakan gegründeten (und Tariq Ramadan oder Yusuf al-Qaradawi wohlwollend respektierenden), international arbeitenden Bewegung Millî Görüş unterwandert.

Und so wandelt sich das türkische Religionsministerium allmählich zur Verwaltungsbehörde eines muslimbruderkonformen Staatsislam; eine zweite Schariabewegung, die in türkische Stadtverwaltungen und Polizeistrukturen einsickernde „Hizmet“ als die Anhängerschaft des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen,[6] baut am erneuerten osmanischen Kalifat mit. Theologisch ist das noch nicht einmal Islamismus, sondern, dem im Jahre 1111 d. Z. verstorbenen Imam al-Ghazali folgend und der hanafitischen Rechtsschule, authentischer Islam, was Akgüns Untertitel (Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus) zielsicher ausblendet.

Darum geht es leider für jeden, der in Hochschul- oder Politikbetrieb heute noch Karriere machen will: alles moralisch Empörende oder juristisch Anstößige schiebe man in den Bereich des „Islamismus“, der Islam selbst bleibe gefälligst sauber.

Ganz im Stil von Mouhanad Khorchide oder Tariq Ramadan legt sich Akgün ins Zeug:

10. Ja! Es kann ihn geben, den modernen Islam. Wir müssen nur den Mut dafür aufbringen, den Verstand zu nutzen, um … den Islam aus seinem fundamentalistischen Gefängnis zu befreien – aus einem Gefängnis, dessen Fundament aus der Vermengung patriarchalen Denkens und der Scharia besteht.

Die Kategorien verwirbelnd wie der Hütchenspieler, wo ist die Kugel? Wo liegt das Nachteilige und Unerwünschte, im Patriarchat oder in der Scharia?

Kein erklärendes Wort zur frauenfeindlichen und kulturrassistischen, gleichwohl ewigen und unverhandelbaren Scharia. Mustafa Cerić (2007) wusste in The challenge of a single Muslim authority in Europe: „Hence, this Islamic covenant, the sharī’ah, is perpetual, it is not negotiable and it is not terminable … In the shari’ah as their Weltanschauung, Muslims have their covenant with God“, Lale Akgün widerspricht dem Scheich nicht.

In diesem Buch sollen die Grundzüge des modernen Islam nun dargelegt werden.

Es folgen Namen von Theologieprofessoren und Islamwissenschaftlerinnen, darunter Rabeya Müller. Die in Mayen in der Eifel geborene Konvertitin Müller ist Vorstandsmitglied im Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung (ZIF), das von Sabiha El-Zayat-Erbakan geleitet wird, der Ehefrau des Muslimbruders Ibrahim El-Zayat. Sabiha ist stellvertretende Vorsitzende der ziemlich muslimbrudernahen Gesellschaft Muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler (GMSG).[7]

Die von Lale Akgün doch vermutlich wohlwollend erwähnte Rabeya Müller ist, auch mit Lamya Kaddor, Mitherausgeberin des Schulbuchs für den Islamischen Religionsunterricht Saphir 5/6. Kaddor hat zur Logik eine eindeutige Beziehung, nämlich eine islamische, oder sie meint mit Aufklärung vielleicht zusätzlich die historische Epoche hin zur kulturellen Moderne: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar.“ Im Mai 2013 bewirbt die GMSG Schriften von Tariq Ramadan und Murad Wilfried Hofmann und gibt sich als Pendant („Schwesterorganisation“) der Association of Muslim Social Scientists UK (AMSS) zu erkennen.

Im Bonn des Jahres 2002 veranstalteten ICCI (The Islamic Cultural Centre of Ireland), AMSS und GMSG die Tagung Muslim Education in Europe, auf der Tariq Ramadan redete. Sabiha El-Zayat dozierte zu Islamic Education and Politics, Steinigungsfreundin Eva-Maria El-Shabassy, heute über den KRM als Beauftragte für Pädagogik hochrangige Kooperationspartnerin für Sylvia Löhrmann und den Rest der nordrhein-westfälischen Landesregierung zum Thema Islamischer Religionsunterricht, sprach über Islamic Religious Education in German Schools. Hasan Horkuç (heute in Durham) durfte über die pädagogischen Ansätze von Said Nursi und Fethullah Gülen dozieren. Proislamist Udo Steinbach, der norddeutsche Norbert Müller, heute als Rechtsanwalt der SCHURA Hamburg verpflichtet sowie eben auch die von Akgün als Gewährsfrau für Islamreform herangezogene Rabeya Müller durften damals in Bonn nicht fehlen. Das mit ausrichtende ICCI ist Sitz der irischen Muslimbrüder und beherbergt den vom sunnitischen Supertheologen und Hassprediger Yusuf al-Qaradawi geführten Fatwa-Rat ECFR, European Council for Fatwa and Research. Das war also 2002.[8]

Das Jahr der radikalen Bonner Tagung war auch das Jahr von Lale Akgüns Amtsantritt als Bundestagsabgeordnete sowie dasjenige der Veröffentlichung der von Nadeem Elyas verfassten Islamischen Charta des Zentralrats der Muslime in Deutschland.[9] Lässige neun Jahre später schreibt Akgün ein Buch über die Islamreform und die rebellischen Kopftuchmädchen.

Islam leben heißt, Medina erinnern; was sind schon neun Jahre für die ewige Scharia und die weltweiten getreuen Koranschüler? Nur Europas postmoderne Politiker berechnen ihr Impression Management, ihre hohe Kunst des Eindruckschindens, bis zum nächsten Wahltermin und können sich ansonsten auf sinkende Allgemeinbildung und abnehmende Merkfähigkeit ihrer Wähler verlassen. Der gottgewollte medinensische Ur-Staat bestand zwischen 622 und 855 d. Z. und ist, an Zeit und Raum angepasst, im Sinne der Abwehr des Bösen und der Rettung der Seele unbedingt nachzuahmen. Allah ist dabei kein Hektiker, und die urgemeindlich („salafistisch“) denkenden Akteure der Transformation Europas in ein erneuertes Medina haben es ebenfalls nicht immer eilig.

Der Text beginnt beinahe prophetisch. Alles wird gut, ihr Nichtmuslime braucht eigentlich nur abzuwarten. Der von Politisierung gereinigte eigentliche Islam wird Europa eine Revolution der Freiheit heranbringen, mit Allah kommt der frische wind of change:

12. Der Aufstand der Kopftuchmädchen wird seinen Anfang in den eigenen Reihen nehmen. … Initiiert von jungen Frauen und Mädchen, die noch heute von ihren Eltern und den dahinterstehenden politisierenden Islam- und Moscheevereinen mit Kopftuch in die Schulen und Kindergärten geschickt werden, damit dieses Kampfsymbol im öffentlichen Raum sichtbar wird.

Bemerkenswert ungerührt beschreibt Lale Akgün den nur den Kopf bedeckenden Schleier (die Doktrin des körperbedeckenden islamischen Hidschab umgeht sie kalkuliert) zutreffend als Zeichen islamischer Duchsetzungskraft, als Zeichen des Dschihad. Der öffentliche Raum soll islamisch besetzt werden, das Gesetz Allahs mit seinen Verhaltensvorschriften soll die sittlich höherwertige Rolle der Muslime ebenso markieren wie die islamrechtlich herabgesetzte Stellung der frommen Frau.

Kaum verhohlen rückt Akgün die heutigen deutschen Islamverbände und Moscheen in die Nähe des Unislamischen, der Politisiererei, so, als ob es einen organisierbaren spirituellen Islam ohne Zwang zur Einhaltung der Scharianorm bereits geben würde oder jemals gegeben habe.

Das Kopftuch ist das Symbol eines Islam, der sich nicht als intime Verbindung zwischen dem Menschen und Allah sieht, sondern als allgegenwärtiges Etikett, das den Menschen auf der Stirn kleben soll. Nicht nur, aber auch: des politischen Islam.

Der Mode-Mythos vom „politischen Islam“ ist ein immer häufiger zu hörender Unsinn. Als ob der Prophet Mohammed mit seinem Staatsaufbau nebst Frauenherabsetzen, Judenvertreiben und Judenermorden nicht harte, brutale Politik betrieben hätte. Man mag es bedauern, aber ein unpolitischer Islam ist seit knapp 1400 Jahren noch gar nicht organisierbar gewesen. Sich genau diesem Gesellschaftssystem zu unterwerfen, hält den Teufel von der zerstörerischen Arbeit ab und rettet die Seele. Islam ist eben beides: hundert Prozent Politik und hundert Prozent Religion.

Ayatollah Chomeini sagte in Der Islamische Staat: „Zuerst war die islamische Bewegung mit dem Judentum konfrontiert. Die Juden waren es, die als erste mit der antiislamischen Propaganda und mit geistigen Verschwörungen begannen. Und das dauert, wie Sie sehen, bis in die Gegenwart an.“

Der Schleier ist religiöse Pflicht, der Leib der Frau ist ganz mit Tuch zu bedecken: „Bis auf das, was man unbedingt sehen muss“, erklärte der nach der Frauenkleidung angesprochene Prophet und zeigte auf Hände und Gesicht (wir werden noch darauf zurückkommen).

Menschengemachte Gesetze freiwillig einzuhalten ist Frevel an Allah, denn Muslim zu sein heißt, dem himmlischen Befehl zu gehorchen – und „bis auf Hände und Gesicht“ hat sich die Frau mit einem Schleier zu bedecken. Den Hidschab kennt man im Persischen oder Urdu als Parda. Ohne Hidschab kein Weg ins Paradies.

Natürlich ist das Kopftuch für die Mädchen und Frauen, die es tragen, auch mehr – Identifikation, Maske, Mode. Die Funktionäre, die das Kopftuch als »islamisches Muss« deklarieren, scheren sich jedoch nicht um Mode, sondern sehen es als Etikett, das ihren Einfluss auf die Menschen sichern soll.

Meinte sie das wirklich ernst, täte Lale Akgün gerade islamisch-theologisch betrachtet den miteinander global vernetzten Funktionären oder Gelehrten von al-Azhar, Darul Uloom, Jamaat Islami, Millî Görüş oder Muslim Brotherhood sehr Unrecht, denn nicht sie wollen sich ein freches Zuviel an Macht erschleichen, „Einfluss auf die Menschen“ (Akgün) erlangen, sondern der Schöpfer ist es, der auf Erden endlich wieder zu Einfluss kommen soll. Der Aufenthalt im Himmelsgarten ist anzustreben und Allahs Königreich auf Erden zu errichten, nur dafür steht das Kopftuch. Wer im Namen Allahs die irdische Macht ergreift und dabei nichts als die Scharia legalisiert, ist sehr bescheiden und fromm.

13. Der Vorwurf gilt den Orthodoxen und Ultraorthodoxen … den Konservativen … Alles, was über die selbst erfundenen Grenzen ihrer Regelkataloge geht, wird von diesen Predigern als Bedrohung empfunden, die ihre Macht gefährdet …

Nein, nicht ihre Macht, Allahs Macht – religiös gesprochen.

Wer Koran und Hadith ernsthaft zu leben versucht, so flunkert Akgün, sei aus islamischer Sicht unbedingt als „krude“ einzustufen, als ein wenig unzivilisiert, als eher exzentrisch und beinahe extremistisch:

Ein schönes Beispiel für diese krude Weltsicht: Vor 30 Jahren war das Kopftuch noch eine fromme Ausnahme; heute gehört es schon zum normalen Stadtbild. Auch ein Indiz dafür, dass sich der politische Islam das Kopftuch als Symbol auserkoren hat.

Der Islam politisierte sich nach und nach, angetrieben durch weltweite Ereignisse in den Jahren 1979 und 1980:

Der Schah von Persien wurde gestürzt, und Ajatollah Chomeini rief die sogenannte Islamische Revolution im Iran aus.

Die Sowjets marschierten in Afghanistan ein, und eine ganze Generation vor allem junger Männer radikalisierte sich im Kampf gegen die Besatzer, großzügig mit Waffen und Logistik vom Westen, allen voran den USA, unterstützt.

Aha, ein bisschen wie 1945 in Deutschland, diese schrecklichen Truppen der Amis schon wieder? Mit ein paar Maschinengewehren, Hollywoodfilmen und einigen Flaschen Coca Cola haben sie erst den besonders menschenfreundlichen afghanischen und später den weltweiten Islam versaut? Dschihad Made in USA, die Taliban als auslandsfinanzierte Söldner, die leider den Kontakt mit ihren kulturellen und vor allem ihren islamischen Wurzeln verloren hatten? Sarkasmus aus. Allah denkt hoch politisch. Die Taliban wollten in den Himmel kommen.

Auch Liberalmuslima Akgün weiß, dass kein Schiit und vielleicht noch nicht einmal ein Sunnit sagen kann, Ruhollah Chomeini habe die Religion falsch verstanden. Koranpraxis ist Islamrevolte, Korankonsequenz ist Putsch, und wer weiß, ob Akgüns im Buchtitel beschworenen, einstweilen interessanterweise eher unbekannten Aktivistinnen beim nahenden „Aufstand der Kopftuchmädchen“ anderes im Sinne haben werden oder ob Frau Akgün heute überhaupt ernsthaft gegen Tariq Ramadan oder Mustafa Cerić argumentiert.

Ja, „der Islam politisierte sich nach und nach“: im siebten Jahrhundert der Zeitrechnung geschah das, himmlisch befohlen den Ohren des Propheten gegenüber und aus seinem Munde staatliches Programm geworden.

Allerdings Frau Akgün: „Der Islam politisierte sich“, Offenbarung für Offenbarung.

14. Heute haben wir einen politischen Islam, der vor Gewalt und Terror nicht zurückschreckt

Genau den haben wir, wie vor vierzehn Jahrhunderten. Er hackte Hände ab, peitschte aus, steinigte. Wie es Ayatollah Chomeini im Velayat-e Faghih (Die Herrschaft der Rechtsgelehrten) über Allahs Liebling präzisierte, das vollkommene Wesen Mohammed beschreibend: „So begnügte sich der Prophet in jenen Jahren nicht nur mit dem Verkünden des Strafrechtes, sondern führte es zugleich aus: Er schlug Hände ab, ließ Auspeitschen und ordnete Steinigungen [ar-raǧm] an. … Wenn er den Kalifen, den Nachfolger bestimmte, so nicht allein, um die Glaubenssätze und göttlichen Befehle zur Sprache zu bringen, sondern er sorgte dafür, dass man sich auch um die Ausführung der Gebote und Gesetze kümmert. … Die Muslime brauchten nach dem [Tode des] Propheten jemanden, der die Gesetze anwenden und die islamische Gesellschaftsordnung garantieren konnte, damit ihr Glück im Diesseits wie im Jenseits gesichert ist.“[10]

Ihr Bildungsdschihad wird die aufständischen Kopftuchmädchen zum Sieg führen, schon bald:

15. Aber schon morgen werden diese Mädchen und jungen Frauen in der Lage sein, über ihren Tellerrand hinauszuschauen und sich selbst zu helfen.

Sie lernen in den Schulen …, dass die Welt da draußen keine unsittliche Hölle ist, vor der sie sich schützen müssen …

… aber nein, die Welt da draußen, das Diesseits ist die Dunya, die Hölle kommt erst nach dem Yaum al-Qiyama oder Tag der Auferstehung, gelernt ist gelernt.

Eine ethnisch bunte junge Generation, so freut sich Akgün, wird die alte deutsche Führung abdrängen, herrlich rebellische Koranleserinnen ohne oder auch mit Kopftuch werden im Namen des Islam das grausame Patriarchat abschütteln:

… aber wer heute über einen Uni-Campus schlendert, sieht die Veränderungen in Richtung einer neuen deutschen multiethnischen Nation, die schon bald an den Schaltstellen der Macht sitzen wird. Gerade die Absolventinnen werden nicht mehr bereit sein, die Plätze einzunehmen, die ihnen die konservativen Männer und ihre sie unterstützenden Ehefrauen zuweisen. … Sie zersetzen das System der Männer und ihrer Frauen von innen heraus.

Hoffentlich zersetzen sie die kulturelle Moderne nicht gleich mit, die wildgewordenen Kopftuchmädchen. Die Sache mit den infiltrierten Zentralstellen der Staatsmacht kommt uns bekannt vor, der Hodschaefendi selbst rief dazu auf, Fethullah Gülen:

„Ihr müsst ganz in die Adern des Staatsapparats hinein, ohne dass jemand eure Anwesenheit bemerkt. Infiltriert alle Schaltstellen! Wartet so lange, bis ihr vollständig seid und die Zeit gekommen ist und wir stark genug sind, um die ganze Welt zu schultern und zu tragen … wir eröffnen irgendwo ein Haus, und mit der Geduld einer [auf menschliche Beute lauernden] Spinne liegen wir im Netz. You must move in the arteries of the system without anyone noticing your existence until you reach all the power centers…You must wait for the time when you are complete and conditions are ripe, until we can shoulder the entire world and carry it …The philosophy of our service is that we open a house somewhere and, with the patience of a spider, we lay our web to wait for people to get caught in the web.“

Mischt euch nicht in die Angelegenheiten der Muslime ein, so verlangt es Frau Akgün indirekt, und droht uns ein wenig mit kollektivem muslimischem Trotzverhalten:

15-16. Erneuerung, die zweifelsohne Widerstand hervorrufen wird, kann nur von innen heraus erfolgen. Denn nur von innen heraus ist Glaubwürdigkeit möglich, nur so können Solidarisierungseffekte verhindert werden, die entstehen, wenn Außenstehende urteilen.

Dass diese „Erneuerung“ innerhalb der Grenzen bleibt, die von den vielleicht wenig himmlischen Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) gesetzt worden sind, kann man nur hoffen, gesagt hat es die ehemalige SPD-Politerin nicht. Warum eigentlich beziehungsweise wie lange noch soll der junge deutsche Muslim einen Atheisten oder sonstigen Schariaverweigerer als feindselig und unglaubwürdig einstufen?

Sehr geehrte Frau Akgün, Ihr Buch ist nun (2013) bereits zwei Jahre alt – wo bitteschön sind sie denn, die zugesagten aufmüpfigen Kopftuchmädchen? Finden wir sie etwa in Netzwerken und auf Homepages wie GMSG, Zahnräder oder Musafira bzw. Nafisa? Oder haben diese der Muslimbruderschaft nicht allzu fern stehenden Damen den Islam immer noch falsch verstanden?

Das Patriarchat dankt weltweit ab, wie Akgün frohlockt:

16. die Erneuerung des Familienbildes …: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gleichberechtigung und Mitsprache … Mit dem Ergebnis, dass Ewiggestrige nur noch in ihren Biotopen der Stammtische oder Internetforen weiter die alten Lieder singen können. Der Mainstream ist längst ein liberaler!

So liberal wie Lamya Kaddor vielleicht? Die gottesfürchtige Vorzeigelehrerin aus Dinslaken-Lohberg hatte sich, wie erwähnt, empört: „Die Aufklärung ist für den Islam nicht übertragbar.“ Oder so liberal wie der „Mainstream“ der Muslimbrüder in Ägypten oder Tunesien, der das Kalifat (vielleicht) nicht ruckartig revolutionär, sondern gemächlich errichten will, zielsicher schleichend?

An dieser Stelle – oder spätestens 2013 auf der Kritischen Islamkonferenz – hätte Akgün sich doch wohl vernehmbar vom Frauenbild der Muslimbrüder, wie es etwa in den Verfassungsentwurf Tunesiens eingeflossen ist, distanzieren müssen, nachdem die Frau dem Mann gegenüber eben gerade nicht gleichberechtigt ist, sondern komplementär: «la femme complémentaire de l’homme», Islam regards men and women as complementary to each other. Herr al-Ghannouchi, der Führer der Ennahda (an-Nahḍa, Wiederauferstehung oder Renaissance, der Herrschaft Allahs selbstverständlich) und mit 37 Prozent der Stimmen deutlicher Wahlsieger, sitzt schließlich nicht (lediglich) „die alten Lieder“ (Akgün) singend am Stammtisch, sondern als Parteivorsitzender an den Hebeln der Macht – und ein Scheich bei Yusuf al-Qaradawi im ECFR ist er auch noch.

Der authentisch islamische Kampf für die Frauenentrechtung entbrennt nicht nur im Maghreb. Salim el-Bahnassawi beispielsweise studierte in Kairo islamisches Recht, ist als Richter in Kuweit tätig und durfte sein Gedankengut unkritisch bei der Friedrich-Ebert-Stiftung verbreiten. Begeistert wurde das Menschenbild und Frauenbild des el-Bahnassawi (el-Behnassawy)[11] durch Yasemin Karakaşoğlu in den Jahren 1994 (vgl. Sägefisch 125.) und 1999 (Sägefisch 126.) herangezogen, jener kopftuchfreundlichen Bremer Turkologin und Erziehungswissenschaftlerin und, wie uns Anfang Juni 2013 bekannt wird, SPD-Kandidatin für den Posten der Bildungsministerin. Wenn es nach Peer Steinbrück geht, darf Professorin Karakaşoğlu allen Ernstes als Deutschlands künftige Bildungsministerin werden.

Das Buch Die Stellung der Frau zwischen Islam und westlicher Gesetzgebung (München 1993) des Sunna-Fundamentalisten und Allahkraten Salim el-Bahnassawy („weil kein menschliches Handeln die Schöpfung Gottes ändern kann, denn Sein Wort, wie es sich im islamischen Lebenssystem ausdrückt, kann niemals geändert werden“, auf Seite 207) weiß zur komplementären Rollenverteilung der Geschlechter, Seite 204: „Im Islam wurde die Gleichberechtigung von Mann und Frau vom Qur’an ausdrücklich garantiert und stellte kein Problem dar. Mit dieser Gleichberechtigung war nicht gemeint, dass die Frauen die Männer überbieten sollten, oder das westliche bzw. östliche Konzept von Freiheit und Gleichberechtigung zu übernehmen, das der Frau den Boden entzog und sie mehr und mehr entfeminisierte. Vielmehr wurde ständig im Auge behalten, dass Mann und Frau gleich, aber nicht dasselbe sind.“ So argumentiert Schariafrömmigkeit, schließlich werden im Islam, nochmal el-Bahnassawi, alle irdischen: „Rechte und Pflichten den Geschlechtern in Übereinstimmung mit ihren physischen, psychischen und geistigen Fähigkeiten anvertraut“ (S. 207).

Bereits vor 19 Jahren, 1994 wurde die Noch-nicht-Ministerin Karakaşoğlu für das Zentrum für Türkeistudien aktiv. Im 190 Seiten starken Buch bzw. Endbericht: Türkische Muslime in Nordrhein-Westfalen, finanziert aus NRW-Landesmitteln, dokumentierte sie im Auftrag des Zentrums für Türkeistudien (ZfT, Essen; absolutistisch herrschender Leiter war 23 Jahre lang ein gewisser Dr. Faruk Şen) auf den Seiten 23 bis 26 ungerührt Allahs Verstellung von Geschlechtergerechtigkeit:

„Der Islam geht von der völligen Gleichwertigkeit von Mann und Frau vor Gott aus. … Dieser völligen Gleichheit als Gläubige vor Gott steht die Vorstellung der sich gegenseitig ergänzenden Teile gegenüber. Mann und Frau haben im Alltagsleben völlig verschiedene Aufgaben und Pflichten zu erfüllen. Nach islamischer Auffassung wird die Frau fast ausschließlich im Kontext ihrer Rolle in der Familie gesehen … Der Schleier ist der sichtbare Ausdruck für die Trennung der Gesellschaft in Räume für bestimmte Geschlechter, Frauen sollen in der Öffentlichkeit „unsichtbar“ für die Männer sein. … Die Verschleierung muss nicht, wie aus westlicher Sicht oft interpretiert, ‚Unterdrückung‘ der Frauen bedeuten“, der Vorsitzende des SPD-Bezirks Westliches Westfalen, SPD-Vorstandsmitglied Franz Müntefering signierte den radikalislamischen Text in einem Vorwort, vielleicht ohne den Inhalt jemals gelesen zu haben. Müntefering wurde 1998 Landesvorsitzender in NRW, 1999 dann SPD Generalsekretär und schließlich, 2004, Bundesvorsitzender (95,1 % der Stimmen).

Will die SPD Vielweiberei und Hidschab integrieren? Ist das soeben Gehörte: „Dieser völligen Gleichheit als Gläubige vor Gott steht die Vorstellung der sich gegenseitig ergänzenden Teile gegenüber. Mann und Frau haben im Alltagsleben völlig verschiedene Aufgaben und Pflichten zu erfüllen“ jetzt zukunftsweisend sozialdemokratisch? Vorwärts, Genossen! Genossinnen abtreten zum Tassenspülen und Windelwechseln.

Bis 2006 war Yasemin Karakaşoğlu (auch Karakaşoğlu-Aydın) stellvertretende Vorsitzende der Muslimischen Akademie in Deutschland und ist bis heute Kuratorin dieser 2004 entstandenen Organisation, dessen Mitglieder, unter anderem sind das Hamideh Mohagheghi, Bekir Alboğa, Aydan Özoğuz, Heiner Bielefeldt und Barbara John, satzungsgemäß „zur Wahrnehmung, Reflexion und Vertretung der Pluralität des Islam als Religion, Kultur und Zivilisation bereit“ sind; das Märchen von den fröhlich bunten innerislamischen Möglichkeiten („die Vielfalt des Islam abbilden“) nutzt man halt immer wieder. Zum Tauhid gehört die Erkenntnis: Schöpfung, Weltgemeinde oder Gesetz, anders gesagt: Chaliq, Umma oder Scharia in der Mehrzahl gibt es nicht – und auch keinen Allah im Plural; eine „Pluralität des Islam“ widerspricht daher dem Koran.

Weiter mit Lale Akgün:

17. Die meisten Frauen tragen das Kopftuch aus Angst vor dem sozialen Druck, der in ihrer unmittelbaren Umgebung – Familie und Freunde – herrscht.

Und aus diesem Grund den Hidschab zu tragen, das darf nun wirklich nicht sein, wie sich Lale Akgün empört? Im Hinblick auf Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits ist Allahs Befehl frohgestimmt oder verängstigt Folge zu leisten, wer das verweigert, so stellt es Scheich Muḥammad Ṣāliḥ al-Munaǧǧid (Salih al-Munajjid, Betreiber der Fatwa-Seite Islam QA) fest: „wird der Strafe des Herrn ausgesetzt werden und die ist schwer und schmerzlich und Sein Feuer ist wahrhaftig heiß, will be exposed to the punishment of his Lord, because His punishment is severe and painful, and His Fire is hot indeed.“ Den Schleier nicht zu tragen ist eine sogenannte Große Sünde (a major sin), weiß auch Munajjids Lehrer, Scheich bin Baz.[12] Man darf das Kopftuch aus Angst tragen – aber nicht aus Angst vor den Mitmenschen (Akgün: „Familie und Freunde“), sondern aus Angst vor Allahs Gerichtsverhandlung.

19. Die Frage aller Fragen lautet: Welcher Islam gewinnt die Oberhand? Ist es ein moderner, der Zeit entsprechender Zukunfts-Islam, der die Werte des demokratischen Verfassungsstaats von innen stärkt? Oder werden die ultraorthodoxen Moscheevereine und Islamverbände triumphieren, die in ihrem Denken oft im Mittelalter verhaftet sind?

Warum stellt sich die zukunftsislamische Akgün jetzt nicht dem Fachbereich für Islamische Theologie der Uni Osnabrück entgegen, der im Oktober 2011 unter Rauf Ceylan und Bülent Ucar und im Beisein von viel Prominenz eine große Imam-al-Ghazali-Tagung durchführte? Aus der Türkei waren Halit Ünal (Kayseri; Promotion bei Prof. Falaturi in Köln), Yunus Apaydin (Kayseri), Abdurrahım Kozalı (Bursa), Yasar Aydınlı (Bursa) und Cemil Oruc (Elazığ) geladen,[13] denen allen doch wohl eher kein Widerstand der von Lale Akgün (ebenfalls 2011) so hoch gelobten reformislamischen Ankara-Schule entgegenschlägt. Allein der Tagungstitel: 900 Jahre al-Ġazālī im Spiegel der islamischen Wissenschaften lässt gar keinen Zweifel daran, dass die künftigen staatlich anerkannten Religionslehrer auch nach diesem im Jahre 1111 verstorbenen Imam ausgebildet werden sollen und die künftigen Schüler entsprechend abzurichten haben – mittelalterlich (wobei Allah und sein Gesetz den Kriterien der Zeit gar nicht unterliegen und Islamisches Denken niemals veraltet, sondern stets taufrisch bleibt; die Scharia ist insofern nicht mittelalterlich).

Als ob Mohammed gepredigt hätte, in dem und dem Bereich der Stadt oder des alltäglichen Lebens sei ein unislamisches Handeln kein Problem:

19. Wir werden sehen, dass die unheilvolle Islamisierung zu vieler Lebensbereiche, in denen Religion nichts zu suchen hat, zu weit fortgeschritten ist

Will Akgün den Schöpfer und Erhalter des Universums vom Beobachten abhalten wie eine Türsteherin: Kehr um Gott, du kommst hier nicht rein, eh Allah, du hast hier nichts zu suchen? Nein, ihr Raunen über die „unheilvolle“ Islamisierung könnte klassische Verstellung sein, Taqiyya, denn selbstredend ist der Islam absolut heilvoll, nämlich den Heilsbund erhaltend, heilssichernd. Die schiitische, durchaus schariakundige Rezensentin Meryem meint denn auch über Lale Akgün: „Ganz viele ihrer Ansichten teile ich nicht und halte sie auch für gefährlich, was das Seelenheil von Muslimen angeht.“[14]

Noch einmal:

Lebensbereiche, in denen Religion nichts zu suchen hat

Einen Sektor aus dem Geltungsbereich des himmlischen Gesetzes herauszuschneiden müsste bedeuten, Teile von Koran und Hadith zu vernichten, Allah gleichsam den Mund zu verbieten. Die sich hinter Beyza Bilgin (19.: „emeritierte Professorin an der Islamisch-Theologischen Fakultät der Universität Ankara“; 53.: „Beyza Bilgin, die theologische Beraterin dieses Buches“) versteckende Autorin Lale Akgün spricht nicht auf der Straße von Islamabad oder Kairo und haftet auch in Europa für nichts, protestiert beispielsweise nicht dagegen, dass im Januar 2012 Mustafa Cerić (ECFR-Mitglied) die Theologische Fakultät in Tübingen (Zentrum für Islamische Theologie) einweihen darf, was doch sicherlich bedeutet, dass auch die Theologie eines Yusuf al-Qaradawi (ECFR-Chef) und damit die Theologie der Muslimbruderschaft im Tübinger Hochschulbetrieb integriert ist.[15]

Akgüns einfältig und angeknipst wirkender Laizismus ist unverbindlich und, angesichts der rücksichtslosen Machtpolitik der global aktiven Muslimbrüder, allein damit ziemlich unglaubwürdig. Die Macht der Muftis und Scheiche kann besonders ungestört anwachsen, wenn der Nebel der Islambeschönigung die Sicht verwehrt. Hier macht Akgün sich schuldig, ob sie nun proislamistische Nebelwerferin sei oder naive Träumerin.

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt, singt Pippi Langstrumpf:

21. Männer und Frauen sind gleich wertvoll und gleichberechtigt. Und da im Koran »Gegenseitigkeit« herrscht, dürfen Frauen alles, was auch Männer dürfen.

Da ist sie wieder, Lale Akgüns Unverbindlichkeit in einer Zeit, in der die tunesischen Muslimbrüder versuchen, die Gleichberechtigung in der Verfassung des Staates durch den Grundsatz der Komplementarität (sous le principe de complémentarité) zu ersetzen, was echter alter Islam ist und (daher) auf die irdische Herabstufung der Frau hinauslaufen muss.[16] Auf Erden erbt die Frau nur die Hälfte, ihre Stimme vor Gericht gilt nur halb so viel, im Himmel sind Mann und Frau dann gleichberechtigt. Das ist kein „Islamismus“, das ist Koran (Islam).

Kein Imam in irgendeiner Moschee erzählt etwas von einer nach der Scharia möglichen und erstrebenswerten irdischen Gleichberechtigung von Mann und Frau, keine Freitagspredigt gestattet der Frau ein gelingendes Leben ohne Schleier oder dem muslimischen Mann ein sittlich gelingendes Leben mit Vorhaut, als Unbeschnittener. Solange ein Staat nicht verbietend eingreift, wird es den Hidschab und die Jungenbeschneidung geben. Bezeichnenderweise forderte Akgün im Juli 2012, wenn man nur genau liest, gar kein Verbot der Jungenbeschneidung, sondern ruft zum Grübeln auf und sinniert über Machismo, Initiation und alte Sitte sowie über eine angebliche türkische Debatte zum Thema, die sie uns schlicht nicht nachweist.[17]

Schlimme äußere Kräfte bekamen Mohammeds schöne Religion in den Griff, wenn man Akgün folgen möchte, und haben sie verunstaltet und zu einem „fundamentalistischen Gefängnis“ umgebaut. Zufällig oder nicht zufällig im Stile der ausgesprochenen Erneuerer der Urgemeinde von Medina, der sogenannten Salafisten, fordert auch Akgün eine Reinigung des Islam von Fremdeinflüssen wie dem Männerrecht. Da wird uns Mohammed doch glatt zum ersten Feministen: „Wir modernen Muslime müssen den Islam aus den Klauen des Patriarchats befreien“.[18]

30. Der Islam war für die Einwanderer etwas Persönliches, das nicht viel mit einer politischen Ideologie gemein hatte. … Zwar vermehren sich die Kopftücher auch im türkischen Straßenbild – in Deutschland fallen sie aber besonders auf

Stimmt schon, Allahgott senkte keine platte „politische Ideologie“ auf die Erde herab, sondern stiftete der Menschheit mit dem Dīn, „Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt und meine Gnade an euch vollendet und den Islam zur Religion bestimmt“ (Koran 5:3), die vollendete Gesellschaftsform, Gesetzlichkeit und Weltanschauung. Seltsamerweise versäumt es die einstige Leiterin (1997 bis 2002) des in Ohligs-Aufderhöhe, das ist ein Teil von Solingen, gelegenen nordrhein-westfälischen Landeszentrums für Zuwanderung, sich zu den allgemeinen Menschenrechten zu bekennen, die auch im Namen der Seelenrettung oder Scharia nicht außer Kraft zu setzen sind.

Henryk M. Broder und Ayaan Hirsi Ali findet Lale Akgün ganz schrecklich (Seite 48 bis 52), den Vornamen der Somalierin schreibt sie dabei falsch und Argumente liefert sich keine. Überhaupt müsse man unterscheiden (Seite 48), denn es gebe: „Gute Islamkritik, schlechte Islamkritik“

53. Islamkritiker, die für moderne Freiheitswerte streiten, dabei aber nicht selbstgerecht und ungerecht argumentieren, sind Mangelware, aber nötiger denn je. …

Islamkritiker, die diese Richtung einschlagen und für unsere modernen Freiheitsrechte streiten, sind auf dem richtigen Weg. Sie sollten nicht als »Islamfeinde« gebrandmarkt werden. Das sind sie nicht. Sie wollen nur einen Islam, der zu seinem Kern stößt, der nicht zerrieben wird zwischen den Machtansprüchen der Verbände und Prediger. …

Islamkritik muss differenzieren können

Hasan al-Banna und Sayyid Qutb sind zum „Kern“ (Akgün) des Islam erfolgreich vorgestoßen, daran haben wir gar keinen Zweifel. Gehören al-Banna und Qutb denn etwa nicht zum Akgünschen „Zukunfts-Islam“?

Substantiv bulūġ, puberty, Geschlechtsreife und Heiratsfähigkeit; Adjektiv bāliġ, mature, geschlechtsreif und heiratsfähig. Zum nicht zerriebenen „Kern“ (Akgün) des Islam gehören die Stellung der Frau und, dabei, nicht zuletzt das Islamische Heiratsalter. Nach der Scharia ist das Mädchen mit neun Jahren (Mondjahren) körperlich reif (bāliġ) für die Ehe und den Vollzug der Ehe:

Hadith von Buchari, Band 7, Buch 62, Nummer 64 zum Thema Islamisches Heiratsalter: „Aischa berichtete, dass der Prophet sie heiratete, als sie sechs Jahre alt war, und die Ehe vollzog, als sie neun Jahre alt war; danach blieb sie neun Jahre bei ihm. Narrated ‚Aisha: that the Prophet married her when she was six years old and he consummated his marriage when she was nine years old, and then she remained with him for nine years (i.e., till his death).“[19]

Der Autorin von Aufstand der Kopftuchmädchen ist bekannt, dass Griechenland die Rechtsspaltung im Familienrecht hat und der Mufti von Komotiní (Κομοτηνή), Cemali Meço, völlig legal und nach Allahs Scharia zehn- bis zwölfjährige Mädchen verheiratet, von denen manche wenig später schwanger in Düsseldorf auftauchen.[20]

Die erlaubte von der verbotenen Islamkritik abgrenzend, waltet Akgün ihres Amtes, leider ohne Ironie:

55. Und sie [die Islamkritik] muss in der Lage sein, auch einmal Selbstironie walten zu lassen – das alles auf der Grundlage einer grundsätzlich begrüßenswerten Vielfalt in der Gesellschaft.

Ungefähr so viel Vielfalt wie in Malaysia ungefähr, Mufti Lale? Dort schreibt das Familienministerium zur Religion:

1. Muss die Braut zustimmen, bevor die Heirat durchgeführt werden kann? Ja, die Zustimmung der Braut ist erforderlich. Von einer Frau, die erstmalig verheiratet wird (einer Jungfrau) kommt die Zustimmung von ihrem Wali Mudschbir (Heiratsvormund). 2. Kann die Jungfrau [islamrechtlich / nach der Scharia] in eine Ehe gezwungen werden? Ja … sofern die Ehe standesgemäß (sekufu = von gleichem sozialem Rang) und die Heirat der Braut keine Verletzung (dharar = Beschädigung / Verlust) ihrer (polit)religiösen Pflichten [syariat / šarīʿa. = Scharia] bringt.[21]

Aber wer weiß, vielleicht findet Scheichin Lale den Wali mudschbir (walī muǧbir, MÜCBİR VELÎ), den Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang, so richtig doof und ist zur Stunde unterwegs nach Kuala Lumpur, um den dortigen Aufstand der Kopftuchmädchen zu organisieren und der malaysischen Regierung endlich beizubringen, wie man den Koran autonom interpretiert, um zum „Zukunfts-Islam“ zu gelangen.

Im Islam ist der Mensch verstandesschwach, insbesondere die Scharia ist dem menschlichen Verstehen enthoben, was Zukunftsmuslima Lale nicht zu stören scheint. Die folgende Übersetzung (von Simon Abram) von Koransure 10:100 trifft den Geist von Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits durchaus genau, wir setzen das Englische nach Yusuf Ali dazwischen: „Niemandem steht es zu zu glauben, es sei denn mit Allahs Erlaubnis (No soul can believe, except by the will of Allah). Und Er läßt (Seinen) Zorn auf jene herab, die ihre Vernunft (dazu) nicht gebrauchen wollen (and He will place doubt (or obscurity) on those who will not understand).“[22]

Nur wenige Verse später und innerhalb von Sure 10:108 übersetzt Abram: „Wer nun dem rechten Weg folgt, der folge ihm allein zum Heil seiner eigenen Seele.“ Zu 10:100 wird Zorn gelegentlich und passend auch als Gräuel wiedergegeben; in Vernunft wiederum schwingt doch wohl stark fromme Einsicht mit, also weniger das wissenschaftliche Ratio; das in Klammern gesetzte Wort dazu verdeutlicht, zu welchem Zweck allein menschliche Geistestätigkeit einzusetzen ist, nämlich: Allah zufriedenzustellen und nicht zu erzürnen.

Lale Akgün hingegen lässt denselben Vers – ohne Quellenangabe – so übersetzen bzw. übersetzt ihn selbst; vorab wird die freiheitliche Demokratie noch schnell in den jenseitszentrierten und irdisch kulturrassistischen Islam integriert:

86. Der Islam ist eine vernünftige Religion, wenn er dementsprechend interpretiert wird. Er ist natürlich vereinbar mit Demokratie und Rechtsstaat, wenn er mit Vernunft ausgelegt wird. Der Begriff Verstand kommt im Koran ganze 49 Mal vor, etwa hier: »Gott wird diejenigen, die den Verstand nicht benutzen, mit der Ungläubigkeit bestrafen« (Sure 10 »Yunus«, Vers 100). …

Selbst einer der berühmtesten Hadithen macht auf die Vernunft des Menschen aufmerksam: »Der Glaube eines Menschen geht so weit wie sein Verstand, wer keinen Glauben hat, der kann auch keinen Verstand haben.«

Setzen sechs, leider hat die Autorin gar nichts verstanden. Nicht die Vernuft ist frei und der Glaube kreativ nachgeordnet. Es ist gerade umgekehrt, das Islamische Gesetz ist vollkommen und ewig und dein oder mein schwacher Verstand ist nur dazu da, die Richtigkeit der Offenbarung und Islamischen Gesellschaftsordnung bescheiden zu bestätigen. Wer also nicht über die Schönheiten der diskriminierenden Scharia in Jubel ausbricht und aus Furcht vor dem Strafgericht in Tränen, ist islamisch gesehen besonders dumm (sowie, noch schlimmer: ist ungläubig). Wer hingegen Zweitfrau und Verstoßung, Hidschab und Beschneidung (eigtl. auch die weibliche) hingegen verständig lobt, beweist seinen Īmān, seinen Glauben.

Der „berühmte“ Hadith, hochbrisanter Stoff, aber warum ohne Quelle, lässt sich bei Aiman Mazyek finden, auch dort ohne Quelle: „Wahrlich, alles Gute wird mit dem Verstand erkannt und keine Religion hat der, der keine Vernunft besitzt.“[23]

„Verstand“ (Allahbewusstsein!) ist ʿaql (nicht zu verwechseln mit ʿadl, Gerechtigkeit). „Religion“ (allgemein und energisch eingehaltenes Schariagesetz sowie errichtete oder in Errichtung befindliche Islamische Gesellschaft!) ist der dīn. Wir finden den Hadith als Nummer 54 in der schiitischen Sammlung „Auserlesenheit des Verstehens“, Tuhaful Uqool (Tuḥafu l-ʿUqūl, The Masterpieces of the Intellects), The Prophet said, ‘Verily all good is grasped through the intellect, and the man devoid of intellect has no religion.’[24]

Eine Nutzbarmachung schiitischer Hadithe und schiitischer Gelehrsamkeit durch die muslimbrudernahen Theologen könnte den Islam noch ein wenig erfolgreicher und dauerhafter gegen das Eindringen der Wassers kultureller Moderne imprägnieren bzw. könnte die gesellschaftliche Transformation Nordamerikas und Europas anhand der Vorgaben von Koran, al-Ghazali und Maududi noch mehr dynamisieren. Freunde des freiheitlichen Rechtsstaat sollten daher beobachten (nicht nur die Schiiten wie etwa Professor Ansarian (*1944),[25] sondern auch den sunnitischen Bereich betreffend bzw. die Kooperation zwischen Sunniten und Schia), wo und von wem der genannte Hadith, „einer der berühmtesten Hadithen“ (Akgün), oder eine andere schiitische Denkleistung herangezogen wird. Der den lediglich geringfügig anders übersetzten Hadith verwendende Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) und Mitgründer der Grünhelme (2003 mit Rupert Neudeck) Aiman Mazyek garantiert uns diesbezüglich durchaus islamrevolutionäre Brisanz.

Im November 2010 protestierte Mazyek gegen die angebliche „Islamhasserin“ Necla Kelek dergestalt, dass er seine FDP-Parteimitgliedschaft ruhen ließ, was er am 8. des Monats per Brief getan habe, der allerdings auch elf Tage später dem Empfänger, jedenfalls der FDP-Parteizentrale, nicht bekannt war. Wie auch immer und zurück zu den Fakten, erst am 6. November hatte die parteinahe Friedrich-Naumann-Stiftung der überzeugenden und mutigen Soziologin den Freiheitspreis verliehen. Auch die Haltung der FDP zu den verschärften Sicherheitsgesetzen sowie zu den Kopftuchverboten für Lehrerinnen nennt der 1969 in Aachen geborene Sohn einer Deutschen und eines Syrers als Grund für den lärmenden Parteiaustritt … andererseits, so richtig ausgetreten ist er der ZMD-Chef dann ja auch wieder nicht. Ob der Brief vom 8.11.2010 inzwischen bei irgendjemandem angekommen ist?[26]

Auch die schariaflexible Akgün bewirbt die Islamerklärung und Islamimplementierung über die sogenannten Offenbarungsanlässe (asbābi n-nuzūl), die bereits al-Wahidi auslotete (Abū al-Ḥasan ʿAlī ibn Aḥmad al-Wāḥidī: „Das Wissen vom Tafsir der Ayat ist nicht möglich, ohne dass man sich mit ihren Geschichten und der Erklärung (der Gründe) für ihre Offenbarung beschäftigt“) sowie als Buchtitel verwendete. Der Herr aus dem geschichtsreichen iranischen Nischapur, daher sein Beiname an-Naisaburi, starb 35 oder 36 Jahre eher als Imam al-Ghazali († 1111).[27]

Mehr als vier Jahrhunderte nach al-Wahidi erforschte Dschalal ad-Din as-Suyuti (Ǧalālu d-Dīn as-Suyūṭī, † 1505) die Spezialtechnik der Koranexegese (Tafsir) von den Asbab al-Nuzul. Mindestens sechs Punkte, so meinen es in unserer Zeit der kanadische Schariagelehrte Andrew Rippin (* 1950 in London)[28] und die anderen Theoretiker des Konzepts von den koranischen Offenbarungsanlässen, müssen sorgfältig ergründet werden, um die sich aus dem Koranwort ergebende heutige Schariapflicht festzustellen: 1. Was genau bedeutet das fragliche Wort, 2. worauf bezieht es sich an dieser Koranstelle, 3. wie steht es zu den benachbarten Versen, 4. welche Geschichte wird eigentlich erzählt und warum handeln die Beteiligten ausgerechnet so, 5. um welche Ereignisse und Personen geht es und wie stehen diese zum Heidenbrauchtum der Dschahiliyya, 6. wie verhält sich diese Koranstelle zur Gesamtheit Islamischen Rechts (Scharia) und welche schariatischen Anweisungen ergeben sich für diesen Einzelfall oder aber generell?

Die von Allah gesetzten Grenzen der Scharia selbst sind auch beim angeblich unbegrenzt demokratietauglichen Konzept von den asbābi n-nuzūl durch einen Menschen nicht anzutasten.

Der Rückgriff auf die asbābi n-nuzūl ist ein weltweit zunehmend beliebter Zaubertrick, mit dem ehrliche Islambändiger ebenso wie listige Islamradikale versuchen, die allzu menschenfeindlichen Standards der Scharia ein Weilchen zu umgehen, bemerkenswerterweise nahezu stets, ohne sich zur unveräußerlichen Geltung der universellen Menschenrechte zu bekennen:

68. Khorchide macht deutlich, dass hinter der historisch-kritischen Lesart des Korans die Forderung nach Verständnis des Korans steht. Und er weist im Folgenden darauf hin: »Die Muslime haben bereits im achten Jahrhundert eine eigene Hermeneutik entwickelt. Sie fragte nach den Anlässen der Offenbarung. Leider wurde diese Tradition nicht weiterverfolgt …«

Die erstaunliche Akgün zaubert einen beliebig flexiblen, durch und durch humanen Islam herbei, der sich spontan jedenfalls situationsabhängig zu grundrechtskompatiblen Regeln und Normen ausgestalten könne:

69. Wie die Menschen diese Prinzipien umsetzen, hängt vom jeweiligen Kontext ab. Und das wiederum bedeutet: Der Islam kann gar keine Verbotsreligion sein. Verbote sind konkrete Regelungen, die jede Zeit für sich neu finden muss.

Moment mal, ruft Akgün nicht eigentlich dazu auf, anhand der Maßgaben von halal und haram ganz im Hier und Jetzt ein paar frische Verbote zu produzieren?

Tatsächlich, der Himmel soll uns Regeln schenken:

Der Islam – wie auch die anderen Religionen – kann seinen Beitrag zur Aufstellung der zeitgemäßen Regeln leisten, indem er die normativen Grundlagen produziert. Aber auch nicht mehr!

Trennung von Staat und Glaubenslehre, freiheitliche Demokratie, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie allgemeine Menschenrechte dürfen die islamische oder andere religiöse Normsetzung denn nicht begrenzen?

Ein kulturell modernes Gemeinwesen, ein freiheitlicher Rechtsstaat ist so nicht aufzubauen.

Ansonsten liegt Frau Akgün richtig: die ‚Ulama sollen der Umma „die normativen Grundlagen“ verbindlich ausdeuten, die „zeitgemäßen Regeln“ für Europas Muslime müssen endlich her … Tariq Ramadan oder Mustafa Cerić sagen nichts anderes.

70. Der Koran, die Offenbarung Gottes, die dem Propheten im siebten Jahrhundert gesandt worden ist, kann heute nicht mehr so verstanden werden wie im siebten Jahrhundert. Heute muss man den Koran anders interpretieren als damals, weil sich der gesellschaftliche Kontext verändert hat. Wir müssen verstehen, welche Anliegen die Menschen damals hatten und welchen Sinn die damals gegebenen Antworten erfüllten. Auf der Grundlage dieser Hermeneutik kann man dann verstehen, welchen Sinn die heiligen Texte heute haben.

Wer von den asbābi n-nuzūl redet, will die heutige Legalisierung der ewigen Scharia. Der koranische Offenbarungsanlass schlechthin ist die 23 Ausbildungsjahre währende Transformation der Dschahiliyya in die Herrschaft (al-Hakimiyya) Allahs. Und weil Mohammed (arbeitete 23 Jahre lang) seine Religion schließlich nicht falsch verstanden hat, ergibt sich in Deutschland aus den ganz genau studierten Asbab al-Nuzul … der Aufbau des deutschen Kalifats. Ganz im Kontext von Zeit und Raum versteht sich (time and space, M. Cerić).

Zwar redet Lale Akgün listig um die Sache herum, doch bringt es Mustafa Cerić auf den Punkt, wir übersetzen aus The challenge of a single Muslim authority in Europe:

„Damit jedoch ist dieser Islamische Bund, die Scharia, ewig, unverhandelbar und unbegrenzt. Er ist ewig, weil Gottes Wort unendlich (azali) weit in die Vergangenheit reicht, nicht verhandelbar, weil er die Macht hat, Gehorsam durchzusetzen, und ohne Ende, da endlos (abad) in die Zukunft ragend. … Der Fiqh (das Islamische anzuwendende Recht) ist nicht die Scharia. Vielmehr ist er ein spezifisches Verständnis der Scharia. Demzufolge ist der Fiqh (das Verstehen) der Scharia einer einzelnen Person oder Gruppe nicht ewig, [sondern ist] verhandelbar und zeitlich begrenzt. Die Scharia ist das ewige Prinzip, auf dessen Basis jede einzelne Generation von Muslimen das Recht und die Pflicht hat, Urteile zu gut und böse, richtig und falsch zu treffen, ganz im Kontext von Zeit und Raum und anhand der eigenen Erfahrungen (in the context of its time and space in accordance with its own experience). So aber bleibt die Scharia die Muslimische moralische Autorität, verbunden mit der Schahada, der Autorität im Glauben.“[29]

Jetzt könnte sich die Autorin ja einfach von den Theologen des ECFR distanzieren und unzweideutig verlangen, dass Mustafa Cerić keinen Einfluss auf die im Aufbau befindlichen universitären Islamischen Theologischen Zentren hat. Akgün macht das aber nicht. Großes Schweigen.

Die Autorin unternimmt noch allerlei altbekannte und bislang noch stets tragisch gescheiterte Modernisierungsversuche. Sie lobt die spezifisch weibliche Islamausdeutung und kritisiert die angeblich durch das Patriarchat verdorbene Religion von Koran und Hadith („Nahed Selim: Nehmt den Männern den Koran“, Seite 70). Sie lobt etwa die etwa angenehmeren mekkanischen Suren gegenüber den bekanntermaßen (noch) intoleranteren aus der späteren medinensischen Epoche des Lebens Mohammeds, will also die Standards der Abrogation über den Haufen werfen (Seite 77, Mualla Selçuk zitierend). Sie behauptet, man könne (und solle doch endlich) ‚Ibadat und Mu’amalat trennen, die Pflichten gegenüber Allah von den Pflichten gegenüber den Mitmenschen (Seite 80; zum Thema gleich mehr). Sie redet vom Idschtihad und suggeriert damit dem Leser, jeder Muslim könne den Islam spirituell selbst ausdeuten, auf Schariagehorsam verzichten und trotzdem in den Himmel kommen. Sie geht sogar über den Idschtihad hinaus und greift, (die in der Türkei einflusslose) Beyza Bilgin zitierend, zu einer Art von beliebig beglückendem Islam oder Wohlfühlislam: „Frage nicht den Mufti, frage dein Herz“ (Seite 80). Na dann ist ja alles prima?

Nichts ist prima, und Liberalmuslima Akgün organisiert kein einzige Stunde Islamlehre oder Koranunterricht für Kinder und Jugendliche, in denen sie die Pflicht zur Einhaltung der Scharia mutig zurückweist.

100. indem Muslime von den anderen Bürgerinnen und Bürgern abgespalten werden. Es ist ein Mittel der … Apartheidpolitik der Verbände und Islamisten.

101. Der Spaltpilz der Islamisten wächst mittlerweile überall

Die finale Apartheid findet am Tag der Auferstehung statt und trennt die Menschen in Bewohner des Gartens und Bewohner des Feuers. Zwar ist die irdische islamkonzeptionelle Meidung der Nichtmuslime und ihrer Verhaltensweisen (al-walāʾ wal-barāʾa) damit lediglich eine Vorbereitung auf das eigentliche Dasein ewiger Apartheid, doch hat Allah persönlich die irdische Apartheid angeordnet. Das ist kein Islamismus, sondern echte Religion, weshalb es den Islam beschönigt, wenn Akgün von Islamisten spricht, denn der Leser muss nun denken, „der bekannte Neo-Islamist“ (Seite 99) Tariq Ramadan hätte seine Religion falsch verstanden und würde dem Koran großes Unrecht tun.

In Deutschland und Europa hat man schon längst mit weitverzweigten Netzwerken des politischen Islam zu tun, deren Führungsmannschaften vor allem weitere Keile zwischen Muslime und alle anderen treiben wollen.

Was demokratiefreundlich und engagiert klingt, wird, angesichts der Machtergreifung der Muslimbrüder in Tunis und Kairo dieser Jahre sowie angesichts der unangefochtenen Führungsrolle der Scheiche des muslimbrudernahen ECFR über die universitären theologischen Studien und den bekennenden Islamischen Religionsunterricht, auch in Deutschland zum Demokratieerhalt nicht ausreichen.

Es gibt keinen politischen Islam, es sei denn, sein erster Gründer wäre Mohammed. Was anderes bitte als: „Keile zwischen Muslime und alle anderen treiben“ tat denn der Prophet, der die Juden und Christen Medinas erst rechtlich diskriminierte und dann völlig vertrieb und zwischendurch viele von ihnen umbrachte? Der den Polytheisten das Recht auf Leben absprach und den Austritt aus dem Islam bei Todesstrafe untersagte? Ein besonderer dieser „Keile“ spaltet, vor allem auch innermuslimisch, Mann und Frau, mehr noch, verhindert weitgehend jede Empathie zwischen den Geschlechtern sowie ein ganzheitliches – weibliches oder männliches – Humanum. Innermuslimisch erschafft der Islam psychisch deformierte, gleichsam halbierte Männer und ebensolche Frauen, die (allenfalls) auf pathologische Weise zusammenpassen.

Hidschab nicht nur ein Tuch, sondern ein System, ist die häusliche sowie städtische Geometrie der Geschlechtertrennung. Statt Hidschab (arabisch) sagt man auf Persisch oder Urdu Parda, Schleier. Parda ist bei Maududi als Prinzip („System“) festgestellt, ein anderer Islam lässt sich bislang noch nirgendwo auf der Welt als Moscheegemeinde oder gar als Islamverband organisieren.

Zur DITIB (Seite 102 unten) verweist Akgün richtigerweise auf die türkische Zentralorganisation Diyanet:

103. auf der Internetseite von Diyanet … [war] lange Zeit ein Aufsatz zu lesen, der die Geschlechtertrennung forderte: »Frauen und Männer begehren einander … Deswegen dürfen sie, sofern sie nicht verheiratet sind oder verwandt sind, nicht zusammen sein … Wenn ein Mann und eine Frau alleine in einem Zimmer sind, ist der Dritte im Bunde der Teufel. … Auch sollen Frauen nicht alleine reisen. Und sie müssen hinschauen, wie sie mit einem fremden Mann sprechen. Sie sollen alle Sinne kontrollieren, damit der andere nicht sexuell erregt wird.« Die Frauenverachtung, die diesen Worten zugrunde liegt, muss gar nicht weiter kommentiert werden.

Doch, aber selbstverständlich müssen wir hier kommentieren, schließlich geht es, und zwar nicht nur in Ankara oder Istanbul, sondern auch in Berlin und in ganz Deutschland, nicht nur um „überwiegend sehr religiöse Schülerinnen aus meist bildungsfernen türkischen oder arabischen Familien“ (Islamverharmloser Jochen Möller 2010), sondern um die „Angst vor der Hölle“ (Möller) und schließlich stammt das Hadithwort nicht von der gegenmodern aktiven türkischen Religionsbehörde, sondern, versichert al-Tirmidhi, von Mohammed selbst: The Prophet said, „Whenever a man is alone with a woman the Devil makes a third.“[30] Offensichtlich ist Lale Akgün, die irgendwie liberalislamische Referentin der zweiten Kritischen Islamkonferenz (2013) nicht mutig genug, die Frauenverachtung des als vollkommenes Geschöpf geltenden Propheten anzuprangern und einen Religionsunterricht zu fordern, welcher der korangemäß antrainierten „Angst vor der Hölle“ keinen, aber auch gar keinen Raum lässt.

Akgün zur deutschen Variante des türkischen Staatsislam:

103. Nun ist die DITIB keine radikale Islamistenvereinigung. Aber ihre Funktionäre sind knackkonservativ, ihr Geschlechterbild stammt aus den Annalen rechtskonservativer Kreise, wie man es ansonsten vielleicht vor allem bei Burschenschaften oder ultratraditionalistischen christlichen Gruppen findet.

Da muss man die DITIB-Führer doch beinahe in Schutz nehmen, die ihr Bild von Mann und Frau nicht von Bayarns CSU oder von der Bonner Burschenschaft Frankonia, sondern vom Schöpfer des Weltalls beziehen, von Allah. Oder bezeichnet Lale Akgün neuerdings Allahs Liebling als einen knackig konservativen Ultratraditionalisten? Damit täte sie dem zwar abstoßend brutalen, aber machttechnisch durchaus innovativen Religions- und Staatsgründer Mohammed Unrecht.

115. die islamistischen Organisationen und Prediger … bieten einen Islam, der Ge- und Verbote ausspricht.

Zu nichts anderem hat der Prophet die Religion verkündet: um den Menschen Allahs Befehl zu erläutern, der befolgt werden muss, wenn auch mit dem letzten Ziel der ewigen Heimkehr in den himmlischen Garten.

Sie bieten einen Islam, der vor allem auf Rituale und Äußerlichkeiten setzt, wie das Kopftuch, oder auf mittelalterliche Tugendgebote, wie etwa das Verbot, Frauen die Hand zu schütteln

Der den Teufel abhaltende und das Heil der Seele bewahrende Hidschab ist keine Äußerlichkeit. Die Jungenbeschneidung zu kritisieren traut sich Akgün bezeichnenderweise gar nicht erst. Die Schariapflichten sind ewig, der Islam hat (aus seiner Sicht) auch deswegen gar kein Mittelalter erlebt, sondern ein für alle Mal die scheußliche Dschahiliyya in die Zivilisation von Medina verwandelt, die einzig sittlich zu nennende menschliche Lebensweise.

Und sie krempeln eine Religion um, die eigentlich sehr intim ist.

Will uns Akgün angesichts einer angeblichen echtmuslimischen pauschalen frommen Innigkeit zum Schweigen bringen über die Menschenrechtswidrigkeit des Islamischen Rechts? Intim verweist auf Sexuelles, und die Scharia ist in der Tat auch am Bereich des Genitalen (übergriffig) hoch interessiert. Oder tastet der Islamkritiker dem Muslim-an-sich in den Intimbereich und schweige gefälligst?

Die Autorin suggeriert dem Leser („krempeln … um“), dass die deutschen Islamverbände den Islam verfremdet hätten und ihn missbrauchen würden. Damit missdeutet Akgün die Islamische Theologie, was sie völlig bewusst tut, sei es im Rahmen der Sicherung der eigenen Karriere oder einer willigen Zuarbeit für die Scharialobby.

Es gibt mit (leider allzu oft löchriger) Erinnerung aufgeladene Kalenderdaten, an denen die Schariafront noch leichter zum Ziel kommt als sonst, weil die Gutmenschen an diesen Tagen besonders masochistisch einknicken dürfen. 2006 etwa tagte die Geschäftsführung von Schäubles erster Islamkonferenz an einem wie zufällig gewählten neunten November, dem Tag also, der vor allem auch für das Jahr 1938 steht und damit für die vom NS-Regime gesteuerten, durch Morde, Verhaftungen und nicht zuletzt durch das Verbrennen von Synagogen gekennzeichneten Novemberpogrome.[31] Wenn ohnehin schon kaum noch jemand die Scharia zu kritisieren wagt, ein deutscher Politiker tut das gewiss nicht an einem 9.11. Echte oder vermeintliche Beleidigungen gegen den Islam gehören sich für einen politisch korrekten Politiker gerade auch in der Nähe zu einem christlichen Feiertag ebenfalls gar nicht, der islamische deutsche Zentralrat koreographiert seine „Ereignisse“ schaffende Vorgehensweise (road map) entsprechend.

Im Jahr 2011 sowie drei Tage vor Weihnachten, also an einem 21. Dezember, wurde im Düsseldorfer Landtag der Islamische Religionsunterricht beschlossen (Übergangsvorschrift § 132a), im Fieber teutonischer Weinachtsseligkeit will sich niemand gerne als Religionsfeind oder Fremdenfeind ausmachen lassen, was die Muslimbruderschaft natürlich weiß. Ebenfalls an einem 21.12., wenn auch vier Jahre eher (2007), hatte Lale Akgün, damals schon vom ihr fraglos zugänglichen liberalen Islam raunend, die Auflösung der Deutschen Islamkonferenz gefordert (dieses Ende fordern auch wir), dabei jedoch ernsthaft behauptet, dass die Schariapraktiker dem Bereich der islamischen Religiosität eigentlich gar nicht zuzurechnen seien: „Es zeigt, dass diese radikalen Muslime den Islam nicht als Religion, sondern als Ideologie sehen. Das sollte man sauber trennen von den normalen Muslimen, den frommen und nicht frommen, die eine normale Religiosität an den Tag legen.“[32]

Aha: Wenn wir jetzt mit der unter deutschen Sozialdemokraten berühmten Islamreformerin Akgün ganz „sauber trennen“, wären Nadeem Elyas, Pierre Vogel und Tariq Ramadan keine Normalmuslime, sondern religiös abnorm, islamisch entartet. Endlich, Mufti Lale bringt die Moscheevereine auf Kurs. Auch die nächste Datumssymbolik kann Zufall sein, doch genau ein Jahr, einen Monat und einen Tag später empfahl sich Akgün wenig verhohlen selbst zur künftigen Bundespräsidentin.[33]

Die (islamisch gesehen) in die diesseitige Welt hinein gegebene, gottgeschaffene Scharia übersteigt das menschliche Denkvermögen und ruft die Menschen zur Schaffung von Gesetzen (Fiqh) auf, die eine ewige Heimkehr in die Nähe zu Allah nicht verspielen. Auf Erden dient das Islamische Recht (Scharia, Fiqh) damit der Abwehr Satans und der Rettung der Seele vor dem Höllenfeuer. Nicht für Spaßmuslima Lale:

121. »Fiqh« ist die Wissenschaft über die Rechtsvorschriften im islamischen Rechtssystem Scharia, durch die alle Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens im Islam geregelt werden. In den religiösen Staaten untersteht man in einer bestimmten Weise der Religion, ob man will oder nicht.

Und den religiösen Staat schlechthin gründete Mohammed.

In Ägypten wird die Ehe mit einer Muslimin annulliert, wenn der Mann die Religion verlässt, und die gemeinsamen Kinder werden fortan nur noch von der muslimischen Mutter erzogen.

Nicht in Ägypten ist das so, im Islam ist das so! Die Türkei ist seit Beschussfassung des Gesetzes Nr. 431 vom 3. März 1924 – seit dem Zusammenbruch der Himmlischen Herrschaft, des Kalifats – einfach (noch) nicht islamisch genug.

Koran 5:3 sagt statt Religion Dīn, das ist göttlicher Schariabefehl und irdisch zu errichtende Herrschaft Allahs, Übersetzung nach Paret: „Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt (so daß nichts mehr daran fehlt) und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, daß ihr den Islam als Religion habt.“ Weil es also nach Sure 5 Vers 3 keine zwei Islame oder sagt man Islams gibt, gründete Mohammed den „Staatsislam“ (Akgün), den von Allah offenbarten Dīn:

122. Wer in einem Land mit Staatsislam lebt, ist dem Zwang der Gesetze unterworfen, die sich auf eine göttliche Ordnung berufen. Jeder dieser Staaten verkündet zudem seine eigene Auslegung dieser göttlichen Ordnung.

Der Islam ist nur einmal verkündet worden, 23 Jahre lang, die Zeitdauer des Wirkens Mohammeds. Von zwei muslimischen Gläubigen hat nicht der Schludrige, sondern der Radikale Recht:

Pakistan, Syrien und Iran sind »Fiqh«-Länder, die ihre Bürger zwingen, ihre muslimische Auslegung als die allgemeingültige zu akzeptieren.

Das hier betrachtete Buch erschien 2011, Akgün hätte inzwischen doch einfach fordern können, dass mit der Ortsvertretung der Teheraner Mullahs (Islamisches Zentrum Hamburg) kein echter oder unechter Hamburger Staatsvertrag abzuschließen ist (elitär und ziemlich klandestin unterzeichnet am 13.11.2012, demokratisch legitimiert durch die Hamburger Bürgerschaft am 13.06.2013). Die bekennende Vordenkerin des „Zukunfts-Islams“ hätte doch einmal unmissverständlich verlangen können, dass sich der, wie Pakistan zumeist der hanafitischen Rechtsschule zurechnende, türkische organisierte Islam (denken wir nur an Diyanet / DITIB, ein veritabler Staatsislam übrigens) von der pakistanischen islamischen Religionspraxis sprich islamischen Staatsführung distanziert und andernfalls von der Mitgestaltung des bekennenden Religionsunterricht ausgeschlossen bleibt. Offensichtlich hat Liberalmuslima Akgün hier nichts getan.

122. Aber auch Marokko nennt sich selbst einen islamischen Staat, trotzdem hat das Königshaus eine veritable moderne Familiengesetzgebung entwickelt. Gibt es in Syrien Platz für vier Ehefrauen im Ausweis des Mannes, so ist in Marokko die Vielehe abgeschafft. Auch andere rückständige Traditionen, wie etwa die Eheaufsicht, wonach eine Frau die Ehe nur im Beisein eines »Tutors«, ihres Vaters zum Beispiel, eingehen durfte, wurden abgeschafft.

Der Heiratsvormund ist der Wali, ohne den eine Frau im Islam nicht rechtsgültig (halal) heiraten darf. Vor allem der Vater der Braut hat als Wali mudschbir, Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang, das von Allah eingeräumte Recht, seine jungfräuliche Tochter auch ohne oder gegen ihren Willen zu verheiraten, was auch gar kein „Islamismus“ ist, sondern echter alter Islam. Offizielles Heiratsalter in Marokko ist achtzehn Jahre. Das von der Autorin gerade so hoch gelobte Land zwingt im Jahr 2012 eine 16-Jährige, ihren Vergewaltiger zu heiraten, Amina El Filali brachte sich inzwischen mit Rattengift um.[34] Nach Artikel 475 des marokkanischen Strafrechts entgeht der Vergewaltiger im Falle einer Heirat mit seinem Opfer der Haftstrafe – und Lale Akgün blickt einfach woanders hin und lobt Marokkos Familienrecht als: „eine veritable moderne Familiengesetzgebung.“ Offensichtlich am Thema wenig interessiert gibt Akgün auch noch Falschinformation heraus bzw. weiter, denn nach der aktuellen Moudawana, dem marokkanischen Personenstands- und Familienrecht, ist La polygamie, die korangemäße Vielweiberei, keineswegs verboten, sondern lediglich etwas schwieriger zu erreichen.[35]

Vorsicht, den folgenden Satz zweimal lesen:

123. Eine andere große religiöse Minderheit, die Aleviten, wird gar nicht erst als gleichberechtigte Religionsgemeinschaft anerkannt.

Faktenfern und hetzerisch kritisiert und verspottet Akgün den kulturell modernen und demokratisch aufgebauten Verband Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF) als nahezu areligiös und kaum vertretungsbefugt (Akgün: „der in religiöser Hinsicht eher schwächelt … die AABF als Dachverband mit – sagen wir mal – … nicht gerade gefestigter Struktur und Historie“) und lobt die vielleicht einen Unterwanderungsversuch darstellende „alevitische“ Organisation CEM:[36]

132. Innerhalb der Aleviten gibt es zwei diametrale Strömungen. Während die alevitische Gemeinde die Position vertritt, dass das Alevitentum ein eigener Glaube ist, vertritt die Cem-Stiftung die Position, dass die Aleviten Teil des Islam sind.

Für uns ist und bleibt der Begriff Cem natürlich die ehrenwerte alevitische kultische Handlung und steht damit hierzulande für AABF, die dubiose Cem-Stiftung hingegen sollte man eigentlich einfach beschweigen. Die staatlichen türkischen Versuche der zwangsweisen Sunnitisierung (Schariatisierung!) der geschichtlich gewachsenen, schiitisch-imamitisch, mystisch sowie alttürkisch geprägten Aleviten lehnen wir ab. Das tun wir auch im Gedenken an die Opfer des Brandanschlags von Sivas. Dort verbrannten am 2. Juli 1993 35 Aleviten und zwei Hotelangestellte. Pünktlich nach dem Ende des Freitagsgebets war das ein alevitisches Kulturfestival beherbergende Madımak-Hotel durch einen mehrere Tausend erregte Parteigänger der Scharia umfassenden Mob eingekreist und angezündet worden.[37]

Zu der staatlich gelenkten, radikalislamischen und pseudoalevitischen Kulisse der Cem-Stiftung und der authentisch alevitischen AABF hat sich Lale Akgün ausnahmsweise einmal deutlich positioniert.

188. und auch der Feminismus muslimischer Frauen und Männer wird stärker und stärker – manchmal leider vom Westen unbemerkt.

Dieser schlimme Westen, so was von unaufmerksam!

189. Die in Pakistan geborene Riffat Hassan meint, im Koran herrsche Gleichheit vor Gott und Ungleichheit in der Gesellschaft. Oder anders gesagt, die »Ibadat«-Verse des Korans, die Glaubens- und Ritenverse, kennen keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern, die »Muamalat«-Verse, die sich mit den sozialen und zwischenmenschlichen Beziehungen befassen, hingegen schon; was man letzteren gar nicht vorwerfen kann, weil sie sich auf die Zeit- und Ortsumstände der Arabischen Halbinsel vor 1400 Jahren beziehen.

In der Tat, für die mit weichgespülten Koranzitaten nur so um sich werfende Islamfeministin aus Louisville, Kentucky, ist der Koran das Urbild aller Menschenrechtserklärungen. Allah selbst nämlich teile, so lesen wir verblüfft, stündlich massenhaft Glück, Gutes Leben, Gerechtigkeit und Gleichheit für alle aus. Wenn uns heute im Bereich des Islam irgendwo Ungerechtigkeit oder Ungleichheit begegnet, dann liegt das, meint Koranschönrednerin Riffat Hassan allen Ernstes, nicht am Islam, sondern an der schlimmen patriarchalischen Kultur. Wer eigentlich den Menschen Rechte gewähre, ist Allah. Gegenmodern und islamrevolutionär ist auch Riffat Hassans ebenso permanentes wie keinen Widerspruch duldendes Spalten von Welt und Menschheit in West und Ost.[38]

„This is a misunderstanding. Das ist ein Missverständnis“ hatte Sayyid Qutb (The Characteristics of the Islamic Concept) eindeutig festgestellt zum Versuch des nun auch von der Kölner Sozialdemokratin und Psychologin beworbenen Aufspaltens des Schariabefehls in gottesdienstlich und zwischenmenschlich, in die Bereiche Fiqhu l-ʿIbādāt und Fiqhu l-Muʿāmalāt: „Der Islam gestattet so eine Aufteilung und Einschränkung gar nicht. Islam does not admit of such kinds of division and limits. Islam is a unity and such a kind of concept is against its very basis.“ Der 1966 hingerichtete ägyptische Theologe der Muslimbrüder kennt seine Religion: „Islam ist Einheit“, da wird erst gar nichts zerrissen in Ibadat und Muamalat! Der Koran wird schließlich auch nicht zerrissen, man stelle sich das nur vor. Koranspalten hieße Allah halbieren wollen. Kalifat ist Gebet, Indeed, the Islamic way of life is nothing but the realization of the meaning of worship from beginning to end, alles andere wäre Krieg gegen Gott, a rebellion against the din of Allah.[39]

216. Sie [die von Akgün so gerne Ultras genannten Ultraorthodoxen, die Schariatreuen] haben es bloß noch nicht begriffen: Die Botschaft des Koran betont im Kern die Gleichheit von Mann und Frau.

Das ist im „Kern“ (Akgün) einfach nicht wahr, der Islam ist gerade hier echte Kernspaltung.

Auch die Kölnerin und gelernte Psychologin kommt am Hidschab nicht vorbei (pp 224-236), wendet sich der historischen Realität der arabischen Halbinsel des 7. und 6. Jahrhunderts der Zeitrechnung zu und behauptet tatsachenfern und, wie es so viele Islamapologeten tun, großzügig auf jeden Beleg verzichtend:

229. Das Kopftuch zu Zeiten des Propheten war eine Verbesserung der Frauenrechte im Vergleich zu den dunklen Zeiten davor.

Witwe und Fernhandels-Geschäftsführerin Chadidscha (Ḫadīğa, * um 555; † um 619) suchte sich innerhalb der eigenen Speditionsfirma einen erstaunliche eineinhalb Jahrzehnte jüngeren, sehr tüchtigen Kaufmann zur Heirat selbst aus. Der erfolgreiche Außendienstler und Unterhändler trug den Namen Mohammed. Der nachmalige Prophet verunmöglichte den arabischen Frauen im Namen der neuen Religion, Chadidschas hohe soziale Position jemals zu auch nur annähernd erreichen, sondern hatte islamisch vorbildlichen ehelichen Geschlechtsverkehr mit Aischa der Neunjährigen. Die letzten mutigen Verteidigerinnen der relativ hohen vorislamischen arabischen Frauenrolle ereilte ein seither typisch islamisches Los. Prominente Südaraberinnen hatten vom Tod Mohammeds vernommen, sie frohlockten und schöpften Hoffnung „denn der Islam hatte ihnen so viele Einschränkungen gebracht, because of the limitations Islam had brought to them.“ Die jubelnden Frauen luden ihre Freundinnen ein, bemalten einander die Hände festlich mit Henna und schlugen das Tambourin. Da aber sandte Abu Bakr den getreuen al-Muhadschir aus, und dieser ließ den Frauen von Kindah und Hadramaut die Hände abhacken, al-Muhagir cut off the woman’s hands.[40]

Die Kritiker des Hidschab sollen nicht mehr so genau hinsehen, die kulturrelativistischen Gutmenschen aber dürfen jeden Kopftuchgegner laut als Spinner beschimpfen und als Verhinderer einer demokratietauglichen Weiterentwicklung des Islam, Mufti Lale erklärt den Zukunfts-Islam:

229. Folglich ist ein Kopftuch heutzutage gar nicht mehr nötig. Das Kopftuch ist out. Keiner braucht es mehr.

Gut gebrüllt Löwin. Wie immer, das aufständische Kopftuchmädchen Lale Akgün haftet für nichts. Kein Imam bewegt sich schleierpolitisch auch nur einen Millimeter.

233. Schülerinnen sollten erst ab dem Alter der Religionsmündigkeit, also mit 14 Jahren, die Erlaubnis bekommen, ein Kopftuch zu tragen.

Der Kausalzusammenhang („also“) ist islamisch betrachtet genau falsch, da Allah das Alter der religiösen Reife für Mädchen nicht auf 14, sondern auf neun Jahre festgesetzt hat. Ein Mädchen aber, das jünger ist als neun, muss ja auch nach Meinung sämtlicher Ayatollahs, Muftis und Scheiche keinen Schleier tragen.

Deswegen erfindet Mufti Lale, ganz in der Manier von Pippi Langstrumpf (Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt), einen neuen Islam, eine Freitagspredigt darf sie aber gar nicht halten:

233. Nur die wenigsten gläubigen Mädchen wissen, dass das Kopftuch keine religiöse Pflicht ist.

Akgün gründet keine Moschee, sondern tut einfach so, als seien die den Schleier fordernden Autoritäten al-Ghazali († 1111) oder al-Dschauzi († 1200) islamisch nicht verbindlich. Die Sozialdemokratin schweigt dazu, dass an unseren Hochschulen Imame und Lehrer völlig ghazalitreu ausgebildet werden. Man könnte eine Arbeitsteilung zwischen schleierfordernden Islamverbänden und Nebel werfenden vorlauten Kopftuchentsorgerinnen vermuten. Diesen frommen Einsatz, nämlich selbst ohne Kopftuch für das überall legalisierte Kopftuch zu kämpfen, kennen wir von Muslimbrudertochter Emel Zeynelabidin (vgl. Sägefisch 097. Emels haariger Dschihad).[41]

Allahs Radiergummi kann einen Gegenstand auch aus unserer Wahrnehmung auslöschen, indem er voller Empörung zwei andere Sachen beschreibt, links dieses Tüchlein auf dem Haupthaar („Kopftuch“), rechts die schreckliche Burka und den Niqab oder Gesichtsschleier. Die Doktrin der Bedeckung (anglisiert hijab; purdah) ist natürlich weder das eine noch das andere, Wirbelderwisch Akgün hüpft zielsicher über den Hidschab hinweg, um ihn nicht zur Sprache bringen zu müssen, drittletztes heute betrachtetes Zitat von Lale Akgün:

235. Burka und Niqab sind Steigerungen des Kopftuchs. Sie begnügen sich nicht damit, die Kopfhaare der Frau zu verdecken, sie wollen alles verhüllen. Das Gesicht, die Hände, Füße, Haare – kurzum: Die göttliche Schöpfung soll so defizitär sein, dass der Mensch sie verstecken muss.

Der Hidschab kann ungestört in die Bildungsprogramme der Imamausbildung und in den versetzungsrelevanten IRU integriert werden, was Kopftuchbequatscherin Akgün offensichtlich billigend in Kauf nimmt: das geschlechtsreife Mädchen muss ihren Körper mit dickem Tuch bedecken, Nummer 4092 bei dem im Jahre 888 d. Z. verstorbenen Hadithsammler Abū Dāwūd ist der zentrale Kopftuchhadith, der schließlich auch in ganz Europa gelesen wird:

Asmāʾ, ummu l-muʿminīn, die Tochter des Abū Bakr, kam zum Propheten, mit dünner Kleidung, der Prophet wendete sich ab von ihr und sagte: „Oh Asma, wenn eine Frau das Alter der Menstruation erreicht, darf man nichts von ihr sehen außer das und das“, und er zeigte auf Gesicht und Hände.[42]

Ô Asma, quand la fille devient pubère, il ne convient pas de voir d’elle une autre partie que celles-ci (et il lui indiqua le visage et les mains).[43]

O Asmaa, if a woman reaches the age of menstruation, it is not allowed that any of her should be seen except this – and he pointed to his face and two hands.[44]

237. Indem die Konservativen den Koran wörtlich auslegen, halten sie die Frauen in den Fesseln der Konventionen der Arabischen Halbinsel des sechsten und siebten Jahrhunderts. … Richtig ist: Eine muslimische Frau darf alles, was ein muslimischer Mann darf.

Kennen Sie Lale Langstrumpf? Ich mach mir die Scharia … Widdewidde wie sie mir gefällt.

Letztes Akgünzitat, lassen wir es beinahe unkommentiert:

244. Auch bei der Scheidung werden dem Mann in islamistischer Lesart die größeren Rechte zugesprochen – worauf hier nicht näher eingegangen werden soll.

Schade. Es hätte übrigens islamisch heißen müssen (nicht „islamistisch“).

Liberaler Islam ist … Yaşar Nuri Öztürk.

Yaşar Nuri Öztürk wird international als wichtiger Gewährsmann genannt, wenn es um die angebliche grundsätzliche islamische Menschenfreundlichkeit und die ebenso angeblich erforderliche sowie mögliche Islamreform geht. Wie wohl kein Zweiter steht der Jurist, Islamische Theologe und Islamische Religionsphilosoph in der Türkei für das Fabelwesen Liberaler Islam, und genau wie Lale Akgün will auch Öztürk den Koran nicht zensieren oder gar umschreiben, sondern von Fremdeinflüssen reinigen, möchte einen „im Kern“ angeblich gerechten Islam weniger reformieren als vielmehr in unserer modernen Zeit rekonstruieren.

Von Schmeichlern oder Bewunderern als der Martin Luther des Islam geehrt oder jedenfalls als Islamreformer, betont der sich selbst richtigerweise in der Nachfolge von Jamal al-Din al-Afghani und Muhammad Abduh erblickende ehemalige Dekan der Theologischen Fakultät an der Universität Istanbul (1993 bis 2002), dass der Islam eine Umgestaltung nicht benötige, sondern nichts als seine von Verunreinigung befreite, zu Gerechtigkeit und Vernunft rufende Urgestalt.

Lale Akgün wie Yaşar Nuri Öztürk können wir der weltweiten Zurück-zum-Koran-Bewegung zuzählen (The „Back to the Quran“ movement; Le retour à l’essence du Coran). Islamisch-theologisch sowie folgenreich demokratiegefährdend kann diese Bewegung wahrscheinlich nichts anderes sein als die uns von Tariq Ramadan oder Pierre Vogel bestens bekannte erneuerte Urgemeindlichkeit („Salafismus“). Damit wäre die Bewegung verwirrend vielfältig. Auf den ersten Blick nicht weniger heterogen erscheint die mit der Zurück-zum-Koran-Bewegung dicht verwandte wenn nicht identische Bewegung der Koranisten oder Quraniyoon (al-Qurʿāniyūn), zu der die Chinesen Ma Qixi (1857–1914) und Hu Songshan (1880–1955) ebenso gerechnet werden wie Gamal al-Banna (1920–2013, der angeblich demokratiefreundliche jüngste Bruder des Gründers der Muslimbruderschaft Hassan al-Banna), der ägyptisch-amerikanische Biochemiker Rashad Khalifa (United Submitters International, USI) oder die bekennende Zwölferschiitin, Feministin und Lesbe Irshad Manji.

Manji gehörte mit den glaubhaften und mutigen Intellektuellen Taslima Nasreen, Ayaan Hirsi Ali, Salman Rushdie, Caroline Fourest und Maryam Namazie zu den Unterzeichnern des MANIFESTO: Together facing the new totalitarianism (MANIFESTE : FAIRE FACE ENSEMBLE AU NOUVEAU TOTALITARISME). Am 1. März 2006 wurde das Manifest der Zwölf in der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo publiziert, in Reaktion auf den Streit um die Mohammedkarikaturen.

Leider begeht auch das Manifest der Zwölf den verhängnisvollen Fehler, von Islamismus zu reden und nicht vom Islam: „Wie alle Totalitarismen nährt sich der Islamismus aus der Angst und der Frustration … Der Islamismus ist eine reaktionäre Ideologie (Like all totalitarian ideologies, Islamism is nurtured by fear and frustration. … Islamism is a reactionary ideology … Comme tous les totalitarismes, l’islamisme se nourrit de peurs et de frustrations. … L’islamisme est une idéologie réactionnaire),[45] das ist schlicht Unsinn: Allah sandte der Menschheit den Dīn herab und der wirklich starke Īmān (Iman ist, an Allah zu glauben, seine Engel, seine Bücher, seine Gesandten, den letzten Tag und die Vorherbestimmung in guten wie in bösen Dingen)[46] begünstigt im Diesseits und im Jenseits die Mutigen und Erfolgreichen (auf Kosten der Dhimmis, Harbis und Frauen). Der Islam (nicht: der Islamismus) ist auch nicht rückwärtsgewandt, sondern jenseitszentriert: es geht vorwärts mit Mohammed ins Paradies und bedarfsweise über Leichen. Und das Ganze ist auch keine Ideologie (ideology, idéologie), sondern echter Monotheismus, reine Religion. Man sollte endlich damit beginnen, den Islam ernst zu nehmen.

Erkennen wir Lale Akgün mit Yaşar Nuri Öztürk etwas genauer und Herrn Öztürk selbst gleich mit, in Der verfälschte Islam (p 46) schreibt Öztürk:

„Für den Begriff »Haus des Friedens / Haus des Islams« hat man den Begriff »Haus des Rechts« (darü`l-ahkam) verwandt, damit also ein Land bezeichnet, in dem kanonische Regeln zur Anwendung kommen und in dem es Rechtsstaatlichkeit gibt. Dabei fällt ins Auge, dass vom »Recht« und nicht vom »islamischen Recht« gesprochen wird.“

Der listige Theologe weiß, dass der Plural von Ḥukm, Recht, nicht einfach irgendeine Anordnung ist, sondern stets der legale (islamische) Befehl: mit der Mehrzahlform aḥkām[47] sind die fünf Stufen der Bewertung einer menschlichen Handlung gemeint: absolut verpflichtend, lobenswert und empfohlen, beliebig und neutral, unerwünscht und missbilligt, absolut verboten, arabisch: 1. wāǧib bzw. farḍ (als deine Tat gewiss heilssichernd), 2. mandūb bzw. mustaḥabb (sehr gerne gesehen bei den Menschen und vor allem bei Allah, andererseits wird das Unterlassen im Diesseits und im Jenseits nicht bestraft), 3. mubāḥ (neutral), 4. makrūḥ (deine Tat wird nicht bestraft, die Unterlassung ist aber gesellschaftlich erwünscht und erfreut vor allem Allah, was im Jenseits von Vorteil ist), 5. ḥarām (es trotzdem zu tun, führt dich ziemlich wahrscheinlich in die ewigen Flammen und nicht mehr heraus). Noch zur Konsonantengruppe ḥ-k-m: Den sechsten Kalifen aus dem Geschlecht der Fatimiden nannte man Ḥākim bi-ʿAmri Llāh, Der auf Gottes Geheiß herrscht (* 985; † 1021). Das weiter unten noch anzusprechende Buch der Weisungen für Frauen eines im Jahre 1200 verstorbenen Islamischen Gelehrten ist das Kitāb Aḥkām an-Nisāʾ. Und der höchste und eigentliche Beurteiler und Verurteiler, nämlich Allāh, trägt die Namen al-Ḥakīm, der Weise, und al-Ḥākim, der Richter.

Öztürk hat Taqiyya gemacht, die juristisch gebändigte Landschaft oder Zone „dāru l-aḥkām“ ist gerade kein freiheitlicher Verfassungsstaat, sondern das Haus der Scharia.

Der liberalislamische Jurist und Islamrestaurator (a. a. O. 52) identifiziert alle Mu’amalat (zwischenmenschlichen Pflichten) beinahe als ‚Ibadat (gottesdienstlichen Pflichten), was Lale Akgün, wie wir gesehen haben, ja zurückgewiesen hatte und scharf getrennt wissen will, jedenfalls setzt Öztürk zumindest fromme menschliche Arbeit und islamisches Gebet explizit gleich:

„Unter diesen Umständen sind geistig-wissenschaftliche Aktivitäten nicht nur irgendeine, sondern die höchste Form des Gebets. Der größte islamische Denker im 20. Jh., der pakistanische Dichter und Philosoph Iqbal (gestorben 1938) fasste diese Erkenntnis in folgende Worte: »The truth is that all form of knowledge is essentially a form of prayer. The scientific observer of Nature is a kind of mystic seeker in the act of prayer.« … Die Grundlage dafür, alle Werke, alles Tun als Gebet zu begreifen, sind die Worte des Propheten Muhammed: »Der ganze Erdenkreis ward mir zu einem Haus des Gebets erschaffen.« Wenn die ganze Erde eine Stätte der Andacht ist, so müssen alle Werke und Geschehnisse Gebete sein.“

Alles Tun kann nur Gebet sein sprich von Allah angenommen werden, wenn islamisch korrekt gehandelt wird, eben bei Einhaltung der Fünf Ahkam, bei Einhaltung der Scharia. Nur dann sind ʿIbādāt und Muʿāmalāt wirklich zusammengefallen, wie es auch Sayyid Qutb gefordert hatte.

Yaşar Nuri Öztürk (a. a. O. 179) bekennt sich zu zwei sehr radikalen Theologen, zu dem unter ausgesprochenen Dschihadisten viel gelesenen Ibn Taimiyya sowie zu dem für seine Frauenfeindlichkeit bekannten und beispielsweise die islamische weibliche Genitalverstümmelung fordernden Ibn al-Dschauzi (Sägefisch 135. Das weibliche Recht auf Gehorsam),[48] Öztürk:

„Ein bahnbrechender Erneuerer, der Gelehrte İbn Teymiyye (gestorben 728 H. / 1327 n. Chr.), bezeichnete es als ein konkretes Merkmal des Teufels, wenn man sich Dingen zuwendet, die nicht im Koran stehen, und dem Koran den Rücken kehrt … İbnü`l Cewzî (gestorben 597 H. / 1200 n. Chr.), ein anderer großer Kämpfer für die Einheit Gottes, hat in seinem Werk eingehend dargestellt welche fatalen Folgen der Heiligenkult für die muslimischen Massen gezeitigt hat. Er gab seinem Werk, indem er dieses Thema behandelte, einen Titel, der auf den Teufel verweist: Teblîsü İblis, was soviel bedeutet wie »Die Verwüstungen« oder »Das Chaos des Teufels«.

Ibn al-Dschauzi bzw. İbnü’l Cewzî (aus: Das Buch der Weisungen für Frauen, übersetzt von Hannelies Koloska) hatte beispielsweise festgestellt:

„Die Beschneidung ist Pflicht bei Mann und Frau. … Wir haben dargelegt, dass das Ausgehen für die Frauen erlaubt ist, aber wenn eine befürchtet, dass Unruhe durch sie oder bei ihr entsteht, so ist das Verbot des Ausgehens besser, denn die Frauen in der Frühzeit waren anders als die Frauen, die es in der heutigen Zeit gibt … Wenn eine Frau ausgeht, soll sie einen Mann niemals grüßen. … Wenn sie mit Erlaubnis ihres Mannes und in schäbiger Kleidung ausgehen muss, dann soll sie sich ihren Weg auf freien Plätzen und nicht auf Straßen und Märkten suchen und soll Acht geben, dass ihre Stimme nicht vernehmbar ist, und soll auf der Seite des Weges und nicht auf seiner Mitte gehen. … Überliefert von Ḥaḥṣin ibn Miḥṣin: »Hast du einen Ehemann? Sie antwortete : Ja. Er sprach : Wie bist du zu ihm? Sie sprach: Ich mühe mich ständig um ihn, außer in den Dingen, die ich nicht für ihn erreichen kann. Er sagte: Achte darauf, welchen Stand du bei ihm hast, denn er ist dein Paradies und deine Hölle.« … Die Frau muss wissen, dass sie für den Ehemann wie ein Sklave ist. … Wenn die Frau gegen den Mann aufbegehrt oder sich ihm in etwas widersetzt, worauf er ein Recht hat, soll sie mit Erlaubnis Gottes, des Starken und Mächtigen, erzogen werden, indem er sie ermahnt. Wenn sie aber weiter darauf besteht, sich zu widersetzen, soll er sie von der Lagerstatt fernhalten. Beharrt sie dann noch, soll er sie schlagen, aber nicht heftig, ein oder zwei Peitschenhiebe oder ein wenig mehr.“

Das ist echt islamisch und offensichtlich sogar liberalislamisch, wo doch Theologe Öztürk den Gelehrten al-Dschauzi so sehr lobt.

Genug zum liberalen Muslim, Juristen, Salafi und Schariastrategen Yaşar Nuri Öztürk, von dem sich die Liberalmuslima Lale Akgün ja einmal distanzieren könnte.

Der Islam von Scharia und Fiqh bedroht den freiheitlichen Rechtsstaat und ist nicht reformierbar. Kein Imam in Deutschland oder irgendwo auf der Welt denkt auch nur daran, die Pflicht zur Scharia zu verwerfen.

Zwar müsste es im Zeitalter des schönen Scheins die Karriere behindern, Probleme zuzugeben, doch während sich in Nordafrika wie Europa die Strukturen der Muslimbrüder verfestigen, können durch islamoptimistische Druckerzeugnisse störende Tatsachen den Konferenzen, Protokollen und Archiven von Hochschule und Politik ferngehalten werden. Dazu braucht man einen richtig bösen Islamismus, einen unbedingt guten Islam und den einen oder anderen Islamschönredner wie die Autorin von Der Aufstand der Kopftuchmädchen.

Der Islam ist das Problem? Nun, dann bauen wir doch einfach einen problemlosen Zweit-Islam oder Zukunfts-Islam, und besprechen nur noch diesen. Was aus dem Raum des so definierten Unproblematischen herausfällt, komme einfach nicht mehr zur Sprache.

Was im idealistisch gestimmten Bundesdorf der Schlümpfe, Hobbits und Indianer jetzt noch zu Koran und Hadith gesprochen werden darf, ist hundertprozentig islamoptimistisch. Genaues Erinnerungsvermögen, wir sahen es bereits, ist in der deutschen Schlumpfhausenrepublik doch wirklich sehr störend.

Deutschland hat eine eine Art von umfassender Datenlöschung gebraucht. Und rettend ist Lale Akgün in die Bresche gesprungen.

Allahs Radiergummi.

Jacques Auvergne

Q u e l l e n

[1] Ohne Zweifel, zweifelsohne, unzweifelhaft (without a doubt) ist der Islam gar kein Problem und genaueres islamkritisches Nachdenken „nicht hilfreich“ sprich sehr unerwünscht. Bis hier und keinen Schritt weiter, postmoderne Islamrhetorik verwendet einschüchternde Formeln:

This without a doubt is contrary to the idea of relying on Allaah, and will only result in making a person even more weak, like seeking medicine in a haraam way.

Scheich Salih al-Munajjid (Ṣāliḥ al-Munaǧǧid, Fatwa-Onlinedienst Islam QA)

http://islamqa.info/en/ref/books/10

This is certainly no distortion, since the academic study of the Oriental East by the Occidental West was often motivated and often co-operated hand-in-hand with the imperialistic aims of the European colonial powers. Without a doubt, the foundations of Orientalism are in the maxim „Know thy enemy“. When the Christian Nations of Europe began their long campaign to colonize and conquer the rest of the world for their own benefit, they brought their academic and missionary resources to bear in order to help them with their task. Orientalists and missionaries whose ranks often overlapped were more often than not the servants of an imperialist government who was using their services as a way to subdue or weaken an enemy, however subtly.

Abû Imân ʿAbd al-Raḥmân Robert Squires

http://www.islamic-awareness.org/Quran/orientalism.html

Without a doubt education is a condition to practicing Islam the right way.

Tariq Ramadan

http://www.tariqramadan.com/spip.php?page=imprimir_articulo&id_article=11004&lang=fr

“A great many systems dictated to the entire humanity over the last few ages served nothing but to aggravate its pains. If there exists an atmosphere to enable mankind to breathe easily today, it is, without a doubt, the atmosphere of Islam. This atmosphere, practically in every period of history, has been like an ocean with waves, very clean and pure and too deep to contain thought pollutions of any time or place. However, certain intention and viewpoint; exertion and effort; orientation and confidence are needed to reach and truly benefit it.”

Fethullah Gülen

http://hizmetmovement.blogspot.de/2013/05/fethullah-gulens-message-to-symposium.html

Daher ist ein muslimischer Mann – insbesondere der Ehemann – verpflichtet, einer erlaubten Arbeit nachzugehen, um seine Familie zu versorgen. In Deutschland stößt sein Bemühen auf gewissen Grenzen des religiös Erlaubten. Zweifelsohne darf ein Muslim nicht in einer Nachtbar arbeiten und Alkohol ausschenken. Auch darf er nicht in einer Glückspielhalle arbeiten. …

Wie ist es z.B. mit einem Krankenpfleger, der auch Schweinefleisch zum Mittag servieren muss? Zweifelsohne ist der Beruf einer Krankenschwester oder des Pflegers ein gesegneter Beruf, aber Schweinefleisch erachtet der Islam als schädlich für die Menschheit, und daher darf ein Muslim solch etwas Schädliches nicht anderen Menschen auftischen. Wie also wäre solch ein Beruf zu werten? …

Am einfachsten machen es sich jene Muslime, die ihre Faulheit dadurch kaschieren, dass sie sich nicht um Arbeit bemühen und behaupten, mit Harz IV hätten sie viel Zeit, sich dem Islam zu widmen. Solch eine Behauptung – und das kann hier vorweg festgestellt werden – ist nicht nur absurd, sie ist auch unislamisch und zudem eine geradezu bewusste Schädigung des Ansehens des Islams und der Muslime, was zweifelsohne verboten ist. Denn es ist nach allen Rechtsschulen und alle Richtungen innerhalb des Islam absolut nicht angebracht, sich von anderen finanzieren zu lassen, wenn man selbst in der Lage ist zu arbeiten.

Yavuz Özoguz

http://www.muslim-markt.de/forum/messages/3076.htm

Im Zuge dieser Anstrengung dämmerte es mir, dass die typischen Charaktereigenschaften eines Agnostikers nichts mit Intelligenz zu tun haben, dass der Mensch nicht einfach vor der Entscheidung, zu glauben, weglaufen kann, dass das Erschaffensein dessen, was um uns herum existiert, eindeutig ist, dass sich der Islâm zweifelsohne in der großartigsten Harmonie mit einer allumfassenden Wirklichkeit befindet.

Muhammad Ali Clay (einst Cassius Clay)

http://www.islamweb.net/grn/?page=articles&id=153558

Zweifelsohne sind es gesellschaftliche, politische, persönliche und auch theologische Gründe, die uns trotz unserer Gemeinsamkeiten von einander trennen. Es liegt an uns, die in diesem Land zusammenleben, die trennenden und verbindenden Elemente aufzuarbeiten, wenn wir ehrlich und aufrichtig sein wollen – in unserer Religion, dem Schöpfer gegenüber und Seinen Geschöpfen – auch und erst recht , wenn sie verschieden und andersgläubig sind.

Hamideh Mohagheghi

http://www.al-sakina.de/inhalt/artikel/amg/mohagh/mohagh.html

Verehrte Gläubige, zweifelsohne sind unsere Gottesdienste bzw. ist das Verrichten dieser ein Zeugnis unseres Glaubens. Ein Glauben ohne Handlung gleicht – um es in Bildern auszudrücken – einem Obstbaum, der keine Früchte trägt. Wer in Worten sagt, er glaube und diesen keine Taten folgen lässt, betrügt damit nur sich selbst.

Yusuf AY (DITIB), Religionsbeauftragter der Zentralmoschee in Berlin

http://www.ditib.de/detail_predigt1.php?id=62&lang=de

Verehrte Muslime, der Mensch hat zweifelsohne die höchste Position in der Schöpfung Allahu Teâlâs inne. Und die am meisten ergiebige Zeit im Leben des Menschen ist die Jugend. Dieser Lebensabschnitt ist eine Nîmet, eine Gabe Allahu Teâlâs, dessen Wichtigkeit wir schätzen sollten und zugleich eine Gelegenheit, die wir nicht einfach verstreichen lassen dürfen. Der ehrenvollste aller Menschen, der Gesandte Allâhs (s.a.v.) empfiehlt “die Bedeutung der Jugend vor dem Eintreten des Alters, zu erkennen”. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass er selbst besonders großen Wert auf Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen gelegt hat. Bei dieser Erziehung handelte er nicht willkürlich, sondern wandte Methoden an, die die geistige Entwicklungsstufe der Kinder mit berücksichtigte.

VIKZ

http://www.vikz.de/index.php/freitagspredigten/items/id-18maerz-2011-13-rebiulahir-1432.html

In Zukunft soll es nur mehr ein einziges Gericht geben. „Die Verhandlungen laufen“, versichert [Abdulkader] Saleh, [Spitzname] der Engländer, vom Scharia-Rat. „Es ist nicht einfach. Wie soll das zusammen gehen? Es gibt nur Allah und sein göttliches Gesetz.“ Er ist überzeugt, dass bald in ganz Syrien ausnahmslos islamisches Recht gesprochen wird. „Syrien wird ein islamischer Staat, da besteht kein Zweifel.“ Alle Mitglieder des Scharia-Rates seien dafür, auch die Liwa Tawhid. Jabhat al-Nusra sei die treibende Kraft und habe die Oberhand. Nur göttliches Recht, keine Wahlen und kein Parlament nach dem Sturz des Assad-Regimes? „Das weiß nur Allah alleine“, meint Saleh, lacht verschmitzt und verabschiedet sich mit einem Salam Aleikum.

Abdulkader Saleh genannt Der Engländer, syrischer Scharia-Rat

http://www.welt.de/politik/ausland/article115129648/Syrien-wird-ein-islamischer-Staat-Kein-Zweifel.html

Es wäre falsch, den Islam als eine Religion von Feuer und Schwert zu disqualifizieren und nicht die religiöse Substanz zu sehen. Denn darüber besteht kein Zweifel: Durch den Propheten Muhammad sind die Araber auf die Ebene einer ethischen Hochreligion gehoben worden, die gegründet ist im Glauben an den einen Gott und in einem Grundethos der Humanität mit klaren Imperativen zu mehr Menschlichkeit und mehr Gerechtigkeit. Vom Ursprung her war der Islam weniger eine Religion des Gesetzes als des Ethos. Und so etwas wie Zehn Gebote, Grundstock eines gemeinsamen Menschheitsethos, gibt es auch im Islam. Kein Zweifel: Muhammad war ein echter Prophet, in vielem nicht unähnlich den Propheten Israels.

Stiftung Weltethos

http://www.weltethos.de/data-ge/c-30-projekte/31a-016a-buchreligion.php

[2] Das Wort kandil kommt von der Öllampe. Waehrend der heiligen Naechte wurden die Moscheen durch Öllampen beleuchtet. Es ist ein alter Brauch, nach dem auch die heutige Beleuchtung genannt wird. Damals im 16. Jhd. liess Sultan Selim II. Leuchtspruchbaende zwischen den Minaretten aufhaengen um das Volk über kandil zu benachrichtigen. In Kandil-Naechten gehen die Glaeubigen in die Moschee um Vergebung zu bitten und den richtigen Weg zu finden. … Nachdem die religiösen Pflichten erfült und Abschnitte aus dem Leben des Propheten gelesen sind, besuchen die jungen Leute die aelteren. Heutzutage ersetzen die Telefongespraeche diese traditionellen Familienbesuche.

Ein sicherer Weg, die genauen Kandil-Tage zu erfahren, ist die Simit-Haendler zu beobachten, die spezielle Kandil-Simit (Kringel, kleiner als die üblichen und ohne Sesam) verkaufen. Diese Simit in bunten Paekchen können Sie ebenfalls in Konditoreien und Baeckereien finden.

Seien Sie nicht überrascht sollten Ihre Nachbarn Ihnen Helva (eine türkische -übrigens leckere-Süssspeise mit Griess) oder lokma tatlisi (Krapfen mit Zuckersirup) bringen, was man in Kandilnaechten gerne isst. Vergessen Sie dabei nicht, dass Teller bei solchen Anlaessen nie leer zurückgegeben werden. Sie können ihn mit Ihren eigenen Spezialitaeten fülen, was den Türken bestimmt sehr gut gefallen wird. Diese Geste wird Ihre Beziehungen noch freundlicher machen.

Manche Lokale servieren keinen Alkohol an den Kandil-Tagen.

http://www.mymerhaba.com/Kandil-in-der-Turkei-1201.html

Wikipedia nennt statt fünf nur vier Kandili, die Sendung des Korans auf die Erde (14. August 2012) fehlt:

Heilige Tage und Nächte, ähnlich wie im Christentum der Heilige Abend, existieren auch im Islam. An diesen Tagen werden die Minarette der Moscheen beleuchtet; in der Nacht wird gebetet. Da man früher für die Beleuchtung „kandil“ (Ölampeln, von griech. kandíli, καντήλι oder κανδήλι, aus lat. candela) verwendete, bezeichnet man die heiligen Feierlichkeiten als Kandil. Diese sind:

Mevlid-i Şerif (maulid an-nabī), Geburtstag des Propheten

Regaip Kandil (lailat ar-raġāʾib), Nacht der Wünsche, Nacht der Empfängnis des Propheten

Miraç Kandili (lailat al-miʿrāǧ), Himmelsreise

Berat Kandili (laylat al-barāʿa, laylat niṣf šaʿbān), Nacht der Vergebung

http://de.wikipedia.org/wiki/Feiertage_in_der_T%C3%BCrkei#Heilige_Tage_und_N.C3.A4chte

Es ist ein Gedenktag der nächtlichen Himmelsreise des Propheten Muhammed von Mekka nach Jerusalem, wo er Abraham, Moses und Jesus traf sowie einer anschließenden Himmelsreise zu Allah, bevor er nach Mekka zurückgekehrte.

Allah machte in dieser Nacht Muhammed und den Muslimen das fünfmal tägliche Gebet als einer der wichtigen Säulen des Islam zur Pflicht.

Die Moscheen werden in der Nacht festlich beleuchtet.

http://www.frankenthal.de/sv_frankenthal/de/Homepage/Leben%20in%20Frankenthal/Migration%20und%20Integration/Interkultureller%20Kalender/Lailat-ul-Miraj_Himmelsreise%20.pdf

Stadt Frankenthal (Pfalz)

http://www.frankenthal.de/sv_frankenthal/de/Homepage/Aktuelles/

Im pfälzischen Frankenthal spürt man Europawelt und Islamwelt. Happy birthday zu sagen ist nicht halal und ohne erfüllten Schariagehorsam gibt es keinen Anlass zur Freude:

Ein Geburtstag hat in der islamischen Welt nicht die gleiche Bedeutung wie in Europa. Allein dass ein Jahr vergangen ist, berechtigt nicht zum Feiern.

http://www.frankenthal.de/sv_frankenthal/de/Homepage/Leben%20in%20Frankenthal/Migration%20und%20Integration/Interkultureller%20Kalender/Mawlid.pdf

gefunden über Suchbegriff Islam

http://www.frankenthal.de/sv_frankenthal/de/Homepage/Aktuelles/

Echt „Kandil“. Keine Bikinis in Sicht, sondern 100 % Hidschab.

http://www.elazigmedya.com/images/haberler/vatandaslara_kandil_simidi_dagitildi_h1545.jpg

http://www.aydinses.com/images/haberler/gopta_mevlid_kandili_etkinlikleri_h236189.jpg

http://de.wikipedia.org/wiki/Feiertage_in_der_T%C3%BCrkei#Heilige_Tage_und_N.C3.A4chte

Ines Balcik ist Verherrlicherin von Sufismus sprich Scharia plus Ekstase und glaubt ebenfalls an eine Wortherkunft aus dem Arabischen; immerhin nennt sie die übliche Beleuchtung der Orte von Wohlverhalten und Gehorsam, der Moscheen:

„Kandil“ ist ein arabisches [Anm.: Nein, ein lateinisches, später griechisches] Wort und bedeutet „Öllampe“. Mit Kandil bezeichnet man aber auch besondere religiöse Feiertage im Islam. Die Bezeichnung leitet sich von der Festbeleuchtung der Moscheen an solchen Tagen ab. Besonders in der Türkei spielen die Kandil-Abende eine wichtige Rolle im religiösen Leben vieler Muslime, zusätzlich zu den beiden offiziellen islamischen Festen Ramadanfest und Opferfest.

http://www.kandil.de/kandil/blog.php?id=C0_163_8

Unter der Rubrik Unorthodoxe Gedankensplitter verlinkt die Seite Kandil (Ines Balcik) nach Großbritannien zu Dilwar’s Blog (Dilwar Hussein)

http://dilwarh.wordpress.com/2013/02/03/new-horizons/

http://dilwarh.wordpress.com/2012/12/01/muslims-in-the-west-and-the-search-for-abu-talib/

http://dilwarh.wordpress.com/2012/09/01/moderate/

http://dilwarh.wordpress.com/2012/01/01/beyond-islamism/

Dilwar Hussain is an independent consultant working on social policy, Muslim identity and Islamic reform in the modern world. He is founding Chair of New Horizons in British Islam, a charity that works for reform in Muslim thought and practice, a Senior Programme Advisor to the Institute for Strategic Dialogue … and a Visiting Fellow at the Centre for Islamic Studies, Cambridge University.

He has taught courses on Islam in contemporary society and has a number of published works in the field. …

His recent research and advisory work includes: a major report on Muslims in Leicester for the Open Society Institute; Specialist Advisor to the House of Commons Inquiry on Prevent (2010); the Cambridge-Azhar Imams Training Project, Cambridge University and FCO; steering group of the Contextualising Islam in Britain Project, Cambridge University.

He is currently President of the Islamic Society of Britain, a Trustee of the Three Faiths Forum (3FF) … and an Associate of the think-tank Demos.

Dilwar was Head of the Policy Research Centre, at the Islamic Foundation (2007-2013). He was also a Commissioner at the Commission for Racial Equality (CRE) (2006-2007). He served on the Archbishop of Canterbury’s Commission on Urban Life and Faith (2005 – 2006), worked on the Preventing Extremism Together workgroups set up by the Home Office after July 7th 2005; … Dilwar graduated from King’s College, University of London in 1993.

http://dilwarh.wordpress.com/about/

ebenfalls bei Kandil empfohlen:

Katajun Amirpur: Den Islam neu denken: Der Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte (2013)

http://www.amazon.de/gp/product/3406644457/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3406644457&linkCode=as2&tag=kandil

[3] Laylat al-Raghaib – the “night of gifts” preceding the first Friday in Rajab.

This night of beautiful gifts or valuables – this is the meaning of raghaib – is one of the three blessed nights in Rajab and Sha’aban that herald the coming time of Ramadan. They are celebrated as kandil, “lantern” festivals in Turkey, when mosques are illuminated during the night for vigil. …

Laylat al isra wa miraj – 27th Rajab – the “night journey and ascension”

… Like in all kandil nights mosques are illuminated and open for vigil. According to common belief the gates of paradise are open and all prayers are answered in this night.

Laylat al-bara’a – 15th Shaban – the “night of absolution”

In the night of the full moon of the last month before Ramadan the blessed month of fasting is nearer than ever. Muslim tradition has illustrated the advantages of this night. The doors of heaven are opened and angels stand at every door to give absolution to any believer yearning for it. Then the fate of men for the year to come is written down. Some Muslims fast during the preceding day and later in the night perform salat al-khair, a prayer of 100 units, or recite the Surah Yasin.

Halwa, a nourishing sweet dish and kandil simit, sesame rolls, are prepared for eager worshippers, family and guests alike.

Wilhelm Sabri Hoffmann

http://www.wshoffmann.de/download/MuslimFestivals.pdf

[4] Kandil simidi nasıl yapılır?

http://www.youtube.com/watch?v=o35pTfU2SXk

EASY How to make Turkish Simit at Home Recipe – Evde Simit Yapimi Tarifi

http://www.youtube.com/watch?v=jwLsSyOIy2g

gerne auch mit Halwa (ḥalāwa), türkisch helva

http://www.ankarahaber.com/haber/Mevlid-Kandili-simit-ve-un-helvasi/102638

http://ehlikeyfchef.blogspot.de/2012/05/kandil-sim.html

Im Arabischen bedeutet „halwa“ süß, und so schmeckt es auch. Kein Wunder, denn die Zutaten bestehen aus Butterschmalz, karamelisiertem Zucker, Mandeln und Stärke, mit Safran, Kardamom, Mandeln und Rosenwasser geschmacklich verfeinert.

In kleineren Ortschaften findet man hier und da noch einen halwa-Koch, in Barka jedoch gibt es eine große Fabrik. …

Unter ständigem Rühren wird die zähe Masse stundenlang über einem Holzfeuer (das wichtig für den Geschmack ist) in einem großen Kupferkessel so lange gekocht, bis sie schließlich in bunte Plastik oder Emailleschüsseln abgefüllt wird. Dann nur noch Abkühlen lassen und: Guten Appetit!

gefunden bei: Oman Landeskunde

http://www.oman.de/oman-landeskunde/kultur-oman-handwerk-architektur/diekueche-ueberblick/halwa-ueberblick/

Halwa

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/af/Chalwa02.jpg

Pistazienhalwa

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1e/PistHalva.jpg

[5] Rettung erhofft sich die deutsche Politik von zwei oder drei Fakultäten Islamischer Theologie an den deutschen Hochschulen. Der Wissenschaftsrat empfiehlt, die Politik drängt, die Muslime selber aber zögern. Das ist das erstaunliche Ergebnis eines Treffens, zu der die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart diese Woche geladen hatte. …

Wenn der Beirat einen Professor aus Ankara oder aus Kairo einfordere, dann werde das durchgehen, zeigte sich der Tübinger Religionswissenschaftler Stefan Schreiner überzeugt. Und wenn der Kandidat aus Saudi-Arabien komme? „Warum nicht? Kein Minister dürfte widersprechen“, behauptete der Universitäts-Professor kühn. Die muslimischen Vertreter wechselten ungläubige Blicke. „Die Politik wird das niemals akzeptieren“, widersprach Ertugrul Sahin von der Universität Frankfurt. Dort könnte zum Wintersemester der erste Studiengang islamischer Theologie starten, eine Art Vorläufer des geplanten Modells, jedoch finanziert durch Stiftungsmittel des türkischen Religionsministeriums.

Sahin, der islamische Religion in Frankfurt unterrichtet, erhob schwere Vorwürfe: Mit der wissenschaftlichen Freiheit der islamischen Theologie sei es in Deutschland nicht weit her. Die deutschen Autoritäten wollten das junge Fach auf die historisch-kritische Beschäftigung mit den eigenen Quellen nach westlichem Muster beschränken. Letztlich trieben Sicherheitsinteressen des deutschen Staates die Etablierung der Lehrstühle voran, beklagte sich Sahin.

aus: Hartmut Kistenfeger: Imam-Nachwuchs mit Diplom

in: FOCUS-online 07.07.2010

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-18985/islam-imam-nachwuchs-mit-diplom_aid_527871.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-18985/islam-beeinflussung-aus-ankara_aid_527973.html

Tagung

Islam und Moderne: Reformdenken im türkischen Islam heute

Universität Heidelberg, 25. Juni 2005

Ein geglücktes Experiment – türkisch-islamische Theologen präsentieren erstmals ihre Denkansätze in Deutschland

Unter den über 100 Teilnehmern der Veranstaltung waren sowohl Vorstandsmitglieder aller wichtigen Verbände aus dem Spektrum des türkischen Islams wie DİTİB (Türkisch-Islamische Union des Präsidiums für religiöse Angelegenheiten), AMGT (Europäische Milli Görüş Organisation), ATİB (Türkisch-Islamische Union in Europa) und die Alevitische Gemeinde in Deutschland e.V. wie auch Vertreter des Instituts für Islamstudien Sufi-Archiv Deutschland, von Huda e.V., der Zeitschrift İktibas, von Muslime Helfen e.V. sowie regionaler Moscheen. Auch von Seiten der evangelischen und katholischen Kirche sowie der christlich-islamischen Dialogorganisation CIBEDO waren Vertreter anwesend …

Die Tagung, die von Prof. Dr. Raoul Motika (Direktor von HECEAS e.V.) und Prof. Dr. Ömer Özsoy (Universität Ankara; seit Herbst 2006 Professor für islamische Theologie an der Universität Frankfurt) konzipiert worden war

Prof. em. Dr. Mehmed Said Hatiboğlu (islâmiyât, Ankara) sprach zum Thema „Islam und Wandel“, wobei er letztlich doch einem relativ traditionellen Argumentationsmuster folgte. Dr. Mehmet Hayri Kırbaşoğlu (Theologische Fakultät, Universität Ankara) hingegen plädierte in seinem Vortrag zu den „Möglichkeiten einer einheitlichen Methodologie in den islamischen Wissenschaften“ für die Entwicklung einer neuen Methodologie in einem multikonfessionellen Rahmen (innerhalb des Islams), um damit die Quellen des Islams neu entdecken zu können und zu einem zeitgenössischen Verständnis zu kommen. …

Die Veranstaltung wurde finanziell unterstützt vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Programms „Dialog mit der islamischen Welt“, der Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung, Weinheim und der Georges-Anawati-Stiftung, Aachen.

http://www.heceas.org/media/bericht_islamiyat.pdf

Zittern vor dem Höllenfeuer, Schleierzwang, Jungenbeschneidungszwang sowieso, und überhaupt die komplette Scharia: „Allein in Ankara dozieren derzeit knapp 100 Theologinnen und Theologen. … Die Qualität der theologischen Fakultäten der Türkei ist bemerkenswert gut“, meint allen Ernstes Islamverharmloser Felix Körner SJ, in: Im Dialog mit islamischen Theologen: Jesuiten in Ankara.

http://www.sankt-georgen.de/leseraum/koerner18.pdf

Das Ziel der Stiftungsprofessur liegt darin, an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen einen auch über die Hochschule hinaus wirksamen Lehr- und Forschungszusammenhang aufzubauen, der Ansätze katholischer Theologie im Angesicht des Islam fortentwickelt. … Der Zugang ist bewusst konfessionelle „Theologie“, nicht Religions-/Islamwissenschaft. Die Arbeit der Stiftungsprofessur fügt auch nicht den vielen Dialoginitiativen eine neue hinzu, sondern betritt Neuland, indem sie in Kenntnis verschiedener muslimischer Perspektiven auf Themen katholischer Theologie reflektiert.

Der Zugang geschieht „im Angesicht“. Der Inhaber der Stiftungsprofessur sieht sich vor der Aufgabe, eine persönliche Verbindung wie ein sich je neu differenzierendes Gegenüber zu muslimischen Perspektiven aufzubauen. Der gewählte Zugang sieht und kennt hinter „dem Islam“ konkrete muslimische Positionen und lebt auch aus der lebendigen Begegnung. … besonders in Zusammenarbeit mit CIBEDO

http://www.sankt-georgen.de/stiftungsprofessur/profil

Im Rahmen der Sendung SWR2-Kontext spricht der Sozialethiker Bernhard Emunds über die Eröffnung einer Zweigstelle der Kuveyt Turk Bank in Mannheim, die erste islamkonforme Bank in Deutschland.

In diesem Zusammenhang äußerst sich der Leiter des Nell-Breuning-Instituts auch über das Islamic Banking und dessen Bedeutung für die Neuordnung des Finanzsystems. Er macht sich für eine scharfe Regulierung der Bankwirtschaft stark und fordert eine Rückbesinnung auf die eigentliche Aufgabe der Banken, nämlich: Investitionen zu ermöglichen, die Wohlstand schaffen. Dazu können islamische Banken genauso wie „normale“ Banken beitragen.

http://www.sankt-georgen.de/nbi/news/ansicht/archiv/2012/september/artikel/swr-2-bernhard-emunds-im-gespraech-ueber-die-ethik-des-finanzwesens-und-islamic-banking/

Bernhard Emunds und Islam? Allerdings, und schon vor sieben Jahren bestens integriert mit: Nadeem Elyas, Ayyub Axel Köhler, Yasemin Yasemin Karakaşoğlu, Thomas Lemmen …

Programm [gekürzt]

Montag 29.05.2006

10.45 Begrüßung und Einführung

Weihbischof Franz Vorrath, Essen

Abdul Hadi C. Hoffmann, Berlin

11.00 Die Anerkennung des Anderen

Die Ethik des Helfens im Christentum

Prof. Dr. Herbert Haslinger, Paderborn

Hamideh Mohagheghi, Hannover

Anfragen aus muslimischer Perspektive

Dr. Ilhan Ilkilic, Tübingen

11.30 Das Gemeinwohl aller

Die Ethik des Helfens im Islam

Dr. Nadeem Elyas, Eschweiler

Anfragen aus christlicher Perspektive

Dr. Hermann-Josef Große-Kracht, Münster

12.15 Grundlagen sozialer Verantwortung im Christentum und im Islam

Diskussion

Moderation: Hayrettin Aydin, Berlin

13 00 Mittagessen

14.30 Von der Fürsorge zum Träger sozialer Verantwortung

Konkretionen und Herausforderungen sozialer Verantwortung des Christentums in Deutschland

PD. Dr. Bernhard Emunds, Frankfurt

16.30 Diskussion

Moderation: Dr. Judith Wolf, Mühlheim a.D. Ruhr

17.30 Die soziale Situation von Muslimen und muslimischen Gemeinden in Deutschland

Zülfiye Kaykin, Duisburg (angefragt)

Erol Pürlü, Köln

Moderation:

Dr. Judith Wolf, Mülheim a.d. Ruhr

20.00 Das soziale Engagement muslimischer Organisationen in Deutschland

Dr. Thomas Lemmen, Köln

Dienstag, 30.05.2006

10.15 Instituionalisierung sozialer Verantwortung in Islam und Christentum

Ein Feld für interreligiöse Zusammenarbeit und Dialog
Podiumsgespräch:

Weihbischof Dr. Josef Voß, Münster (angefragt)

Dr. Georg Cremer, Freiburg i. Br. (angefragt)

Dr. Ayyub Axel Köhler, Eschweiler

Dr. Bekir Alboga, Köln

Prof. Dr. Yasemin Karakosoglu, Berlin

Moderation

Riem Spielhaus, Berlin

http://www.cibedo.de/religionenundsoziale.html

Dass die DIYANET auch 2008 von Erbakans Ahängern unterwandert wurde und die türkische Polizei von den Gülen-Leuten und dass zwischen Millî-Görüş-Milieu (Erbakan) oder Hizmet-Bewegung (Gülen) auf der einen Seite und Deobandi oder Muslimbruderschaft andererseits kein Blatt Papier und schon gar keine Fatwa passt, weiß oder sagt uns der zur Schule von Ankara immerhin skeptische Arno Widmann nicht:

An der Universität Frankfurt gibt es seit 2003 eine „Stiftungsprofessur Islamische Religion“, an der Bachelor und Masterstudiengänge angeboten werden. Am vergangenen Wochenende veranstaltete der Lehrstuhlinhaber Professor Ömer Özsoy – finanziert vom Bundesinnenministerium und von DITIB, der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. – eine Tagung zum Thema „Geistiges Erbe des Islam – Koranwissenschaften heute“. … Wer sich die Rednerliste genauer ansah, dem konnte nicht entgehen, dass es sich fast um eine rein türkische Angelegenheit handelte, dass der Besucher keineswegs einen Überblick über die „Koranwissenschaften heute“ bekam, sondern einen Einblick in die Aktivitäten der so genannten Ankaraer Schule. … Aber wen repräsentiert die Ankaraer Schule? Es handelt sich um eine Handvoll bis ein Dutzend Professoren, von denen viele inzwischen die Türkei verlassen haben und sich in den USA, in Europa Regierungen als Mittler zu den Muslimen ihrer Länder anbieten. Ihr Gewicht in der aktuellen innermuslimischen Debatte um den Islam ist nicht sonderlich groß. Es bedarf schon einer großen Phantasie sich vorzustellen, dass alle Sunniten, also nicht nur die Hanafiten der Türkei, sondern auch Malikiten, Hanbaliten, Schafiiten und die saudischen Wahhabiten in dem, was in Ankara gelehrt wird, den wahren Islam und nicht dessen Verrat erkennen werden. Warum sollen nun gar Schiiten, Aleviten den Professoren aus Ankara folgen?

aus: Arno Widmann: Der Staat als Glaubensbringer

in: Frankfurter Rundschau 09.06.2008

http://www.fr-online.de/kultur/ankaraer-schule-der-staat-als-glaubensbringer,1472786,3325350.html

[6] Mehr Dialog und Scharia mit Fethullah Hodschaefendi

Das Buch Toward A Global Civilization Of Love And Tolerance (New Jersey 2004) des seit 1999 notgedrungen in den USA lebenden, unter sunnitischen Türken höchst einflussreichen islamischen Führers Fethullah Gülen zielt, er nennt es anders, auf revolutionär antisäkulare Indoktrinierung einer neuen Generation und, er verschweigt es, auf Legalisierung von immer noch mehr Himmelsgesetz (Scharia). Zitate aus Hin zu einer globalen Kultur der Liebe und Toleranz, deutsch von Wilhelm Willeke, islamkritisch kommentiert von Jacques Auvergne.

Bei Sägefisch als Text Nummer „293.“

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/06/19/293/

[7] Sabiha El-Zayat-Erbakan

El-Zayat-Erbakan is a lecturer for islamic hermeneutics and didactics at the Islamic Women´s Center for Research and Encouragement in Cologne (ZIF) and Vice President of the German Society for Muslim Social Scientists (GMSG). El-Zayat-Erbakan is a member in the Annemarie-Schimmel Forum, an interreligious initiative in Germany following the tradition of the famous scholar in Islamic Studies. El-Zayat-Erbakan is also a founding member of the European Muslim Network, a think-tank created in 2005.

http://www.droppingknowledge.org/bin/user/profile/6955.page

Verschiedenheit als Chance

Muslime in Deutschland und die Rolle der Residenzgesellschaft

Von Sabiha El-Zayat

http://www.hbs-hessen.de/archivseite/pol/el-zayat04-00.htm

[8] Internationale Konferenz

Muslim Education in Europe

27.-29. September 2002, Bonn

http://www.gmsg.de/KONGRESSBERICHTE/EDUCATION/education.html

Tagungsprogramm, Bonn 2002

http://www.gmsg.de/KONGRESSBERICHTE/EDUCATION/BOOKLET_20020912_PROG_ONLY.pdf

[9] Islamische Charta

Die am 03.02.2002 verabschiedete Islamische Charta: Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft stammt aus der Feder von Nadeem Elyas, der zeitweilig als Generalsekretär der Union Muslimischer Studenten-Organisationen in Europa (UMSO) sowie als Sprecher des Islamischen Zentrums Aachen (IZA) tätig war und der vor allem, bis 2006, als Amtsvorgänger von Ayyub Axel Köhler bedeutsam ist, jenes Vorsitzenden des ZMD, dessen Nachfolge 2010 der dort bis heute tätige Aiman Mazyek antrat.

Ein wörtlich genommener Koran wird die universellen Menschenrechte beseitigen und durch ein totalitäres, „die Seele (vielleicht) rettendes“ System ersetzen. Weil die Islamische Charta den Koran nicht falsch verstanden hat, sondern als wortgetreu umzusetzenden Gesellschaftsentwurf verwendet und damit Rechtsspaltung, Separatismus und Gottesherrschaft zuarbeitet, verdient sie sarkastische Zwischenrufe. Jacques Auvergne schlüpft in die Rolle eines aufrichtigen muslimischen Schriftgläubigen, der die Brisanz der Charta deutlicher nachzeichnet.

Bei Sägefisch als Text Nummer „262.“

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2011/09/27/262/

[10] Die Herrschaft der Imame

Gedanken zum »Velāyat-i Faqīh« des Chomeini. Von Jacques Auvergne.

Bei Sägefisch als Text Nummer „175.“

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/06/26/175/

[11] DIE STELLUNG DER FRAU ZWISCHEN ISLAM UND WELTLICHER GESETZGEBUNG

von: Salim el-Behnassawi

bei: SKD Bavaria Verlag, München 1994 (ebenso bei: Islamischer Verlag, Kairo)

ISBN 977-265-141-6

http://de.scribd.com/doc/4447641/Die-Stellung-der-Frau-Salim-elBahnassawi

http://library-genesis.com/Die%20Stellung%20der%20Frau%20zwischen%20Islam%20und%20weltlicher%20Gesetzgebung.1008588.html

[12] Will a woman who does not wear hijaab go to Hell?

If a girl doesn’t wear hijab, does that mean she will go to hell? …

Praise be to Allaah.

First of all it is essential to know that Muslim men and Muslim women are obliged to follow the commands of Allaah and His Messenger, no matter how difficult that may be for people and without feeling shy of other people. The believer who is sincere in his faith is the one who is sincere in carrying out his duty towards his Lord and obeying His commands and avoiding that which He has forbidden. No believer, man or woman, has the right to hesitate or delay with regard to commands; rather he or she should hear and obey immediately …

Moreover, the Muslim should not look at how small or great the sin is, rather he should look at the greatness and might of the One Whom he is disobeying, for He is the Most Great, the Most High; He is Mighty in strength and Severe in punishment, and His punishment is severe and painful and humiliating. If He exacts vengeance on those who disobey Him, then utter destruction will be their fate. …

Based on the above, we cannot say for certain whether a woman who does not wear hijaab will enter Hell, but she deserves the punishment of Allaah because she has disobeyed His command to her. With regard to her specific fate, Allaah knows best what it will be. We cannot speak about things of which we have no knowledge …

With regard to belief, if a Muslim who prays commits some sins or bad deeds, he is still a Muslim so long as he does not commit any action which would put him beyond the pale of Islam or do any of the things which nullify Islam. This sinful Muslim will be subject to the will of Allaah in the Hereafter; if He wills He will punish him, and if He wills He will forgive him. If he enters Hell in the hereafter, he will not abide there forever. But no person can be certain as to his fate, as to whether the punishment will befall him or not, because this matter is known only to Allaah. …

Sins are divided into two categories, minor and major. … There are many kinds of major sins such as lying, zinaa, riba (usury/interest), stealing, not wearing hijaab at all, and so on.

She should adhere to that which will afford her protection and modesty, and rise above being a mere commodity to be enjoyed by every evil person who comes and goes. She should refuse to be a source of temptation to the slaves of Allaah. We appeal to her faith and her love for Allaah and His Messenger, and we urge her to observe the hijaab enjoined by Allaah and to obey the commands of Allaah

Islam Q&A

Sheikh Muhammed Salih Al-Munajjid

http://www.ummah.com/forum/showthread.php?180656-will-a-woman-who-doesnt-wear-hijab-go-to-hell

Scheich al-Munajjid vermutet ein befristes Brennen der schuldhaften Kopftuchverweigerin nach dem Tod, während Scheich bin Baz diesbezüglich gar keinen Ausweg aus dem Höllenfeuer sehen kann:

Not wearing the Hijab is from the major sins

… The hadeeth is also explained in a different manner, which is that they wear clothes that do not cover them, because they are too thin or too short, so they do not serve the purpose of clothes, hence they are described as naked, and because the clothes they wear do not cover their ‘awrah.

Maa’ilaat (literally “deviant”) means they turn away from chastity and righteousness, i.e., they commit sins and evil deeds like those who do immoral actions, or they fall short in doing the obligatory duties, prayer etc.

Mumeelaat means they turn others away, i.e., they call people to evil and corruption, so by their words and actions they lead others into immorality and sin, and they commit immoral actions because of their lack of faith or the weakness of their faith. The point of this saheeh hadeeth is to warn against oppression and all kinds of corruption from men and women. …

Majmoo’ Fataawa wa Maqaalaat Mutanawwi’ah li’l-Shaykh Ibn Baaz, 6/355

http://turntoislam.com/community/threads/not-wearing-the-hijab-is-from-the-major-sins.76408/

Why do we have to wear Hijab in America? Don’t religious laws change according to time and place? Isn’t there room for this to change?

Scholars state that there is nothing that meets this requirement in the West that would allow our sisters, in the general sense, to remove their hijabs. Thus, I hold the opinion of all major scholars, males and females, that sisters must observe the Hijab.

Suhaib Webb

http://www.suhaibwebb.com/islam-studies/islamic-law/is-hijab-and-obligation-dont-religious-rules-change/

Inhaber so mancher Idschaza, Lehrbefugnis, sehr anders als Lale Akgün:

From 2004-2010, Suhaib Webb studied at the world’s preeminent Islamic institution of learning, Al-Azhar University, in the College of Shari`ah. … Outside of his studies at Al-Azhar, Suhaib Webb completed the memorization of the Quran in the city of Makkah, Saudi Arabia. He has been granted numerous traditional teaching licenses (ijazat)

http://www.suhaibwebb.com/aboutus/#webb

Suhaib Webb

http://isbcc.org/

http://isbcc.org/imam-suhaib-webb/

http://isbcc.org/wp-content/uploads/2012/01/isw.jpg

Operating the ISBCC, the Muslim American Society (MAS Boston) is committed to providing a broad range of social services for the local Muslim and non-Muslim community.

http://isbcc.org/isbcc/

http://www.masboston.org/holder.php?section=21

The Muslim American Society (MAS) is a nonprofit organization founded in 1993 that describes itself as an Islamic revival and reform movement.

It was created after a debate among Muslim Brotherhood members in the U.S. about whether to remain underground or to have a public face. Both Mohammed Mahdi Akef, now the Egyptian Muslim Brotherhood Supreme Guide, and Ahmed Elkadi, leader of the U.S. Muslim Brotherhood, were pivotal in the founding of the MAS.

http://en.wikipedia.org/wiki/Muslim_American_Society

Imam adh-Dhahabi: Die großen Sünden

http://www.way-to-allah.com/dokument/Die_grossen_Suenden.pdf

Sohn des Goldschmieds, aḏ-Ḏahabī

(* 1274; † 1348 in Damaskus, Syrien) war ein berühmter Gelehrtenbiograph und Historiker. Seine Familie war turkmenischen Ursprungs; sein Urgroßvater lebte in der Region von Diyarbekir.

http://de.wikipedia.org/wiki/Adh-Dhahab%C4%AB

Fasiq is an Arabic term referring to someone who violates Islamic law. As a fasiq is considered unreliable, his testimony is not accepted in Islamic courts. The terms fasiq and fisq are sometime rendered as „impious“, „venial sinner“, or „depraved“.

Fasiq is derived from the term fisq, „breaking the agreement“ or „to leave or go out of.“

In its original Quranic usage, the term did not have the specific meaning of a violator of laws, and was more broadly associated with kufr (disbelief).

http://en.wikipedia.org/wiki/Fasiq

“…and we are not saying this out of easing the burden of applying the Sharee’ah and ruling with which Allah has revealed, for this something that we dream of and call to in order for the people to live in peace, happiness, and prosperity, not to mention that such a matter (i.e. ruling against which Allah has revealed) is a very dangerous one, because one who commits it is dangling between kufr (disbelief), Dhulm (transgression), and Fisq (i.e. a great sin).”

aus: Scheich al-Halabi: Salaf Manhaj

http://www.salafimanhaj.com/pdf/SalafiManhaj_AlHalabi.pdf

al-Halabi lernte bei al-Albani:

Shaykh ‘Ali Hasan ‘Ali ‘Abdul-Hamid al-Halabi al-Athari was born in Jordan in 1960, to a family of Palestinian immigrants.

http://www.iiph.com.sa/iiph-%E2%80%98Ali_Hasan_%E2%80%98Ali_%E2%80%98Abdul_Hamid_al_Athari-m11.html

http://www.iiph.com.sa/iiph-Muhammad_N%C3%A2sir_ud_Deen_al_Alb%C3%A2ni-m139.html

[13] Gruppe B Raum 11/215

Gruppe A: Jurisprudenz und Rechtsdenken

Moderation: Prof. Dr. Bülent Ucar (Osnabrück)

• ʿUmars Rechtsurteile vor dem Hintergrund der Maqāṣid-Lehre

Prof. Dr. Halit Ünal (Kayseri)

• al-Ġazālī’s Understanding of Iǧtihād and Taqlīd

Prof. Dr. Yunus Apaydin (Kayseri)

Gruppe B: Gelehrsamkeit

Moderation: Dr. Abdurrahım Kozalı (Bursa)

• al-Ġazālīs Understanding of Knowledge (ʿilm) and Scholarship

Prof. Dr. Yasar Aydınlı (Bursa)

• al-Ġazālī’s Contribution to Morals and Values Education

Ass. Prof. Dr. Cemil Oruc (Elazığ)

http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/ghazali2011/?page_id=38

[14] Lale Akgün betont, dass der Islam eine unverstellte Beziehung des Gläubigen zu Gott ermöglicht und besteht daher darauf, dass jeder Muslim seine eigene Koranauslegung machen kann … Ganz viele ihrer Ansichten teile ich nicht und halte sie auch für gefährlich, was das Seelenheil von Muslimen angeht. … Die weitgehende Ablehnung von Beratung und Belehrung durch qualifizierte islamische Gelehrte, finde ich ausgesprochen arrogant. Sie lehnt dabei natürlich nur diejenigen Gelehrten ab, die ihren Wünschen widersprechen. Das ist ja auch menschlich, schließlich glaube ich auch nicht jedem oder jeder Gelehrten. Ihre bevorzugte “Ankara-Schule” hat mich nun aber ganz und gar nicht überzeugt. Worauf sich deren theologische Schlußfolgerungen berufen, blieb mir ein Rätsel. Sie sieht in jedem Befolgen einer islamischen Auslegung, die Pflichten des Muslims betont, ein Hindernis inder Beziehung zu Gott.

https://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/tag/beyza-bilgin/

Wie man sieht bin ich Muslima, ohne mit rheinländisch-schlesischem Migrationshintergrund, und sehr glücklich damit. Eigentlich Bremerin bin ich mit meinem türkischen Mann nach Bayern emigriert – als Wirtschaftsasylanten sozusagen.

http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/salam-aleikum/

[15] Das neue Zentrum für Islamische Theologie will dem religiösen Pluralismus in Deutschland Rechnung tragen ‒ und ein ebensolches Bild bot sich bei der feierlichen Einweihung am 16. Januar: Unter den 800 Gästen in der Neuen Aula waren Vertreter muslimischer Verbände, der christlichen Kirchen sowie jüdischer Gemeinden. Mitglieder der Universität Tübingen, Besucher aus ganz Deutschland und zahlreiche Journalisten waren gekommen. Zu Gast waren auch Bundesbildungsministerin Professor Dr. Annette Schavan, die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und ihre Kabinettskollegin Integrationsministerin Bilkay Öney; der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland, Bekir Alboğa, sowie Professor Dr. Mehmet Paçaci vom Amt für religiöse Angelegenheiten der Türkei. Aus Bosnien war Reis-ul-Ulema Dr. Mustafa Cerić, der Großmufti von Sarajevo, angereist. …

Mustafa Cerić sprach von einem mutigen Schritt: Das Zentrum für Islamische Theologie werde zu einem konstruktiven Verhältnis zwischen den Religionen sowie zwischen Europa und der muslimischen Welt beitragen. Die Etablierung der Islamischen Theologie zeige, dass es Deutschland ernst sei, mit einem Austausch der Religionen auf Augenhöhe, sagte Ministerin Bauer.

Bundesbildungsministerin Schavan sprach von einem Zeichen des Respekts voreinander und von einem Meilenstein für die Integration. „Die Universität Tübingen hat zahlreiche gute Theologen hervorgebracht, katholische wie evangelische. Ich bin mir sicher, dass auch die Islamische Theologie hier den Dialog zwischen den Religionen fördern und beeinflussen wird.“

Die Festrede hielt Professor Dr. Peter Strohschneider von der LMU München ‒ unter seinem Vorsitz hatte der Wissenschaftsrat 2010 die Empfehlung ausgesprochen, die islamisch-theologische Forschung im deutschen Hochschulsystem zu etablieren. Angesichts fortschreitender religiöser Pluralisierungsprozesse sei die deutsche Gesellschaft auf eine bessere religiöse Bildung ihrer Mitglieder angewiesen, sagte Strohschneider. Das Tübinger Zentrum werde dazu beitragen, dass der Islam „den verfassungsrechtlich, wissenschaftlich und gesellschaftlich gleichermaßen richtigen Platz im bundesrepublikanischen Universitätssystem einnehmen kann“.

http://www.uni-tuebingen.de/en/news/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2012/1/forschung/1.html

[16] Le 13 août 1956, le Code du statut personnel est promulgué par Habib Bourguiba en Tunisie. Une révolution pour les femmes, dont l’égalité avec les hommes est reconnue par la loi. La polygamie est alors interdite et le divorce possible. Août 2012, un projet d’article de la future Constitution tunisienne stipule que „l’État assure la protection des droits de la femme sous le principe de complémentarité avec l’homme au sein de la famille en tant qu’associée de l’homme“. Concrètement, le principe d’égalité est remis en question. Un coup dur qui – ironie du sort – survient à l’occasion du 56e anniversaire du Code.

aus: Sabrina Dufourmont: Tunisie : la femme n’est plus l’égale de l’homme

in: Le Point 09.08.2012

http://www.lepoint.fr/monde/en-tunisie-la-femme-n-est-plus-l-egale-de-l-homme-09-08-2012-1494534_24.php

« L’Etat assure la protection des droits de la femme et de ses acquis, sous le principe de complémentarité avec l’homme au sein de la famille et en tant qu’associée à l’homme dans le développement de la patrie. L’Etat garantit l’égalité des chances pour la femme dans toutes les responsabilités. L’Etat garantit la lutte contre la violence faite aux femmes, quelle qu’en soit la sorte ».

http://www.businessnews.com.tn/Tunisie—Ennahdha-r%C3%83%C2%A9duit-la-femme-au-rang-de-%C3%82%C2%AB-compl%C3%83%C2%A9mentaire-%C3%82%C2%BB-de-l%C3%82%E2%80%99homme-,520,32621,3

[17] Mazyek und Akgün seltsam vereint im rührungslosen Hinweisen auf die Beschneidungsoption Türkeiurlaub. Dass im – jenseitszentrierten! – Schariatotalitarismus auch die männliche Beschneidung die rituelle Unreinheit und damit den Teufel abhält und inschallah die Seele rettet, sieht oder sagt die einstige SPD-Islambeauftragte nicht:

Bis dahin bleibt es beim Dilemma. „Manche Familien werden zur Beschneidung häufiger in die Türkei fahren“, sagt Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime. … Die frühere SPD-Islambeauftragte Lale Akgün sieht dagegen keine gewaltige Auswirkung. „Die meisten Familien fahren für den Eingriff sowieso in den Sommerferien in die Türkei und feiern den Ritus dort.“ Sie hält die Tradition für nicht zeitgemäß. „Die Beschneidung ist eine Sitte, die auch etwas Machohaftes hat. Mann-Werden unter Schmerzen. Wir sollten das Urteil als Chance nutzen und reflektieren, was wir den Jungen antun. In der Türkei gibt in intellektuellen Kreisen längst die Debatte, die Jungen nicht mehr zu beschneiden.“

aus: Beschneidungsurteil: Ärzte stoppen Eingriffe

in: Hannoversche Allgemeine 22.07.2012

http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Beschneidungsurteil-Aerzte-stoppen-Eingriffe

auch als: Angst vor den Hinterzimmer-Chirurgen

in: Handelsblatt 22.07.2012

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/beschneidungsurteil-religioese-weichen-auf-die-hinterzimmer-aus/6906408-2.html

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/beschneidungsurteil-angst-vor-den-hinterzimmer-chirurgen/6906408.html

[18] Ein gläubiger Muslim braucht keine Moschee, muss nicht beharrlich fasten, Frauen dürfen immer alles, was Männer dürfen, Schweinefleisch und Alkohol unterliegen keinem Total-Tabu. Die langjährige SPD-Politikerin Lale Akgün will viel frischen Wind für den Islam, ihn aus seinem „fundamentalistischen Gefängnis“ befreien, einer modernen Religion „ohne Kopftuch, Zwangsheirat und Ehrenmord“ den Weg bahnen. In ihrem neuen Buch „Aufstand der Kopftuchmädchen“ kritisiert die Kölner Muslimin die Rolle der Imame und islamischen Verbände, „Kadavergehorsam“ in Moscheegemeinden und eine weit verbreitete „mittelalterliche Lesart“ des Koran.

„Wir modernen Muslime müssen den Islam aus den Klauen des Patriarchats befreien“, sagt die türkischstämmige Autorin der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag vor einer Buchvorstellung in Berlin am Abend. Die meisten Imame in Moscheegemeinden hierzulande sind Akgün zufolge „stramm konservativ“ und keineswegs an einer Integration ihrer Mitglieder interessiert: „Die Imame sind keine Integrationslotsen oder Brückenbauer, das ist lächerlich. Das Gegenteil ist der Fall, sie binden ihre Klientel an sich und leben davon, dass die Menschen zu allererst auf sie hören“, sagt sie.

aus: Yuriko Wahl: Frischer Wind für Islam. Eine moderne Gläubige auf dem Weg zum aufgeklärten Islam

in: Die Berliner Literaturkritik, 20.01.2011

http://www.berlinerliteraturkritik.de/detailseite/artikel/frischer-wind-fuer-islam.html

[19] Sahih Bukhari Volume 7, Book 62, Number 64,

Narrated ‚Aisha: that the Prophet married her when she was six years old and he consummated his marriage when she was nine years old, and then she remained with him for nine years (i.e., till his death).

Sahih Bukhari 5.236,

Narrated Hisham’s father: Khadija died three years before the Prophet departed to Medina. He stayed there for two years or so and then he married ‚Aisha when she was a girl of six years of age, and he consumed that marriage when she was nine years old.

Sahih Muslim Book 008, Number 3311,

‚A’isha (Allah be pleased with her) reported that Allah’s Apostle (may peace be upon him) married her when she was seven years old, and he was taken to his house as a bride when she was nine, and her dolls were with her; and when he (the Holy Prophet) died she was eighteen years old.

http://www.faithfreedom.org/Articles/sina/ayesha.htm

[20] Zwangsehen in Düsseldorf – das hört sich nach finsterem Mittelalter an. Tatsächlich aber betreut das Jugendamt zur Zeit drei Familien, in denen minderjährige Mädchen (unter 14) verheiratet wurden.

Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte. …

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

Vollzogen werden darf eine solche Ehe in Deutschland nicht. Das ist Missbrauch von Kindern. 2005 stieß das Jugendamt erstmalig auf eine solche Zwangsheirat. Das Ehepaar erschien sogar mit übersetzter Heiratsurkunde bei der Behörde und wollte eine neue Steuerklasse beantragen. …

Seitdem achtet das Jugendamt verstärkt auf solche Fälle. Leiter Johannes Horn: „Wir gehen sensibel vor, machen den Leuten klar, dass eine sexuelle Beziehung verboten ist. Achten darauf, dass kein gemeinsamer Haushalt geführt wird.“ …

Eine Cousine hatte das Jugendamt damals über eine angebliche Eheschließung informiert. Die Kind-„Braut“ aber stritt eine geplante Heirat ab. Sie wolle Kinderärztin werden und erst spät selbst Mutter werden. Jetzt lebt sie mit Kind und Opa in Griechenland.

Ihr Vater (31) zuckt nur die Schultern: „Ich weiß nicht, wie sie schwanger wurde. Keine Ahnung!“ …

aus: Barbara Kirchner: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby

in: Express 12.06.2008

http://www.express.de/duesseldorf/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby,2858,705568.html

kennt seine Religion ziemlich gründlich: Abd al-Aziz bin Abdullah Al asch-Schaich

Responding to a question about parents who force their underage daughters to marry, the mufti said: ‚We hear a lot about the marriage of underage girls in the media, and we should know that Islamic law has not brought injustice to women.‘

The mufti said a good upbringing will make a girl capable of carrying out her duties as a wife and that those who say women should not marry before the age of 25 are following a ‚bad path‘.

Our mothers and before them, our grandmothers, married when they were barely 12,‘ said Al Sheikh, according to the Al-Hayat newspaper.

aus: It’s an injustice to NOT marry girls aged 10, says Saudi cleric

in: Daily Mail 15.01.2009

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1115624/Its-injustice-NOT-marry-girls-aged-10-says-Saudi-cleric.html

In der griechischen Region Thrakien dürfen muslimische Mädchen bereits mit zehn Jahren verheiratet werden. Das garantiert ein Sonderrecht. Vor kurzem wurde ein Mädchen deswegen aus Deutschland zurückgeschickt. Ein Besuch in ihrem Heimatdorf:

Draußen warten Menschen mit Formularen in der Hand. Er selbst habe seine Imame aufgefordert, Mädchen unter 17 Jahren nicht zu verheiraten, sagt der Mufti. Wenn jedoch ein Mädchen selbst die Heirat unbedingt wolle, nehme er es persönlich psychologisch und physisch in Augenschein und entscheide, ob es reif genug sei. Wenn ja, spräche das islamische Recht nicht gegen die Ehe. Der Mufti sagt: „Daß Zwölfjährige verheiratet werden, kommt nur alle drei oder vier Jahre vor.“ … „Wenn sie 14 ist“, verkündet ihre Mutter, „wird sie wieder zurückreisen. Nach Düsseldorf.“

aus: Uta Keseling: Das verheiratete Kind

in: Die Welt 25.02.2005

http://www.welt.de/print-welt/article495796/Das-verheiratete-Kind.html

Der Prophet Mohammed heiratete Aischa als diese sechs Jahre alt war und vollzog mit ihr den Geschlechtsverkeht, als sie neun Jahr alt war. Uriger Urislam der Salafiyya auch in Marokko. Mohamed Al Maghraoui, l’un des symboles de la Salafia wahhabite au Maroc, qui avait émis une fatwa autorisant le mariage d’une fille dès l’âge de 9 ans, en 2008

Le controversé religieux avait affirmé en effet que „les fillettes de 9 ans ont la capacité de se marier autant que le sont les filles âgées de 20 ans et plus“. … Le théologien qui préside l’association Addaaoua wa Sounna fi Al Coraane (Prédication et sunna dans le coran), dont le siège est basé à Marrakech, était arrivé mardi à l’aéroport de Marrakech Menara, où il était attendu par près de 300 de ses disciples.

aus: Mohamed Al Maghraoui relance sa fatwa autorisant le mariage des filles de 9 ans

in: bladi 13.04.2011

http://www.bladi.net/mohamed-al-maghraoui-mariage-filles.html

[21] Ministerium für Frauen, Familie und gesellschaftliche Entwicklung, Malaysia:

1. Is consent from the bride required before a marriage can be carried out?

Yes, consent from the bride is required for any marriage. For a woman who has never been married before (virgin), the consent comes from her Wali Mujbir (guardian)

2. Can a virgin girl be forced to enter into a marriage without her consent by the Wali Mujbir?

A virgin girl can be entered into a marriage without her consent by the Wali Mujbir on the condition that the marriage is sekufu and the marriage will not bring dharar syarie to the bride.

Staat Malaysia, Ministerium für Frauen, Familie und Gemeinschaftsentwicklung (KPWKM – Kementerian Pembangunan Wanita, Keluarga dan Masyarakat. MWFCD – Ministry of Women, Family and Community Development) [faq: oben links Spracheinstellung English]

http://www.kpwkm.gov.my/faq

A wali (guardian) is a very important and vital aspect in a marriage. It determines whether or not a certain marriage contract (akad nikah) that has been performed is valid. …

4.2. A Wali Mujbir is regarded as the perfect wali because he has full power to endorse a marriage on behalf of everyone under his care. Although a father may marry off her virgin daughter without her consent, it is sunat (favourable) for the father to request for her consent. And the father may not act freely using his ijbar authority. He has to make sure that his actions are just and fair for the benefits of his daughter. That is why Islam has enforced 3 conditions which allow for the ijbar authority of the father to be enforced upon his daughter:

a) There is no apparent dispute between father and daughter

b) The groom must be suitable for the daughter

c) The prospect husband is capable of paying the dowry (mahar) immediately

Malaysia Department of Islamic Development (JAKIM – Jabatan Kemajuan Islam Malaysia)

http://www.islam.gov.my/sites/default/files/wali_in_islam.pdf

JAKIM Functions

FUNCTION 1: LEGISLATION AND STANDARDISATION OF ISLAMIC LAW

To streamline and implement the directives of the Council of Rulers on Islamic matters through the National Council for Islamic Affairs Malaysia;

To legislate, review and amend Islamic laws for standardisation amongst the states;

To streamline and standardise Islamic law throughout Malaysia;

To legislate act and Islamic law for the Federal territories;

To streamline the enforcement of states’ Islamic law;

To streamline fatwa and the implementation compliance.

http://www.islam.gov.my/en/jakim-functions

[22] Koran 10:100 „Niemandem steht es zu zu glauben, es sei denn mit Allahs Erlaubnis. Und Er läßt (Seinen) Zorn auf jene herab, die ihre Vernunft (dazu) nicht gebrauchen wollen.“

http://www.chj.de/Koran/Einzelsuren/Sure010.html

Keiner Seele ist es möglich zu glauben, außer mit Allahs Erlaubnis. Und Er legt den Greuel auf diejenigen, die nicht begreifen.

http://quran.com/10/100

[23] (…) Aber der menschliche Geist lässt sich nicht auf Dauer unterdrücken. Er hat das oft bewiesen, zuletzt in der Zeit der Aufklärung, als er sich „seines eigenen Verstandes bediente“ und sich aus den Ketten der Bevormundung befreite. Dennoch könnte man meinen, dass er jetzt Gefahr läuft, in seinem Sieges- und Freudentaumel zugleich auch seinen eigenen Verstand auf den Altar seiner Anbetung zu heben?!

Dem islamischen Verständnis nach ist der Konflikt zwischen weltlicher und religiöser Macht fremd. (Siehe dazu auch mein Interview in der Islambeilage des Deutschen Kulturrates: Aufklärung ist der Schlüssel zur Verständigung, im unteren Link). Alles materiale Sein ist aufgehoben in der göttlichen Allmacht. Daher ist alles was existiert, zu Gott gehörig, heilig; was bedeutet, dass eine profane, weltliche Macht nicht existiert.

Jeder einzelne Mensch ist Gottes eigenverantwortlicher Stellvertreter auf Erden mit allen ihm von Gott verliehenen Rechten und Pflichten. Im Idealfall ist weltliches Vernunftdenken und -handeln immer auch religiöses Denken und Handeln.

„Wahrlich, alles Gute wird mit dem Verstand erkannt und keine Religion hat der, der keine Vernunft besitzt.“ (Hadith)

Es gibt also auch das aufklärerische Licht der Religionen. Wenn dies jedoch erlischt, wird der Glaube auf eine Art von privatem Seelentröster ohne Auswirkung auf die gelebte gesellschaftliche Realität reduziert.

aus: Aiman Mazyek: Das aufklärerische Licht der Religion

in: Islam (ZMD) 28.12.2012

http://www.islam.de/21630

[24] Aus der schiitischen Hadithsammlung „Erlesenheit der Verstandestätigkeiten“ Tuhaful Uqool (Tuḥafu l-ʿUqūl) des al-Ḥarrānī

‘Verily all good is grasped through the intellect, and the man devoid of intellect has no religion.’

http://www.darolhadith.com/modules.php?name=my_AlfabetMenu&vid=245&scid=9

Tuhaf al-Uqoul (the Masterpieces of the intellect)

Abu Mohammed al-Hasan bin al-Hussein bin Shu’ba al-Harrani

http://www.amazon.co.uk/al-Uqoul-masterpieces-intellect-al-Hussein-al-Harrani/dp/B00AO6TF4C

Schiitische Hadithforschung

http://www.darolhadith.com/modules.php?name=my_AlfabetMenu&vid=245&scid=9

al-Ḥasan Ibn-ʿAlī al-Ḥarrānī, ʿAlī Akbar al-Ġaffārī

http://books.google.de/books/about/Tu%E1%B8%A5af_al_uq%C5%ABl_an_%C4%81l_ar_Ras%C5%ABl_%E1%B9%A3all.html?id=ugeLtgAACAAJ&redir_esc=y

55.Al-harrani, Tuhaf al-Uqul, 4th c.

http://www.darolhadith.com/modules.php?name=Content&pa=byPage&pid=251

Instrumental Intellect in Islamic Tradition

Reza Berenjkar

University of Tehran

http://www.bu.edu/paideia/existenz/volumes/Vol.7-1Berenjkar.pdf

Reason and Inspiration in Islam: Theology, Philosophy and Mysticism in Muslim Thought: Essays in Honour of Hermann Landolt

herausgegeben von Hermann A. Landolt, Todd Lawson

http://books.google.de/books?id=Bq9zSbNr8gIC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

revolutionär gegenmodern als Schmieröl der Islamisierung einsetzbar sind die Asbābi n-Nuzūl, die Offenbarungsanlässe:

Asbāb al-Nuzūl

By: Alī ibn Ahmad al-Wāhidī

2008 Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought Amman, Jordan

http://www.altafsir.com/Books/Asbab%20Al-Nuzul%20by%20Al-Wahidi.pdf

[25] Schiitisches Hadithbeispiel nach den Tuḥafu l-ʿUqūl, eigentlich ein sehr lebensweises Wort:

An ignorant will trouble you if you socialize with him. He will blame you if you stay away from him; he will mention it if he grants you something; he will be ungrateful if you grants him something; and if you trust him with your secrets, he will misuse your trust. [Tuhaf ul-Uqool, p.28]

http://www.erfan.ir/19287/book/

The great Ustād Husayn Ansāriān

scholar, Ustād („master“) Husayn Ansāriān was born in this city in 1323/1944. His father descended from the household of Hāj Shaykh, recognized as a renowned household who rendered great services to the Islamic faith and produced scholars of high ranks. The late grand Ayatollah Shaykh Mūsā Ansāriān (Khānsārī), whose erudition and piety is well-known to scholars, belongs to the same family. … Since childhood, Ustād Ansāriān was intimately acquainted with divine figures, … Ustād Ansāriān received his seminary education at the scholarly centers in Tehran and Qom. … So far, he has been fulfilling his divine duties for more than thirty years and the fruits of his obligation to stay in Tehran have been approximately 4,000 recorded novel lectures and sermons and more than 40 books (approximately 80 volumes).

http://www.erfan.ir/article/article.php?cat=217

[26] Zwei Tage zuvor hatte die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung die Islamkritikerin Necla Kelek geehrt. Die Vergabe des Freiheitspreises an eine „einschlägig bekannte Islamhasserin“, schreibt Mazyek, sei „nur ein erneutes Beispiel einer verfehlten Politik, von der ich mich distanziere“. … In der FDP-Zentrale hieß es, man kenne den Brief noch nicht. In einem früheren Gespräch habe Generalsekretär Christian Lindner Mazyek angeboten, am Grundsatzprogramm mitzuarbeiten.

aus: Aiman Mazyek kritisiert lässt FDP-Mitgliedschaft ruhen

in: Der Tagesspiegel 19.11.2010

http://www.tagesspiegel.de/politik/zentralrat-der-muslime-aiman-mazyek-kritisiert-laesst-fdp-mitgliedschaft-ruhen/2893770.html

alles etwas angeblich? Mit genauen Angaben pflegt Allahs Bodenpersonal einen großzügigen Umgang, vielleicht ist auch ein Mäuschen auf die PC-Tastatur gehüpft

„Demokratie ist gegenwärtig die beste Staatsform“ – Interview von Annette Rollmann mit Aiman Mazyek auf islam.de, angeblich aus Das Parlament 12/2007.

http://de.wikipedia.org/wiki/Aiman_Mazyek

[27] revolutionär gegenmodern als Schmieröl der Islamisierung einsetzbar sind die Asbābi n-Nuzūl, die Offenbarungsanlässe:

The various levels of interpretation along with their typical problems are listed below in order of increasing hermeneutical complexity:

Lexical: What is the meaning of a particular word?

Intra-Versal/Sentential: Who or what is the referent of a particular pronoun?

Inter-Versal/Pericopal: What is the relation between verses? Do they constitute a single meaning/unit of thought, or are they distinct?

Narratological („Qissaic“): What is the story being told? Why do the characters in it react in the way they do?

Historical/Ethnological: What events or personages are being described? What cultural practices are being reported and how do they relate the jāhilī scene?

Legal („Hukmic“): What are the legal implications of a particular verse and how do these relate to the remaining corpus of Islamic holy law? Is the ruling limited in scope to the circumstances or even unique instant in which it was revealed, or does it define a general principle with broad applicability?

http://en.wikipedia.org/wiki/Asbab_al-nuzul

Asbāb al-Nuzūl

By: Alī ibn Ahmad al-Wāhidī

2008 Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought

Amman, Jordan

Yousef Waleed Meri aus dem jordanischen Amman meint als der Herausgeber der Serie:

The Great Tafsirs of the Holy Qur’an project (www.altafsir.com) of the Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought, Amman, Jordan (www.aalalbayt.org) is pleased to make available for the first time ever in English translation one of the most significant works in the branch of the Qur’anic sciences (‘ulum al-Qur’an) known as “asbab al-nuzul” — the occasions, reasons, and contexts for the Revelation of the Holy Qur’an. The present work by ‘Ali ibn Ahmad al-Wahidi, (d. 468/1075) Asbab al-Nuzul is the earliest and best-known representative work of this genre. For most of the Qur’an, the exact occasions and contexts of Revelation were not preserved in the historical record. However, for those that have been, the original context of the revelation of a particular verse of the Qur’an will aid the reader in better understanding the historical context of the revelation and the issues that confronted the Prophet Muhammad and the nascent Muslim community. Such issues as the relations between Muhammad and the Jews and Christians are highlighted herein. The reader will also discover details about the relationship of Muhammad to various individuals such as from among the Companions and Followers, groups and tribes such as the Aws and Khazraj, and also to the Ummah which give insight into his prophetic mission, his personal qualities and attributes — such as his exemplary humility and generosity, his relationship to his enemies, his conduct of war, how he dealt with false allegations of infidelity against his favourite wife ‘A’ishah, to cite but a few examples.

Im Vorwort heißt es:

Another well-known and popular work in this genre is Lubab al-Nuqul fi Asbab al-Nuzul of Jalal al-Din al-Suyuti (d. 911/1505). This work might be considered a slight improvement on the classic contribution of al-Wahidi. It contains a few additional narrated materials not included in al-Wahidi’s work. Lubab al-Nuqul fi Asbab al-Nuzul may also claim an added advantage over Asbab al-Nuzul of al-Wahidi in that the contents of the latter have been thoroughly edited by al-Suyuti. However, even though Jalal al-Din al-Suyuti wrote his book more than four centuries after the death of al-Wahidi, and despite being more expert in Hadith than his predecessor, his Lubab al-Nuqul contains drawbacks, some of which he had himself pointed out in the work of al-Wahidi.

http://www.altafsir.com/Books/Asbab%20Al-Nuzul%20by%20Al-Wahidi.pdf

Through Asbab al-Nuzul he sees that 16:90 was revealed about the brotherhood pact between the first Muslims from Mecca (Muhajirun) and the helping community in Medina (Ansar) through which they obliged each other to share everything equally.

http://unity1.wordpress.com/2013/02/24/a-13th-century-moroccan-sufi-on-the-hadith-of-the-73-sects/

[al-]Wāḥidī, Abū al-Ḥasan ʿAlī ibn Aḥmad, d. 1075 or 6.

Asbāb al-nuzūl.

al-Qāhirah : Muʿassasat al-Ḥalabī, 1968

http://www.worldcat.org/title/asbab-al-nuzul/oclc/16965403&referer=brief_results

http://www.worldcat.org/search?q=au%3AWa%CC%84h%CC%A3idi%CC%84%2C+Abu%CC%84+al-H%CC%A3asan+%CA%BBAli%CC%84+ibn+Ah%CC%A3mad%2C&qt=hot_author

Asbab an-Nuzul von Naisaburi (1075)

Offenbarungsanlässe (Asbab an-Nuzul) von al-Wahidi an-Naisaburi (gest. 468 n. H.)

Wahidi (gest. 468 n. H./1075 n. Chr.), einer der besten klassischen Wissenschaftler auf dem Gebiet von Asbab an-Nuzul betont: „Das Wissen vom Tafsir der ajat ist nicht möglich, ohne dass man sich mit ihren Geschichten und der Erklärung (der Gründe) für ihre Offenbarung beschäftigt.“

Asbab al-nuzul, von al-Wahidi al-Nisaburi, Kairo 1968, Seite 4.

http://www.hadielislam.com/de/index.php?pg=article&id=4248

[28] Andrew Rippin, Professor of Islamic History Specialist in the Qur’an and the history of its interpretation

http://web.uvic.ca/~arippin/

Specialty: Formation of Islamic civilization, especially 7th to 12th centuries in the Arab world.

I joined UVic History in 2000 as Dean of the Faculty of Humanities at the University of Victoria, a position which I vacated in 2010. My PhD dissertation from McGill University (1981) was on the Quranic “occasions of revelation” material. My research into the formative period of Islamic civilization in the Arab world, as well as the history of the Qur’an and its interpretation, has resulted in numerous publications, a selection of which are collected in my book The Qur’an and its interpretative tradition published in 2001. I am also the author of the textbook Muslims, their religious beliefs and practices, first published 1990 and now appearing in its 4th edition. I was elected a Fellow of the Royal Society of Canada in 2006.

http://www.uvic.ca/humanities/history/people/faculty/rippin.php

[29] „Hence, this Islamic covenant, the shari’ah, is perpetual, it is not negotiable and it is not terminable. It is perpetual because it is God’s infinite (azalī) word in the past; it is not negotiable because it has a power to enforce obedience; and it is not terminable because it is infinite (abad) into the future. … The fiqh (Islamic applied law) is not the sharıah. Rather, it is a particular understanding of the shari’ah. Thus, the fiqh (understanding) of the shari’ah of a particular person or group is not perpetual, it is negotiable and it is terminable. The shari’ah is the perpetual principle on the basis of which each and every generation of Muslims has the right and the duty to make judgments about good and evil, right and wrong, in the context of its time and space in accordance with its own experience. Hence, the shari’ah is the Muslim’s authority in morals, coupled with the authority in faith, the shahadah.“

aus: Mustafa Cerić: ‚The challenge of a single Muslim authority in Europe,‘

in: European View, 2007, 6, p. 41-48.

http://www.maslaha.org/islamic-answers/glossary/fiqh

http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=139&t=13836

[30] Eher ohne Argumente hetzt Schariafreund Dr. Jochen Möller (ufuq) gegen die mutige Frauenrechtlerin Seyran Ateş und trägt entspannt dazu bei, die muslimischen Mädchen Berlins in den Kerker des Schariagehorsams einzumauern:

Dem könnten die 16- bis 18-jährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines von der bpb veranstalteten Workshops in einem Gymnasium in Berlin durchaus zustimmen. Zusammengekommen sind hier überwiegend sehr religiöse Schülerinnen aus meist bildungsfernen türkischen oder arabischen Familien, die nicht damit einverstanden sind, dass Jungen Freiheiten genießen, die ihnen vorenthalten bleiben. Allerdings fordern sie diese Freiheiten nicht für sich – vielmehr erwarten sie auch von den Jungen mehr Zurückhaltung.

Denn Sex vor der Ehe, das steht für sie fest, ist eine große Sünde, und nicht wenige Mädchen verbinden mit einem Verstoß gegen diese Norm die Angst vor der Hölle. Ein Hadith (ein dem Propheten zugeschriebener Ausspruch) dazu ist allen Jugendlichen im Workshop ein Begriff: „Wenn ein Mann und eine Frau alleine in einem Raum sind, ist der Teufel immer der Dritte“. Sie verstehen das als Verbot, sich mit Angehörigen des anderen Geschlechts alleine zu treffen.

aus: Jochen Möller: „Der Teufel ist immer der Dritte“. Ein Workshop mit Jugendlichen zur Sexualität und freien Partnerwahl

hier auf: bpb (Ersterscheinungsort bei ufuq, siehe unten)

http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/jugendkultur-islam-und-demokratie/65208/sexualitaet-und-freie-partnerwahl

zuerst erschienen in: „Jugendkultur, Islam und Demokratie“, Ausgabe Nr. 16/März 2010. (p 9), bemerkenswert islamkonsequent (demokratiegefährdend) der ebenso tatsachennahe wie rührungslose Folgeartikel (pp 10-12, Fatwas für Europa. Dürfen Muslime bei McDonald’s arbeiten?) über den radikalen Scheich Yusuf al-Qaradawi und seinen ECFR.

http://www.ufuq.de/pdf/Newsletter-16-2010.pdf

Ein Mann befindet sich nie allein mit einer Frau, ohne dass nicht der Teufel sich als dritter zu ihnen gesellt. Hadith (Tirmidhi)

Die Frau, die sich parfümiert, und an Leuten vorbeigeht, damit sie ihren Duft vernehmen, begeht Ehebruch. Und jedes Auge begeht Ehebruch. Hadith (Nasai)

http://www.dihorst.de/downloads/ehe—koran-und–bibel.pdf

Hadith – Ahmad and Al-Tirmidhi 3118, Narrated Umar ibn al-Khattab(r.a.), Tirmidhi transmitted it. The Prophet(sallallahu alaiyhi wasallam)said, “Whenever a man is alone with a woman the Devil makes a third.”

http://www.islamicity.com/forum/printer_friendly_posts.asp?TID=19608

„Whenever a man is alone with a woman the Devil makes a third.“

http://muttaqun.com/dating.html

Le Prophète (bénédiction et salut soient sur lui) a dit : « Attention ! Chaque fois qu’un homme reste en tête-à-tête avec une femme Satan devient leur troisième » (rapporté par at-Tirmidhi (2165 et déclaré authentique par al-Albani dans Sahih at-Tirmidhi).

http://islamqa.info/fr/ref/84089

“Si un homme et une femme se trouvent seuls en un endroit, la troisième personne présente est le démon” Mahomet

http://profbof.com/islam/femmecoran.htm

[31] Die zweite Versammlung der von Wolfgang Schäuble in die Welt gesetzten “Islam-Konferenz” [Anm.: nicht die Konferenz selbst] tagte ausgerechnet am 9. November 2006 in der ehemaligen SS-Kaserne (heute: Amt für die Nicht-Anerkennung von Flüchtlingen) an der Nürnberger Frankenstraße [Anm.: dort in Nürnberg ist die Geschäftsstelle der Deutschen Islamkonferenz angesiedelt, s. u.]. Säkulare Exil-Iraner, Angehörige der Arbeiterkommunistischen Partei Irans, demonstrierten vor dem Gebäude u.a. dagegen, dass Vertreter islamischer Organisationen für sie, als Menschen, die vor dem Islam geflohen sind, sprechen dürfen, weil ihr Herkunftsland ein islamisches ist.

Quelle: AG Kritische Theorie (Nürnberg), Nürnberg, 9. November 2006

http://kritischetheorie.wordpress.com/pamphlete/islamkonferenz-in-nurnberg/

Geschäftsstelle der Deutschen Islam Konferenz

Seit Gründung des Gremiums zum Dialog zwischen Staat und Muslimen durch den damaligen Innenminister, Dr. Wolfgang Schäuble, im Jahr 2006, ist die Geschäftsstelle der Deutschen Islam Konferenz (DIK) im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angesiedelt.

Frankenstraße 210

90461 Nürnberg

http://www.bamf.de/DE/DasBAMF/Aufgaben/GeschaefsstelleDIK/geschaefsstelledik-node.html

Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

Dabei wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.

Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust an den europäischen Juden im Machtbereich der Nationalsozialisten mündete.

http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938

[32] Akgün: Ich verlange, dass der Innenminister die deutsche Islamkonferenz sofort einstellt. Denn sie ist eine Zusammenkunft mit genau den organisierten Leuten, die zum Teil dieser islamisch-autoritären Lebensweise nachhängen und nicht den liberalen Islam vertreten.

aus dem Interview mit Islamverharmloserin Lale Akgün: „Wir brauchen eine andere Integration“

in: Berliner Morgenpost 21.12.2007

http://www.mopo.de/news/interview-dr–lale-akguen–wir-brauchen-eine-andere-integration-,5066732,5634180.html

Hier kein Herumreden und Akgünsches Islamverharmlosen, sondern Klartext: Petition:

Nein und nochmal nein!

http://www.petitiononline.com/dreinein/petition.html

[33] Ein Hauch von Selbstkandidatur, Lale Akgün (SPD) empfiehlt sich indirekt für das Amt der Bundespräsidentin

Daher ist es nur folgerichtig, wenn die Eliten unseres Landes die Bevölkerungsstruktur in Zukunft besser widerspiegeln werden, als sie dies bisher tun. Natürlich sollten dann Ministerpräsidenten, Bundesministerinnen oder eine Bundespräsidentin mit türkischen, russischen oder polnischen Wurzeln kein Problem mehr für unsere Gesellschaft sein (um nur die größten Einwanderergruppen zu nennen).

aus: Lale Akgün: Bundespräsidentin mit türkischen Wurzeln

als Gastbeitrag in: FAZ 22.01.2009

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/f-a-z-gastbeitrag-bundespraesidentin-mit-tuerkischen-wurzeln-1753298.html

Ein Jahr, ein Monat, ein Tag später, also 1–1–1, islamsymbolisch vielleicht zu Sure 9? Dort gibt es Vers 111: They fight in the cause of Allah, so they kill and are killed. Sie kämpfen für Gottes Sache. Sie töten und werden getötet auf dem Schlachtfeld.

http://quran.com/9/111

Pierre Vogel in Koblenz, Mai 2011. Der Islam an sich ist gut. Sagt am selben Ort auch die herbeigeeilte Mufti Lale, vgl. die nächste Quelle.

Zuvor hatte Pierre Vogel seine Redezeit genutzt, um von einer „unerträglichen Kampagne von Medien und Politik gegen uns und den Islam“ zu sprechen. Den Medien warf er vor, mit einem Lügengebilde Stimmung gegen ihn und seine Anhänger zu machen. „Vielen Dank an die Gerichte, die uns Recht gegeben haben“, sagte der charismatische Vogel, der sich, rhetorisch geschult, in die Opferecke stellte. Hass und Gewalt lehne er strikt ab. Vogel gehe es lediglich darum, den Islam zu verkünden und „Menschen auf den richtigen Weg“ zu bringen. Unterstützt wurde er dabei von Abdur Raheem Green, einem islamistischen Prediger aus England.

Aus: Tobias Lui: Kein Ärger bei Kundgebung von Islamistenprediger Pierre Vogel in Koblenz

in: Rhein-Zeitung 30.05.2011

http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Kein-Aerger-bei-Kundgebung-von-Islamistenprediger-Pierre-Vogel-in-Koblenz-_arid,255620.html

Pierre Vogel geht, Lale Akgün kommt. Und bestätigt: Islam an sich ist gut. Koblenz 2011, Hochschulgemeinde der Universität. Das Umfeld der radikalen Lifemakers (gegründet vom Prediger und einstigen ägyptischen Muslimbruder Amr Khaled, der von Dschidda aus arbeitet) war als Islamische Studierende in Koblenz (ISK) offiziell in die Koblenzer Uni-Homepage integriert – keine Silbe dazu von Frau Akgün.

Die Deutsch-Türkin ist an die Koblenzer Uni gekommen, wo die Katholische Hochschulgemeinde den christlich-islamischen Dialog mit einer Veranstaltungsreihe pflegt. Akgün, die von 2002 bis 2009 Kölner Bundestagsabgeordnete (SPD) war und das nordrhein-westfälische Zuwanderungszentrum aufgebaut hat, liest aus ihrem Buch „Aufstand der Kopftuchmädchen – Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus“ und diskutiert dies anschaulich und geistreich mit den gut 35 Zuhörern. …

Die zweite These: Der Koran schreibt wenig vor. Die Autorin hat nachgelesen und räumt mit gleich mehreren gängigen Klischees auf: Die Kleidung muss laut Koran nicht verhüllen, sondern für Frauen wie Männer angemessen sein (am Strand also Badeanzug!); Sex vor der Ehe ist nicht verboten, nur einen ethischen Umgang sollen Paare pflegen; Alkohol ist erlaubt. Ein junger Zuhörer mit türkischem Namen kann das kaum glauben. Akgün klärt auf: „Man darf bloß durch den Alkoholgenuss nicht andere belästigen!“ Wie viel er verträgt, muss also jeder selbst entscheiden.

Die dritte These: Der Islam muss zeitgemäß interpretiert werden. So wie jede Religion. In Akgüns Augen bleibt Glaube nur dadurch lebendig, dass man fragt, „was kann er mir heute geben?“ So wurde der Koran Mohammed zwar bereits im 7. Jahrhundert offenbart. Doch war der Prophet damals ein „Reformkopf“, betont Akgün, und wer heute bewusst in langen Gewändern herumlaufe wie er damals, der beleidige ihn. …

Zum Schluss appelliert sie an die Vernunft, die dem Koran genauso wie der westlichen Demokratieidee innewohnt.

aus: Lale Akgün weist den Islam in seine Schranken

in: Rhein-Zeitung 08.07.2011

http://www.rhein-zeitung.de/region/koblenz_artikel,-Lale-Akguen-weist-den-Islam-in-seine-Schranken-_arid,273880.html

http://www.rhein-zeitung.de/region/koblenz_artikel,-Lale-Akguen-weist-den-Islam-in-seine-Schranken-_arid,273880_arpage,2.html#articletop

Koblenz 2013, wenn auch HS und nicht UNI, so sind doch alle drei friedlich vereint: ESG, HSG und ISK

http://www.hs-koblenz.de/Studentenorganisationen.1348.0.html

auf p 15 noch im November 2010 erwähnt: ISK, den Vorsitz hatte Adi Prasojo inne

http://www.uni-koblenz-landau.de/ipz/medien/dateien/informationen_internationale

Lifemakers Rosenheim: Spielplatz – Lebensraum für die ganze Familie

ISK2006Koblenz

http://www.youtube.com/watch?v=ufikacUwQPM

DAAD-Preis für Adi Prasojo – Indonesier erhält Auszeichnung für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an der Fachhochschule Koblenz

Adi Prasojo kam 2006 nach Deutschland. Nach einem Sprachkurs und dem Besuch des Studienkollegs in Hamburg begann er im Wintersemester 2007/08 sein Studium der Mechatronik an der Fachhochschule Koblenz. Neben seinen guten Studienleistungen fällt der Indonesier durch sein soziales Engagement in vielen Bereichen auf. So unterstützte er Professoren des Fachbereichs Ingenieurwesen 2008 bei einer Kinder-Uni-Vorlesung zum Thema Windenergie oder beteiligte sich mehrfach an der Betreuung des Koblenzer Solarbootcups. Als Vorsitzender der Islamischen Studierendengemeinde war Adi Prasojo maßgeblich an der Einrichtung des Gebetsraumes „Raum der Stille“ beteiligt, der den Studierenden der FH Koblenz seit 2010 als Rückzugsort für Gebet und Meditation zur Verfügung steht. Gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt kümmert der angehende Ingenieur sich um die Betreuung von ausländischen Studierenden.

http://www.kooperation-international.de/detail/info/daad-preis-fuer-adi-prasojo-indonesier-erhaelt-auszeichnung-fuer-hervorragende-leistungen-auslaend.html

Filmprojekt: „Religiöse Gemeinschaften in Koblenz“

Die ganze Welt ist ein Gebetsraum. Ein Tag mit Adi Prasojo [Islam] [2010]

Melanie Börder / Anne Busch / Rebecca Röder / Annika Vogel (12:30 Min.)

http://m.uni-koblenz-landau.de/koblenz/fb2/ik/studentische-initiativen/medienpraxis/filmprojekt

Islam in der Rechtsprechung Rechtsphilosophische Ringvorlesung startet am 1. Februar 2011 am Campus Koblenz

Vor dem Hintergrund der Frage nach der Integration muslimischer Mitbürger in Deutschland erläutert der Vortrag die rechtlichen Grundlagen der Religionsfreiheit und Bedeutung staatlicher Neutralität in Religionsfragen. Im Zentrum steht die Diskussion aktueller Fälle aus der Rechtsprechung zu Themen wie dem Kopftuch in Schulen oder dem Bau von Moscheen. Schließlich geht es auch um die Grenzen der Toleranz und mögliche Gefährdungen unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Über den Islam in der Rechtssprechung spricht Dagmar Wünsch, Vorsitzende Richterin am OVG Koblenz, im Rahmen der rechtsphilosophischen Ringvorlesung. Der Vortrag findet am Dienstag, 1. Februar 2011 ab 18 Uhr am Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau, Universitätsstraße 1

http://www.uni-koblenz-landau.de/koblenz/aktuelles/archiv-2011/Islam%20in%20der%20Rechtsprechung/?searchterm=Islam

Facebook-Konto der ISK (Islamische Studierende in Koblenz, ehedem um Safiye Ilhan von den Lifemakers Rosenheim)

https://www.facebook.com/pages/Islamische-Studierende-in-Koblenz-ISK/163031713778877

Koblenz 2011, erst Pierre Vogel, dann Lale Akgün, den Islam finden beide prima. Drei Jahre eher durfte Kalifatstheoretiker Murad Wilfried Hofmann an der Uni Koblenz sprechen, es lebe der interreligiöse Dialog im Allgemeinen und die Toleranz der Koblenzer Hochschulgemeindearbeit im Besonderen:

Ringvorlesung: KRIEGE FALLEN NICHT VOM HIMMEL. – Das Friedenspotential der Religionen

In jüngster Zeit werden (vor allem die monotheistischen) Religionen zunehmend mit Intoleranz und Gewalt in Verbindung gebracht und für die Zunahme von Konflikten verantwortlich gemacht. Dabei gerät die besondere Verantwortung von Judentum, Christentum und Islam für eine gerechte Entwicklung und den Frieden in der Welt aus dem Blick. Die an der Universität Koblenz bestehenden Gemeinden ESG (Evangelische Studierendengemeinde), KHG (Katholische Hochschulgemeinde) und ISK (Islamische Studierende Koblenz) veranstalten in Kooperation mit der Universität Koblenz zu dieser Problematik eine Ringvorlesung, die sich aus Sicht des Judentums, des Christentums und des Islams der Frage stellt: Inwieweit verhindern oder fördern die Religionen das friedliche Zusammenleben der Menschen?

Den Auftakt macht am Dienstag, dem 22. April 2008 um 18.15 Uhr der jüdische Theologe Frederek Musall von der Ignatz-Bubis-Stiftungsprofessur für Religion, Geschichte und Kultur des europäischen Judentums in Heidelberg.

Vierzehn Tage später, am Dienstag, dem 6. Mai 2008, spricht der muslimische Autor Dr. Murad W. Hofmann (Bonn) zum Thema „Friedensverantwortung aus muslimischer Perspektive“.

Den Abschluss bildet – wieder zwei Wochen später – am Dienstag, dem 20. Mai 2008, die evangelische Theologin Dr. Ulrike Baumann mit dem Thema „Friedensverantwortung aus christlicher Perspektive“.

Alle Vorträge beginnen jeweils um 18.15 Uhr und finden im Raum E 312 auf dem Campus der Universität Metternich statt.

http://cms.bistum-trier.de/bistum-trier/Integrale?SID=CRAWLER&MODULE=Frontend&ACTION=ViewPage&Page.PK=3831

[34] In den zwei Jahren 2009 und 2010 sind insgesamt sieben Marokkanerinnen gemäß Artikel 475 marokkanisches Strafgesetzbuch an ihren Vergewaltiger verheiratet worden:

A paragraph in Article 475 of the penal code allows those convicted of corruption or kidnapping of a minor to go free if they marry their victim. The practice was encouraged by judges to spare family shame.

Last March, 16-year-old Amina al-Filali poisoned herself to get out of a seven-month-old abusive marriage to a 23-year-old she said had raped her.

Her parents and a judge had pushed the marriage to protect family honour. The incident prompted calls for the law to be changed.

The traditional practice can be found across the Middle East and also in countries including India and Afghanistan, where the loss of a woman’s virginity out of wedlock is a huge stain on the honour of the family or tribe.

While the age of marriage in Morocco is officially 18, judges routinely approve much younger unions in this deeply traditional country of 32 million with high illiteracy and poverty.

aus: Morocco to axe law allowing rapists to go free if they marry their victim

in: the guardian 23.01.2013

http://www.guardian.co.uk/world/2013/jan/23/morocco-law-rapists-marry

vergewaltigt als Fünfzehnjährige:

Amina El Filali

http://fr.wikipedia.org/wiki/Amina_El_Filali

[35] La polygamie – Tout en restant autorisée, elle devient plus difficile. Le consentement de la première épouse devient obligatoire. Elle n’est pas abolie mais elle est soumise à des conditions strictes.

http://fr.wikipedia.org/wiki/Moudawana

[36] Die CEM AAF beurteilt die Einführung eines Versetzungsfaches „Alevitischer Religionsunterricht“ an deutschen staatlichen Schulen zwar als positiv. Problematisch ist jedoch, dass eine Religionsgemeinschaft nach ihrer Anerkennung als solcher theoretisch sich vom islamisch geprägtem Alevitentum (dem reinen Islam), wie es derzeit überwiegend verstanden wird, abwenden kann. Insbesondere ist es kontraproduktiv, wenn jede größere alevitische Gemeinde „Religionsunterricht“ erteilen könnte. Daher wäre eine „Zentralinstanz“ bestehend aus Vertretern größerer Gemeinden sinnvoll. Wünschenswert ist es, den alevitischen Glauben zu Lehren ohne ihn vom Islam als Religion abzukoppeln. Dies bedeutet im Ergebnis die Wahrnehmung grundrechtlich gewährleisteter Rechte. Wichtig wäre es vielleicht gewesen, mit der Einführung eines „Religions“unterrichtes abzuwarten, da sich die Aleviten noch in einem „Selbstfindungsprozess“ befinden. Eine Gemeinde, die vorhat alevitischen Religionsunterricht zu erteilen, hätte dies im Einvernehmen mit den übrigen alevitischen Religionsgemeinschaften gestalten müssen. Dies ist jedoch nicht geschehen. Das System in Deutschland, nach der der Unterricht nur von Religionsgemeinschaften gegeben werden kann, wird möglicherweise zu einer Spaltung der Aleviten in Deutschland führen.

Es bestehen keine organisatorischen Verbindungen der CEM AAF zur Cem Stiftung, da die CEM AAF durch den gemeinsamen Willen der Mitgliedsgemeinden in Deutschland zur Entstehung kam.

Übereinstimmungen betreffend der Cem Stiftung bestehen jedoch insbesondere auf dem Gebiet des Glaubens (Stichwort: Das Alevitentum als reine Form des Islams). Die CEM AAF wird hierüber hinaus von der Cem Stiftung unterstützt.

http://www.cemfederasyonu.org/almanca_yazi_devam.asp?id=116

[37] Es hat zahlreiche Versuche der „Sunnitisierung“ von Aleviten und blutige Übergriffe gegeben, wie etwa den Brandanschlag am 1.7.1993 in Sivas, bei dem 37 alevitische Künstler und Schriftsteller ums Leben kamen. Ausgrenzungen und Übergriffe gehörten zu den Gründen, weshalb Aleviten ihren Glauben lange Zeit verbargen, so dass auch ihre Lehren erst langsam wieder entwickelt werden müssen. Seit 1997 versucht die aus der Türkei stammende staatsnahe Cem-Stiftung auch in Deutschland, die Aleviten zum Sunnitentum zurückzuführen und tritt damit in Konkurrenz zur AABF. Die Cem-Stiftung soll 10 Vereine und 1000 Mitglieder unterhalten.

aus: B. Schmalenberger: Islamische Verbände: Was sie sagen und was sie denken (25.03.2005)

hier auf: Sicherheit-Heute

http://demo.ebiz-today.de/gesellschaft/personen,141,Islamische_Verbaende_Was_sie_sagen_und_was_sie_denken,news.htm

Brandanschlag von Sivas

http://de.wikipedia.org/wiki/Brandanschlag_von_Sivas

Sivas massacre

http://en.wikipedia.org/wiki/Sivas_massacre

[38] Islamschönschwätzerin Riffat Hassan geht ungefähr so heran: der Westen ist anders als der Orient, der Islam ist noch einmal ganz anders, aber der Koran ist und bleibt die Magna Charta aller Menschenrechtserklärungen, denn Allah will Gerechtigkeit und Glück für alle. Wenn heute im Islam irgendwo Ungerechtigkeit oder Ungleichheit auftritt, dann liegt das nicht am Islam, sondern an der schlimmen patriarchalischen Kultur. Der Okzident (The West) begafft den Islam verständnislos und überblickt ihn nicht, was ja vielleicht an der ungeheurer Komplexheit und Vielfalt (complexity and diversity) des Islam liegt. Und ach ja, in jeder Koransure lesen wir doch: Allah will Harmonie, Gutes Leben, Gleichheit, einfach toll ist das, Schluss mit der westlichen Propaganda against Islam and Muslims, gegen den Islam und die Muslime!

Since the nineteen-seventies there has been a growing interest in the West in Islam and Muslims. Much of this interest has been focused, however, on a few subjects such as „Islamic Revival,“ „Islamic Fundamentalism,“ „The Salman Rushdie Affair,“ and „Women in Islam,“ rather than on understanding the complexity and diversity of „the World of Islam.“ Not only the choice of subjects which tend to evoke or provoke strong emotive responses in both Westerners and Muslims, but also the manner in which these subjects have generally been portrayed by Western media or popular literature, calls into question the motivation which underlies the selective Western interest in Islam and Muslims. It is difficult to see this interest as being positively motivated given the widespread negative stereotyping of Islam and Muslims in the West.

Though there are a number of Americans who had not paid any serious attention to Islam or Muslims until the Arab oil embargo of 1973 or the Iranian Revolution of 1979, propaganda against Islam and Muslims is nothing new in the West. It is as old as the first chapter of Islamic history, when the new faith began to move into territories largely occupied by Christians. …

General Rights

A. Right to Life

The Qur’an upholds the sanctity and absolute value of human life and points out that, in essence, the life of each individual is comparable to that of an entire community and, therefore, should be treated with the utmost care.

B. Right to Respect

The Qur’an deems all human beings to be worthy of respect because of all creation they alone chose to accept the „trust“ of freedom of the will. Human beings can exercise freedom of the will because they possess the rational faculty, which is what distinguishes them from all other creatures. Though human beings can become „the lowest of the lowest“, the Qur’an declares that they have been made „in the best of moulds“, having the ability to think, to have knowledge of right and wrong, to do the good and to avoid the evil. Thus, on account of the promise which is contained in being human, namely, the potential to be God’s vicegerent on earth [Anm.: Stellvertreter Allahs, Kalif, ist nicht der Mensch an sich, sondern nur der Muslim – und zwar nur der männliche Muslim], the humanness of all human beings is to be respected and considered to be an end in itself.

C. Right to Justice

The Qur’an puts great emphasis on the right to seek justice and the duty to do justice. In the context of justice, the Qur’an uses two concepts: „‚adl“ and „ihsan“. Both are enjoined and both are related to the idea of „balance“, but they are not identical in meaning. …

Woman and man, created equal by God and standing equal in the sight of God, have become very unequal in Muslim societies. The Qur’anic description of man and woman in marriage: „They are your garments/ And you are their garments“ (Surah 2: Al-Baqarah: 187) implies closeness, mutuality, and equality. However, Muslim culture has reduced many, if not most, women to the position of puppets on a string, to slave-like creatures whose only purpose in life is to cater to the needs and pleasures of men. Not only this, it has also had the audacity and the arrogance to deny women direct access to God. It is one of Islam’s cardinal beliefs that each person -man or woman- is responsible and accountable for his or her individual actions. How, then, can the husband become the wife’s gateway to heaven or hell? How, then, can he become the arbiter not only of what happens to her in this world but also of her ultimate destiny? Such questions are now being articulated by an increasing number of Muslim women and they are bound to threaten the existing balance of power in the domain of family relationships in most Muslim societies.

However, despite everything that has gone wrong with the lives of countless Muslim women down the ages due to patriarchal Muslim culture, there is hope for the future. There are indications from across the world of Islam that a growing number of Muslims are beginning to reflect seriously upon the teachings of the Qur’an as they become disenchanted with capitalism, communism and western democracy. As this reflection deepens, it is likely to lead to the realization that the supreme task entrusted to human beings by God, of being God’s deputies on earth, can only be accomplished by establishing justice which the Qur’an regards as a prerequisite for authentic peace. Without the elimination of the inequities, inequalities, and injustices that pervade the personal and collective lives of human beings, it is not possible to talk about peace in Qur’anic terms. Here, it is of importance to note that there is more Qur’anic legislation pertaining to the establishment of justice in the context of family relationships than on any other subject. This points to the assumption implicit in much Qur’anic learning, namely, that if human beings can learn to order their homes justly so that the human rights of all within its jurisdiction – children, women, and men – are safeguarded, then they can also order their society and the world at large, justly. In other words, the Qur’an regards the home as a microcosm of the „ummah“ and the world community, and emphasizes the importance of making it „the abode of peace“ through just living.

aus: Riffat Hassan: Are Human Rights Compatible with Islam? The Issue of the Rights of Women in Muslim Communities

http://www.religiousconsultation.org/hassan2.htm

Wer den Menschen Rechte gewährt, ist Allah. Gegenmodern und islamrevolutionär ist Riffat Hassans ganz hartes Spalten in West und Ost. Erneuerung müsse von den muslimischen Frauen selbst kommen, Einmischung von außen lässt die 1943 in Pakistan geborene Theologin nicht zu:

Pursuing Justice

The Qur’an not only offers women justice, but requires all Muslims to seek justice, including their own rights. It is not enough merely to appreciate one’s rights in theory. Muslims are called upon, in oppressive conditions, to strive to make possible the exercise of the rights given by God. …

The negative ideas about women that prevail in Muslim societies are rooted in certain theological ideas. Until we demolish the theological foundations of Muslim culture’s misogynistic and androcentric tendencies, Muslim women will suffer discrimination despite statistical improvements in education, employment, and political rights. Islamic tradition will remain rigidly patriarchal until we break the chains of ignorance in which women are shackled.

Ultimately, it will be up to Muslim women, once educated about Islam and their rights, to articulate in a proactive fashion the meaning of their lives, their selves. Reacting against the Western model of liberation no longer suffices. What is required is a positive formulation of their own goals and objectives, individually and collectively.

aus: Riffat Hassan: “Members, One of Another: Gender Equality and Justice in Islam”

http://www.religiousconsultation.org/hassan.htm

[39] Die islamischen gottesdienstlichen Pflichten seien ins deutsche Grundgesetz problemlos integrierbar? Nicht so voreilig bitte. Der Muchtasar (Muḫtaṣar) des malikitischen Rechtsgelehrten Sidi Khalil (Sīdī Ḫalīl) zählt zu den ‚Ibadat auch den Dschihad (auch Lale Akgüns rhetorischen Dschihad womöglich).

Sayyid Qutb, Dieselbe wichtige Stelle aus The Characteristics of the Islamic Concept, Textquelle B, ausführlicher:

The division of human actions into “worship” or ibadat and “human affairs” or mu’amalat, which we find in the books of Islamic jurisprudence, was introduced in the beginning merely for technical reasons … Undoubtedly this was a grave distortion of the Islamic concept, which eventually resulted in producing deviations in the Muslim society.

In the Islamic concept there is not a single human act to which the term’ ‘worship” is not applicable or in which this property is not desired. Indeed, the Islamic way of life is nothing but the realization of the meaning of worship from beginning to end.

The ultimate aim of the Islamic way of life is not a system of justice, or a system of economics, or a system of legislation concerning criminal, civil, or family affairs, or any other of the rules and regulations that are part of this way of life. The only aim of Islam is the establishment of the meaning of’ ‘worship” in human life as according to the Qur’an, it is for the worship of Allah that man was created. No human action can be called worship of Allah unless it is done for the sake of Allah alone, and with a recognition that He alone deserves to be worshipped. Either this is the case or the act is not worship, and hence not in the service of Allah, and in fact, is therefore a rebellion against the din of Allah.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2013/05/01/338/

[40] The Tamim were divided between supporting and opposing Islam … Abu Bakr sent al-Muhagir with men and horses against the women, and although the men of Kindah and Hadramaut came to the women’s defense, al-Muhagir cut off the woman’s hands … Three of the women listed were of the nobility, and four belonged to the royal clan of Kindah. Their status and the support of their men suggest that they were priestesses, not prostitutes

aus: Leila Ahmed: Women and Gender in Islam: Historical Roots of a Modern Debate (p 59-60)

http://books.google.de/books?id=U0Grq2BzaUgC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

There is an important mention of henna use in an early Islamic history, the Kitāb al-Muḥabbar of Muḥammad ibn Ḥabīb [a 9th-century Muslim biographer and scholar, who died in Samarra, Iraq, in 859 CE. The Kitāb al-Muḥabbar, composed circa 840 CE, is considered his most important work but it has unfortunately survived in only one 13th-century copy]. It records that after the death of the Prophet, there were some women in the Ḥaḍramaut who celebrated by hennaing their hands and playing music. When the news reached Abu Bakr, the successor of the Prophet and the first caliph, he ordered that the women be punished for their blasphemy by having their hands cut off, the henna stain providing damning evidence of their participation. While the women are labeled as ‘harlots’, there is clearly something else at play here, since many of the women were not of a suitable age for prostitution, and many were from noble or royal families. Interestingly, some of the women were explicitly mentioned as being Jewish.

It has been suggested that these women were in fact, as Beeston writes, “priestesses of the old pagan religion of South Arabia, who hoped that the death of Muhammad would afford them a chance of staging a revival of the old religion”; others have interpreted this as trivializing the bloody anti-Muhammad rebellion (ridda) and subsequent massacre of the Ḥaḍrami Kinda tribe by reframing and blaming it on women ‘of dubious reputation’. In any case, it is clear that the celebration of these women was threatening both religiously and politically to Abu Bakr and the nascent Muslim leadership. We can learn from this story that henna was not only forbidden during mourning, but also specifically a sign of celebration. These women are not Muslim: some are pagan, and some are Jewish. …

aus: Henna in Early Islam

von: Henna by Sienna (Toronto, Canada)

http://www.hennabysienna.com/henna-in-the-early-islamic-period.html

[41] Emels haariger Dschihad: Europas arbeitsteilige Kopftuchpolitik. Von Jacques Auvergne (Februar 2009)

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/02/07/097/

[42] Asma Ummu-l Mu´minin, die Tochter Abu Bakr´s, kam zum Propheten, sallallahu alayhi wa sallam, mit dünnen Klamotten, der Prophet, salallahu alayhi wa sallam, wendete sich ab von ihr und sagte: “Oh Asma, wenn eine Frau das alter der Menstruation erreicht darf man nichts von ihr sehen außer das und das und er zeigte auf Gesicht und Hände.”

[Überliefert in Sunan Abu Dawud; Hadith Nr. 4092]

Zitiert aus „Hijab“ von Shaikh Muhammad ibn Salih al-Uthaimin aus Saudi Arabien, gedruckt von Madrasah Arabia lslamia Azaadville South Africa, übersetzt von Hafidh Zahir Essack, Radshab 1416 (Dez.1995)

http://ansariyyah.wordpress.com/2012/12/26/die-schwache-im-hadith-bezuglich-des-zeigens-des-gesichts-und-hande/

Asma Ummu-l Mu´minin, die Tochter Abu Bakr´s, kam zum Propheten, sallallahu 3layhi wa sallam, mit dünnen Klamotten, der Prophet, salallahu 3layhi wa sallam, wendete sich ab von ihr und sagte: „Oh Asma, wenn eine Frau das alter der Menstruation erreicht darf man nichts von ihr sehen außer das und das und er zeigte auf Gesicht und Hände.“

[Überliefert in Sunan Abu Dawud; Hadith Nr. 4092]

Zitiert aus „Hijab“ von Shaikh Muhammad ibn Salih al-Uthaimin aus Saudi Arabien, gedruckt von Madrasah Arabia lslamia Azaadville South Africa, übersetzt von Hafidh Zahir Essack, Radshab 1416 (Dez.1995)

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/37831-Niqab-Pflicht-oder-nicht

[43] Tradition rapportée par Aboû Dâoûd : Aïcha (radhia Allâhou anha) raconte qu’une fois, sa sœur, Asma (radhia Allâhou anha) entra chez le Prophète Mouhammad (sallâllâhou alayhi wa sallam) avec des vêtements transparents. Le Prophète Mouhammad (sallâllâhou alayhi wa sallam) se détourna d’elle et dit: „Ô Asma, quand la fille devient pubère, il ne convient pas de voir d’elle une autre partie que celles-ci (et il lui indiqua le visage et les mains).“(Hadith Moursal)

http://www.mosquee-lyon.org/forum3/index.php?topic=4430.0;topicseen

Asma, la fille d’Abu Bakr, visita le messager de Dieu (paix soit sur lui) portant des vêtements minces. Le messager de Dieu (pssl) se détourna d’elle et dit : „O Asma, quand une femme atteint l’âge de la puberté, il n’est pas convenable qu’elle montre les parties de son corps excepté pour cela et cela. (Il pointa le visage et les mains). d’apres Abou dawoud.

http://aqida93.skyrock.com/1367481028-36-LES-MAINS-ET-LE-VISAGE-AWRA-OU-PAS-AWRA.html

[44] “Aisha (radi Allahu anha) reported that Asmaa the daughter of Abu Bakr (radi Allahu anhuma) entered into the presence of Allah’s Messenger (sal Allahu alaihi wa sallam), wearing thin transparent clothing, so the Messenger of Allah (sal Allahu alaihi wa sallam) turned away from her saying: ‘O Asmaa, if a woman reaches the age of menstruation, it is not allowed that any of her should be seen except this – and he pointed to his face and two hands.” [Al-Qurtubi’s Jaami fi Ahkaamil Quraan; Al-Bayhaqi]

http://dailyhadith.adaptivesolutionsinc.com/hadith/Hidden-Except-Face-and-Two-Hands.htm

(4092) ‚Aisha said: Asthma‘, daughter of Abu Bakr, entered upon the Apostle of Allah (may peace be upon him) wearing thin clothes. The Apostle of Allah (peace be upon him) turned his attention from her. He said: O Asthma‘, when a woman reaches the age of menstruation, it does not suit her that she displays her parts of the body except this and this, and he pointed to her face and hands. (Note 3523)

Abu Dawud said: This is a mursal tradition (i.e. the narrator who transmitted it from ‚Aisha is missing) Khalid B. Duraik did not see ‚Aisha.

[3523. When a woman reaches the age of puberty, she must observe purdah and have a thick veil which conceals her beauty. She may unveil her face and hands up to the wrists. In modern times, some scholars have prohibited unveiling the face out of precaution.]

http://www.forpeoplewhothink.org/Topics/Hadith_on_Hijab.html

[45] Noch so ein Versuch, zwischen Islamismus und Islam zu unterscheiden, war das sicherlich nett gemeinte und immerhin mutige „Manifest der 12“ aus dem Jahre 2006 in Verteidigung der dänischen Mohammedkarikaturen:

Like all totalitarian ideologies, Islamism is nurtured by fear and frustration. … Islamism is a reactionary ideology“

http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/4764730.stm

MANIFESTE : FAIRE FACE ENSEMBLE AU NOUVEAU TOTALITARISME

Comme tous les totalitarismes, l’islamisme se nourrit de peurs et de frustrations. … L’islamisme est une idéologie réactionnaire

http://www.debriefing.org/16606.html

Wie alle Totalitarismen nährt sich der Islamismus aus der Angst und der Frustration. … Der Islamismus ist eine reaktionäre Ideologie.

http://www.welt.de/print-welt/article201259/Manifest-der-12-Gemeinsam-gegen-den-neuen-Totalitarismus.html

[46] The Six Pillars of Iman

Belief in Allah;

Belief in the angels;

Belief in the revealed books;

Belief in the commissioned Messengers (peace be upon them).

Belief in the resurrection and the events of Qiyamah.

Belief in the predestination by Allah of all things, both the (seemingly) good and the (seemingly) bad.

http://www.missionislam.com/knowledge/sixpillarsiman.htm

Dans la Sounna authentique, lorsque Jibrîl questionna le prophète au sujet de l’Iman (la Foi), le messager d’Allah (paix et bénédictions d’Allah sur lui) répondit : « El Iman, c’est de croire en Allah, Ses anges, Ses livres, Ses messagers, au Jour du Jugement Dernier et de croire au destin bon ou mauvais ».

Rapporté par Mouslim

http://www.dourouss-abdelmalik.com/index.php/audio/cours-aquida/50-la-croyance-aux-anges-aux-livres-et-aux-prophetes.html

Er fuhr fort: »Nun unterrichte mich über den Iman.« Er sagte: „Es ist dies, dass du an Allah den Iman verinnerlichst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, und dass du an die Bestimmung den Iman verinnerlichst mit ihrem Guten und mit ihrem Bösen.« Er sagte: »Du hast recht gesprochen.« Er fuhr fort: »Nun berichte mir über das rechte Tun (arab.: ichsan).« Er antwortete: „Es ist dies, dass du Allah dienst, als ob du Ihn sähest, und wenn du Ihn auch nicht siehst, so sieht Er dich doch.«

Muslim

http://www.der-islam.com/Grundwissen/Aqida/aq2.htm

Iman ist, an Allah zu glauben, seine Engel, seine Bücher, seine Gesandten, den letzten Tag und der Vorherbestimmung in guten wie in bösen Dingen

http://www.khutbah.com/ge/allah_angels/angels.php

[47] Ahkam (plural of Hukm) is a reference to the Islamic commandments, derived and understood from religious jurisprudence resources … In the Quran, hukm denotes arbitration, judgement, authority, and Allah’s will.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ahkam

Les ahkam sont les statuts juridiques d’une action dans le droit musulman.

Les juristes en désignent généralement 5 :

1. wajib / fard : obligatoire ;

2. mandoub / mustahabb / sunnah / fadila : recommandé ;

3. mubah / halal : ni interdit, ni obligatoire, donc autorisé ; la plupart des actions entrent dans ce statut ;

4. makrouh : déconseillé ; s’abstenir de faire cette action est préférable, mais commettre cette action n’entraîne pas de péché ;

5. harâm : interdit.

http://fr.wikipedia.org/wiki/Ahkam

al-Mawardi: Al-Ahkam as-Sultaniyyah. The Laws of Islamic Governance

http://www.kalamullah.com/ahkam-sultaniyyah.html

ISLAMIC DIVINE LAW (SHARI’AH)

Structuring the Life of Man by Divine Law

The Five Ruling Values (The Five Ahkam)

Mashhad Al-Allaf

http://www.muslimphilosophy.com/ma/works/ahkam.pdf

[48] Abū l-Faraǧ Ibn al-Ǧauzī (Abu al-Faradsch Ibn al-Dschauzi, † 1200) war bedeutender hanbalitischer Rechtsgelehrter, in seiner Theologie verbissen frauenfeindlich wie kaum Zweiter:

Das weibliche Recht auf Gehorsam. Den »Kitāb aḥkām an-nisāʾ« liest Jacques Auvergne

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/08/02/135/

leider eher desinformierend zu Scharia und Yaşar Nuri Öztürk, aber für uns al-Ghazali-Kenner gleichwohl die islamrevolutionäre Gegenwart der Türkei erhellend:

Die Frau fragte nach, ob das unter Gelehrten mehrheitsfähig sei. Ja, entgegnete Öztürk. Die Aussöhnung von Ratio und Religion erobere immer die Mehrheit.

Darauf vertraut der 60jährige Öztürk stets. Ob als Fernsehseelsorger, bekanntester türkischer Theologe der Gegenwart – oder aktuell als Kontrahent von Ministerpräsident Tayyip Erdogan.

Am Donnerstag gründete Öztürk in Ankara eine Partei, mit der er bei der Parlamentswahl 2007 die islamistische Regierung stürzen will: die „Partei des Volksaufstiegs“ („halkin yükselisi partisi“). Deren Motto: „die Aussöhnung von Ratio und Religion“.

Einerseits bejaht sie den religiös neutralen Staat, andererseits soll diese Neutralität gegenüber der Religion wohlwollender werden. Warum zum Beispiel sollten Studentinnen kein Kopftuch und Soldaten keinen Bart tragen?

aus: Till R. Stoldt: Vom „Türken-Luther“ zum Anti-Erdogan: Türkischer Star-Theologe gründet Partei

in: DIE WELT 20.02.2005

http://www.welt.de/print-wams/article123884/Vom-Tuerken-Luther-zum-Anti-Erdogan-Tuerkischer-Star-Theologe-gruendet-Partei.html

Abschlusserklärung der Kritischen Islamkonferenz 2013

Mai 12, 2013

„Selbstbestimmung statt Gruppenzwang“

In der Islam- und Integrationsdebatte haben sich die Fronten verhärtet: Während die einen jegliche Kritik an der patriarchalen Herrschaftskultur des orthodoxen Islam ablehnen, schüren die anderen eine gefährliche Muslim-Feindlichkeit, die die beträchtlichen Differenzen innerhalb des „muslimischen Spektrums“ unzulässig ausblendet. Die Kritische Islamkonferenz widersetzt sich solchen Fehlwahrnehmungen und den daraus resultierenden Feindbildern: Einerseits hält sie den Propagandisten und Verteidigern des politischen Islam entgegen, dass die Religionsfreiheit kein Freibrief ist, sich über die grundlegenden Werte des säkularen Rechtsstaates hinwegzusetzen, andererseits grenzt sie sich von jenen ab, die die notwendige Kritik an freiheitsfeindlichen Entwicklungen innerhalb der „muslimischen Communities” missbrauchen, um fremdenfeindliche Ressentiments zu schüren.

Der Grundfehler der deutschen Islam- und Integrationsdebatte besteht darin – und hier arbeiten Islamisten und antimuslimische Rechtspopulisten seltsamerweise Hand in Hand! –, dass die Individuen allzu oft auf religiöse oder ethnische Gruppenidentitäten reduziert werden, was die Emanzipation des Einzelnen behindert und die Entwicklung von Parallelgesellschaften fördert. Entgegen solcher Stereotypisierungen setzt die Kritische Islamkonferenz auf das Leitbild der „transkulturellen Gesellschaft“, in der jeder Einzelne die Chance erhält, sein Leben im Rahmen einer menschenrechtlich normierten Gesellschaftsordnung autonom zu gestalten, und in der kulturelle Vielfalt tatsächlich als Bereicherung, statt als Bedrohung, erlebt werden kann.

Bei allen Unterschieden in den jeweiligen Zielvorstellungen weisen Islamisten und Muslimfeinde in ihren zugrundeliegenden Denkmustern große Gemeinsamkeiten auf: Beide halten zwanghaft an der „Scholle“ ihrer jeweiligen Tradition fest und verteidigen ihr angestammtes kulturelles Getto reflexartig gegen das vermeintlich Feindliche des „Fremden“ („die Ungläubigen“ hier – „die Muslime“ dort). Transkulturalisten hingegen akzeptieren, dass Kulturen einem steten Wandel unterliegen, weshalb es unsinnig wäre, Menschen auf eine bestimmte kulturelle Norm festzulegen, die sie nicht überschreiten dürften. Daher sollte es in der politischen Debatte nicht darum gehen, zwischen den vermeintlich homogenen Kulturen der „Einheimischen“ und der „Zuwanderer“ zu vermitteln. Stattdessen sollten wir es als gemeinsame kulturelle Aufgabe aller hier lebenden Menschen begreifen, diese Gesellschaft im Sinne der universellen Menschenrechte weiterzuentwickeln.

Die Kritische Islamkonferenz hält dabei die Beachtung der folgenden Gesichtspunkte und Forderungen für wesentlich:

Enttabuisierung der Kritik: Die Freiheit der Meinungsäußerung, der Kunst und Wissenschaft ist die unverzichtbare Grundlage einer modernen, offenen Gesellschaft und darf nicht aus Rücksicht auf religiöse Denkverbote beschnitten werden. Auch sollte sachlich begründete Kritik am Islam/Islamismus nicht als „rassistisch“, „fremdenfeindlich“ oder „islamophob“ diffamiert werden. Zwischen einer humanistischen Islamkritik, die sich für die Stärkung der Menschenrechte einsetzt, und chauvinistischer Muslimfeindlichkeit, die die Menschenrechte untergräbt, bestehen grundsätzliche Unterschiede, die nicht übersehen werden dürfen.

Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit: Fremdenfeindlichkeit ist ein gesellschaftliches Grundübel, das entschieden bekämpft werden muss. Entgegen dem hermetisch verriegelten Kulturverständnis, das Islamisten und Muslim-Feinde pflegen, sollte das transkulturelle Bewusstsein gefördert werden, dass wir allesamt „kulturelle Mischlinge” sind, die von der Erfahrung „der Anderen“ profitieren. Für die Vertreter des „christlichen Abendlandes“ besteht in diesem Zusammenhang kein Grund zur Überheblichkeit: Denn „Demokratie“ und „Menschenrechte“ sind keine exklusiven Errungenschaften des Westens, sondern Bestandteile eines universellen „Weltkulturerbes der Menschheit“, an der Menschen aller Zeiten und unterschiedlichster Herkunft mitgewirkt haben.

Integration heißt Emanzipation: „Integrationspolitik“ sollte heute vornehmlich als „Emanzipationspolitik“ verstanden werden. Schließlich geht es nicht darum, „fremde Kulturen“ in eine wie auch immer geartete „deutsche Kultur“ zu integrieren, sondern den einzelnen Individuen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Hierzu ist es notwendig, die Sprachkompetenz und Bildung der Betroffenen zu stärken, ihnen zu vermitteln, welche Rechte und Pflichten sie in einem modernen Verfassungsstaat besitzen, und alle Formen von Diskriminierung abzubauen, die in Deutschland noch immer existieren. Grundsätzlich verfehlt ist es, „kulturelle Identitäten“ zu stärken, die die individuelle Emanzipation und das verträgliche Zusammenleben der Menschen eher behindern als fördern.

Wahrnehmung von Unterschieden: Als „Muslim“ gilt nach traditioneller Auffassung, wer von einem muslimischen Vater abstammt oder zum Islam konvertiert ist. Aus dieser Zuschreibung lässt sich nicht ableiten, wie „Muslime“ denken oder handeln. Tatsächlich ist hier eine große Bandbreite unterschiedlichster Haltungen festzustellen: Während manche Muslime den Weisungen ihrer Religion in unkritischer und gesellschaftlich problematischer Weise folgen, sind andere völlig areligiös oder können ihren Glauben mit den Prinzipien des Rechtsstaats ebenso gut vereinbaren wie der durchschnittliche deutsche Katholik oder Protestant. Diese Unterschiede müssen stärker beachtet werden. Vor allem darf es in Politik und in Medien nicht mehr kritiklos hingenommen werden, wenn Islamverbände mit rückwärtsgewandten politischen Zielsetzungen im Namen von Menschen sprechen und handeln, die von ihnen gar nicht repräsentiert werden wollen.

Keine falsche Toleranz: Eine offene Gesellschaft lebt davon, dass ihre Mitglieder in der Lage sind, auch verstörend andere Lebensentwürfe zu tolerieren. Menschenrechtsverletzungen sind jedoch unter keinen Umständen zu dulden – auch dann nicht, wenn sie mit „heiligen Werten“ begründet werden. In diesem Zusammenhang muss dem Kulturrelativismus eine klare Absage erteilt werden: So sind Ehrenmorde und Zwangsheiraten nicht Ausdruck einer „anderen“ Kultur, sondern Verbrechen, die als solche benannt und unterbunden werden müssen. Homophobe, frauen- und fremdenfeindliche sowie antisemitische Vorstellungen und Verhaltensweisen müssen unabhängig davon, in welcher Gemeinschaft sie auftreten, zurückgedrängt werden. Antisemitismus ist auch in islamischen Communities nicht hinnehmbar.

Widerstand gegen islamistische Bestrebungen: Die „heiligen Texte“ des Islam entstammen (wie die Grundlagentexte des Christentums) einer früheren Zivilisationsstufe der Menschheit und müssen zeitgemäß interpretiert werden, um nicht im Widerspruch zu modernen Verfassungswerten zu stehen. Mit Personen oder Gruppierungen, die sich einer solchen Neu-Interpretation verweigern, darf der Rechtsstaat nicht zusammenarbeiten, sondern muss nach Mitteln und Wegen suchen, ihren Wirkungsgrad einzudämmen. Jedes Zugeständnis an ihre Adresse (etwa eine Akzeptanz von Scharia-Gerichten) wäre ein Verrat an den Idealen der Aufklärung, auf denen der moderne Rechtsstaat gründet.

Trennung von Staat und Religion. Deutschland ist ein säkulares Land. Der Staat hat nach unserem Grundgesetz weltanschaulich neutral zu sein. Die überkommenen und nach 1949 verstärkten Privilegierungen der beiden christlichen Kirchen sind nicht nur ein Anachronismus, diese Privilegien stehen auch einer Begegnung der Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften auf gleicher Augenhöhe entgegen. Deshalb ist ein neuer, weiterer und gleicher Abstand des Staates zu allen Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften notwendig und Bedingung für den inneren Zusammenhang in unserem Land.

Einsatz für Menschenrechte auf internationaler Ebene: Wir fordern die Vertreter des deutschen Staates dazu auf, sich auf internationaler Ebene für die Einführung und Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen und gegen Ehrenmorde, Genitalverstümmelung, Steinigungen, Hinrichtungen, Folterungen sowie andere unmenschliche Praktiken wirksam einzuschreiten. Politische und wirtschaftliche Abkommen müssen explizit die Einhaltung menschenrechtlicher Regelungen zur Voraussetzung haben. Statt Organisationen und Regime zu unterstützen, die sich an der Scharia orientieren, dem islamischen Terrorismus zuarbeiten oder die Vernichtung Israels anstreben, sollten verstärkt Kontakte zur demokratischen Opposition in den „muslimischen Ländern“ hergestellt und ausgebaut werden.

Schutz für islamkritische Oppositionelle: Die allerwenigsten „islamischen Länder“ garantieren Weltanschauungsfreiheit. Menschen, die sich von ihrem Glauben lösen oder ihn auf andere als die vorgegebene Weise interpretieren, sind vielfachen Repressionen und Gefährdungen ausgesetzt. Deshalb muss Oppositionellen, islamgeschädigten und glaubensabtrünnigen Zuwanderern, die in ihren Herkunftsländern (etwa dem Iran) im Falle einer Rückkehr von schweren Strafen, Folter und Hinrichtung bedroht sind, politisches Asyl gewährt werden.

Wahrung von Kinderrechten: Kinder haben ein Anrecht darauf, vorurteilsfrei in die Welt eingeführt zu werden und verschiedene Perspektiven kennenzulernen, mit deren Hilfe sie ihre eigene Sicht der Dinge entwickeln können, ohne von Vornherein ideologisch in eine bestimmte Richtung gedrängt zu werden. Obgleich Eltern das Recht haben, ihre Kinder auf der Basis ihrer jeweiligen Werte und Weltanschauungen zu erziehen, darf der weltanschaulich neutrale Staat derartige Perspektivverengungen nicht zusätzlich unterstützen. So kann er es nicht zulassen, dass Kinder aus religiösen Gründen vom Biologie-, Sexualkunde- oder Sportunterricht abgemeldet oder Schulen nach den Vorgaben der Religionsgemeinschaften organisiert werden. Insgesamt sollte die Politik größere Anstrengungen unternehmen, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken – auch gegenüber den Ansprüchen der eigenen Eltern. Dies gilt nicht zuletzt für ihre körperliche Integrität: Die Legitimierung der medizinisch nicht indizierten Knabenbeschneidung im vergangenen Jahr war ein Schritt in die falsche Richtung, der schnellstmöglich korrigiert werden sollte.

Förderung des transkulturellen Lernens: Eine zukunftsfähige Politik sollte nicht darauf abzielen, zwischen „den Kulturen“ zu vermitteln (wie es inter- und multikulturelle Ansätze vorsehen), sondern die Individuen aus dem Korsett starrer kultureller Normierungen zu befreien. Diese transkulturelle Kompetenz sollte vor allem in den Schulen gefördert werden. Schülerinnen und Schüler sollten in die Lage versetzt werden, ihre jeweiligen Vorstellungen von gutem Leben, Ethik und Moral kritisch zu hinterfragen. Statt als Gefangene vorgegebener kultureller Traditionen sollten sie sich als aktive Gestalter der eigenen Zukunft begreifen, die nicht auf eine bestimmte Sicht der Dinge festgelegt sind, sondern die Freiheit besitzen, den gesamten Kulturschatz der Menschheit zu nutzen, um tragfähige Konzepte für das eigene Leben zu entwickeln. Um eine solche transkulturelle Perspektive zu etablieren, wäre die Einführung eines allgemein verbindlichen, religions- und weltanschauungskundlichen Faches sinnvoll, in dem die Schülerinnen und Schüler nicht mehr nach ihren jeweiligen Herkunftsfamilien selektiert werden, sondern gemeinsam nach fairen Lösungen für Interessenskonflikte suchen können. Wir sind überzeugt, dass die Einübung einer solchen transkulturellen Sichtweise in einer Welt, in der der Wandel zum Dauerzustand geworden ist, von besonderer Wichtigkeit ist: Denn wer es nicht gelernt hat, seine eigenen traditionalen Zwänge zu überwinden, wird sich von dem riesigen Angebot alternativer Lebensstile schnell überrollt fühlen. Der aus dieser Überforderung resultierende Hass gegenüber dem „Fremden“ ist eines der gravierenden Probleme unserer Zeit. Mithilfe des transkulturellen Modells wäre es möglich, dem von Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur (Islamisten wie Anti-Muslimen) befeuerten „Kampf der Kulturen“ bereits im Ansatz entgegenzuwirken.

Berlin, 12. Mai 2013

http://kritische-islamkonferenz.de/

Programm der Kritischen Islamkonferenz 2008

Nicht die Migration, der Islam ist das Problem!“

Eröffnungsrede von Ralph Giordano

http://kritische-islamkonferenz.de/category/kritische-islamkonferenz-2008/

Aiman A. Mazyek … Ich traute meinen Augen und Ohren nicht, als er vom Bildschirm herab behauptete: „Scharia und Grundgesetz sind miteinander vereinbar.“ Eine Ungeheuerlichkeit, die er auf meine persönliche Frage an ihn während der Aschaffenburger Gespräche mit Guido Knopp 2007 bei Phoenix ungebremst wiederholte: „Ja, Scharia und Grundgesetz sind miteinander vereinbar.“ … Ich will auch weiterhin sagen dürfen, daß ich mich aufs tiefste abgestoßen fühle durch den Anblick verhüllter Frauen, und daß sich meine Abscheu nicht gegen sie richtet, sondern gegen ein religiöses Patriarchat, das ihre Vermummung erzwingt. Ich will auch fernerhin sagen dürfen, daß ich die „Scharia“, das islamische „Recht“, für notorisch grundgesetzwidrig halte, für das Fossil überholter Epochen und ein schweres Hindernis auf dem Wege zu einer etwaigen Reformierung und Modernisierung des Islam. Ich will ihn und seine Geschichte, den Koran und die Biographie Mohameds genau so in die kritische Methode einbeziehen, wie das Alte und das Neue Testament. Ich will die „Spinne im Netz“, Ibrahim El-Zayat, den „Herrn über die Moscheen“ in Deutschland, Generalsekretär des Islamischen Konzils und bekennenden Hamas-Sympathisanten, auch weiterhin löchern mit der Frage: „Was ist wahr an den Gerüchten über den Bau von 187 sakralen Megabauten, die Deutschland in eine Plantage von Großmoscheen verwandeln würde?“ Und ich will den Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in der Köln-Arena vor einem dampfenden Auditorium von 18 000 Köpfen auch weiterhin das nennen, was er mit seiner Doppelforderung „Lernt Deutsch – aber bleibt Türken“, und „Bildet einen Staat im Staat – aber nennt es nicht so“ in Wahrheit war: eine Kriegserklärung an die Integration. All das will ich im Namen meiner kulturellen Selbstbehauptung sagen und schreiben dürfen, und zwar unter der Überschrift: „Nicht die Migration, nicht die Moschee – der Islam ist das Problem!“

Kritische Islamkonferenz, Köln-Lindenthal am 31. Mai 2008

Eröffnungsrede von Ralph Giordano

hier auf: hpd 02.06.2008 • Nr. 4706

http://hpd.de/node/4706

Der Schriftsteller Ralph Giordano hat die Integration der Muslime in Deutschland für gescheitert erklärt. Die Bundesregierung müsse ihre Zusammenarbeit mit den islamischen Verbänden in der „Deutschen Islamkonferenz“ beenden, forderte der Autor bei der „Kritischen Islamkonferenz“ in Köln. In Grundsatzfragen gebe es mit diesen Verbänden keinen Konsens, sagte Giordano. Die Werte einer freien und säkularen Gesellschaft seien nicht verhandelbar.

Der Publizist bezeichnete es als unhaltbar, dass einer der zentralen Ansprechpartner der Regierung, der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, die Scharia mit dem Grundgesetz für vereinbar hält. „Mazyek gehört im Namen der wehrhaften Demokratie sofort ausgewiesen“, forderte Giordano. … Den Vertretern der islamischen Verbände warf Giordano bloße Lippenbekenntnisse zum Grundgesetz vor. Sie dächten gar nicht daran, die Trennung von Staat und Religion vorzunehmen oder Frauen und Männer gleichzustellen.

aus: Heimo Schwilk: Giordano warnt vor schleichender Islamisierung

in: DIE WELT 31.05.2008

http://www.welt.de/politik/article2053580/Giordano-warnt-vor-schleichender-Islamisierung.html

Als Generalbevollmächtigter der „Europäischen Moscheebau- und Unterstützungsgesellschaft“ verwaltet El-Zayat mehr als 600 Moscheen in Europa. … El-Zayat sitze „wie eine Spinne im Netz“ zahlreicher Organisationen, sagt Hartwig Möller, Präsident des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes. Für deutsche Sicherheitsbehörden seien seine Aktivitäten insbesondere deshalb so brisant, weil in seinem Firmengeflecht „islamistische Bestrebungen mit massiven Wirtschaftstätigkeiten verbunden werden“. … Die CDU-Politikerin Köhler meint: „Inzwischen haben wir es mit Medienprofis zu tun, die in der Öffentlichkeit ihre radikalen Ansichten geschickt verbergen.“

aus: El-Zayat, der Herr der Moscheen

in: Kölner-Stadt-Anzeiger 20.12.2007

http://www.ksta.de/koeln-uebersicht/artikel-vom-20-12-2007-el-zayat–der-herr-der-moscheen,16341264,12973806.html

Drucksache 15/1820, Antwort der Bundesregierung vom 23.10.2003 auf die Kleine Anfrage zu: Islamistische Bestrebungen in Deutschland

aus der Anfrage:

Islamisten vertreten laut Verfassungsschutzbericht die Ansicht, dass sich staatliche Gesetzgebung und hoheitliches Handeln auch in Deutschland nicht auf den Willen des Volkes oder Mehrheitsentscheidungen gründen, sondern nur von Allah hergeleitet werden kann, dessen Wille sich im Koran als alleinige, für alle geltende Wahrheit offenbart habe. Die Weltherrschaft des Islam ist ein offen bekanntes Ziel. Nach dem Willen der Islamisten soll der Islam als Herrschaftsmittel eingesetzt werden und Machtansprüche begründen. Islamisten gehen davon aus, dass der Islam als von Allah gewolltes System nach dem Versagen des Kommunismus und dem sich aus Sicht der Islamisten abzeichnenden Scheitern des von Dekadenz und Unmoral gekennzeichneten Kapitalismus seinen Siegeszug fortsetzen werde. Zu den Zielsetzungen von Islamisten in Deutschland gehört mittlerweile auch die Zerstörung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland, um Freiräume für die Scharia, ein angeblich auf göttliche Sendung gegründetes Regelwerk für alle Lebensbereiche, zu schaffen.

aus der Antwort

Alle islamistischen Organisationen wenden sich letztlich gegen das westlichen Demokratievorstellungen zugrunde liegende Prinzip der Volkssouveränität. Die von diesen Organisationen angestrebte Einführung einer islamistisch interpretierten Scharia als umfassendes Gesellschafts- und Rechtssystem ist im Ergebnis zwingend verbunden mit der Abschaffung der bestehenden Verfassungsordnung.

[zu Frage 15] Die Ausführungen im Verfassungsschutzbericht 2002, S. 181, sind so zu verstehen, dass die Muslimbruderschaft (MB) in zurückliegenden Jahrzehnten als ideologische Mutterorganisation für die Herausbildung zahlreicher islamistischer Organisationen in den muslimischen Ländern anzusehen ist. Einige dieser islamistischen Organisationen, der Verfassungsschutzbericht nennt Beispiele, verfügen auch über Anhänger in Deutschland.

18. Inwieweit betrachtet die Bundesregierung die IGD heute als verfassungsfeindlich? [ IGD = Islamische Gemeinschaft in Deutschland, kann uns als deutscher Zweig der FIOE bzw. der global aktiven Muslimbruderschaft gelten ]

Es bestehen tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen, die durch Anwendung von Gewalt oder darauf gerichtete Vorbereitungshandlungen auswärtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gefährden (vgl. §§ 3, 4 Bundesverfassungsschutzgesetz – BVerfSchG). Aus diesem Grund werden Informationen über die IGD gesammelt und ausgewertet; aus demselben Grund wird die Organisation im Verfassungsschutzbericht genannt.

Es trifft zu, dass Ibrahim El-Zayat Europa-Repräsentant der „World Assembly of Muslim Youth“ (WAMY) ist. Nach Berichten ausländischer Medien wurde WAMY bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA durch Abdallah Bin Laden, einen Bruder Usama Bin Ladens, geleitet. Auch Omar Bin Laden, ein weiterer Bruder, war danach in den USA für WAMY aktiv.

30. Sind der Bundesregierung Bestrebungen islamistischer Kreise in Berlin-Kreuzberg bekannt, die dort die Abschaffung des deutschen Rechtsstaates und die Einführung der Scharia fordern?

Den Verfassungsschutzbehörden sind Aktivitäten islamistischer Gruppierungen und Organisationen auch in Berlin-Kreuzberg bekannt. Dazu gehört auch ein Eintreten für die Einführung der Scharia.

41. Trifft es nach Kenntnis der Bundesregierung zu, dass mit Islam-Kolleg und Islamischer Föderation Berlin (IFB) Tarnorganisationen der Milli Görüs die Erlaubnis erhalten haben, in Berlin islamischen Religionsunterricht zu erteilen (WELT am SONNTAG vom 13. April 2003)?

Nach der Kompetenzverteilung des Grundgesetzes liegt die Zuständigkeit für schulischen Religionsunterricht bei den Ländern. Zu Angelegenheiten der Länder nimmt die Bundesregierung grundsätzlich nicht Stellung.

Eine besondere Rechtslage gilt in Berlin. Danach findet aufgrund von Artikel 141 GG (sog. Bremer Klausel) in Berlin Artikel 7 Abs. 3 GG keine Anwendung. Religion ist demnach in Berlin kein ordentliches Unterrichtsfach an öffentlichen Schulen, sondern „Sache der Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften“.

Das „Islamische Konzil Deutschland“ (IKD) mit Sitz in Frankfurt/Main wurde 1989 als islamischer Dachverband gegründet. Gründungsmitglieder des IKD waren unter anderem die „Vereinigung der neuen Weltsicht in Europa e. V.“ (AMGT) als Vorgänger der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e. V.“ (IGMG), die „Föderation islamischer Organisationen in Europa“ (FIOE), die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (IGD) sowie die „Muslim Studenten Vereinigung in Deutschland e. V.“ (MSV).

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/15/018/1501820.pdf

1989 schufen die Saudis unter der Schirmherrschaft von Abdallah at-Turki, dem mächtigen Dekan der Bin Saud-Universität in Riyadh, das Islamische Konzil Deutschland. Turki übernahm die Präsidentschaft, weitere Spitzenpositionen hatten Ibrahim el-Zayat, Hassan Özdögan, hochrangiger Milli Görüs-Vertreter, und Ahmed Khalifa, Vorstandsmitglied des Islamischen Zentrums München, inne.

Der Trend hin zur Konsolidierung ging 1994 einen Schritt weiter, als die deutschen Islamisten erkannten, dass eine vereinigte Koalition sich in größere politische Bedeutung und Einfluss umsetzen ließ. Neunzehn Organisationen, darunter die IGD, das Islamische Zentrum München und das Islamische Zentrum Aachen schufen eine Dachorganisation, den Zentralrat der Muslime. Ein hochrangiger deutscher Verfassungsschützer sagt, dass mindestens neun dieser neunzehn Organisationen zur Muslim-Bruderschaft gehören.

Ganzcarski war nicht der einzige. Elyas gab zu Hunderte deutscher Muslime zum Studium an eine der radikalsten Universitäten in Saudi Arabien geschickt zu haben.

Der Zentralrat, der sich selbst als Dachorganisation deutscher muslimischer Organisationen darstellt, ist zusammen mit der IGD und Milli Görüs der de facto-Repräsentant von drei Millionen deutscher Muslime geworden. …

Ibrahim el-Zayat, der den Vorsitz hielt, bis seine Verpflichtungen in Deutschland ihn zum Rücktritt zwangen, nutzte den FEMYSO-Sitz sogar dazu vor dem Europaparlament zu sprechen. Weil die Muslimbruderschaft den größten Teil der die FEMYSO bildenden Organisationen ausmacht, bildet sie die „de facto-Stimme der muslimischen Jugend in Europa.“ Während die FEMYSO behauptet, dass sie „der Bekämpfung von Vorurteilen auf allen Ebenen verpflichtet ist, so dass die Zukunft Europas eine multikulturelle, allumfassend und respektvoll ist,“ klingen solche Stellungnahmen hohl angesichts der Position von Sponsoren wie der World Assembly of Muslim Youth, die glauben, dass „die Juden die Feinde der Gläubigen, Gottes und der Engels sind; die Juden sind die Feinde der Menschheit. … Jede den Muslimen zugefügte Tragödie ist von den Juden verursacht.“

aus: Lorenzo Vidino: Die Eroberung Europas durch die Muslim-Bruderschaft

in: Middle East Quarterly, Winter 2005

http://www.meforum.org/758/die-eroberung-europas-durch-die-muslim

Englischer Originaltext:

The Muslim Brotherhood’s Conquest of Europe

http://www.meforum.org/687/the-muslim-brotherhoods-conquest-of-europe

Warum die Deutsche Islamkonferenz ein so großes Problem darstellt, Konferenz vom Zentralrat der Ex-Muslime, Köln am 3. Mai 2013. Mehrheitlich wurde von den Konferenzteilnehmern die folgende Resolution verabschiedet:

Die Scharia ist keine Kultur!

https://schariagegner.wordpress.com/2013/05/07/die-scharia-ist-keine-kultur/

Nicht der Islamismus, der Islam ist das Problem

Vortrag von Edward von Roy, Köln am 3. Mai 2013

https://schariagegner.wordpress.com/2013/04/15/nicht-der-islamismus-der-islam-ist-das-problem/

Heidelbergs Bürgermeister für Integration und Chancengleichheit fordert Bühne für Lobbyisten des islamischen Rechts

Dezember 7, 2012

مدينة هايدلبرغ

Madīna Heidelberg

Stadt Heidelberg

Erichsons Antwort auf Protestbrief zu Heidelberger Islamwochen

Wolfgang Erichson ist Beigeordneter der Stadt Heidelberg mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister für das Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste. Die im November und Dezember 2012 von der Muslimischen Studierendengruppe in den Räumen der Universität durchgeführten »III. Heidelberger Islamwochen – Islam unverhüllt« begrüßte Erichson, zur immanenten Frauenfeindlichkeit und Homophobie der Scharia sagte das Mitglied von Bündnis 90/Die GRÜNEN nichts:

„Das Ziel der Veranstaltung, den Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern, Vorurteile über den Islam abzubauen und gemeinsame Zukunftsperspektiven in Deutschland zu diskutieren, wird von mir ausdrücklich unterstützt. … Wir können unser gemeinsames Leben durch mehr Toleranz, Mitgefühl und gegenseitigen Respekt bereichern.“

Das Grußwort wurde zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe verlesen, am selben Abend sprachen Wolfgang Borgfeldt zu „Der Koran: Entstehung und Tragweite. … Welche zivilisatorischen Impulse gab und gibt er?“ sowie Jasmin Pacic über „Leben mit der Scharia. … Am Beispiel des islamischen Ehe- und Familienrechts.“

Auch Bürgermeister Erichson hatte unseren Protest gegen die proislamistische Ausrichtung der Vortragsreihe erhalten, die er am 6. Dezember ebenso energisch verteidigt wie den Auftritt der Referenten Wolfgang Borgfeldt, Nadir Moubarrid, Bacem Dziri und Cefli Ademi, nämlich: „als einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion über den Islam, Islamismus sowie religiöse Toleranz und Intoleranz“.

—–Ursprüngliche Nachricht—–

Von: Edward von Roy

Gesendet: Sonntag, 2. Dezember 2012 10:59

An: An die Stadt Heidelberg

Dez. IV – Sekretariat

Dezernat für Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste Herrn Bürgermeister Wolfgang Erichson

Islamistische Auftritte an der Uni Heidelberg stoppen

Sehr geehrter Herr Erichson,

Wolfgang Borgfeldt (European Council for Fatwa and Research ECFR; Haus des Islam HDI) ist dem homophoben und dem Bereich der global agitierenden Muslimbruderschaft zuzurechnenden Scheich Yusuf al-Qaradawi theologisch und organisatorisch treu verbunden.

Es ein Skandal, dass Wolfgang Borgfeldt genannt Muhammad Siddiq am 26. November 2012 trotz gut begründeter Proteste in der Uni Heidelberg – als erster einer plangemäß nächste Woche fortgesetzten ganzen Reihe von gegendemokratischen Referenten – auftreten durfte. Die Veranstaltung geht also im selben radikalislamischen Stil weiter.

Anlässlich der Eröffnung der 3. Heidelberger Islamwochen der Muslimischen Studierendengruppe haben Sie, sehr geehrter Herr Erichson, ein Grußwort verfasst, das am 26. November im Saal verlesen wurde.

Wir bitten Sie, unseren hier im Anhang zu findenden zweiten offenen Brief (vom 30. November) zur Kenntnis zu nehmen, der sich auf die drei Redner bezieht, die im Laufe der kommenden Woche eingeladen sind.

Wir fordern Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass diese Vorträge in den Räumlichkeiten einer staatlichen Universität nicht stattfinden.

Mit freundlichen Grüßen

Edward von Roy, Gabi Schmidt

Datum: Thu, 06. Dec 2012 16:53:54

Von: Dezernat 4 Heidelberg

An: Edward von Roy, in Kopie: an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg sowie an den Rektor der Universität Heidelberg

AW: Islamistische Auftritte an der Uni Heidelberg stoppen

Sehr geehrter Herr von Roy,

Sie haben sich mit ausführlichen E-Mails an den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg sowie an mich gewandt und uns gebeten, darauf Einfluss zu nehmen, dass bestimmte von Ihnen genannte Referenten nicht im Rahmen der 3. Heidelberger Islamwoche der Muslimischen Studierendengruppe an der Universität auftreten.

Wie Sie sicherlich selbst wissen, hat die Stadt keinerlei Möglichkeiten, auf die Universität einzuwirken, was die Vergabe der Räume betrifft. Außerdem sind wir auch grundsätzlich anderer Auffassung als Sie, da wir die Vortragsreihe der Muslimischen Studierendengruppe als einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion über den Islam, Islamismus sowie religiöse Toleranz und Intoleranz ansehen.

Es ist nicht Politik dieser Stadt, unterschiedliche auch sehr kontroverse Meinungsäußerungen nicht zuzulassen.

Die uns von Ihnen über die Referenten zugeleiteten Erkenntnisse waren uns alle auch im Vorfeld der Veranstaltung bekannt und Sie können davon ausgehen, dass die Stadt ausführlich geprüft hat, ob sie sich mit einem Grußwort zu dieser Veranstaltung zu Wort melden soll. Da wir als Stadt sowohl in unserer Integrationspolitik als auch über den Interreligiösen Dialog bemüht sind, in einem Klima von Toleranz und Akzeptanz eine Diskussionskultur in dieser Stadt zu ermöglichen, sahen wir auch keine Notwendigkeit, uns in die Programmgestaltung der Muslimischen Studierendengruppe einzuschalten.

Alle diese Veranstaltungen waren offen, öffentlich zugänglich und wir gehen davon aus, dass alle Menschen, die an solchen Veranstaltungen mit Interesse teilnehmen, in der Lage sind, ihre eigenen Schlüsse aus den dort vorgetragenen Inhalten zu ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Erichson

Bürgermeister

Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste

Stadt Heidelberg

Bündnis Flüchtlingsstreik Hessen

Oktober 31, 2012

BFHBündnis Flüchtlingsstreik Hessen

28.10.2012

Erste Pressemitteilung seitens iranischer Asylbewerber/innen des Bundeslands Hessen

Wir sind einige der in Hessen ansässigen iranischen Asylbewerber/innen, die nach Deutschland flüchten mussten, um ihr Leben zu retten. Unser Vorbild sind die verschiedenen Flüchtlingsproteste in anderen deutschen Städten. Besonders mit der Gruppe aus Würzburg stehen wir im engen Austausch. Dort hatten Flüchtlinge seit März diesen Jahres mehrere Monate für ihre Rechte demonstriert und bundesweit Aufmerksamkeit für ihre Situation erzielt.

Seit dem 20. Oktober streiken wir an der Hauptwache in Frankfurt (Main) Stadtmitte für ein menschliches Asylrecht, bessere Bedingungen für alle Asylbewerber/innen und die sofortige Anerkennung als politische Flüchtlinge.

Wir kommen aus einem Land, in dem Menschenrechte täglich mit Füßen getreten werden. Menschen werden misshandelt, gefoltert, vergewaltigt, gesteinigt und hingerichtet. Frauen sind Bürgerinnen dritter Klasse. Es herrscht Geschlechterapartheid und weder Religions- noch Meinungsfreiheit sind gegeben.Uns war und ist es dort nicht möglich ein sicheres Leben zu führen. Wir mussten fliehen um unser Leben zu retten und suchten daraufhin Asyl in einem „sicheren“ Land. Doch in diesem hoch entwickelten Land, welches sich tagtäglich über Menschenrechtsverletzungen in anderen Staaten empört, sind wir immer noch mit einer unmenschlichen Behandlung konfrontiert.

Heute ist der siebte Tag an dem wir rund um die Uhr streiken.

Trotz des Kälteeinbruchs und obwohl wir bisher immer noch keine Stromversorgung haben kämpfen wir weiter. Dem kalten Wetter steht die warme Solidarität zahlreicher Passant/innen und Unterstützer/innen entgegen.

Eine gute Nachricht ist, dass einer der Streikenden, Behnam, nach fast einem Jahr warten vor 3 Tagen vom Verwaltungsgericht Frankfurt endlich als politischer Flüchtling anerkannt wurde.

Unsere Forderungen nach Anerkennung von uns und allen als politische Flüchtlinge, einer Erteilung von Arbeitserlaubnis für alle Asylbewerber/innen, der Abschaffung der Residenzpflicht und von Gemeinschaftsunterkünften, das Anbieten von Dolmetscher/innen und vor allem Sprachkursen, wurden bereits von mehr als 500 Menschen unterschrieben. Wir wollen nicht isoliert werden und von jeglichem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden, sondern die Möglichkeit bekommen, ein menschenwürdiges, normales Leben zu führen. Das was so viele Politiker/innen so gerne von Migrant/innen fordern, nämlich „Integration“, wird uns zum Beispiel durch Residenzpflicht und Arbeitsverbot massiv verwehrt.

Nach dem ersten Bericht der Frankfurter Rundschau am 26. Oktober kamen viele Menschen zu uns und zeigten sich solidarisch. Wir laden weiterhin jede/n, die/der sich mit unserer Protestaktion solidarisiert, schlicht interessiert ist oder berichten will herzlich dazu ein, ab sofort an die Hauptwache in Frankfurt (Main) zu kommen, um sich über unsere verzweifelte Lage zu informieren und uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen.

Wir rufen alle zuständigen Behörden auf, unsere Schreie zu hören, auf diese zu reagieren und unsere Forderungen umgehend umzusetzen. Wir werden unseren Streik fortführen, bis die Verantwortlichen für die hessische Asylpolitik mit uns verhandeln und wir die Anerkennung unseres Asylantrags sowie eine Verbesserung der Situation all der Schutzsuchenden in Deutschland erreichen.

Wir bedanken uns bei allen Menschen die uns bisher unterstützt haben und Tag und Nacht solidarisch mit uns sind und uns unterstützen.

Kontaktpersonen: Fariba Abolhoseini und Shahnaz Morattab

E-Mail: streikinhessen@gmail.com

Tel: 015774650186

Pressemitteilung auf Facebook:

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=4814089115494&set=o.191885530921148&type=1&theater

Zum Thema:

Hessische Flüchtlinge und ihre Unterstützer demonstrieren ab Samstag, den 20. Oktober, um 14 Uhr mit einem Protestcamp an der Hauptwache für ein menschlicheres Asylrecht und bessere Bedingungen für Flüchtlinge.

Dazu haben sie sich im Bündnis Flüchtlingsstreik Hessen zusammengeschlossen. Sprecherin Fariba Abolhosseini erklärt: „Wir haben keine Geduld mehr! Viele von uns sind seit acht, zehn, zwölf Jahren in Deutschland und bekommen keine Aufenthaltsgenehmigung. Unsere Kinder sind isoliert, können nicht an Klassenfahrten teilnehmen und schämen sich, dass ihre Eltern nicht arbeiten. Es wird Zeit, dass wir für unsere Menschenrechte streiten, damit sich unsere Situation und vor allem die unserer Kinder endlich ändert.“

Dafür will das Bündnis mehrere Wochen an der Hauptwache ausharren – trotz des nahenden Winters. …

Fariba Abolhosseini fasst die Forderungen zusammen: „Es kann nicht sein, dass Menschen jahrelang auf ihren Bescheid warten müssen oder geduldet werden, in der ständigen Angst vor der Abschiebung. Vor allem für Flüchtlinge aus Krisenländern und -gebieten wie Afghanistan, Iran oder Syrien fordern wir, dass politisches Asyl leichter gewährt wird.“

aus: Protestcamp des Bündnis Flüchtlingsstreik Hessen beginnt am 20. 10. an der Hauptwache, Frankfurt

beim Blog: We Will Rise: Berlin Refugee Strike 20.10.2012

http://asylstrikeberlin.wordpress.com/2012/10/20/protestcamp-des-bundnis-fluchtlingsstreik-hessen-beginnt-am-20-10-an-der-hauptwache-frankfurt/

Viele der streikenden Flüchtlinge sind seit über zehn Jahren in Deutschland und bekommen keine Aufenthaltsgenehmigung oder Arbeitserlaubnis. Die jungen Flüchtlinge dürfen keine Universität besuchen und keine Ausbildung beginnen. Shahnaz Morattab: “So wird durch die unmenschliche Asylpolitik, jungen Menschen die Zukunft verbaut. Wie das zu der aktuellen politischen Debatte passen soll, das wir junge, motivierte, gut ausgebildete Menschen in Deutschland brauchen, um dem derzeitigen demografischen Wandel zu begegnen, ist nicht verständlich.” Die Protestierenden konnten bisher zahlreiche positive Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern führen und erfuhren viel Unterstützung. Schlafsäcke, Iso-Matten, Decken und andere Sachspenden werden jedoch weiterhin dringend benötigt und können jederzeit an der Hauptwache abgegeben werden.

Zu den Unterstützern des Bündnisses zählen bisher die Internationale Föderation Iranischer Flüchtlinge, der Arbeitskreis Asyl und Flucht der hessischen Piraten und die Grüne Jugend Hessen. Das Bündnis ist offen für alle Gruppen, die sich für Asyl und Flüchtlingsrechte einsetzen.

BFHBündnis Flüchtlingsstreik Hessen, aus der Pressemeldung vom 22.10.2012

http://fluechtlingsprotest-hessen.de/pressemeldungen/

Die Forderungen der Flüchtlinge:

Die Flüchtlinge möchten, dass endlich ihr Status als politische Flüchtlinge anerkannt wird. Erst das würde ihre unsichere Situation beenden. Sie hoffen, „Dass sich die hessische Regierung an ihre Versprechen hält und den leidvollen und anstrengenden Asyl-Prozess verkürzt. Es kann nicht sein, dass Menschen jahrelang auf ihren Bescheid warten müssen oder geduldet werden, in der ständigen Angst vor der Abschiebung. In unserer Heimat warten Folter, Vergewaltigung und Haft auf uns – wir fordern die Einsicht des deutschen Staates, dass für uns in der „Islamischen Republik“ Iran kein lebenswertes Leben mehr möglich ist.“ (…)

BFH – Bündnis Flüchtlingsstreik Hessen 29.10.2012

http://fluechtlingsprotest-hessen.de/2012/10/die-forderungen-der-fluchtlinge/

BFHBündnis Flüchtlingsstreik Hessen

http://fluechtlingsprotest-hessen.de/

Beschneidungsrhetoriker

Oktober 15, 2012

Sich einüben in die Beschneidungsrhetorik

Leider steht für Deutschlands Gesetzgeber nicht die wortwörtliche Lesart der Genesis oder des Hadith, sondern das intakte Kindergenital zur Disposition. Gedanken zu beschneidungsfreundlichen E-Mails deutscher Politiker von Edward von Roy.

Damit gute Argumente auch im Parlament ankommen, ist noch vor der Tagung des Kabinetts zum Thema Ritualbeschneidung am 10. Oktober 2012 allen 620 Bundestagsabgeordneten die Eingabe des Sozialpädagogen Edward von Roy vom 20. Juli zugegangen, welche einen neuen § 1631d fordert, der Eltern die religiöse oder anderweitig medizinisch unnötige Zirkumzision ihres männlichen Kindes untersagt (Aktenzeichen Pet 4-17-07-451-040847).

Viele der Volksvertreter antworten, einige sogar überwiegend oder ganz zustimmend. Leider zeigen sich die prominentesten unserer Politiker vom Wunsch nach prinzipieller genitaler Integrität unbeeindruckt und möchten das grundrechtswidrige Elternrecht auf Vorhautamputation noch in diesem Jahr legalisieren. Sechs dieser Antworten aus dem Oktober 2012 verdienen kritische Kommentare, brisanteste Thesen und namentliche Vorstellung der Herrschaften vorab:

SPD:Schließlich müssen ältere, minderjährige Jungen die Möglichkeit eines „natürlichen Vetorechts“ erhalten“,

das meint Wolfgang Tiefensee, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion,

CDU: „Die Beschneidung muss fachgerecht und deshalb möglichst schonend und mit einer möglichst effektiven Schmerzbehandlung erfolgen … Jüdisches und muslimisches Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein“,

wie Bernhard Kaster findet, der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,

GRÜNE: „Die Rechtsauffassung eines Einzelrichters am Kölner Landgericht hat zu tiefgreifender Verunsicherung bei Ärzten und jüdischen und muslimischen Eltern geführt … Die Wahrung der körperlichen Unversehrtheit und das Recht des Kindes als vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied einer Religionsgemeinschaft aufzuwachsen, sind beides Aspekte des Kindeswohls“,

so sieht Katrin Göring-Eckardt das Thema, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages,

CSU: „Nach der Verunsicherung, die durch das Urteil des Landgerichts Köln hervorgerufen wurde, hat der Deutsche Bundestag in einem fraktionsübergreifenden Antrag beschlossen, die Bundesregierung aufzufordern, bis zum Herbst einen Gesetzesentwurf zur Frage der religiösen Beschneidung vorzulegen … Der Entwurf orientiert sich am Wohl des Kindes. Das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit muss mit anderen grundrechtlich geschützten Positionen der Eltern in Einklang gebracht werden, mit dem Recht auf Kindeserziehung und dem Recht auf freie Religionsausübung“,

so verleiht Gerda Hasselfeldt dem auf Elternwunsch zu versehrenden Kinderpenis höheren Sinn, die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe,

FDP: „dass bei dieser vorzunehmenden Abwägung zwischen verschiedenen gleichwertigen Grundrechten das Erziehungsrecht der Eltern und die Religionsfreiheit überwiegen, so dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig sein muss … Die Beschneidung stellt zwar einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes dar. Dies ist jedoch regelmäßig ein routinemäßiger medizinischer Eingriff, der keine bedeutende Gefahr für die Gesundheit des Kindes darstellt. Der Eingriff ist in seiner Tragweite mit der Beschneidung von Frauen nicht zu vergleichen … Eine Strafbarkeit der Beschneidung in Deutschland könnte zu einer familiären Ausgrenzung des Kindes führen, da es bis zu einem gewissen Alter außerhalb der elterlichen Religionsgemeinschaft aufwachsen würde. Aufgrund der fehlenden religiösen Mitwirkungsmöglichkeiten ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass das Kind seelische Schäden davon trägt.“

Damit gibt Dr. Volker Wissing jedem erwachsenen Ritualbeschneider oder sonstigen Genitaldesigner grünes Licht, der Landesvorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz und Stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzender. Last but not least ein echter Minister und ebenfalls liberal:

FDP: „Das Kölner Urteil hat international Irritationen ausgelöst. Es muss klar sein, dass Deutschland ein weltoffenes und tolerantes Land ist, in dem die Religionsfreiheit fest verankert ist und in dem religiöse Traditionen wie die Beschneidung als Ausdruck religiöser Vielfalt geschützt sind“,

das schließlich sagt Dr. Guido Westerwelle, unser Bundesminister des Auswärtigen.

Soweit die Vorschau, es folgen die schariafreundlichen und kinderfeindlichen Meldungen im Einzelnen mit den gebotenen Zwischenrufen:

SPD

Datum: 10 Oct 2012 11:40:14

Von: Wolfgang Tiefensee MdB

Betreff: Ihre Anfrage vom 7. Oktober 2012

Sehr geehrter Herr von Roy,

vielen Dank für Ihre Mail vom 7. Oktober 2012!

Seit einigen Monaten wird das Thema rituelle Beschneidung von Jungen sehr emotional und leidenschaftlich diskutiert.

Gibt es denn keine nüchternen Sachargumente gegen die Routinebeschneidung, sondern nur hektische und letztlich verantwortungslose Emotionen? Und ist, gerade auch die Zirkumzision betreffend, die Jungenfeindlichkeit und Männerfeindlichkeit von Halacha oder Scharia denn im Parlament jemals angesprochen worden? Das wäre sachlich – und findet nicht statt.

Auf der einen Seite ist der Schutz der Schwächsten unserer Gesellschaft, nämlich der Kinder, fundamental für unsere Rechtsordnung.

Richtig, die körperliche Unversehrtheit entspringt dem Recht auf Leben. Aber wie sehr „fundamental“, nur ein bisschen fundamental, dann kommen sogleich Elternwunsch und Skalpell, Gottesfurcht und Schere?

Auf der anderen Seite muss es unseren jüdischen und muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern auch künftig möglich sein, grundlegende Glaubensinhalte in unserem Land zu praktizieren.

Ein paar Psalmen oder Suren lesen oder auch singen ist völlig in Ordnung. Aber ist der Hidschab (Schleier) denn etwa kein Glaubensinhalt oder das korangemäß halbierte Erbe für die Frau oder das Verbot für die muslimische Tochter, einen Nichtmuslim – einen Unbeschnittenen – zu heiraten?

Es ist nicht einfach, die insoweit widerstreitenden Interessen zu einem vernünftigen Ausgleich zu bringen.

Einem Kind die Penisvorhaut abzuschneiden soll in den Begriff der Vernunft integriert werden? Eins plus eins ist zwei, völlig vernünftig, kindliches Praeputium legal amputiert, auch völlig vernünftig?

Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung am 19. Juli 2012 aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach die religiöse Beschneidung von Jungen auch künftig unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht werden soll.

Schlimm genug, und das geschah hektisch und glich einem regelrechtem Überfall, sich bis heute am Mehrheitswillen der Bevölkerung ebenso vorbeimogelnd wie am Grundgesetz.

Zwischenzeitlich liegt ein Referentenentwurf vor. Dieser Entwurf wird kommenden Mittwoch, am 10. Oktober, im Kabinett verabschiedet.

Die berüchtigten Eckpunkte sind von der Regierung leider mittlerweile verabschiedet worden.

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass eine gesetzliche Regelung keine Spielräume eröffnet, bei denen das Kindeswohl verletzt wird. Dies wäre auch unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten nicht denkbar.

Damit müssten Beschneidungsbefürworter abgeschnittene Körperteile in den Begriff des Kindeswohls integrieren. Mindestens die FGM Typen I und IV müssten diese Lobbyisten dann eigentlich auch zulassen, sobald sie von frommen schafiitischen Eltern gewünscht wird.

Als sollte der Begriff mit Zauberkraft aufgeladen oder wie ein wundertätiges Mantra eingesetzt werden, üben sich Beschneidungsrhetoriker in der fortwährenden Wiederholung ganz weniger Worte, das wichtigste lautet Kindeswohl. Fakten stören zwar, aber man darf es ja wiederholen: Säugling nach Routinezirkumzision verblutet? Kindeswohl. Herpesinfektion nach Metzitzah B’Peh? Kindeswohl. Narben, Hautbrücken, Sensitivitätsverlust? Kindeswohl.

Die Quadratur des Kindeswohls. Unsere den Theologen der Muslimbruderschaft nicht widersprechende politische Elite wird es noch tausendmal sagen, was nichts daran ändern wird, dass das Abschneiden von intaktem Genitalgewebe gegen das Kindeswohl verstößt.

Daher muss der Gesetzentwurf folgende Kriterien erfüllen:

1. Diejenigen Personen, die eine Beschneidung vornehmen dürfen, müssen medizinisch ausreichend ausgebildet sein. Eine unzureichende medizinische Ausbildung gefährdet die Gesundheit der Jungen.

Was für eine kinderfeindliche und feige Schliche! Jeder nüchtern betrachtende Mensch weiß: Die medizinisch nicht erforderliche Zirkumzision schädigt immer die Gesundheit der Jungen. Eine der neuartigen beschneidungrhetorischen Figuren ist offensichtlich der Bau von gleichsam bunt und human angemalten Kulissen, die den Blick auf das Eigentliche verstellen oder, als kalkuliert verschobenes Hellfeld, einen ganz unwesentlichen Bereich bequatschen und das heikle Problem im Dunkeln lassen, unbesprochen.

Denn ohne Frage würden auch miserabel ausgebildete Ärzte die Gesundheit der Patienten gefährden. Tiefensee verschweigt bewusst, dass bei der Kinderbeschneidung, beispielsweise nach Infektionen oder aufgrund von noch so sorgfältig gemachter Anästhesie, schwere und schwerste, bisweilen tödliche Komplikationen vorgekommen sind und auch künftig vorkommen werden. Die Bundesregierung nimmt diese planmäßige Schädigung und Gefährdung eines Bevölkerungsteils in Kauf, vor allem des jüdischen und muslimischen Bevölkerungsteils. Dieser fordert das zwingend gesundheitsgefährliche Ritual aus altem Trott oder neuer Wissenschaftsverweigerung und wird, ohnehin in den traditionellen Männlichkeitsvorstellungen eingekerkert, 2012 zusätzlich durch die muslimbrudernahen Islamverbände angestachelt.

Ein Rechtsstaat, der an seiner Abschaffung nicht interessiert ist, wird auf Dauer allen Eltern, also selbstverständlich auch den Juden und Muslimen das andächtige Vorhautamputieren zu untersagen haben und kann sich von Drohungen nicht erpressen lassen, selbst wenn die sehr irdisch agitierende Lobby des Gottesgesetzes auf ein Beschneidungsverbot so ähnlich reagieren würde wie auf Karikaturen Mohammeds.

Frei nach Friedrich Schiller, Wilhelm Tell: Die freiheitliche Demokratie hat sich zu weigern, vor dem Geßlerhut Jungenbeschneidung das Knie zu beugen.

2. Eine lokale Betäubung ist bei einem derartigen Eingriff erforderlich, um den betroffenen Kindern unnötige Schmerzen zu ersparen.

Sarkastisch: Kleines Kind, die restlichen Schmerzen können dir leider nicht erspart werden, gehören aber auch nicht zu den von Wolfgang Tiefensee genannten „unnötigen Schmerzen“ …

3. Die Eltern müssen umfassend von einem Mediziner über Art, Umfang und Folgen des Eingriffs aufgeklärt werden. Denn nur eine ausreichende Aufklärung gewährleistet, dass Eltern eine Entscheidung im vollen Bewusstsein auch über die Risiken treffen können. Nur dann ist auch juristisch gesehen eine wirksame Einwilligung der Eltern in einen derartigen Eingriff möglich.

Im Ernst: Wo selbst die meisten Frauen und Mädchen dem maskulinen Genitaldesign der Söhne Abrahams oder dem Beispiel der islamischen urgemeindlichen Salaf, den rechtschaffenen Altvorderen hinterher eifern und der Beschneider ja auch nicht von Luft und Liebe lebt und seine Messer nicht vergebens schärfen möchte, da wird „Aufklärung“ im Sinne wissenschaftlicher Standards allenfalls nebenbei stattfinden und wird das stammeskulturelle Denkverbot oder die vermeintliche Seelenrettung das Alltagshandeln der Familie regeln.

4. Zudem sollte das Erfordernis einer ärztlichen Bescheinigung vor Durchführung des Eingriffs festgeschrieben werden, wonach der Gesundheitszustand des Jungen eine Beschneidung zulässt.

Die Ritualbeschneider der Religionsgemeinschafter sollen wie gewohnt arbeiten und die wissenschaftsbasiert ausgebildeten Ärzte sollen Atteste ausstellen und so zu Komplizen eines schädigenden Rituals werden?

Es ist doch wohl eher zu vermuten, dass die Ritualbeschneider ungestört Kindern die Vorhaut abtrennen, und zwar ohne vorherige ärztliche Untersuchung – genau wie bisher üblich.

5. Schließlich müssen ältere, minderjährige Jungen die Möglichkeit eines „natürlichen Vetorechts“ erhalten. So fordert es auch der Deutsche Ethikrat.

Die kleineren Jungen dürfen einfach so beschnitten werden, und das billigt der beschneidungsbejahende Deutsche Ethikrat.

Kein Achtjähriger oder Zwölfjähriger kann im Familienkreis über seine elterlich gewünschte baldige Beschneidung auf Augenhöhe diskutieren. Was sich die Bundestagsabgeordneten nicht trauen, nämlich die Scharia zu kritisieren oder das Wort Scharia im Parlament auch nur auszusprechen, soll jetzt im Kinderzimmer gelöst werden?! Den jüdischen oder muslimischen Beschneidungsgegnern fällt Tiefensee leider in den Rücken.

Die SPD-Bundestagsfraktion wird in den kommenden Wochen den Gesetzentwurf daraufhin prüfen, ob die vorgenannten Kriterien hinreichend klar berücksichtigt wurden.

Der Souverän, immerhin noch das Volk, wird den aus Angst und Karrieresicherung nach wie vor zur kulturrassistischen und frauenfeindlichen Scharia schweigenden Sozialdemokraten auch beim Thema rituelle Zirkumzision auf die Finger schauen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Tiefensee MdB

Wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

Bundesminister a.D.

CDU

Der CDU-Bundestagsabgeordnete der Stadt Trier stellt uns sein Verständnis von Kindeswohl, Religionsfreiheit und körperlicher Unversehrtheit vor.

Datum: Wed, 10 Oct 2012 14:49:41

Von: Büro Bernhard Kaster MdB

Betreff: Beschneidung von Jungen: Ihr Schreiben

Sehr geehrter Herr von Roy,

vielen Dank für Ihr Schreiben zur Frage der Zulässigkeit der Beschneidung von minderjährigen Jungen. Sie üben darin nachdrücklich Kritik an der Absicht des Deutschen Bundestages, eine solche Beschneidung auf gesetzlicher Grundlage auch künftig zuzulassen.

Richtig, denn auch Kinder sind Grundrechtsträger und Juden oder Muslime sind gar keine Kategorie, keine Sorte Mensch.

Ausgelöst wurde die breite öffentliche Diskussion zu diesem Thema durch das Urteil des Landgerichts Köln vom 7. Mai 2012, mit dem wohl erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ein Strafgericht die Beschneidung eines minderjährigen Jungen aus religiösen Gründen als rechtswidrige Körperverletzung wertete. Es handelt sich zwar um die Entscheidung eines Einzelfalls, die keine Bindungswirkung für andere Gerichte hat.

Indirekt sagt Kastner: Hätten die Kölner Richter doch bloß geschwiegen. Mit als erste hatte Angela Merkel („Komikernation“) zur Hexenjagd auf unbotmäßige Richter geblasen: Wer die Jungenbeschneidung kritisiert, verdiene Aufkündigung der Solidarität.

Dennoch hat das rechtskräftige Urteil die jüdische und muslimische Gemeinschaft in Deutschland tief verunsichert.

Warum sollen medizinisch unnötige Beschneidungen nicht endlich illegal werden?

Ironisch: Das geht aber nicht, Kritik an den Normen von Halacha und Scharia bringt das Weltbild des Fundamentalisten ins Wanken und könnte zu Individualismus oder aufgeklärtem Denken führen. Weil tiefe Verunsicherung traurig macht oder den frommen Beschneider ängstigt, muss sich etwas verändern, und wo das Religionsgesetz keine Neuerung zulässt, hat das Gegenüber nachzugeben, das Grundgesetz.

Eltern, die ihre Söhne beschneiden lassen möchten und Ärzte, die die Beschneidungen vornehmen sollen, befürchten nun, dass sie sich damit strafbar machen könnten.

Ganz im Ernst: Wäre das nicht eine vernünftige Klärung der Lage? Wer nicht medizinisch indizierte chirurgische Eingriffe an Minderjährigen durchführt geht ins Gefängnis, das kann die demokratische Mehrheit so beschließen. Beim Thema Mädchenbeschneidung würde der Bundestag wohl leichter zustimmen.

Für das religiöse Selbstverständnis von Juden und Muslimen ist die Beschneidung von Jungen jedoch von grundlegender Bedeutung. Sie fühlen sich durch das Urteil ausgegrenzt und fürchten ganz generell um die soziale Akzeptanz ihres religiösen Lebens in Deutschland.

Hidschab (Schleier) und die Möglichkeit von Talaq (Verstoßung) und Zweitfrau sind auch „von grundlegender Bedeutung“. Muss Deutschland zeitnah für „soziale Akzeptanz“ von Ganzkörperschleier – islamisch Burka, jüdisch Frumka – sorgen oder die Geschlechtertrennung in zumindest einigen öffentlichen Buslinien durchsetzen, damit sich die Halacha- oder Schariafreunde nicht „ausgegrenzt“ fühlen?

Die Frage nach der Zulässigkeit der Beschneidung muss deshalb geklärt werden. Eine Klarstellung durch das Bundesverfassungsgericht, welche die Gerichte bundesweit binden würde, ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Es ist daher Aufgabe des Gesetzgebers zu entscheiden, ob die religiös motivierte Beschneidung von Jungen trotz verständlicher Einwände mit dem Kindeswohl vereinbar ist.

Allerdings hat das Parlament dieses möglichst bald zu entscheiden, und die Antwort, die sich im freiheitlichen Rechtsstaat auf Dauer durchsetzen wird, ist klar: Innerhalb eines grundgesetzkonformen Begriffs vom Kindeswohl haben noch so gottesfürchtige Eltern keinen Rechtsanspruch darauf, ihren Kindern Teile des Körpers abschneiden zu lassen, auch nicht unter Berufung auf heilige Texte, hygienische Esoterik oder ästhetische Befindlichkeit.

Scheich Yusuf al-Qaradawi oder Mohel David Goldberg aus Hof in Bayern definieren Kindeswohl selbstverständlich anders als die kulturelle Moderne es macht, und für manchen Gläubigen ist auch die schafiitisch genitalbeschnittene Neunjährige aus Indonesien, das ebenfalls muslimische und in Australien wohnende sechs- oder siebenjährige Mädchen der Siebener-Schiiten der Dawoodi Bohra[1] oder die saudi-arabische oder iranische zwangsverheiratete Neun- bis Zwölfjährige in die Religionsfreiheit und das Kindeswohl integriert.

Der Deutsche Bundestag hat deshalb am 19. Juli 2012 in einem fraktionsübergreifenden Beschluss die Bundesregierung mit breiter Mehrheit aufgefordert, bis zum Herbst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Pflege und Erziehung miteinander in Einklang bringt. Der Gesetzentwurf soll für alle Beteiligte Rechtssicherheit schaffen und sicherstellen, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich rechtlich zulässig ist.

Rechtssicherheit ist geschaffen worden – durch das Kölner Urteil. Mit Ihrem Fordern von „Rechtssicherheit“ wollen Sie die für Sie ärgerliche Debatte entsorgen. Warum ärgert Sie das Ansinnen, rituelle Beschneider umzuschulen und für immer überflüssig zu machen? Warum soll es in Deutschland ab morgen kein Judentum und keinen Islam geben, das oder der selbstbewusst auch die intakte Penisvorhaut als gelingendes religiöses Leben bezeichnet?

Warum erhöhen Sie den von Rabbinern, Scheichen, Imamen und ‚Ulama ausgehenden Druck auf junge Eltern und nicht zuletzt auf junge Mütter, ihren Söhnen das Praeputium abschneiden zu lassen? Die Mehrheit der heutigen deutschen männlichen Juden ist gar nicht beschnitten, es gibt also sehr wohl ein jüdisches „Leben“ – mit intakter jüdischer Vorhaut. Wollen Sie das vormoderne und frauenfeindliche Körperkonzept und Gesellschaftsmodell von Halacha und Scharia durchsetzen?

Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Im Mittelpunkt unserer Überlegungen stand und steht dabei stets das Wohl des Kindes. Dessen Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und die Grundrechte der Eltern auf Kindeserziehung und Freiheit der Religionsausübung sind im Sinne des Kindeswohls angemessen auszugleichen.

Die Bundesregierung hat nun heute einen Gesetzentwurf beschlossen, der jetzt von Bundesrat und Bundestag beraten werden wird. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) soll künftig in einem neuen § 1631d klar gestellt werden, dass die Beschneidung in Deutschland auch weiterhin möglich ist. Dazu sollen folgende Voraussetzungen eingehalten werden: 1) Die Beschneidung muss fachgerecht und deshalb möglichst schonend und mit einer möglichst effektiven Schmerzbehandlung erfolgen; 2) die Beschneidung darf nur nach einer vorherigen umfassenden Aufklärung erfolgen; 3) Eltern müssen den Kindeswillen bei dieser Frage entsprechend mit einbeziehen; 4) eine Ausnahmeregelung greift, wenn im Einzelfall das Kindeswohl gefährdet wird, etwa bei gesundheitlichen Risiken.

In nahezu allen Ländern der Welt und insbesondere auch in unserem Kulturraum ist die Beschneidung minderjähriger Jungen erlaubt. Das Amtsgericht Köln, als Vorinstanz, sowie Zivil- und Verwaltungsgerichte in Deutschland haben so geurteilt. So hat etwa das Oberverwaltungsgericht Lüneburg einen Anspruch muslimischer Eltern gegen den Sozialhilfeträger auf Übernahme der medizinischen Kosten der Beschneidung ihres Sohnes bejaht (OVG Lüneburg, Beschluss vom 23.07.2002). Das OVG hat damit zugleich die Rechtmäßigkeit der Beschneidung bestätigt.

Die Beschneidung von Jungen ist als medizinischer Eingriff irreversibel und natürlich keine Bagatelle. Mit der Verstümmelung der Genitalien von Mädchen und Frauen, die zweifellos strafbar ist und mit strengen Sanktionen geahndet werden muss, ist die teilweise oder ganze Entfernung der Vorhaut bei Jungen aber nicht vergleichbar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Eingriff bei Männern zumindest regional als eine medizinisch und hygienisch sinnvolle Vorsorgemaßnahme, etwa um die HIV-Infektionsrate zu senken. Schätzungen zufolge ist etwa ein Drittel der männlichen Weltbevölkerung beschnitten. Die Beschneidung von Jungen gilt als der weltweit am häufigsten durchgeführte kinderchirurgische Eingriff; insbesondere in den USA wird er zur Förderung der Gesundheit häufig vorgenommen.

In den USA nehmen mehr und mehr Eltern davon Abstand, ihren Sohn beschneiden zu lassen, darunter sind auch amerikanische Juden.

Wir sind der Auffassung, dass Eltern all dies berücksichtigen dürfen, wenn sie entscheiden, ob eine Beschneidung dem Wohl ihres Sohnes dient. Denn es sind die Eltern, die – in den Grenzen unserer Rechtsordnung – den Inhalt des Kindeswohls festlegen. Sie dürfen sich bei Entscheidungen zur Gesundheit ihres Kindes auch von religiösen Motiven leiten lassen, solange die Behandlung bzw. der Eingriff nach allgemeinen Maßstäben medizinisch vertretbar ist. Das Recht von Eltern, ihre Kinder religiös zu erziehen, ist grundgesetzlich geschützt.

Jüdisches und muslimisches Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein. Die Beschneidung von Jungen hat für Juden und Muslime eine zentrale religiöse Bedeutung. Sie zählt zu den konstitutiven Elementen im jüdischen Glauben. Auch im Islam gilt die Beschneidung gemeinhin als unverzichtbar. Jüdische und muslimische Eltern sollen nicht gezwungen sein, ihre Söhne bei unseren Nachbarn im europäischen Ausland oder in Hinterzimmern von Laien beschneiden zu lassen. Das wollen wir sicherstellen, indem wir die weltweit akzeptierte Beschneidung minderjähriger Jungen verfassungskonform regeln.

Das Drohen mit schrecklich folgenreichen Hinterhofbeschneidungen ist eine beliebte beschneidungstheoretische Figur. Die Medikalisierung eines an sich nachteiligen Rituals beschädigt nicht nur den Kinderkörper, sondern auch das medizinische System und den Rechtsstaat.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bernhard Kaster MdB

GRÜNE

Datum: Mon, 8 Oct 2012 11:48:12

Von: Goering-Eckardt VP MA01

Betreff: Ihr Schreiben zur Beschneidungsdebatte

Sehr geehrter Herr von Roy,

Frau Göring-Eckardt dankt Ihnen für Ihr Schreiben zum Thema Beschneidung.

Frau Göring-Eckardt begrüßt den Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist.

Die Rechtsauffassung eines Einzelrichters am Kölner Landgericht hat zu tiefgreifender Verunsicherung bei Ärzten und jüdischen und muslimischen Eltern geführt. Bei der Beschneidung von Jungen handelt es sich um einen klassischen Grundrechtskonflikt, der im Wege der praktischen Konkordanz auszugleichen ist, wobei jede Grundrechtsposition optimal zu verwirklichen ist.

Eine Beschneidung ist tatbestandlich – wie jede Operation – eine Körperverletzung, die durch rechtswirksame Einwilligung gerechtfertigt und dann straffrei ist. Bei Minderjährigen handeln grundsätzlich die Eltern stellvertretend für das Kind und sind dabei an das Kindeswohl gebunden. Die Wahrung der körperlichen Unversehrtheit und das Recht des Kindes als vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied einer Religionsgemeinschaft aufzuwachsen, sind beides Aspekte des Kindeswohls. Der körperliche Eingriff bei einer Beschneidung ist ein irreversibler Eingriff mit niedriger Eingriffstiefe, soweit er medizinisch fachgerecht durchgeführt wird. Er wird zum Teil auch aufgrund von hygienischen und prophylaktischen Überlegungen durchgeführt. In den abrahamitischen Religionen ist das Beschneidungsgebot das erste und zugleich die Begründung des Bundes mit Gott. Daher ist es für Juden zentral und für die meisten Muslime unverzichtbar.

Der vorliegende Gesetzesentwurf sieht vor, die Beschneidung medizinisch fachgerecht von qualifizierten Fachleuten durchzuführen. Im Falle einer Illegalisierung der Beschneidung käme es häufiger zu nicht fachgerechten Eingriffen durch unqualifizierte Beschneider. Dies gilt es zu vermeiden. Die Botschaft des Gesetzes ist für Frau Göring-Eckardt zentral: Wir wollen jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen

J. W.

Büro Katrin Göring-Eckardt, MdB

Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages

CSU

Datum: Fri, 12 Oct 2012 07:50:19

Von: „Hasselfeldt, Gerda“

Betreff: Ihr Schreiben vom 29. September 2012

Sehr geehrter Herr von Roy,

vielen Dank für Ihre E-Mail, in der Sie sich gegen Beschneidungen von Jungen aus religiösen Gründen aussprechen und eine Kopie Ihrer Petition an den Deutschen Bundestag übersenden.

Nach der Verunsicherung, die durch das Urteil des Landgerichts Köln hervorgerufen wurde, hat der Deutsche Bundestag in einem fraktionsübergreifenden Antrag beschlossen, die Bundesregierung aufzufordern, bis zum Herbst einen Gesetzesentwurf zur Frage der religiösen Beschneidung vorzulegen. Dies ist nun geschehen, das Bundesjustizministerium hat einen entsprechenden Entwurf vorgelegt, der am 10. Oktober 2012 vom Bundeskabinett verabschiedet wurde.

Der Entwurf orientiert sich am Wohl des Kindes. Das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit muss mit anderen grundrechtlich geschützten Positionen der Eltern in Einklang gebracht werden, mit dem Recht auf Kindeserziehung und dem Recht auf freie Religionsausübung. Der Gesetzesentwurf lässt Beschneidungen von männlichen Kindern zu, stellt hierfür aber auch konkrete Voraussetzungen auf. Insbesondere sollen nur Beschneidungen erlaubt sein, die fachgerecht und nach den Regeln der ärztlichen Kunst – gegebenenfalls also auch unter Betäubung – durchgeführt werden. Soweit das Kind jünger als sechs Monate ist, sollen auch Beschneidungen von einer von der jeweiligen Religionsgemeinschaft vorgesehenen Person durchgeführt werden können. Diese Person benötigt hierfür eine besondere Ausbildung. Auch soll der Wille des Jungen – sofern dieser schon gebildet werden kann – in die Entscheidung über eine Beschneidung mit einbezogen werden können.

Ich kann Ihnen versichern, dass wir uns die Entscheidung bei der Frage der Beschneidung von männlichen Kindern nicht leicht machen. So ist auf der einen Seite die Beschneidung ein irreversibler Eingriff in die körperliche Integrität des Kindes, wie Sie es in Ihrer Petition auch ausführlich darlegen. Auf der anderen Seite handelt es sich um den weltweit am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriff.

Aber nein, sehr geehrte Frau Hasselfeldt, der weltweit am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff, auch bei Ihnen war das so, ist die Durchtrennung der Nabelschnur. Der Nabel ist die einzige unvermeidbare Narbe am menschlichen Körper – und das sollte möglichst lange der Fall sein.

Die religiöse Beschneidung von Jungen ist gerade im Judentum ein konstitutives Element. Auch im Islam ist sie wichtiger Bestandteil des religiösen Lebens. Jüdisches und muslimisches Leben muss in Deutschland auch weiter ausgeübt werden können. Dies meine ich nicht – wie Sie es in Ihrer Petition darlegen – als eine Form von Schuldgefühlen für den Holocaust, sondern als tatsächliche Möglichkeit der Religionsausübung, die durch das Grundgesetz geschützt ist.

Deshalb unterstützt die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag den Gesetzesentwurf der Bundesregierung. Die CSU-Landesgruppe wird sich im parlamentarischen Verfahren für eine verfassungsfeste Lösung einsetzen, die die Interessen aller Beteiligten – gerade auch der Kinder – im Auge hat.

Mit freundlichen Grüßen

Gerda Hasselfeldt, MdB

Vorsitzende der CSU-Landesgruppe

FDP

Mit Zähnen und Klauen für die parteikollegiale Justizministerin kämpft der 1970 in Landau in der Pfalz geborene Dr. Volker Wissing, seit 2011 Landesvorsitzender der FDP Rheinland-Pfalz und stellvertretender FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzender. 1996 legte Wissing das zweite Staatsexamen ab, im Folgejahr erlangte er seine Dissertation zum Dr. jur. und trat er als Richter in den Justizdienst des Landes Rheinland-Pfalz ein. Auch dieser Rechtskundige lässt die kleinen Jungen von morgen auf Elternwunsch Schmerzen erleben, begrüßt den himmlisch ausgerufenen und prophetisch empfangenen Beschneidungsbefehl und wird und will die Männer von übermorgen und deren Sexualpartner um bestmögliche genitale Zufriedenheit bringen:

Datum: Fri, 12 Oct 2012 10:54:02

Von: „Dr. Volker Wissing MdB“

Betreff: AW: Keine Kinderbeschneidung über BGB § 1631d

Sehr geehrter Herr von Roy,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 8. Oktober 2012 zum Thema Beschneidung von Jungen, auf das ich gerne kurz eingehen möchte.

Das Landgericht Köln hat mit seinem Urteil vom 7. Mai 2012 die Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen Gründen als rechtswidrige Körperverletzung gewertet. Dies hat zu einer breiten öffentlichen Diskussion zur Zulässigkeit von Beschneidungen geführt.

Zwar entfaltet die Entscheidung über den konkreten Fall hinaus keine rechtliche Bindungswirkung. Sie hat aber für große Verunsicherung vor allem bei jüdischen und muslimischen Gläubigen gesorgt, weil sie befürchten, dass Beschneidungen von Jungen in Deutschland generell nicht mehr erlaubt seien. Auch Ärzte sind verunsichert, ob sie strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie künftig Beschneidungen vornehmen.

Das wäre doch sehr wünschenswert, wenn wir jeden Arzt bestrafen können, der einem Kind geplant und medizinisch unnötig weh tut.

Dr. Wissing sieht das großzügiger, mit dem Erziehungsrecht nach GG Art. 6 könne man trotz grundrechtlich geschützter körperlicher Unversehrtheit die kindliche Gesundheit auf Elternwunsch ein bisschen kaputtmachen lassen. Kinder seien offensichtlich keine vollen Grundrechtsträger, sondern halbe Portionen:

Die derzeitige Rechtslage stellt sich dabei wie folgt dar: Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit sind nach dem Gesetz u.a. dann nicht rechtswidrig, wenn sie mit wirksamer Einwilligung des Betroffenen vorgenommen werden. Ist ein betroffenes Kind aufgrund seines Alters noch nicht einwilligungsfähig, kommt es auf die wirksame Einwilligung der sorgeberechtigten Eltern als gesetzliche Vertreter an. Die Frage der Wirksamkeit der Einwilligung der Eltern ist grundsätzlich, d.h. auch bei einer strafrechtlichen Bewertung, zivilrechtlich zu beurteilen. Im Rahmen dieser zivilrechtlichen Beurteilung hat bei der Anwendung und Auslegung der entsprechenden Vorschriften im Kindschaftsrecht eine Abwägung zwischen den sich gegenüberstehenden Grundrechtspositionen zu erfolgen. Dies ist zunächst die verfassungsrechtlich geschützte Gesundheit und körperliche Unversehrtheit des Kindes sowie die durch Artikel 4 GG geschützte negative Religionsfreiheit des Kindes. Auf der anderen Seite sind zu nennen das durch Artikel 6 GG geschützte Erziehungsrecht der Eltern und die nach Artikel 4 GG geschützte positive Religionsfreiheit des Kindes, die bis zur Vollendung des 12. bzw. 14. Lebensjahres für das Kind durch die Eltern wahrgenommen wird.

Wie in einem FOCUS-Interview der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts Herr Papier, hat auch der zuständige Berichterstatter der FDP-Bundestagsfraktion Herr van Essen, MdB bei der Debatte am 19. Juli 2012 die Auffassung vertreten, dass bei dieser vorzunehmenden Abwägung zwischen verschiedenen gleichwertigen Grundrechten das Erziehungsrecht der Eltern und die Religionsfreiheit überwiegen, so dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig sein muss.

Nanu, hat die BRD einen Ayatollah oder Großmufti namens Hans-Jürgen Papier, hinter dem man sich als Politiker verstecken kann, damit das Geschlechtsorgan eines Kindes auf Elternwunsch dauerhaft verändert und beschädigt wird?

Nachdem das Kölner Landgericht Köln religiös begründete Beschneidungen an Jungen für rechtswidrig und strafbar erklärt hatte, bewertete auch Hans-Jürgen Papier seltsam orakelnd die familiär tradierte Gottesfurcht und das elterliche Erziehungsrecht als viel wichtiger und die körperliche Unversehrtheit des nicht einwilligungsfähigen männlichen Kindes als eher vernachlässigenswert, wie Financial Times Deutschland am 21.07.2012 berichtete: Der Beschneidungsfreund und Staatsrechtswissenschaftler nannte das Kölner Urteil „verfehlt“, das Landgericht habe „sehr verkürzt argumentiert“ und nicht ausreichend gewürdigt, dass es sich für Deutschlands Juden oder Muslime bei der Zirkumzision nicht nur um eine Tradition handele, „sondern um einen essenziellen Glaubensinhalt“.

Am 18. Februar 2003 ließ sich Papier, damals Präsident des Bundesverfassungsgerichts, von der Aristoteles-Universität Thessaloniki (AUTH) die Würde des Ehrendoktors der Rechtswissenschaften verleihen. Eigentlich hätte er sie aus ethischen Bedenken ablehnen müssen, da Griechenland eine menschenfeindliche ethnoreligiöse Rechtsspaltung im Familienrecht kultiviert und die muslimische Minderheit nach Maßgabe der Scharia zehn- bis dreizehnjährige Mädchen durch den islamgelehrigen Meço Cemali (Τζεμαλί Μέτσο), den Mufti von Komotiní (türk. Gümülcine) verheiraten lässt, die oft noch als Kind in der Ehe schwanger werden.[2] Im Jahr 2008 etwa, Papier war immer noch Präsident am BVerfG, wurde so eine ehelich geschwängerte zwölfjährige „muslimische Ehefrau“ in Düsseldorf beschrieben. Zwei Jahre eher war in Nordrhein-Westfalens Hauptstadt eine griechische Elfjährige bekannt geworden, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte.[3] Solange die Scharia im südöstlichsten EU-Mitgliedsstaat legales Familienrecht ist, sollte Jungenbeschneidungsfreund Hans-Jürgen Papier seine griechische Ehrendoktorwürde an AUTH zurückgeben und die deutsche Bevölkerung tatsachenorientiert über Frauenfeindlichkeit und Kinderfeindlichkeit des Islamischen Rechts informieren, statt sich „für eine friedliche Koexistenz der Religionen“ ins Zeug zu legen.[4]

Papiers rechtsstaatlich eher geringe Überzeugungskraft spirituell begründeter Körperverletzung an Kindern scheint das Justizministerium durchschaut zu haben und hebt (Eckpunkte; Kabinettsbeschluss) inzwischen den Elternwunsch hoch.

Jetzt muss die Sippe Söhnchen nur noch überlisten, die Wunschbeschneidung irgendwie ganz toll zu finden, oder der Kleine ist erst acht Tage alt und mag bei der brutalen Operation seine Schreie, einem Gebet gleich, zu Jahwegott in den Himmel aufsteigen lassen; bei HaNefesh weiß man: „Der Ablauf einer Brit Mila ist eine erfolgversprechende Zeit für ein Gebet. Das Schreien und Weinen des Babys ist ein ganz reines Schreien und Weinen, welches das Tor zum Himmel berührt und öffnet und damit den Weg frei macht für andere Gebete.“[5]

„Ohne unnötige Schmerzen“, das wiederholt auch Dr. Wissing im Oktober 2012 und bejaht damit eine solide Basis an Schmerz. Ein paar – unvermeidliche – Schmerzen seien juristisch also völlig unproblematisch und dem Jungen zuzumuten. Dass auch nach verflogenem Operationsschmerz das lustbringende intakte genitale Gewebe unwiederbringlich verloren ist, dass auch bei noch so fachgerechter Durchführung schwere Komplikationen berichtet worden sind und dass nach Aussagen vieler Betroffener die restliche penile Sensitivität Jahr für Jahr abnimmt, weiß oder sagt der evangelische Richter aus Rheinland-Pfalz nicht.

Die grundrechtswidrige Formulierung selbst ist in der Tat seit zehn Wochen bekannt:

„Ohne unnötige Schmerzen. Das steht da wirklich. Die integrierte Amputation der Vorhaut gelange ins deutsche Gesetz – für alle dem Ritual zu unterwerfenden Jungen ohne unnötige Schmerzen. Beschnittenes Kindeswohl – mit den auf himmlischen Befehl dazugehörigen nötigen Schmerzen. Wieviel Schmerzen sind jedem, Abrahams Beispiel treu bleibenden bzw. schariapflichtigen Kind denn bitteschön zuzumuten, Generation für Generation?“

(Petition vom 20. Juli Aktenzeichen Pet 4-17-07-451-040847.)

Dr. Wissing weiter:

Die Beschneidung stellt zwar einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes dar. Dies ist jedoch regelmäßig ein routinemäßiger medizinischer Eingriff, der keine bedeutende Gefahr für die Gesundheit des Kindes darstellt. Der Eingriff ist in seiner Tragweite mit der Beschneidung von Frauen nicht zu vergleichen, bei welcher es zum Abschneiden weiblicher Genitalien kommt, um das Sexualempfinden der Frauen einzuschränken; diese Praxis ist mit Nachdruck zu verurteilen und ohne weiteres strafbar.

Der Stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende hat immer noch keine Ahnung von Female Genital Mutilation (FGM), etwa von der islamisch-schafiitischen FGM, die sich manchmal auf die Entfernung der Klitorisvorhaut beschränkt. Etliche Beschneidungspraktiken von Typ I (Entfernung der Klitorisvorhaut und manchmal auch der Klitoris selbst) sowie Typ IV (eher ohne chirurgischen Gewebsverlust vorgenommenes Ritzen, Stechen oder Brennen des Genitals) entsprechen der Schädigung der männlichen Zirkumzision oder sind etwas weniger schädigend.

Eine deutsche Legalisierung der MGM bedroht die praktisch leider kaum durchgesetzten ersten Erfolge gegen FGM Typ I und IV.

Weil die FGM viel schlimmer sei, so Volker Wissing, sei die Zirkumzision also gar nicht so schlimm, hingegen bringe der abgestoppte Beschneidungswunsch den Rechtsstaat beinahe zum Einsturz:

Hingegen wird durch die Strafbarkeit von Beschneidungen erheblich in das Erziehungsrecht und die Religionsfreiheit eingegriffen. Die Entscheidung über die Erziehung des Kindes obliegt grundsätzlich den Eltern des Kindes. Das gilt auch gerade für die Religion des Kindes. Nur bei einem Missbrauch ihres Erziehungsrechts ist der Staat verpflichtet, dieses für die Eltern auszuüben. Ein Verbot der Beschneidung verhindert den Eintritt des Kindes in die Religionsgemeinschaft als solches und betrifft nicht nur die Art und Weise der Religionsausübung. Die jüdischen und muslimischen Eltern lassen ihr Kind beschneiden, um ihr Kind in ihre Religionsgemeinschaft aufzunehmen. Der Akt der Beschneidung gilt im jüdischen Glauben als Eintritt in den Bund mit Gott. Sie ist daher eine entscheidende Voraussetzung für die Teilnahme am religiösen Leben und damit für die Möglichkeit das Judentum zu praktizieren. Im muslimischen Glauben hat die Beschneidung einen vergleichbaren Stellenwert. Eine Strafbarkeit der Beschneidung in Deutschland könnte zu einer familiären Ausgrenzung des Kindes führen, da es bis zu einem gewissen Alter außerhalb der elterlichen Religionsgemeinschaft aufwachsen würde. Aufgrund der fehlenden religiösen Mitwirkungsmöglichkeiten ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass das Kind seelische Schäden davon trägt. Zudem setzt man das Kind einer viel größeren gesundheitlichen Gefahr aus, wenn Eltern und Ärzte hier eine strafrechtliche Verfolgung befürchten. Denn dadurch wird die Beschneidung nicht unterlassen. Viele Eltern sähen sich gezwungen, ihre Kinder von nicht medizinisch ausgebildeten Personen im Ausland beschneiden zu lassen. Die damit für das Kind verbundenen gesundheitlichen Risiken können nicht im Sinne des Kindes sein.

Jeder Teheraner Mullah oder amerikanische jüdische Parteigänger der Metzitzah B’Peh kann zufrieden sein, denn Volker Wissing hat jeden schuldhaft Unbeschnittenen soeben als Ex-Muslim definiert oder als Ex-Juden. Pflicht eines in der kulturellen Moderne angekommenen Juristen wäre es, mit geforderten deutlichen Paragraphen die Religionsgruppen dazu zu bewegen, aus dem Fundamentalismus und aus den alten Rollenbildern von Mann und Frau auszusteigen, denn überall dort, wo der Penis beschnitten wird, werden auch die Töchter arrangiert verheiratet, weil alle Kinder und deren Genitale und die aus den heranwachsenden Genitalien hervorgehenden nächsten Kinder der Besitz des ewigen Stammes bleiben müssen.

Eine noch so klitzekleine Macke im Gewebe der islamrechtlich legalen und zwischen Mohammeds Medinarepublik und dem künftigen Paradies aufgespannten Genealogie der Umma wächst zur schrecklichen Laufmasche und gefährdet das Seelenheil. Frauen sind daher auf Schritt und Tritt auf Keuschheit zu überwachen – durch die selbstredend beschnittenen Männer.

Das Private ist politisch. Die nicht staatlich gebändigte und gegenmoderne sexuelle Aufträge vermittelnde Gewalt der Initiationsrituale wird Deutschlands Kontur gewinnenden Plural an Glaubensnationen weiter auseinander treiben in eine erst totale kulturelle und bald auch rechtliche Apartheid. Die Rechtsspaltung mit Schleierpflicht, Imam-Ehe und halbiertem Erbe für die Frau wird kommen, die ethnoreligiös segmentierte Stadt durchgesetzt werden. Das ist nicht Islamismus, sondern Umweltverändern im Sinne von Koran und Sunna, echter alter Islam. Und das haben wir zu verhindern.

Für den Richter aus Rheinland-Pfalz gilt der bei dem hohen Gruppenzwang wenig wahrscheinliche ältere, die Beschneidung verweigernde Junge anscheinend durch seine vermessen, geradezu übergriffig anwesende Vorhaut als körperbehindert und sozial behindert, der Unbotmäßige wird ja vielleicht völlig zu Recht aus Familie, Synagoge oder Moschee hinaus gemobbt. Die frommen und herzensguten Eltern selbst können angeblich keine innige Beziehung zum kleinen Vorhautbesitzer aufbauen, ja, das auf staatlichen Druck unbeschnitten gebliebene männliche Kind werde gerade durch die Nichtbeschneidung aus der Nestwärme der Familie brutal herausgerissen.

Wissing hat das Zeug zum saudi-arabischen Freitagsprediger.

Vor diesem Hintergrund hat die FDP-Bundestagsfraktion zusammen mit der CDU/CSU-Fraktion und der SPD-Fraktion am 19. Juli 2012 die Bundesregierung aufgefordert im Herbst 2012 unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich zulässig ist (BT-Drs.: 17/10331).

Die Quadratur des Kindeswohls und des Grundgesetzes. Kindergenital und Rechtssystem sind so sehr und so lange zu beschneiden, bis der Islam von Scharia und Fiqh integriert ist.

Sarkastisch: Eine himmelschreiende Ungleichbehandlung der Mädchen, mindestens die Klitorisvorhaut des schafiitisch zu sozialisierenden Mädchens müsste jetzt eigentlich auch dran glauben. Im Ernst: Wir können gar keine Genitalmutilation legalisieren, weder an Mädchen noch an Jungen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing, MdB

Nun zum heute letzten betrachteten beschneidungsrhetorischen Beitrag. Dr. Westerwelle legte sein zweites juristisches Staatsexamen 1991 ab und ist seit demselben Jahr als Rechtsanwalt zugelassen. Auch der Bundesaußenminister macht der Beschneidungsdebatte den monologischen halben und der Beschneidungspraxis den islamdialogisch ganzen Weg frei:

FDP

Datum: Tue, 9 Oct 2012 14:12:05

Von: Westerwelle Guido

Betreff: AW: Keine Kinderbeschneidung über BGB § 1631d

Sehr geehrter Herr von Roy,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 8. Oktober 2012 und für Ihre offenen Worte.

Das Kölner Urteil hat international Irritationen ausgelöst. Es muss klar sein, dass Deutschland ein weltoffenes und tolerantes Land ist, in dem die Religionsfreiheit fest verankert ist und in dem religiöse Traditionen wie die Beschneidung als Ausdruck religiöser Vielfalt geschützt sind.

Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift und für Ihre Meinung. Ihnen persönlich alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Guido Westerwelle MdB

Soweit Dr. Westerwelle, der soeben jedem deutschen Beschneidungsgegner einen Mangel an Weltoffenheit und Toleranz attestiert hat und der verschweigt, dass es auch die Jews against Circumcision (JAC) gibt oder der das Brit-Schalom-Ritual dieser säkularen religiösen Juden ja vielleicht auch für zu wenig „weltoffen und tolerant“ hält.

Soweit für heute auch die sich in Beschneidungsrhetorik einübenden Volksvertreter, für die der kindliche Körper im Genitalbereich ohne weiteres irreparabel beschädigt werden kann, wenn nur die Eltern das für gottgegeben, familienfreundlich, moralisch wertvoll oder ästhetisch optimal halten.

Deutschlands Rechtseinheitlichkeit beginnt, in viele kleine Machtbereiche der nihilistisch-hippen oder archaisch-fundamentalistischen Familienoberhäupter zu zerfallen. Dein Genital, Kind, gehört dem Stamm und dem Stammesgott.

Wir erleben die Rückkehr und Legalisierung der Jahrtausende alten, das verhinderte Individuum lebenslang körperlich markierenden Initiationsrituale.

Die Rückkehr der Stämme.

Edward von Roy

Q u e l l e n

[1] Islamische weibliche Genitalverstümmelung auf göttlichen Befehl und elterlichen Wunsch ist, wie dem Ethikrat, der Deutschen Bundesregierung und jedem Bundestagsabgeordneten inzwischen bekannt ist, der in Indonesien und Malaysia vorherrschenden schafiitischen Rechtsschule eine religiöse Pflicht. Islamic FGM kommt auch bei den Dawoodi Bohra in Australien vor sowie, bei der gleichen siebener-schiitischen Community, im indischen Mumbay.

Sydney 2012, zwei Mädchen, sechs und sieben, sollen genital verstümmelt worden sein, Scheich Shabbir Vaziri, eine Krankenschwester im Ruhestand und eine weitere Frau wurden verhaftet:

Police say a retired nurse and the leader of a religious sect are among four people arrested over the genital mutilation of two young girls in New South Wales.

An anonymous tip-off to the Department of Community Services sparked an investigation into the alleged mutilation of two girls, aged six and seven.

Police have arrested and charged a 68-year-old retired nurse, who they believe performed the procedures, a 56-year-old sheikh accused of hindering the investigation, and a 42-year-old man and 35-year-old woman.

aus: Four charged over genital mutilation of girls

ABC News 13.09.2012

http://www.abc.net.au/news/2012-09-13/four-arrested-over-genital-mutilation-of-girls/4260112

A Sydney sheikh has appeared in court in relation to the alleged genital mutilation of two children.

Sheikh Shabbir Vaziri, 56, who police sources say is part of a lesser-known branch of Islam, has been charged with two counts of accessory after the fact of female genital mutilation and hindering investigation of a serious indictable offence.

Police will allege the two girls had the procedure, which is also known as female circumcision, performed on them in NSW when they were aged six and seven within the past 18 months.

Police allege one mutilation was performed in Sydney; the other in another metropolitan area.

Mr Vaziri, who was arrested today, appeared in Burwood Local Court this afternoon and was granted bail.

Aus: Paul Bibby: Sydney sheikh in court over ‚female genital mutilation‘

SMH – The Sydney Morning Herald 13.09.2012

http://www.smh.com.au/nsw/sydney-sheikh-in-court-over-female-genital-mutilation-20120913-25ubq.html

Der ungläubigen Polizei bloß nicht die Wahrheit über die Islamic FGM sagen: schiitischer Kleriker ruft zur Taqiyya, zur geheiligten Lüge:

Police claim Sheik Shabbir Mohammed Bhai Vaziri told members of the Dawoodi Bohra community at Auburn to lie to police when they questioned them over the mutilations.

http://www.newenglishreview.org/blog_display.cfm/blog_id/43892

Time to protect girls from cruel side of culture

The Daily Telegraph September 14, 2012

http://www.dailytelegraph.com.au/news/opinion/time-to-protect-girls-from-cruel-side-of-culture/story-e6frezz0-1226473719363

Islamischer Kindeswohlbegriff: auch in Indien schneiden Siebenerschiiten der Dawoodi Bohra ihren Töchtern religionsfreiheitlich die Klitoris heraus:

The mutilation occurred not in Africa, where the practice is most prevalent, but in India where a small Muslim sub-sect known as the Dawoodi Bohra continues to believe that the removal of the clitoris is the will of God.

“We claim to be modern and different from other Muslim sects. We are different but not modern,” Bano, a 21-year-old law graduate who is angry about what was done to her, told AFP in New Delhi.

She vividly remembers the moment in the party when the aunt pounced with a razor blade and a pack of cotton wool. …

For generations, few women in the tightly-knit community have spoken out in opposition, fearing that to air their grievances would be seen as an act of revolt frowned upon by their elders.

But an online campaign is now encouraging them to join hands to bury the custom.

The anti-Khatna movement gained momentum after Tasneem, a Bohra woman who goes by one name, posted an online petition at the social action platform Change.org in November last year.

She requested their religious leader, the 101-year-old Syedna Mohammed Burhanuddin, ban female genital mutilation, the consequences of which afflict 140 million women worldwide according to the World Health Organisation.

Syedna Mohammed Burhanuddin is the 52nd Dai-al Mutalaq (absolute missionary) of the community and has sole authority to decide on all spiritual and temporal matters.

Every member of the sect takes an oath of allegiance to the leader, who lives in western city of Mumbai.

When contacted by AFP, Burhanuddin’s spokesman, Qureshi Raghib, ruled out any change and said he had no interest in talking about the issue.

“I have heard about the online campaign but Bohra women should understand that our religion advocates the procedure and they should follow it without any argument,” he said.

But over 1,600 Bohra Muslim women have since signed the online petition. …

“The main motive behind Khatna is that women should never enjoy sexual intercourse. We are supposed to be like dolls for men,” 34-year-old Tabassum Murtaza, who lives in the western city of Surat, told AFP by telephone. …

aus: Female circumcision anger aired in India

AFP 23.04.2012

http://dawn.com/2012/04/23/female-circumcision-anger-aired-in-india-fm/

[2] Uta Keseling: „Das Haus von Nurays Familie steht am Ende der einzigen Straße des Dorfes. Da, wo ein angebundener Esel den Übergang vom griechischen Straßenanfang zu deren noch etwas armseligerem, muslimischen Ende symbolisiert. Wo ein paar Zwölfjährige in einem alten Opel Ascona spielen, den der Ober-Zwölfjährige gerade abgewürgt hat. Da, wo Nuray wohnt, ist noch eine Art Zwischenland – muslimische Häuser, die allerdings nicht hinter den typischen weißen Mauern verborgen sind. Der Übergang ist fließend. Man kennt sich. So haben auch im örtlichen Kafenion, der Dorfkneipe, die griechischen Männer schon von Nurays Rückkehr aus Deutschland gehört.“

aus: Uta Keseling: Das verheiratete Kind

WELT online, 25.02.2005.

http://www.welt.de/print-welt/article495796/Das_verheiratete_Kind.html

„Arrangierte Ehen, ohne dass die Brautleute sich vorher zu Gesicht bekamen; zwölfjährige Kinder, die zwangsweise verheiratet werden; Frauen, die nicht wissen, dass sie ein Recht auf Scheidung haben und die im Falle einer Scheidung das Sorgerecht an ihren geschiedenen Mann verlieren – allesamt Phänomene, die dort auftreten, wo die Scharia herrscht. Es gibt sie darum auch überall dort, wo muslimische Minderheiten sind. Also auch in Europa. Aber allein Griechenland zwingt als einziges Land der EU seine autochthonen muslimischen Bürger dazu, die Scharia zu praktizieren – ob sie es wollen oder nicht. …

Die Freiheit, die muslimische Männer dank der Scharia bei der Einleitung von Scheidungen haben, hat dazu geführt, dass muslimische Ehen im Raum Rodópi und Xánthi neunmal so häufig geschieden werden, wie christliche. »Die griechischen Muslime können wählen, ob sie sich der Anwendung muslimischer Gesetze bei der Heirat unterwerfen wollen«, sagt der Mufti von Komotiní, Herr Meko Cemalı. Denn immerhin die Zivilehe steht den Muslimen offen, sofern der Ehemann sich für sie entscheidet. Allerdings: Fälle, in denen griechische Muslime die Zivilehe gegenüber der Scharia bevorzugten, sind minimal.“

aus: Michael Kreutz: In Europa, wo die Scharia noch gilt.

Transatlantic Forum 14.09.2005

http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/

[3] Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte.

Doch Hassan N. drückte sich. Auch seine „Gattin“ (heute 14) erschien nicht zum Termin. Sie lebt inzwischen mit ihrer Tochter (1) in Griechenland bei ihrem Großvater.

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

„Ein Skandal“, nennt das voller Empörung Diana Goldermann-Wolf vom Kinderschutzbund. „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch – so etwas darf es in Europa nicht geben und verstößt auch gegen die UN-Kinderrechts-Konvention.“

Vollzogen werden darf eine solche Ehe in Deutschland nicht. Das ist Missbrauch von Kindern. 2005 stieß das Jugendamt erstmalig auf eine solche Zwangsheirat. Das Ehepaar erschien sogar mit übersetzter Heiratsurkunde bei der Behörde und wollte eine neue Steuerklasse beantragen.

aus: Barbara Kirchner: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby

in: EXPRESS 12.06.2008

http://www.express.de/duesseldorf/unglaublicher-fall-zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby,2858,705568.html

Hellas kann interreligiöse Koexistenz: Cemali Meço (Τζεμαλί Μέτσο) hat seinen Islam richtig verstanden und verheiratet kleine Mädchen. Faziletli Gümülcine Müftüsü Hafız Cemali Meço Efendi

http://www.youtube.com/watch?v=ZlyjMFGhk6w

http://www.youtube.com/watch?v=1DImhzYST2s

http://www.youtube.com/watch?v=QjjG3Asyfhc

[4] Hans-Jürgen Papier schweigt zielsicher zur totalitären, kulturrassistischen und sexistischen Scharia und beschwört „eine friedliche Koexistenz der Religionen.“

aus: Jochen Gaugele: „Europa sollte bescheidener werden“

DIE WELT 13.10.12

http://www.welt.de/politik/deutschland/article109806517/Europa-sollte-bescheidener-werden.html

Nach ihren eigenen Statistiken haben die Sharia-Gerichte seit Mitte der achtziger Jahre über 7 000 Fälle behandelt, die neueren islamischen Schiedsgerichte Hunderte von Fällen. Aber sie drängen nun auf weitere Legitimierung und wollen auch Fragen verhandeln, die bei ihrer Gründung noch nicht vorgesehen waren. Wir kämpfen gegen alle religiösen Gerichte, da sie diskriminierend, frauenfeindlich, homophob und einfach nicht mit den Bürgerrechten des 21. Jahrhunderts vereinbar sind. Aber unser Widerstand hat eine antirassistische und menschenrechtliche Perspektive – das festzuhalten, ist uns wichtig, da sich auch die radikale Rechte gegen die Sharia-Gerichte wendet – aber aus einer rassistischen und migrantenfeindlichen Perspektive. …

Alle religiösen Gerichte sollten als diskriminierend verboten werden. Es gibt zum Beispiel seit langer Zeit auch jüdische Gerichte, die Beth Din. Ich weiß, dass manche Leute solche Verbote als totalitär ablehnen, aber Verbesserungen kommen oft durch Gesetzesänderungen zustande, man denke etwa an das Verbot von Kinderarbeit. Manchmal sind Verbote zum Schutz von Rechten notwendig.

Frauen haben beispielsweise nicht das Recht auf eine Scheidung, Männer dagegen müssen nicht einmal vor Gericht gehen, um sich von ihrer Frau scheiden zu lassen. Deshalb stellen Scheidungen, bei denen sich Frauen von ihren Männern scheiden lassen wollen, die große Mehrheit der verhandelten Fälle dar. Das Sorgerecht für Kinder ist ein weiteres Problem. Als Ergebnis langer Kämpfe wird heute im säkularen Recht darüber mit Blick auf das Wohl des Kindes entschieden. Nach der Sharia dagegen kommt das Sorgerecht ab einem gewissen Alter der Kinder immer dem Vater zu, auch wenn es eine Vorgeschichte von Gewalt und Missbrauch gibt. Bei Erbschaften erhalten Frauen nur die Hälfte, ihre Zeugenaussage gilt nur halb so viel wie die eines Mannes. Vergewaltigung in der Ehe oder häusliche Gewalt werden wegdefiniert und nicht als Straftaten behandelt. Das oberste Ziel von religiösen Gerichten ist es stets, die Familie trotz allem zusammenzuhalten.

aus: Maryam Namazie: Auch Schweigen kann rassistisch sein

Jungle World, 17.02.2011.

http://jungle-world.com/artikel/2011/07/42649.html

[5] During the actual Bris it is an auspicious time for prayer. The baby’s cry is a pure cry, which pierces the heavenly gate, and therefore the gate is open for other prayers.

HaNefesh: Guide to a Jewish Circumcision

http://www.hanefesh.com/edu/Circumcision.htm

Der Jude schneidet die Vorhaut ab, um das versteckte Glied aufzudecken. Wie schon oben erwähnt, führt G-tt die Welt, obschon Er von der Natur verdeckt ist. Der Jude ist ein lebendes Zeugnis, dass in der Natur selbst eine Realität besteht, die übernatürlich ist, g-ttlich ist.

Die Vorhaut symbolisiert die verdeckende Natur. Schneidet man die Vorhaut weg, verkrüppelt man sich nicht, sondern enthüllt und erhebt sich dabei. Man enthüllt, dass unter seinem natürlichen Körper noch eine Realität besteht. Ein Jude ist eine übernatürliche Erscheinung. Wir trotzen den Gewalten der Zeit und Natur, denn G-tt lenkt unsere Geschicke. Die Beschneidung enthüllt diese sonst von der Vorhaut verdeckte Realität. Darum ist die Beschneidung Zeichen für das besondere Verhältnis zwischen G-tt und uns. …

Danach sprechen der Vorsprecher und die Anwesenden zweimal den Ausdruck: „durch dein Blut sollst du leben“ aus. Der Mohel tropft dabei ein bisschen Wein in den Kindesmund. Das Blut, das das Kind verloren hat, ist das Blut, das es durch sein Leben tragen wird. Es ist sein Bund mit G-tt, der ihn persönlich beschützen wird. Als Jude steht er unter G-ttes persönlicher Obhut, und das garantiert sein Leben.

aus: HaMakor: Brit Mila – Der ewige Bund

http://hamakor.de/lebenszyklus/brit-mila

Eltern gegen Kinderbeschneidung Teil I Erziehung und Menschenbild

September 21, 2012

Kindlich unversehrt statt beschnitten auf Elternwunsch

Auch im Namen der Familienfreundlichkeit oder kulturellen Vielfalt kann der säkulare Rechtsstaat die medizinisch unbegründete Beschneidung an einem Jungen nicht legalisieren. Ein Beitrag zum heutigen Kölner Protest Eltern gegen Kinderbeschneidung. Von Edward von Roy am 21. September 2012.

Zwei Zitate vorab, Graumann und Beck:

Wir haben in dieser Frage doch gar kein Verhandlungsmandat. In den fünf Büchern Mose steht nun einmal, dass jüdische Jungen, sofern sie gesund sind, am achten Tag beschnitten werden müssen. Nicht sieben Tage, nicht neun Tage, sondern acht Tage nach der Geburt. Wir selbst können da keine Zugeständnisse machen, da muss man schon mit dem lieben Gott verhandeln.

Dieter Graumann am 03. Juli 2012 zum Kölner Stadt-Anzeiger. „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“[1]

Sie dürfen nicht übersehen, dass der Beschneidungsbefehl in der jüdischen Religion und im islamischen Glauben fundamental ist. Die Begründung des Bundes Gottes mit dem Volk Israel und Abraham in Genesis 17 beginnt mit dem Befehl an Abraham, die Kinder des Volkes Israel zu beschneiden, sobald sie acht Tage alt sind. – Da brauchen Sie nicht den Kopf zu schütteln, Frau Kollegin Rupprecht.

Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen. Damit hat er einen sehr hohen Stellenwert. Ein Verbot der Beschneidung jüdischer und muslimischer Kinder würde faktisch bedeuten: Jüdisches Leben und islamisches Leben sind in Deutschland auf Dauer legal so nicht möglich.

Volker Beck am 19. Juli 2912 vor dem Deutschen Bundestag, Plenarprotokoll 17/189[2]

Soweit die beiden für die deutsche Beschneidungsdebatte wichtig gewordenen Meinungen. Wer jetzt die Worte des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden im Zeitungstext sucht, liest, ein bisschen anders als in der Überschrift, nicht: „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“, sondern: „Die ganze jüdische Welt fühlt sich im Moment betroffen“.

Betroffen, das heißt in der deutschen Sprache zweierlei, einmal und ganz einfach: etwas ist gemeint, etwas ist jetzt Gegenstand der Betrachtung oder Debatte, und zum anderen kann es heißen: jemand ist traurig, jemand ist schmerzlich gerührt.

Graumann sagt: „fühlt sich … betroffen“, der Religionsfunktionär meint also ausdrücklich auch die Ebene des Emotionalen.

Beides könnte man unterstützen, denn auch wir meinen tatsächlich – als Betrachtungsgegenstand – die beschneidungswilligen Erwachsenen und kritisieren genau sie und niemanden sonst, und auch wir wünschen uns – emotional und einfühlsam – Rührung und Traurigkeit bei den Zirkumzisionsfreunden, allerdings meinen wir nicht Empörung über die Einmischung und Kritik von außen, sondern Trauer über die unnötige Körperverletzung an Kindern, die manche Gottesfürchtige, einer Jahrhunderte oder vielmehr Jahrtausende alten Tradition folgend, auch im 21. Jahrhundert immer noch praktizieren möchten.

Anfang Juli habe Herr Graumann, der sich gerade in Israel aufhielt, „besorgte Anrufe und Mails aus den USA und vielen anderen Ländern der Welt“ erhalten:

Alle fragen mich: Sollen Juden in Deutschland nun nicht mehr leben können?

Natürlich sollen kleine jüdische Jungen überall auf der Welt und auch in Deutschland leben können, aber eben körperlich unversehrt – und das heißt unbeschnitten.

Der Zentralratsvorsitzende unterstellt Beschneidungsgegnern Kaltherzigkeit. Wir beurteilen kindliche Genitalien als unbedingt schützenswert und nicht zu versehren:

Hinter dieser Beurteilung verbirgt sich eine kalte Gefühl- und Respektlosigkeit gegenüber Religion.

Religion ist auch mal Steinigung, insofern respektieren wir Religion tatsächlich nicht pauschal. Ansonsten kann man doch wohl auch Herrn Graumann einen Mangel an Empathie attestieren, der sich auf einen angeblich vom Himmel herab gekommenen Befehl beruft und den die Schreie des beschnittenen Säuglings kalt lassen und gar nicht rühren.

Dieter Graumann, der gerne verschweigt, dass die Mehrheit der männlichen deutschen Juden gar nicht beschnitten ist und wahrscheinlich auch noch glücklich damit, erweist sich als gehorsamer Diener der literalistischen, der wortwörtlichen Lesart heiliger Texte:

Wir haben in dieser Frage doch gar kein Verhandlungsmandat. In den fünf Büchern Mose steht nun einmal, dass jüdische Jungen, sofern sie gesund sind, am achten Tag beschnitten werden müssen. … Wir selbst können da keine Zugeständnisse machen, da muss man schon mit dem lieben Gott verhandeln.

Das Heil der Seele stehe also aus dem Spiel, und Heilsverlust spüren die globalen Fundamentalisten, auch die Christen unter ihnen, als ewige Verdammnis und, mindestens im Islam, als ewigen Aufenthalt im schrecklichen Nār, d. h. im Feuer von al-Dschahannam, der Hölle.

Mit Billigung von Schulministerin Sylvia Löhrmann ist in Nordrhein-Westfalen ab 2012 die Angst vor dem, was satanisch (heilsgefährdend) oder nadschis (rituell unrein) ist, offensichtlich pädagogisch wertvoll, ins Schulleben zu integrieren und versetzungsrelevanter Lernstoff im Islamischen Religionsunterricht.

Im Judentum wie auch im Islam ist die Frau, die gerade ihre Tage hat, rituell verunreinigt und darf als Muslima beispielsweise den Koran nicht berühren. Der männliche jüdische Neugeborene ist durch seine Geburt und den Kontakt mit dem mütterlichen Blut oder bereits den Kontakt mit dem mütterlichen Körper weiblich verunreinigt – für die Dauer von genau sieben Tagen. Erst nach Ablauf dieser Frist, am achten Tag, macht ihn das Beschneidungsritual vor dem Schöpfergott rein und nimmt ihn in den Männerbund auf.

Seit Jahrtausenden wird das Heilige maskulin verwaltet – aus keinem anderen Grund dürfen bis heute bei allzu vielen katholischen Kirchengemeinden Mädchen nicht Messdiener werden. Auch der unbeschnittene jüdische oder muslimische Mann ist rituell nicht rein und setzt, wer weiß, die Reinheit der Ehefrau und das Seelenheil der Kinder aufs Spiel.

Die Beschneidung des Jungen hat also äußerst viel mit der bei Frauen angeblich stets besonders prekären rituellen Reinheit bzw. Tahara (arab. ṭahāra, Adjektiv ṭāhir, hebr. Tahara, Adjektiv tahor) zu tun. Unreinheit ist im Islam Nadschasa (naǧāsa, Adjektiv naǧis), hebräisch Tumah (Adjektiv tame).

Die Muslima ist permanent von naǧāsa bedroht, das liegt doktrinär vor allem bereits an ihrer Monatsregel. Die Menstruation der Frau wird im öffentlich zu kontrollierenden Islam, wie ihr Kopftuch oder vielmehr Schleier (ḥiǧāb, parda), ein Politikum allerersten Ranges. Der Frau wird damit ihre Weiblichkeit zum Vorwurf gemacht, ihr bloßes Frausein grenzt an das Ekelhafte und Teuflische und könnte den Ehemann und den heiligen Text beschmutzen. Das ist beides, echte monotheistische Religion und extremer Patriarchalismus und Sexismus. Und das ist ein Frauenbild und Männerbild (und auch ein Gottesbild), das in der kulturellen Moderne nichts zu suchen hat.

Denn auch den Mann bedrohe das rituell Unreine, meinen manche Gelehrte, und noch die feinsten Partikel von selbst dem molekularen Bereich zuzurechnenden Verunreinigungen (ǧanabāt) nach vollzogenem Geschlechtsverkehr oder aber Atome des eigenen Urins könnten unter der Vorhaut haften bleiben und von dort aus, weiß Gott, das Gebet des Muslim ungültig machen.[3] Sicherheitshalber ist daher im Islam die Vorhaut zu entfernen, prophetisches Vorbild ist die Beschneidung sowieso.

Andere geistliche Autoritäten befinden, dass das rituelle siebenmalige Umkreisen (Ṭawāf) der Kaaba in Mekka nur für den Beschnittenen Gültigkeit habe. Auch das spreche für die Notwendigkeit der Zirkumzision.[4]

Sauber ist nicht rein. Der Gottlose mag sauber sein, doch nur der seinen Glauben Praktizierende ist mit sorgsam eingehaltener großer ritueller Waschung, Ghusl (ġusl) oder kleiner ritueller Waschung, Wudu (wuḍūʾ, persisch ābdast) zusätzlich für eine gewisse Zeit rein.

Wer im 21. Jahrhundert immer noch seine Söhne ohne medizinischen Grund beschneidet, will, dass alle Kinder lernen, das Reine und Heilige angestrengt zu suchen sich vor dem Unreinen und Nichtreligiösen zu ekeln. Kinder sollen aus Sicht der Fundamentalisten lernen, dass man vor Gottes Strafe im Diesseits und im Jenseits große Angst haben muss.

Zwar ist die Hölle kein Thema im Tanach, in der Hebräischen Bibel (mit ihren Hauptteilen Tora / Weisung, Nevi’im / Propheten und Ketuvim / Schriften), doch versichert uns beispielsweise das (zwischen 130 und 68 v. Chr. entstandene) Buch Henoch die Existenz der Hölle.

Aufenthaltsort der Verstorbenen sind demnach vier tiefe Hohlräume, drei dunkel, einer hell; in den Dunkelkammern leiden die Sünder, die helle Abteilung ist den Gerechten vorbehalten. Engel führen die Ungerechten dem Richtplatz zu und der grausame Rest ist allen Katholiken oder Koranlesern inhaltlich bestens bekannt:[5]

Entsprechend der Taten der Bösen werden sie in lodernden Flammen brennen, schlimmer als Feuer (100.9).

niemand wird ihnen helfen (100.4).

Und sei dir bewusst, dass sie [die Engel] eure Seelen in den Sheol bringen werden und sie [die Seelen] werden Böses erleiden und eine schwere Prüfung durchzustehen haben, in Dunkelheit, Fesseln und brennenden Flammen (103.7).

Zwar verzichtete der angesehene mittelalterliche jüdische Denker Moses Maimonides auf das Höllenmotiv und gab unumwunden zu, das männliche Geschlechtsorgan ein bisschen zerstören und schwächen zu wollen, versteckte sich aber ebenfalls hinter dem – von Volker Beck in die Bundestagsdebatte eingebrachten – himmlischen Beschneidungsbefehl.

Es stimmt aus Sicht der Literalisten, der Freunde der Wortwörtlichkeit: Moses hat seine Gesetzestafeln vom Himmel erhalten und auch der Koran ist dem Propheten von Allah oder Dschibril diktiert oder jedenfalls eingeflüstert worden. Und es stimmt wirklich, auch wenn Herr Volker Beck es anscheinend manchmal vergisst: unsere demokratischen Gesetze und die ihnen zugrunde liegenden Vorstellungen vom Menschen, also auch vom Menschen im Kindesalter, sind nicht vom Himmel gefallen.

Die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman warb schon vor sechzehn Jahren dafür, die Beschneidung aufzugeben:[6]

Ich bin zuversichtlich, dass mein Volk so viele lebensbejahende, lebensfreudige und erkenntnisbringende Traditionen hat, dass unsere Identität und kulturelle Selbstachtung ohne Probleme überleben wird, wenn wir über die Beschneidung hinauswachsen, die ein grausames Relikt ist, das ich immer als eine Abweichung vom Herzen meiner Religion empfunden habe.

Volker Beck fällt den jüdischen und muslimischen Säkularen in den Rücken und bekundet im Plenarsaal sein Interesse an himmlischen juristischen Vorgaben:

Es ist im Rahmen des Grundrechtsausgleichs mit zu erörtern, welchen Stellenwert der Beschneidungsbefehl für diese Religion hat. Und da kommen wir zu dem Ergebnis: Es handelt sich um den ersten Befehl Gottes, der für diese Religion gilt, und er ist das Fundament des Glaubens aller abrahamitischen Religionen.

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen und menschenrechtspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion versteht es offensichtlich als seine Aufgabe, Koran und Hadith zu lesen beziehungsweise Genesis und Maimonides. In einem säkularen Staat jedoch hat ein Politiker theologische Dogmen gar nicht mit dem Grundgesetz abzugleichen, jedenfalls nicht auf Kosten des Grundgesetzes.

Auch besondere Gottesfurcht entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Das Urteil des Kölner Landgerichts hat endlich für Klarheit gesorgt und die Beschneidung als eine Körperverletzung definiert, in die auch die Eltern nicht einwilligen können.

Jetzt versuchen die Beschneidungslobbyisten diese gründliche – und mutige – Arbeit der Kölner Richter in Frage zu stellen und behaupten unbegründet, das Kölner Urteil würde Rechtssicherheit gerade verhindern.

Bereits im Juni sagte Volker Beck:[7]

Wir müssen uns darüber Gedanken machen, ob wir die Religionsfreiheit der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaft besser schützen müssen.

Da fragt man sich doch: Vor wem oder vor was soll die so genannte Religionsfreiheit geschützt werden – vor den Demokraten oder vor dem Grundgesetz?

Im selben Bericht (Der Spiegel) wurde glücklicherweise auch die Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes zitiert. Irmingard Schewe-Gerigk lobte das Gerichtsurteil aus Köln, das deutlich mache:

dass die körperliche Unversehrtheit von Kindern nicht mit religiösen Argumenten verletzt werden darf

Danke an Terre des Femmes für diese eindeutige Positionierung. Es ist sehr bezeichnend, dass eine Bewegung für die Rechte von Frauen und Mädchen 2012 die Arbeit leistet, an die sich Deutschlands Lehrer, Erzieher, Jugendverbände und vor allem Jungenarbeiter immer noch nicht herantrauen. Hochschulen für Soziale Arbeit, Städtische Jugendämter, Wohlfahrtsverbände wie Arbeiterwohlfahrt oder Der Paritätische, sie alle schweigen seit Jahren feige zum Tabuthema Nummer eins Jungenbeschneidung. Das muss sich ändern, in die Ausbildung von Erziehern, Lehrern und Sozialarbeitern muss eine ebenso höflich wie eindeutig beschneidungsablehnende Beratungsarbeit integriert werden, denn nur so kann die körperliche Gesundheit des männlichen Kindes integriert werden. Die gegenmodernen Traditionalisten und die religiösen Freunde der Wortwörtlichkeit werden selbstverständlich Widerstand leisten im Namen des gefährdeten friedlichen Zusammenlebens der Kulturen oder des Elternrechts auf religiöse Prägung des Kindes.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen zweistündigen Protestveranstaltung Eltern gegen Kinderbeschneidung haben nicht geschwiegen und lassen von kulturrelativistischen oder orthodox-religiösen Argumenten nicht beeindrucken, und dafür danke ich allen Anwesenden. Dutzende Kölner Passanten traten heran und ließen sich gerne informieren, nur drei oder vier Vertreter der Spezies entgrenzter Fremdenfreund schrien: ihr seid Nazis, oder: ihr seid Antisemiten und waren nicht bereit, die Aufklärungsbroschüren entgegenzunehmen. Diese Verteidiger offensichtlich irgendwie exotischer Initiationsrituale würden einem rheinischen Katholiken die Kinderbeschneidung verbieten und einem Menschen aus dem Nahen Osten erlauben – das ist Ungleichbehandlung.

Terre des Femmes kurz genannt TdF hat seit zwei Jahrzehnten in der deutschen Öffentlichkeit eine ganz bewundernswerte Aufklärungsarbeit zur grausamen weiblichen Genitalverstümmelung geleistet, zur so genannten FGM (female genital mutilation). In dieser Stunde werden weltweit 300 Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt, am heuten Tag sind das 8000 Mädchen.[8]

Kein Kind kann etwas dafür, dass es als Mädchen oder Junge geboren wird. Jedes Kind hat das Recht auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und, zwei oder drei oder vier Jahrzehnte später, auf eine uneingeschränkte Sexualität als Erwachsener.

Grundsätzlich können wir die Leistungen der weltweiten Arbeit gegen FGM also auch auf die rituelle Jungenbeschneidung übertragen; man denke nur an die erfolgreiche TdF-Kampagne „Kein Schnitt ins Leben“[9] – auch übertragen auf die 2012 von Dieter Graumann, Volker Beck, Guido Westerwelle oder Angela Merkel verteidigte Zirkumzision oder Jungenbeschneidung wäre das ein guter Kampagnentitel: „Kein Schnitt ins Leben.“

Islamische Beschneidung, Chitān (Chatna) oder türkisch Sünnet genannt, ist Pflicht oder jedenfalls Allahs nachzuahmende Sunna. Beschneidung ist damit Teil der Scharia.

Unsere Politiker in den Landtagen und im Bundestag trauen sich an das Thema Scharia nicht heran. Wenn sie es endlich einmal tun werden, müssen wir verhindern, dass das Islamische Recht mit Juristen wie Mathias Rohe oder Abdullahi an-Na’im erfolgreich und tatsachenwidrig als irgendwie menschenfreundlich und pauschal demokratieverträglich dargestellt wird.

Die Scharia ist totalitär und nicht reformierbar, weil sie – ihrer seit Imam al-Ghazali und wohl schon seit Mohammed verewigten Doktrin nach – erstens das menschliche Verstehen übersteigt und zweitens gar nicht von einem Menschen geschaffen worden ist. Allah selbst habe die Scharia geschaffen.

Die Chefideologen und Aktivisten der Islamischen Wiedergeburt, des Islamic Revival – die Parteigänger der Scharia, von Ali Schariati bis Naquib al-Attas – sagen zwar „westlich“ und „der Westen“, doch was sie meinen und angreifen, sind die Standards der allgemeinen Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, denen die OIC seit 1990 bekanntlich ihr Menschenrechtskonzept entgegenstellt, die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam.[10]

Unsere Menschenrechte, auf denen das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland beruht, sind gar nicht „westlich“ oder „östlich, sondern sind, wie der Name schon sagt, allgemein oder universell. Boko Haram in Nigeria kämpft politisch bewusst und spirituell begeistert gegen die Gleichberechtigung der Nichtmuslime und Frauen – ab 1979 machte im Iran Ayatollah Chomeini nichts anderes. Was später auch die afghanischen Taliban auslebten, ist kein Kampf gegen den „Westen“, sondern der Dschihad für die Herrschaft Allahs – gegen die Meinungsfreiheit, gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und nicht zuletzt gegen die Wissenschaft.

Wer gegen die rituelle Jungenbeschneidung ist, hat die Wissenschaft auf seiner Seite. Und auch Wissenschaft gibt es nur im Singular und ist unteilbar. Es gibt keine „westliche Wissenschaft“ oder „islamische Wissenschaft.“

Auch Menschheit oder Menschlichkeit gibt es nicht im Plural. Viele Traditionen oder Völker Afrikas oder Australiens haben die MGM (male genital mutilation) oder Jungenbeschneidung im Programm, und auch diesen nach Deutschland einwandernden Eltern aus den Ethnien der Xhosa oder Aboriginees hat der Rechtsstaat die Kinderbeschneidung zu untersagen – durchaus gar nicht kultursensibel, und gar nicht tolerant.

Auch im Rahmen der Beschneidungsdebatte wird – wir kennen das seit dem Kopftuchstreit oder Karikaturenstreit – immer wieder das friedliche Zusammenleben der Kulturen beschworen, gemeint ist die Erlaubnis des Kopftuchs und das Verbot der Islamkritik. Im säkularen Staat leben aber gar keine „Kulturen“ zusammen, sondern Staatsbürger bzw. Bürger. Den Einwanderer – oder den deutschen Juden oder deutschen Muslimen – juristisch folgenreich in eine angeblich fremde, angeblich ganz andersartige „Kultur“ einzusperren ist letzten Endes reinster Rassismus! Gerade wir als – global vernetzte – Beschneidungsgegner wollen und fördern die wirklich ernst gemeinte Integration.

Wer 2012 die rituelle Zirkumzision an Minderjährigen fordert, will ein Menschenbild verankern und politisch durchsetzen, das auf Reinigung und Verunreinigung beruht, auf der heilssichernden Ṭahāra und der ekelhaften und zur Hölle führenden Naǧāsa. Das ist ein Angriff auf das mühsam gegen die Macht der Religion errungene Menschenbild kultureller Moderne, gegen das Bild des Menschen, wie es von Renaissance, Aufklärungshumanismus und Psychoanalyse gefunden worden ist und die Wirkmacht der bösen Geister aus Stadtkultur und Gesetzgebung verdrängte.

Gegner der rituellen Jungenbeschneidung gibt es überall auf der Welt, unter Atheisten, Christen, Juden, Muslimen und Ex-Muslimen. Gegner der rituellen Jungenbeschneidung gibt es erfreulich oft unter Frauen und – man staune – sogar unter Männern (meistens lassen die Männer ihre Schwestern und Mütter die emotionale Arbeit erledigen oder die männlichen Missetaten in Ordnung bringen; allzu oft gilt daher der freche Satz: Das Patriarchat bauen die Frauen – die Männer sind auch dazu zu faul).

Leider sind viele Frauen auch auf der gegnerischen Seite aktiv – für die Legalisierung der Jungenbeschneidung. Eine davon ist offensichtlich Alice Schwarzer, die die Beschneidung für eine „sehr, sehr geringe“ Verletzung hält und „hygienische Gründe“ für die Routinebeschneidung an Jungen anführt. Beides ist wissenschaftlich ausreichend widerlegt.

Ich komme zum Schluss.

Es geht nicht um einen Kampf der Kulturen und schon gar nicht um einen Krieg Orient gegen Okzident, sondern es geht um den Widerspruch zwischen Kollektivismus und individueller Freiheit.

Es geht um den Kampf zwischen Gottesstaat und Aufklärungshumanismus, zwischen dem erneuerten Mittelalter und der kulturellen Moderne. Diese Grenze verläuft nicht zwischen den traditionsreichen Religionen, sondern mitten durch sie hindurch, sie trennt also nicht die Juden von allen Nichtjuden oder die Muslime von allen Nichtmuslimen, sondern sie trennt die monotheistischen Säkularen von den Anhängern der Wortwörtlichkeit.

Und sie trennt den säkularen Rechtsstaat von Halacha und Scharia.

Edward von Roy

Q u e l l e n

[1] Dieter Graumann am 03. Juli 2012 zum Kölner Stadt-Anzeiger. „Die ganze jüdische Welt ist betroffen“

http://www.ksta.de/politik/dieter-graumann–ganze-juedische-welt-ist-betroffen-,15187246,16539572.html

http://www.zentralratdjuden.de/de/article/3729.html

[2] Volker Beck am 19. Juli 2912 vor dem Deutschen Bundestag, Plenarprotokoll 17/189

http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17189.pdf

[3] 24. If a drop of urine or pre-coital fluid comes out from the urinary passage, but remains within the foreskin, even then wudu will break. In order for wudu to break, it is not necessary for any liquid to come out from the foreskin.

25. If a man’s organ touches the private part of a woman and there is no cloth or any such barrier between them, wudu will break. Similarly, if the private parts of two women touch each other, wudu will break. But to indulge in such acts is a very serious sin. In both instances, whether any fluid comes out or not, wudu will break.

28. That substance whose discharge causes wudu to break is regarded as najis (impure) …

32. It is not permissible to touch the Quran without wudu. But if it is touched with a cloth which the person is not wearing, then it will be permissible.

ZEWAR BAHISHTI: HEAVENLY ORNAMENTS, BY MOULANA ASHRAF ALI THANWI

http://www.muslimkids.8m.net/TAHAARAH.htm

HAKIM-UL-UMMAT HAZRAT MOULANA ASHRAF ALI THANWI WAS THE RENOWNED PHILOSOPHER AND SCHOLAR OF ISLAMIC JURISPRUDENCE

http://www.muslimkids.8m.net/bahishti.html

[4] Article 121- Ihram of a person who has not been circumcised is correct but his Tawafs and prayers of Tawafs has problem and remains in the state of Ihram, except that he performs circumcision and then performs Tawaf and prayer of Tawaf.

Article 122- If an uncircumcised child is forced to perform Ihram or become Muhrim then his Ihram is correct; but all of his Tawafs has problem. Therefore, this person remains in the state of Ihram and exiting from the state of Ihram becomes hard for him; except that he circumcises and then performs Tawaf or others carry him for performing Tawaf.

The Rites of Umrah al-Mufradah. Rulings of Ihram

http://makarem.ir/websites/english/compilation/book.php?bcc=5003&itg=12&bi=21&s=ct

Ayatollah Makarem Shirazi

http://makarem.ir/websites/english/

[5] Hölle im Judentum, Buch Henoch

http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6lle#Judentum

[6] Lausanne (Schweiz) 1996. In ihrem Offenen Brief (Open Letter to Fourth International Symposium on Sexual Mutilations) kritisierte die britisch-jüdische Ärztin und Psychotherapeutin Jenny Goodman rituelle Vorhautbeschneidung kleiner Jungen so:

I am confident that my people have such an abundance of life-enhancing, life-affirming and mind-opening traditions, that our identity and sense of cultural self-heed will happily survive our outgrowing of circumcision, a cruel relic which has always felt to me like an aberration at the heart of my religion.

http://www.cirp.org/pages/cultural/goodman.html

[7] Der Zentralrat der Juden hatte das Urteil bereits am Dienstag als beispiellosen und dramatischen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften kritisiert. Zentralratspräsident Dieter Graumann sagte: „Diese Rechtsprechung ist ein unerhörter und unsensibler Akt.“ …

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) äußerte sich ähnlich. Man sehe in dem Urteil „einen eklatanten und unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften und in das Elternrecht“, teilte der Verband mit. Religionsfreiheit sei ein sehr hohes Gut und dürfe nicht Spielball einer eindimensionalen Rechtsprechung sein, die bestehende Vorurteile und Klischees weiter verfestige, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. …

Muslime fühlen sich kriminalisiert

Der Spiegel 27.06.2012

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/islamische-religionsgemeinschaft-kritisiert-beschneidungsurteil-a-841234.html

[8] Terre des Femmes

http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/weibliche-genitalverstuemmelung.html

[9] Kein Schnitt ins Leben

http://www.anjaroehl.de/kein-schnitt-ins-leben/

[10] Universal Human Rights and „Human Rights in Islam“, By David Littman

http://www.dhimmitude.org/archive/universal_islam.html