Der türkische Schariati

انفصالي

infiṣālī

separatistic

sezessionistisch

Religionspolitik als Sezession aus dem Universellen

Zum »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« des Ahmet Davutoğlu. Jacques Auvergne übersetzt und kommentiert den an Koran und Scharia orientierten langjährigen außenpolitischen Berater von Recep Tayyip Erdoğan.

Ob der bärtige Schweizer Missionar Nicolas Blancho (1) von der Steinigung redet oder der am französischen IESH ausgebildete bayerische Schariagelehrte Bajrambejamin Idriz vom Islam, sei es auf der Deutschen Islamkonferenz oder im lokalen interreligiösen Dialog, muslimische Religionsführer provozieren den in Ausdünnung befindlichen säkularen Staat kraftvoll im Namen der vor dem ewigen Verderben zu rettenden muslimischen Seele und vor allem im Namen des angeblich so andersartigen Orients.

Mit Orient oder orientalisch ist seit Ali Schariati („Gharbzadeghi“ für „Westitis, Okzidentose“) freilich „anti-westlich“ gemeint oder vielmehr gegenmodern, denn sinngemäß bekennt jeder Schariafreund: Mein Nein zum Okzident ist mein Nein zur AEMR. Koranbasiert glaubensbewegte (islamisch revolutionäre) Szenen vermarkten ihre Kontrastkultur des Hasses auf die Meinungsfreiheit und die Gleichberechtigung der Frau gekonnt als charmanten Jugendprotest oder als einfältig fromme Suche nach den sozialen und seelischen außereuropäischen, sprich medinensischen, Ursprüngen, das Ziel dieser Islampolitiker bleibt, solange es eine freiheitliche Demokratie gibt, das religiös begründete Sonderrecht, die Rechtsspaltung.

Der so genannte Westen dient dabei lediglich als willkommenes Mittel der Erweckung von Schuldgefühlen (die Kreuzzüge, die Kolonialzeit), und dass sich nichtmuslimische Nationalisten und sonstige, oft rechts- oder linksradikale Kritiker der offenen Gesellschaft zunehmend auf dem Gleis des Abendländischen oder des Europäischen zu bewegen beginnen, erleichtert dem Islamischen Revolutionär bekanntlich die Arbeit (2). Wer das famose Abendland verteidigt und nicht die AEMR, wer seine Werte „europäisch“ nennt und nicht universell, baut fleißig mit am Kalifat.

Wissenschaftlichkeit beispielsweise ist nicht westlich oder christlich, schließlich fällt ein angehobener und dann losgelassener Stein in Pjöngjang oder Teheran nicht anders nach unten als in Paris oder Köln. Wir haben die Gleichberechtigung der Atheisten oder Frauen auch unter kurdischen Jesiden oder orthodoxen Hindus durchzusetzen und würden den global denkenden Islamisten durchaus dienen, wenn wir Koranlästerung oder Apostatenmord lediglich als unabendländisch oder unchristlich erklären, zumal Jesus in der Tat noch keine Lizenz zum Töten hatte, weil der Dīn noch nicht vollständig herab gesendet worden war.

Gelebter koranbasierter Glaube (ad-Dīn) ist die Herabsetzung der Frauen, die emotional wie juristisch durchzusetzen ist. Scharialobbyisten wissen: Die am 10.12.1948 mit weltweitem Anspruch aufgestellte Norm der Gleichbehandlung ist religiös begründet zu überwinden, sie werden sagen: Meine Damen und Herren, anders als Hitler und Honecker haben Sie doch nichts gegen Religion?

Zu Beginn der Neunziger Jahre und damit zum Auftakt einer Tätigkeit als Assistenzprofessor an der Islamischen Universität von Malaysia begann der Ahmet Davutoğlu (3) damit, Gedanken zur angeblichen Wesensverschiedenheit von Islam und Okzident zusammenzufassen. Sie wurden 1994 als »Alternative Paradigms. The Impact of Islamic and Western Weltanschauungs on Political Theory« publiziert, wobei der größere Teil seiner philosophischen Gottesbeweise bereits in der 1990 beendeten Doktorarbeit erschienen ist.

Davutoğlu:

1. Lange Zeit waren viele Gelehrte und Politiker davon überzeugt, dass der übliche westliche Lebensstil, Denkstil und Politikbetrieb leicht und rasch von den Muslimen adaptiert werden würde, ohne dass diese ihr Islamisches Glaubens- und Regelsystem abschwächen oder gar aussetzen würden oder müssten. Doch zum allgemeinen Erstaunen begannen gerade diejenigen muslimischen Intellektuellen, die die westlichen Lebensweisen und Theorien besonders gründlich studiert hatten, sich dezidiert zu ihrer persönlichen Einbindung in ihre spirituellen und soziokulturellen Normen des Islam zu bekennen.

Qutb, Maududi, Schariati, Erbakan.

Davutoğlu verschweigt diese vier Namen bewusst, und deutet an, das Verschmähen der AEMR sei eine Art von Naturgesetz. Unhinterfragbar wird die Menschheitsbevölkerung in Nichtmuslime („der Westen“) und Muslime gespalten, in zwei globale Kollektive mithin, die einander auf ewig religiös und kulturell wesensfremd zu bleiben hätten, um nur ja ihre „Wurzeln“ nicht zu verlieren, ihre „Identität“.

In den 1980er Jahren erschienen dann auch die ersten Bücher zum Thema dieses „Islamischen Revivalismus“ (Esposito 1980 und 1983, Mortimer 1982, Pipes 1983).

Der professionelle Schariaverharmloser John Esposito (4) sitzt heute in der rechtsspaltend aktiven United Nations Alliance of Civilizations (AoC), gemeinsam mit Hodschatoleslam Chatami, den der deutsche Wissenschaftsrat (WR) für Sommer 2010 skandalöserweise nach Köln eingeladen hatte (5).

Begriffe wie fundamentalistisch oder radikal, wie sie die Orientalisten so gerne verwenden, um aus der Masse der simplen Muslime diejenigen Gruppen abzuheben, die dezidiert darauf hinarbeiten, eine Islamische Seinsweise, einen Islamischen Way of Life in einem ganzheitlichen, umfassenden gesellschaftlich-politischen Rahmen zu verwirklichen, offenbaren lediglich die Unschärfe und damit Unbrauchbarkeit dieser beiden Begriffe.

Salafismus als Lifestyle klingt für manch einen nichtmuslimischen enthemmten Fremdenfreund alternativ und protestkulturell, exotisch und aufmüpfig. Das Kalifat als Way of Life.

Ahmet Davutoğlu leitet damit über zum wortreich und raffiniert, aber letztlich wenig überzeugenden Darstellen einer „semantischen Kluft“, die den „Westen“ schlicht dazu unfähig belasse, den Islam als Zivilisation auch nur exakt zu beschreiben. Europäern, Nichtmuslimen jedenfalls, fehle das Vokabular und damit das Werkzeug, die Scharia angemessen zu würdigen. Aus dieser sprachlichen Unzulänglichkeit resultiere die Unfähigkeit des wissenschaftlich verhafteten Denkens über die Schönheit und Harmonie der Islamischen Gesellschaftsordnung.

Nichtislam sei ein Herausreißen aus der Harmonie kosmischer Zusammenhänge. Ratio und rational begründete Justiz ist für Davutoğlu damit eine Art von Grausamkeit, allemal eine seelische Kälte.

2. In Wesen und Angelegtheit ist der Islam als eine Weltanschauung zu bezeichnen, die als eine ganz grundsätzliche Alternative zur philosophisch-politischen Tradition des Westens anzusehen ist.

Murad Wilfried Hofmann, zwischen 1987 und 1994 war der Jurist, konvertierte Muslim (1980) und Bundesverdienstkreuzträger (1984) deutscher Botschafter in Algerien und Marokko, wählte das Propagieren des unterdrückerischen und frauenfeindlichen Islam als Alternativkonzept und Kontrastkultur gleich zum Buchtitel: Der Islam als Alternative (6).

Auch Allahs Diplomat zauberte mit dem Trick, dabei Wittgenstein missbrauchend, dass die reale menschliche Erkenntnisfähigkeit, bedingt durch ungenaue oder unzutreffende Wortwahl oder jedenfalls Sprache, allzu oft nicht in der Lage sei, die überlegenen Werte des Islam anzuerkennen.

Dass ein in den USA oder in Europa bereits halbwegs vollumfänglich (Familienrecht, Erbrecht) gelebter originärer Islam den Ausstieg des Muslims aus einem jeden AEMR-basierten Recht bedeutet, sollen die Nichtmuslime, so locken Davutoğlu und Hofmann, also bitteschön sehend „tolerieren“ oder gerne auch übersehen.

Du brauchst nicht so genau hinzuschauen, Demokrat, der Schariafreund sieht für dich. Erkenntnistheoretisch kannst du dich seines empfindsamen Bewertens von Frauenrechten sowieso nicht annähern. Mach es dir nicht so schwer und betrachte Mohammed einfach als den eigentlichen Feministen.

Oder denke anders und behalte deine Gesetze und lass uns Muslime ein „alternatives“ (gesondertes) Recht sprechen. Ohne Zweitfrau und neunjährige Ehefrau laufen wir schließlich in Gefahr, unsere andersartig angelegte kulturelle (islamische) bzw. religiöse (islamische) „Identität“ zu verlieren.

Einerseits begegnen uns simplifizierende Erklärungen der Islamischen Wiederbelebung (Islamic Revival). So meinte Pipes (1983) ernsthaft, dass nur der aktuelle Ölboom für die scheinbar weltweite politische Machtzunahme des Islam ursächlich sei, das Islamic Revival sei damit nichts als ein flimmerndes Phantom, eine optische Täuschung und Fata Morgana. In jedem Fall, so argumentiert Pipes weiter, könne der [aktiv demokratieverweigernde] politische Islam nur von kürzester welthistorischer Dauer sein.

Davutoğlu liegt richtig. Der geschmeidige Schönredner und Leiter des Middle East Forums Daniel Pipes, zu Harvard-Studienzeiten war sein eigener Vater dort Professor, hat vom Islam, den er krampfhaft vom Islamismus abgrenzt, nach Jahrzehnte währender Beobachtung immer noch keine Ahnung oder arbeitet, kapitalismusnah und königlich saudifreundlich, auf ein globalisierungstaugliches Zwei-Nationen-Modell hin, das die AEMR der Scharia im Zweifelsfall höflich nachordnet. Wer die neokonservative Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien ebenso verteidigen muss wie diejenige zwischen den USA und Israel, muss wohl genau dort landen, wo Daniel Pipes thront und uns, etwas verbissen, das Märchen vom demokratiefähigen Islam verbreiten.

Herumgereichte Placebo-Islamkritiker gibt es damit nicht nur von politreligiöser („islamistischer“) Seite, man denke an die schariatreue Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi oder die kopftuchlose Kämpferin für den Schleier Emel Zeynelabidin, sondern auch von Kfz- (Abdullahi an-Na’im, sponsored by FORD) bzw. Erdöllobby, reaktionärer Kirchenpolitik (Rowan Williams) sowie von wertkonservativ daherkommenden Türkeiverstehern (Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)). Das islamwissenschaftlich ausgebildete derzeitige KAS-Mietmaul ist Mathias-Rohe-Schüler Michael Kiefer, einer der mittlerweile zahlreichen einflussreichen Befürworter eines Islamischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen.

2. Ziel dieses Buches ist die Entwicklung einer vergleichenden Analyse zwischen der Westlichen und der Islamischen Politiktheorie und Gesellschaftsbetrachtung. … Die Frage, wie und durch welche Prozesse diese beiden alternativen Gesellschaftskonzepte, jeweils vermittelt durch ein Gefüge von unlösbar tief verankerten Werten, auf die politischen Vorgehensweisen wirken, ist der besondere Schwerpunkt dieses Buches.

Ahmet Davutoğlu ist der Ansicht, dass eine Wertedebatte unter Nichtmuslimen für alle Zeit zu anderen Ergebnissen führen muss als eine innermuslimische. Eine gemeinsame Werteordnung brauche und könne es nicht geben (es sei denn, die islamische).

In Fortsetzung der Kulturpolitik des Wegbereiters der Islamischen Revolution Ali Schariati sind auch für den türkischen Kulturkreistheoretiker und jetzigen Außenminister Schariavolk und westlich Geprägte abhäsiv wie Öl und Wasser, verfeindet wie Hund und Katz.

Es gibt zwei Sorten Mensch. Koranbasierter Kulturrassismus, geeignet, die USA und Europa so zu zerlegen wie den indischen Subkontinent.

Ohne Schariaverweigerer (Nichtmuslime) gibt es keine Muslime, das Höllenfeuer dort braucht schließlich Brennmaterial und der Sittenwächter der Ḥisba auf Erden einen berechtigten Anlass, zuzuschlagen. Islam ist Feindbildbedürftigkeit.

3. Das Problem der Nomenklatur (nomenclature) und des konzeptionellen Rahmens (conceptual framework)

Ihr Nichtmuslime missversteht uns und unseren Islam, eure Übertragung des Begriffes vom Dīn, von der Religion, ist falsch:

Im Zentrum jeder vergleichenden Untersuchung zwischen der Islamischen und der Westlichen Zivilisation begegnet uns das Problem der Nomenklatur, der unterschiedlichen Benennung.

Angesichts der unaussprechlich erhabenen islamischen Pracht ist und bleibt der nichtmuslimische Passant verwirrt. Allahgott als Hütchenspieler bzw. sein türkischer Kalif Davutoğlu bringt, bei Nutzbarmachung der Herren Schleiermacher, Tillich und Husserl, den Abendländern das korrekte Denken bei.

Zum Zwecke der Überwindung der Wissenschaft und der wissenschaftlich fundierten AEMR muss ein zweifaches kontrolliertes Vokabular her, den Dhimmis und den Schariafreunden ihr jeweils eigenes Glossar. Im Glücksfall reicht eine Chiffre gleich für beide Anwendergruppen: „Sichtbarwerdung des Islam“ (Nilüfer Göle), „Verkörperte Alterität im öffentlichen Raum“ (Simonetta Tabboni), „Komplementarität der Religionen“ (Pfr. Dr. Reinhard Kirste), „kulturelle Differenz“ (Barbara John), „Flexibilität der Scharia“ (Ömer Özsoy), „Islam heißt Frieden“ (Zaqzouq, IGD, ZMD, ENFAL, „Familialismus, Virginität“ (Ursula Boos-Nünning), „im Kern friedliche Religion“ (Hans-Gert Pöttering, Horst Köhler) oder „religionsbezogene Wissenschaften“ (Wissenschaftsrat (WR)). Solches lässt man die Dhimmis plappern, während unsere Koranfreunde von Hidschab, Scharia und Kalifat wissen.

In seinem Roman 1984 (verfasst 1946/47, erschienen 1949) nannte George Orwell eine kalkulierte Sprachveränderung durch die politisch Mächtigen Newspeak, Neusprech.

Klares Reden würde Davutoğlus Gejammer über die Begrifflichkeit allerdings rasch als faulen Zauber entlarven. Der Dschihad der Nomenklatur bedarf daher zunächst der Zerstörung der Deutschen (und Französischen und Englischen) Sprache. Wer dann noch klar denkt, wird öffentlichkeitswirksam als Brunnenvergifter etikettiert, der Lächerlichkeit preisgegeben oder solange niedergeschrieen, bis er sich („funktional, tolerant“) anpasst. Als Islamstratege macht man das, bevorzugt, noch nicht einmal selber, sondern lässt nichtmuslimische Liebhaber des Amorphen und Antietatistischen (Sabine Schiffer) bzw. des organisierten Christentums (Rowan Williams, Jean-Louis Tauran) diese Rolle übernehmen oder greift zurück auf bewährt schariatreue echte oder angebliche Nichtmuslime wie Jörg Lau (verheiratet mit Mariam Lau, der Tochter von Bahman Nirumand), Mathias Rohe (Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)) oder Thorsten Gerald Schneiders (Ehemann von Lamya Kaddor).

7. Auf der anderen Seite waren die muslimischen Gelehrten nicht untätig und versuchten, in Epistemologie und Methodologie, das von Verwestlichung geprägte Selbstverständnis der jeweiligen [orientalischen] Eliten zu überwinden. Die hohe Anzahl an Zeitschriften und Büchern, welche die [zeitlos-korangemäßen] religiösen Wahrheiten gerade angesichts der neuesten technisch-wissenschaftlichen Erfindungen und Erkenntnisse verteidigen, lässt sich sicherlich durch diesen Zugzwang erklären.

Davutoğlu nennt leider keine Namen. Wir dürfen ihm unterstellen, Hamidullah, Maududi, Qutb und Schariati im Sinne zu haben, wenn er von muslimischen Gelehrten (Muslim scholars) spricht.

Das Buch der Bücher muss eine Erklärung für jede neue Entdeckung bieten. Allahs türkischer Außenminister fordert von jedem treuen Muslim die Islamisierung der Wissenschaften. Wer sich ihr in den Weg stellt, ist „verwestlicht“ und damit ein Verräter an Islam und Türkentum.

Wie nebenbei ist die Wissenschaft damit halbiert oder auch verdoppelt worden, ab sofort gibt es eine wahre (islamische) und eine trügerische (nichtislamische) Wissenschaft. In seiner Weisheit schenkt Allahgott den Ungläubigen das falsche Wissen, den Geist des Unglaubens.

11. Grundlegend für den westlichen intellektuellen Diskurs der Nachrenaissance ist die Konstruktion einer Metaphysik, welche die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit, die letztlich der Sinneswahrnehmung zugänglich sind, nicht verlässt.

Das ist korrekt, seit Voltaire und Sigmund Freud, nach Herder und Hegel allerdings bereits seit Protagóras (keine Gottheit, sondern der Mensch trifft die Entscheidung zwischen den wirklichen und den unwirklichen Dingen) und dem platonischen Sokrátes (das die Mitmenschen überzeugende philosophische Leben couragierter Geistesfreiheit als höchster Sinn, ohne vor religiös argumentierenden irdischen Richtern Angst zu haben), hat sich der forschende menschliche Geist von den das Forschen doch eher behindernden Geistern emanzipiert. Ja, seit Renaissance und Aufklärung, mit den erwähnten griechischen Denkern letztlich seit 24 Jahrhunderten, ist der Teufel arbeitslos und haben die vielleicht noch viel älteren Kobolde und Elfen ihren Anspruch auf gesellschaftliche Rücksichtnahme verloren. Den Koran allerdings umschwirren Engel und Dämonen, jedenfalls meinte Mohammed das allen Ernstes, der in Sachen Jenseitsverwaltung keinen Spaß verstand.

Gegenaufklärer Davutoğlu hat jetzt das Problem, den Nordamerikanern und Europäern zu vermitteln, dass nur eine in Justiz und Wissenschaft integrierte Scharia den Anspruch auf liberale Meinungsvielfalt, Pluralität der Lebensformen und legal garantierte Religionsfreiheit umsetze. Gleichsam mit der Brechstange will Davutoğlu in die für ihn offensichtlich schier unerträglich glatten und sterilen Wände von götterfreier (säkularer) Pädagogik und wissenschaftlich begründetem Recht eine Nische für die Anderswelt stemmen, eine Bresche schlagen für Weltgericht und Schöpfergott.

Was in der kulturellen Moderne allenfalls, und meinetwegen gerne, das Individuum beflügeln und der relativ kleinen jeweiligen Religionsgemeinschaft zum nicht totalen Ritus werden darf, soll dem muslimischen Kollektiv die Verweigerung des nüchternen Denkens sichern und den so genannten Muslim in den „Schutzraum“ von medinensischem Wohlverhalten (Sunna) und angewandter islamischer Rechtslehre (Fiqh) einsperren.

Der koranbasierten und damit prinzipiell gewaltbereiten zweiten Staatlichkeit leistete Kurienkardinal Jean-Louis Tauran mit seinem nachchristlichen „Der Islam bringt Gott zurück nach Europa“ unnötigerweise Hilfestellung. Auch der anglikanische Spitzen-Religionsstratege und Erzbischof Rowan Williams sehnt sich nach der Integration der seelenrettenden Diskriminierung. Die AEMR allerdings muss zum Intermezzo werden, wenn mit kirchlicher Hilfe das islamische Jenseits verstaatlicht werden soll.

13. Agnostische, polytheistische und pantheistische Lehren oder Bruchstücke formten das Amalgam der Seinslehre Platons.

Die mutigeren Griechen jonglierten couragiert mit den allseits bekannten Sprachebenen, eben weil sie die Rache der erzürnten Göttinnen und Götter gar nicht mehr befürchteten. Anaxagóras allerdings erlebte eine, uns Heutigen aus dem Iran bemerkenswert vertraute Reaktion der lokalen Himmelswächter, und wurde angeklagt, der Tatvorwurf lautete Gottlosigkeit. Zwar konnte Periklēs ihn vor der Hinrichtung retten, doch musste der Athener Denker, der die blasphemische Vermutung ausgesprochen hatte, dass der heilige Mond nicht selbst leuchte, sondern das Sonnenlicht reflektiere und dass die als Gottheit verehrte Sonne ein profaner glühender Stein sei und dabei etwas größer als der Peloponnes, den Rest seines Lebens in Verbannung in Lámpsakos (heute türk. Lapseki) verbringen, am Ostufer der Dardanellen. Um 500 v. Chr. hatte Anaxagóras in Klazomenaí (heute Kilizman) an der liberalen ionischen Küste unweit von Smyrna (İzmir) das Licht der Welt erblickt. Luciano De Crescenzo verglich einmal die am Westufer Kleinasiens gelegenen griechischen Kolonistenstädte Ioniens (Ionía) mit dem dynamischen New York bzw. mit der „Neuen Welt“ und Athen mit dem konservativen London.

Bürgerlichkeit (Säkularität) ist erst erreicht worden, als der Einzelne ungeschmälerten Lebenssinn in Liedern wie Der Mai ist gekommen oder Im Frühtau zu Berge finden konnte und nicht ausschließlich in Maria, breit den Mantel aus (katholisch, Innsbruck 1640) oder Ein feste Burg ist unser Gott (evangelisch, Martin Luther wohl vor 1529). Und das heißt ja gar nicht, dass der Bürger diese Lieder nicht jederzeit singen kann, sondern dass er keine Angst davor hat, langfristig bzw. dauerhaft im Höllenfeuer zu brennen, wenn er nächsten Sonntagvormittag in den Gemeindegesang eben nicht mit einstimmt, sondern genüsslich im Wald spazieren geht, wo er zwar nicht die Engel, aber die kleinen Vögel jubilieren hört.

Bereits im Jahr 1910 mag der polnischstämmige deutsche Steinkohlearbeiter mehr Lebensfreude aus Brieftaubenzucht und Schrebergarten bezogen haben als aus dem Rosenkranzgebet, während seinem norddeutschen Zeitgenossen die Lektüre der Heimat- und Naturbeschreibung eines Hermann Löns nicht mehr zwanghaft das sofortige Absingen von Psalmen aufnötigte, um den lauernden Gehörnten fern zu halten. Und trotzdem konnten sich beide als Christen verstehen, eine Weise der säkularen (demokratietauglichen) Religiosität, die unter Muslimen leider noch viel zu selten ist.

Der Wissenschaftsrat (WR) nimmt es anscheinend tolerant in Kauf, dass die minderjährigen „Nichtmuslime“ beim Schulgartenprojekt oder Wandertag (Lernen am Modell; global denken – lokal handeln) an Rüdiger Nehbergs Einsatz für die einstweilen nichtislamisierten Yanomami am oberen Orinoco denken, während ihre auf den Koran zu verpflichtenden Klassenkameraden das Tun der ostafrikanischen Umweltaktivistin Wangari Maathai nur als sinnvoll verstehen können, weil aufgeforstetes Land intensivieren Dienst an Allahgott und Kalifat ermöglicht. Das den Biologieunterricht besuchende Duisburger oder Kölner Dhimmikind darf künftig also bei der Wasserbestimmung am Teich, neugierig wie Maria Sibylla Merian oder Alexander von Humboldt, nach Wasserlinse und Libellenlarve fahnden, während seine sittlich einwandfreie Mitschülerin verschleiert am Tümpel steht und „naturkundlich“ über die Größe Allahs sinniert.

Eine schariatische Arbeitsteilung im Klassenzimmer wäre das durchaus, denn ohne in ausreichender Anzahl in der Ǧahannam (downstairs) verbrennende Menschen ist es in der Ǧanna (upper class) ewiger Nähe zu Allāh nicht angenehm temperiert.

Ewige Fußbodenheizung, sozusagen.

17. Die Umwandlung des Christentums von einer messianischen Religion semitischen Ursprungs zu einem allumfassenden Gemisch von Glaubenssystemen geschah innerhalb des synkretistischen Weltgefühls der Pax Romana.

Was geschichtsbewusste Christen ja gar nicht abstreiten, Priester, Bischof und Papst sind sicherlich ebenso wenig jesuanisch wie Trinitasdogma, Kirchenarchitektonik und Weihnachtsbaum. In der Manier islamischer Revolutionäre wie Āyatollāh Ḫomeinī oder Saiyid Quṭb schmäht Erdoğan-Berater Ahmet Davutoğlu das Christentum als Mischmasch, als verunreinigt. Er versäumt dabei leider, den Islam als Mischwesen aus manichäischem Weltekel, ostafrikanischem Geisterglauben, jüngerer mediterraner Frauenverachtung, orientalischer Tyrannis und antiker Sklavenökonomie zu bezeichnen, die Sunna das reinste Flickwerk zu nennen und Allahgott als den Wolpertinger unter den Schöpfergöttern.

Man kann den nach seinem Verständnis makellos „reinen“ Islam freilich auch anders würdigen, als konsequentestes Theoriegebäude des Hasses auf das Fremde und das Gemischte, als hemmungslosesten religiösen Freibrief auf Sadismus für die kultgläubigen (muslimischen) Männer, als globales Gefängnis für alle Nichtmuslime und Frauen.

47. Wichtigster Grundsatz der theozentrischen Kosmologie des Islam ist der Glaube an den Tauḥīd.

Größtmögliches (Allāh wohlgefälliges, denn er alleine ist akbar) Glück im Diesseits und Jenseits vermag den Menschen, inschallah, alleine der tauḥīd zu garantieren, der Dreierlei ist: Die Unteilbarkeit Allahs, seiner Umma und seines Gesetzes. Wer nach dem tauḥīd ruft, hat damit ebenso sein und dein persönlich bejahtes und gelebtes Schariagesetz (ʿaqīda) gemeint wie das durch eine Elite gesellschaftlich angewandte Schariarecht (fiqh). Ohne energisch erstrebten und durchgesetzten Schariastaat (Kalifat) schließlich ist dein Gerede vom tauḥīd kalter Kaffee, und ob du in Sachen Eingottglaube (at-tauḥīd) zu den Strebsamen (way to Allah) oder den Nachlässigen (way to hell) zu rechnen bist, kannst du gar nicht wissen, sondern beantwortet dir dein Scheich oder Großmufti.

Der negative Aspekt des Tauḥīd meint die Zurückweisung jeder anderen Quelle von Transzendenz oder Herrschaft, während der positive Aspekt den Gehorsam aller Wesen gegenüber dem Fokus des Absoluten bedeutet, gegenüber Allāh. In der allumfassenden Islamischen Weltanschauung (in the holistic Islamic Weltanschauung) ist Tauḥīd der Hauptstrom von der Theorie zur Praxis, vom Glauben zum Leben und vom Ideal zur Realität.

Das [Tauḥīd] zugrunde liegende Verb ist waḥḥada, als ein Einziges erklären, hier also Gott als den Einen und das Eine zu bekennen. Die Wurzel von Islām ist salima, das bedeutet aufgeben, sich ausliefern, sich unterwerfen, gemeint ist, sich bedingungslos der Herrschaft Allahs zu unterwerfen. Derjenige, der sich völlig aufgibt und ganz unter Allahs Willen unterwirft, wird Muslim genannt.

Wörtlich heißt waḥḥada vereinen, vereinheitlichen. Nur der koranische Gott ist Souverän, nichts darf die Größe Allahs schmälern. Konsequent (salafistisch) verstanden kommt die Anwendung menschengemachter Gesetze einem Götzendienst gleich.

60. Die zivilisatorische Aufbauleistung mit [den Werkzeugen von] ʿaqāʾid und uṣūl ad-dīn als den beiden Kodifizierungen des Islamischen Glaubens sowie die Entwicklung des kalām als die theologische Systematisierung standen am [erfolgreichen] Ende der Bestrebungen, den Herausforderungen des sozialen Wandels trotzend, eine korantreu bleibende Ontologie zu reproduzieren.

Als das perfekte Geschöpf gestorben war und, nach 855 n. Chr., als sogar die dritte der rechtschaffenen Generationen die Sozial- und Staatspolitik der umma nicht mehr heilssichernd steuern konnte, begann die Ära der Hadithjongleure (Kodifizierer der prophetischen Legenden) und Sunnavirtuosen (Orthopraktiker, „Salafisten“). Diese Kräfte, einander durchaus antagonistisch, sowie die weiteren Gegenspieler der Mystiker (taṣauwuf, Sufismus) und „islamischen Rationalisten“ (muʿtazila, allahzentrische Ratio; was islamische Vernunft ist, kann der vernünftigsten Handlungsanleitung nicht widersprechen, dem Koran), bestimmen die innerislamische (schariatreue) Debatte bis heute.

Der im Jahre 1111 verstorbene al-Ġazālī verbrachte dann die Meisterleistung, diese vier Zerrkräfte zu bändigen und die letzten Sphären des menschlichen Daseins „zu schariatisieren“, dem Islamischen Gesetz einzuschreiben, Mutaziliten und Sufis allerdings waren als Kulturpädagogen des Kalifats in den gemeinschaftlichen („sunnitischen“) Dienst zu stellen oder zu töten. Ohne Herrschaft gewährende Hadithverwaltung sollte Islam auch unter Schiiten nicht mehr funktionieren.

Kalām ist lediglich schöngeistiger Disput innerhalb der ehernen Banden der Scharia, eine ihren Namen verdienende Theologie kann es im (nicht reformierbaren) Islam nicht geben. Bemerkenswert ehrlich nennt Ahmet Davutoğlu die von dir in deinem Leben zu erwerbende innere (ʿaqīda, pl. ʿaqāʾid) und die auch von dir der Politikwerdung zuzuführende äußere (uṣūlu d-dīn) Sphäre der Scharia die zwei „Kodifizierungen des Islamischen Glaubens“. Und den Nichtmuslimen erzählt man immer noch, die Scharia sei nicht erlernbar und auch nicht nachzulesen. An der Islamic University In Madinah (IU, http://www.iu.edu.sa), der Darul Uloom Deoband (www.darululoom-deoband.com, http://www.darululoom.org.uk) oder am burgundischen IESH (www.iesh.org) wird Scharia, wird Islam, so sorgsam gelehrt und so eifrig gelernt, dass al-Ghazali und sicherlich sogar Mohammed zufrieden sein könnten.

Offenbarung als Bedeutungsvermittlung ist im Islam etwas Fortwährendes, genauer: etwas, von Ādam bis Muḥammad, wiederholt Auftretendes.

Um der verstandesmäßig doch sehr unterbelichteten Menschheit das zur Seelenrettung unabdingliche Lernpensum zu vermitteln, benötigte der fürsorgliche Gott namens Allāh ein Curriculum, das sich über viele Jahrhunderte und viele Propheten erstreckte.

Wer Muḥammad nicht akzeptiert, tut Ādam Unrecht und vergeht sich nicht zuletzt an ʿĪsā bin Mariam, den die Fehlgeleiteten Christus nennen.

Der Medinastaat bleibt der Menschheit das unübertrefflich intensive Laboratorium sittlicher Menschwerdung. Gegen Ausbildungsende gab der höchste Lehrmeister, der unverständliche Gott der Ungleichbehandlung und Willkür, mit Sure 5:3 bekannt:

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meinen Dienst an euch vervollständigt und euch den Islam als Religion auferlegt (7).

82. Wertetheoretische Normativität: Einheit von Leben und Gesetz (axiological normativeness: Unity of life and law)

Sittliches Zusammenleben ist angewandtes Gottesgesetz, Staatlichkeit ist realisierte Scharia. Aus Sicht des Absoluten (aus Sicht Allahs) bist du ein Islamisches Paragraphenzeichen.

Grundlegendes Merkmal Islamischer Wertenorm (Islamic axiological normativeness) ist ihre Deutung der Verantwortlichkeit des Menschen auf Erden im Sinne der Einheit von Leben und Gesetz. …

Damit erweist sich das Islamische Verständnis der moralischen Verantwortlichkeit des Menschen als unmittelbar mit seinem seinstheorethischen Standort im Weltganzen verknüpft.

Selbst die Naturgesetze verlassen die schariatischen Bahnen nicht. Dein Denken, dein Handeln, dein Herzschlag ist Scharia. Einerlei, ob du Gehorsam oder Frevel übst, bei Bedarf ist eben dein Gesteinigtwerden oder deine Höllenqual Scharia.

85. Damit kennzeichnen das Islamische Göttliche Gesetz, verglichen mit anderen [von Menschen ersonnenen] Gesetzeswerken, einzigartige Wesensmerkmale.

Genau: Praktische Frauenentwürdigung, Versklavung der Nichtmuslime, göttliche Willkür, Lizenz auf Sadismus. Erregende Lebensangst, hochnäsiger Weltekel und herrschaftliches Sendungsbewusstsein.

Die [gelehrigen] Darstellungen der Ziele der Scharia widerspiegeln die [äußerst] umfassende wertetheoretische Basis des Islamischen Gesetzes.

Menschliches Dasein ist Göttliches Recht. Es gibt kein Entrinnen.

123 Was die politische Legitimation im Islam betrifft, so ist sie, im Gegensatz zur Vorgehensweise des Westens, in ihrer gesellschaftswissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Basis unmittelbar den ureigenen Vorgängern verpflichtet.

Und das sind die Salaf aṣ-Ṣāliḥ, die rechtschaffenen Ahnen. Muslim und Nichtmuslim entstammen zwei unterschiedlichen Bautypen oder Versuchsreihen des Schöpfergottes, der eben nur ein einziges Mal die ungeschmälerte sittliche Seinsweise offenbarte. Jesus etwa durfte noch nicht töten, denn die wahre Religion war noch nicht herangereift.

123 Der Glaube an die Einheit der menschlichen Verantwortung und die Einheit des Lebens entspringt unmittelbar dem Glauben an die transzendentale Einheit Allahs.

Der säkulare Muslim kämpft gegen diese Einheit des Lebens, er tanzt aus der Reihe und ist dementsprechend als unsozial auszurufen und zum koranisch korrekten Handeln zu zwingen. Eine halbierte Scharia würde Allahgott halbieren, angreifen.

123 Der prägnanteste Charakterzug der Islamischen Weise von Legitimation ist sein normativer Charakter.

Glauben heißt gehorchen.

Allahs Faschismus wird vom Schweizer Professor Reinhard Schulze als »iN« etikettiert, verpackt und vertrieben, als »islamische Normativität« (Scharia). Dr. Schulze: „Auch soll erörtert werden, wie die islamische Normativität – der Begriff wurde von Baber Johansen (8) in den 1980er Jahren zunächst eingeführt, um eine passende Übersetzung des arabischen Begriffs sharî’a zu finden – zum „gesatzten Recht“ (sharî’a) wurde und wie das Verhältnis von moralischen Normen und Rechtsnormen gestaltet war. … In diesem Masterseminar geht es um Geltungsansprüche, die mit der islamischen Tradition begründet werden und die den Islam als „normative Ordnung“ definieren. … Schließlich wird es darum gehen, den aktuellen Status der islamischen Normativität in öffentlichen Geltungsansprüchen zu analysieren. Hier wird zu fragen sein, wie das religiöse Selbstverständnis muslimischer Gemeinschaften auf moderne Prinzipien der Normativität wie liberale und demokratische Prinzipien der Rechtstaatlichkeit sowie rationale Standards und theorieüberprüfende Kriterien der empirischen Wissenschaften reagiert.“

Davutoğlus gleich erfolgender Ruf nach dem Kalifat, sein Aufruf zur muslimischen Sezession aus der Universalität von Wissenschaftlichkeit und Menschenrechten, steht in der Tradition von Ḥasan Aḥmad ʿAbd ar-Raḥmān al-Bannā (1906-1949). Seelenrettung statt Vernunft, Scharia statt Gleichberechtigung der Frau. Der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen (2005, Seite 30) zitiert den Gründer der Muslimbruderschaft:

„Die Ausrüstung des Orients ist Sitte und Glauben; wenn er diese beiden verliert, so verliert er alles, wenn er zu ihnen zurückkehrt, so kehrt alles zu ihm zurück. … Daher werden sich die Führer des Ostens um die Festigung des Geistes und um die Wiedergewinnung seiner verlorenen Moral bemühen, denn dies ist der einzige Weg zu einer echten Renaissance. Diesen Weg aber werden sie nur finden, wenn sie zum Islam zurückkehren und an seiner Lehre festhalten.“

Multikulturelle Europäer werden nervös und möchten so gerne glauben, dass der ihnen irgendwie unangenehme „politische Islam“, gemeint ist der organisierte Islam, eine Art von Überreaktion auf den Kolonialismus oder gar auf den Nationalsozialismus sei. Wer al-Ghazali, al-Dschauzi (Abū al-Faraǧ ibn al-Ǧawzī, 1116-1201) oder Ibn Taimiya (1263-1328) liest, weiß jedoch, dass Ḥasan al-Bannā den Islam völlig richtig verstanden hat.

124 So ist das Kalifat als die ultimative religiös-politische Institution ein in seinem Ursprung ganz und gar Islamisches sozio-politisches Gebilde. … Sir Thomas W. Arnold (The Caliphate (9)) ist zuzustimmen, dass das Kalifat keine Nachahmung irgendeiner bereits bestehenden Zivilisation bzw. politischen Organisation war, sondern der Ausfluss von [selbst] für die Araber völlig unvertrauten Umständen, der jenen Charakter anzunehmen begann, der diesen [zeitlichen und örtlichen] Umständen vollkommen angepasst war. Damit wurde das Kalifat als politische Organisation [durchaus] zum Kind seiner Zeit und verstand sich nicht als ein Wiederaufleben (revival) irgendeiner politischen Institution früherer Epochen. So konnte es im Rahmen der Islamischen Expansion in das ganze Gebiet zwischen Nil und Oxus [zwar] eine [jeweils charakteristische] Institutionalisierung geben, die [gleichwohl] der spezifischen erkenntnistheoretischen und wertebezogenen Dimension [des Islam] verpflichtet blieb.

Allah ist schließlich kein Nachäffer, sondern absolut originell. Folgerichtig hat eine Wiederbesinnung auf Islamische Werte, etwa in der Türkei oder in der Diaspora in Europa, ein „Revival“ des authentischen Kalifats (632-855 n. Chr.) darzustellen. Das Kalifat, einst unabgestanden und unverstaubt, sei erneuert und verjüngt und „an Zeit und Ort“ angepasst.

Islam ist kein Traditionsverein, sondern Salafismus, korantreue Jugendbewegung. Scharia in alter Frische sozusagen, oder, frei nach Karl Marx bzw. Leo Trotzki: Der Islam als permanente Revolution. Ob die Familie des Mordopfers das ewige Blutgeld (diyya) akzeptiert, bleibt im irdischen Kollektiv der Paradiesanwärter damit weiterhin spannend.

Die koranisch verbürgte, religiös getrieben Hände und Köpfe abhackende Säbelklinge bleibt ewig scharf, muss aber nicht unbedingt zum Einsatz kommen inschallah. Alles eine Frage des Einzelfalls.

Kadi und Mufti sind damit auch in Sarajevo (Mustafa Cerić) oder Braunschweig (Muhamed Seyfudin Ciftci) so wenig von Arbeitslosigkeit bedroht, wie es tausend Jahre vor Mohammed die delphische Orakelbeantworterin war, Pythía (10).

125 Heutzutage besteht das grundlegende Problem für die Muslimischen Gesellschaften, vor allem für ihre durch den Westen geprägten Eliten, darin, dass moderne, westliche soziopolitische und sozioökonomische Standards deren [nichtislamische, eben westliche] Werte reproduzieren. Muslime stehen damit vor der entscheidenden Frage, entweder ihre ewigen Werte zu verraten oder der Verfremdung zu widerstehen. Die erste Runde im Kampf mit dieser zivilisatorischen Herausforderung schien ein Sieg der westlich orientierten Eliten dazustellen, aber auf längere Sicht begann sich die geheime Kraft der ewigen Werte als Quelle für jenen Widerstand zu erweisen, den die traditionelle soziopolitische Kultur [des Kalifats] einst aufbaute.

Tunesiens Säkulare oder die türkischen Kemalisten werden als Feinde des „muslimischen“ Volkes dargestellt. Der gottesfürchtige Türke hat Ankaras Elite zu boykottieren.

Der iranische Schriftsteller Jalal Al-e Ahmad (Ǧalāl Āl-e Aḥmad, 1923-1969), Sohn eines schiitischen Klerikers und dem Vernehmen nach in 30. Generation vom Fünften Imam der Zwölfer Schiiten Muḥammad ibn ʿAlī al-Bāqir (681-733 (11)) und damit vom einzigen vollkommenen irdischen Wesen abstammend, warf den Verrätern am Iranisch-Eigenen und Islamisch-Eigenen in einem 1962 illegal erschienenen Buch sinngemäß an den Kopf, westlich infiziert zu sein und an Vergiftung durch den Imperialismus zu leiden sowie an Euromanie (12).

Nach dem Zweiten Weltkrieg noch Kapitalistenhasser und global denkender Kommunist, später Schahgegner in der Nationalen Front (Jebhe Melli) um Mossadegh und zuletzt Mitstreiter an Chomeinis Islamischer Revolution, konnte der Theoretiker der Verweigerung universeller Menschenrechte die angeblich ewige Wesensverschiedenheit von Orient und Okzident immer klarer herausarbeiten und die genannten Vorwürfe im auch von Ali Schariati aufgegriffenen Makel ultimativer Gesinnungslumperei verdichten, der sich als Westitis oder Okzidentose wiedergeben lässt: Gharbzadegi!

Mit dem sadistischen Seitenhieb auf die gescheiterte prowestliche Elite verhöhnt Ahmet Davutoğlu natürlich den ab 1934 als Atatürk bekannten Mustafa Kemal (1881-1938) und seine im heutigen Beamtenbetrieb von Ankara noch tonangebende Anhängerschaft. Politologe Davutoğlu, Absolvent des rein staatlichen Istanbuler Gymnasiums (İstanbul Lisesi (13)), einer durch die deutsche Kultusministerkonferenz anerkannten Deutschen Auslandschule, an dem bereits im Jahr 1914 22 deutsche Lehrer eingestellt worden waren, wirbt für ein weiteres Zurückdrängen der Säkularen in der Türkei, für eine Schariatisierung oder sogar Salafisierung des Landes.

Am 1884 gegründeten İstanbul Lisesi gingen die einstigen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz und Necmettin Erbakan zur Schule.

151. Seinstheoretisch legitimierte Politik (Ontologically justified political power)

In einem [absoluten] Kontrast zur Westlichen [gesellschaftlichen] Erfahrung beinhaltet die Islamische Tradition eine allumfassende theozentrische Auffassung und Rechtfertigung politischer Macht (a complete theocentric interpretation and justification of political power). …

Diese starke und unmittelbare Verbindung zwischen ontologischer Transzendenz und politischer Macht wurzelt in Koran und Hadith als den beiden Quellen von ʿaqāʾid [(muslimischem Glauben und Schariagehorsam, sg. ʿaqīda)] und fiqh [(geheiligter und heilssichernder Rechtssprechung)].

Eine auf Teufelsabwehr und Seelenrettung verzichtende Politik ist für Ahmet Davutoğlu der „islamischen“ Türkei keinesfalls zuzumuten, der Staat des Modernisierungsdiktators Kemal Atatürk ist demzufolge islamisch umzugestalten, zu „entwestlichen“. Wer als Türke den koranbasierten Staat nicht will, begeht Verrat an der nationalen und religiösen Sache.

152. Die Vorstellung, dass die Gesamtheit von Macht und Autorität allein Allāh zusteht, impliziert zugleich die Zeitbezogenheit und Relativität des jeweiligen irdischen wirtschaftlichen und staatlichen Systems.

Vieles ist islamisch möglich, flunkert Herr Davutoğlu, Kalifat könne alles Mögliche sein. Korrekt ist, dass auch Maududi oder Ayatollah Chomeini, gespielt bescheiden, nur ihr Bestes geben können, da nur Allahgott allmächtig ist. Der Kalif kann also religiös begründet ein wenig Parlamentarismus spielen oder massenhaft morden, das ist letztlich gar nicht so wichtig, da nur das Jenseits zählt und dein Gehorsam dem Islam gegenüber. Um den so genannten Westen zu irritieren und das eigene zu muslimisierende Fußvolk gleich mit, lässt sich die „Zeitbezogenheit und Relativität“ (Davutoğlu) von Ökonomie und Administration auch als Demokratiefreundlichkeit darstellen.

Wie man es halt gerade braucht: Den Radikalen sendet man die Botschaft von der zeitlosen Verpflichtung auf das Kalifat, den Säkularen erzählt man das („auf Zeit und Raum bezogene“) Märchen von der islamischen Toleranz. Allāh ist ausgesprochen anpassungsfähig.

Soweit zu Ahmet Davutoğlu. Der 1959 in Konya geborene zeitweilige Gastdozent an der türkischen Militärakademie spricht fließend Deutsch.

Wenn in Jahrhunderten von einer Höhlendecke ein spitzer Tropfstein gewachsen ist, ein Stalaktit, und sich von Zeit zu Zeit ein einzelner Wassertropfen löst, wird auf einem darunter befindlichen unterirdischen Weiher eine konzentrische Welle entstehen, die uns gleichnishaft für die ideellen, musischen, intellektuellen und politischen, kurz: Für die zivilisatorischen Äußerungen einer Menschengemeinschaft stehe. Uns Universalisten reicht dabei eine Menschheit und entsprechend eine Zivilisation, uns reicht ein gleichnishafter Tropfstein und ein einheitliches und gleich behandelndes Recht. Den Rassisten bzw. Kulturrassisten jedoch und ihrer linksradikalen bzw. wertevergessen-linken Spielart der Multikulturellen ist das nicht genug, sie brauchen einen zweiten Tropfstein, damit die Staatlichkeit und Kultur werdende Welle der exotisierten Anderen auf Dauer einen anderen Mittelpunkt hat und die Bereiche der Wellenkollision durch allgemeines Nichthandeln oder durch islamisches Handeln zu lösen sind.

Der kulturelle und zivilisatorische Impuls der so genannten Muslime stamme schließlich aus einer anderen Sphäre oder Quelle als derjenige der Nichtmuslime, ein gemeinsamer Rechtsrahmen für die deutschen oder europäischen Christen und Muslime sei daher widernatürlich, jedenfalls unmenschlich. Die Rechtsspaltung sei attraktiv und unvermeidlich, sie sei ebenso alternativ wie alternativlos. Das von Ahmet Davutoğlu im Titel verwendete Wort alternativ ist, im Sinne einer Entweder-oder-Entscheidung (lat. alter als der zweite von zweien), eng geführt zu lesen (un choix entre deux possibilités distinctes), wenn wir im Wort alterNATiv nicht gar das lateinische nāscentia, Geburt bzw. nātus est, Geborensein (naître, être né) entdecken wollen. Der Muslim wäre dann der zivilisatorisch Andere, der Andersgeborene, die NPD oder Tariq Ramadan hätten sicherlich nichts dagegen einzuwenden, und die Multikultis lässt man beim Reden von der alternativen Scharia noch ein wenig an Daseinsfreude und Lotterleben der Hippiezeit denken.

Scharialobby, Neonazis und linke Multikultiszene sind sich bemerkenswert einig darin, dass der famose Orient das Recht wenn nicht die Pflicht hat, anders zu sein die angeblich abendländisch verwurzelten Europäer. Imame ermuntern die Christen zur Einhaltung der biblischen Gebote.

Nur in einem säkularen Staat hat oder hätte die Religion frei von ökonomischen und machtpolitischen Interessen sein können, der inzwischen beschworene „eine Gott“ des Dialogs mit dem Islam jedoch ist die ungleich behandelnde Gottheit der Dhimmitude. Jean-Louis Taurans politischer Kultgott ist die Gottheit der Zweitfrau und der Steinigung, der Gott von Hidschab und Dschihad. Der Kurienkardinal und Vorsitzende des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog erleichtert Europas Kopftuchlobby die Arbeit und erschwert Europas muslimischen Säkularen das Leben.

Am 01.05.2009 löste Ahmet Davutoğlu seinen Amtsvorgänger Ali Babacan ab und wurde Außenminister der Türkei. Im Folgejahr traf er zwei Mal, im Januar und im Juli 2010, mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle zusammen (14).

Solange nichts zur Vermutung Anlass gibt, dass der heutige Davutoğlu von seinem 25 Jahre alten Streben nach Scharia und Kalifat abgerückt ist, dürfen wir sein Konzept der Stratejik Derinlik (Strategic Depth, „Strategische Tiefe“) als Fahrplan ins Kalifat verstehen.

Man sollte Davutoğlu den Said Ramadan Kleinasiens nennen, den türkischen Schariati.

Jacques Auvergne

(1) „Der Neo-Muslim, damals erst 22-jährig, sorgte mit verfassungsfeindlichen Äusserungen für Aufsehen. Die Scharia, liess er verlauten, stehe «im Zweifelsfall» über dem Schweizer Recht. Und was den Dschihad betreffe, den heiligen Krieg für den Islam, so sei er «noch nicht auf dem Niveau», um ihn glaubhaft führen zu können. … Frauen gehörten «von Natur aus» ins Haus, sagte Blancho in der Sendung «Schweiz aktuell». … Zu den Stargästen des Seminars gehörten der deutsche Prediger Pierre Vogel, auch er ein Konvertit, dem zuvor mehrmals die Einreise in die Schweiz verweigert worden war, und Abu Anas alias Mohammed Ciftci. «Allah sagt: ‹Ihr sollt eure Frauen schlagen, wenn sie nicht gehorchen›», mit dieser und ähnlichen Aussagen ist Anas in Internetvideos zu sehen.“, von: Philip Gut, aus: Bin Laden in Biel, in: DIE WELTWOCHE, 07.04.2010.

http://www.weltwoche.ch/index.php?id=538019

Schweizer Hanbalismus (Salafismus) firmiert als Islamischer Zentralrat der Schweiz (IZRS). Abu Ammar Abdullah = Nicolas Blancho. Abu Nusaybah = Abdel Azziz Qaasim = Patric Illi. Oscar Bergamin = Oscar Assadullah Mukhtar Bergamin.

Reto Wissmann: Islamisches Zeltlager am Bielersee, in: DER BUND, 09.06.2010.

http://www.derbund.ch/schweiz/standard/Islamisches-Zeltlager-am-Bielersee/story/23350288/print.html

(2) Nach Auffassung das pakistanischstämmigen Ṣiddīq Ġurūb ist jede Politik werdende Berücksichtigung von Islamgott inklusive Islamteufel, auch der parteibildende Kampf gegen derlei Magie und Barbarei, selber ein Steigbügelhalter des Kalifats, sei es als den Islam großzügig verwendender Nationalismus oder Faschismus oder aber als Kartell panischer Fehlgeleiteter und als, muslimbruderseits hoch erwünschte, verschreckte Schafherde von Dhimmis:

Eine rechte Allianz gegen den Islam? Warum eine jede konservative Partei antiislamischen Selbstverständnisses das Werk der Muslimbruderschaft fördert. Ein Gleichnis von Edward von Roy.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2010/02/06/161/

(3) Ahmet Davutoğlu

http://turkeymacedonia.files.wordpress.com/2010/04/ahmet_davutoglu.jpg

Bei: Turkey Macedonia – Turkish and Macedonian friedship. „This blog is dedicated to the ongoing struggle for human rights in Greece in regards to the recognition of the Turkish and Macedonians minorities that live in the country, who have been for many years denied the right to self identification.“, wo man zu Batı Trakya Birliği Bonn (West-Thrakien, Griechenlands Scharia im Familienrecht mit legaler Kindbraut) in die alte deutsche Bundeshauptstadt verlinkt.

http://www.westtrakien.com/batitrakya/index.html

(4) The Alliance of Civilization (AoC) was established in 2005, at the initiative of the Governments of Spain and Turkey, under the auspices of the United Nations. Prof. John Esposito (United States). H.E. Hojjatoleslam Seyyed Mohammad Khatami (Iran).

http://www.unaoc.org/content/view/160/197/lang,english/

Siegfried Kohlhammer: „Wesentlichen Anteil an Ramadans Erfolg bei den nicht-muslimischen Europäern hat – neben den üblichen Unverdächtigen und Apologeten des Islamismus wie Reinhold Schulze oder John Esposito – die Linke.“, aus: Kohlhammer: Pyromanischer Feuerwehrmann, in: DIE WELT, 20.05.2006.

http://www.welt.de/print-welt/article218074/Pyromanischer_Feuerwehrmann.html

(5) Hodschatoleslam Chatami, darf mit begeisterter Billigung des Wissenschaftsrats (WR) die künftigen deutschen universitären Islamischen Studien weiterhin ebenso kraftvoll beeinflussen wie Ägyptens Schariaminister Zaqzouq: „So hat Professor Mahmoud Zakzouk, Minister für Religiöse Angelegenheiten in Ägypten, angekündigt, bei der „Verwirklichung dieser Pläne (gemeint ist die Einrichtung von Islamischen Studien) mit Rat und Tat mitzuhelfen“. Auch der ehemalige Staatsminister des Iran, Seyed Mohammad Khatami, bewertet unser Vorhaben und unsere Tagung als „sehr wichtig im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der islamischen Welt und dem Westen.“

http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/Strohschneider_Begruessung.pdf

(6) »Der Islam als Alternative« (Murad Wilfried Hofmann 1992), analysiert von Jacques Auvergne.

http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/10/05/144/

(7) Sure der Tisch, Sūratu l-Māʾida, Sure 5:3. Sahih International übersetzt: This day I have perfected for you your religion and completed My favor upon you and have approved for you Islam as religion.

Muhsin Khan übersetzt: This day, I have perfected your religion for you, completed My Favour upon you, and have chosen for you Islam as your religion.

http://quran.com/5/3

Muhammad Muhsin Khan. Anerkannter Koranübersetzer und renommierter Mediziner (Herzkrankheiten). Lebensweg: Pakistan (Provinz Panjab; Lahore), Großbritannien (Wales), Saudi-Arabien (Taif (aṭ-Ṭāʾif); Medina (al-Madīna al-munawwara, „die erleuchtete Stadt“)).

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_Muhsin_Khan

(8) Baber Johansen, Karlsruhe 26.-28.04.2002. Auf dem Rechtspolitischen Kongress der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hält der gebürtige Berliner Baber Johansen einen so genannten Festvortrag, der dem auf Seelenrettung ausgerichteten Kulturrassismus namens Scharia huldigt („Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität. … Mit den anderen [ägyptischen] Verfassungsprinzipien müssen die der islamischen Normativität , wie das Gericht ausführt, „eine organische Einheit“ bilden.“). Der offensichtlich sozialdemokratisch verträgliche Karlsruher Vortrag lautete: »Das juristische Erbe des Islams in der Moderne. Offenbarte Normen, staatliche Gesetze und globales Recht«. Zur engagiert realisierten Scharia (iN) wusste der damals in der französischen Hauptstadt lehrende Studienleiter der Hochschule für Sozialwissenschaften im Jahre 2002, der drei Jahre später als Professor für Islamische Religionsstudien an der Divinity School (Harvard, US-MA) zu arbeiten begann:

„Die Juristen des Heiligen Rechts unterscheiden zwischen den Offenbarungsgrundlagen des Rechts, der shari’a, und den juristischen Qualifikationen von Handlungen und Institutionen, die aus diesen Offenbarungsgrundlagen durch menschliche – und daher fehlbare – Anstrengungen abgeleitet sind.

Sie trennen auch zwischen dem Recht als religiöser Norm einerseits und den Regulierungsmassnahmen der politischen Herrscher, die diese als Teil ihrer Leitungs- und Steuerungskompetenz wahrnehmen.

Der Begriff der shari’a verweist also zum einen auf die unfehlbaren Offenbarungsgrundlagen der von den Juristen erarbeiteten islamrechtlichen Normen, zum anderen auf den offenen Prozess mit stets ungewissem Ausgang, in dem aus diesen Offenbarungsreferenzen durch die Vernunftanstrengungen von Juristen Normen zu finden und zu formulieren sind, die dann kontrovers zwischen den Juristen diskutiert werden.

Diesen Prozess der Normenfindung nenne ich die islamische Normativität.

Ich grenze ihn ab gegen die Summe der so gewonnenen Normen und der sie stützenden Argumentationen, die in der Rechtswissenschaft, dem fiqh, von den einzelnen Rechtsschulen rezipiert, dokumentiert und zur Schuldoktrin erhoben wird.

Diese Normen nenne ich die islamrechtlichen Bestimmungen.

Beide sind deutlich abgegrenzt gegen die politischen Regulierungsmassnahmen.

Die Juristen produzieren einen Überschuss an konfligierenden Lehrmeinungen zu jeder Frage und aus diesem Reichtum einander widersprechender Lehrmeinungen wählen die juristischen Autoren und Lehrer die aus, die ihnen am einsichtigsten sind.

Es gibt keine Institution, die in letzter Instanz für alle Juristen entscheiden kann, welche Norm rechtens ist.

Die Autorität der Rechtsnormen bleibt, im Prinzip, an die personale Autorität der Juristen gebunden.

Hier setzt die spezifische Funktion der Rechtsschulen ein: sie wählen Lehrmeinungen aus, deren Autorität im Rahmen der Schule anerkannt wird.

Sie lehren solche Doktrinen und stabilisieren sie durch ihre Weitergabe, so dass die Kontinuität des juristischen Denkens gewährleistet ist.

Sie begrenzen zugleich die Kompetenz des einzelnen Juristen zur freien Rechtsfindung“

http://www.fes.de/rechtspolitischer-kongress/koo/fest-3.htm

Baber Johansen was appointed Professor of Islamic Religious Studies at Harvard Divinity School in 2005. His research and teaching focus on the relationship between religion and law in the classical and the modern Muslim world. He served as Directeur d’Atudes at the Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Centre d’Atude des normes juridiques), Paris (1995-2005), and Professor for Islamic Studies at the Freie Universitat Berlin (1972-1995). In 2006 he was appointed Affiliated Professor at Harvard Law School and Acting Director of its Islamic Legal Studies Program for 2006 to 2010. In 2007 he was affiliated with the Department of Near Eastern Languages and Civilizations.

http://fora.tv/speaker/9597/Baber_Johansen

Schariaverharmloser Reinhard Schulze und die totalitäre iN (islamische Normativität), Kurs W6224, 17.9.2009 – 17.12.2009, 8:00 – 10:00, Falkenplatz 11, Bern, Schweiz

http://evub.unibe.ch/pievub/?KursID=3475026&KursNr=W6224&UeberschriftID=504035&page=detail

(9) Thomas W. Arnold, The Caliphate (London 1924)

http://www.scribd.com/doc/27709844/The-Caliphate-Sir-Thomas-Arnold

(10) Rechtleitung, noch schariafrei, verschafft uns Pythía (Πυθία), die seherische Priesterin zu Delphi. Priestess of Delphi (1891), Öl auf Leinwand 160 x 80 cm, Gemälde von John Collier (1850–1934)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Collier-priestess_of_Delphi.jpg

Fatwa-Vorläufer, noch dem Rätselhaften verhaftet. Was kommt morgen, Karrieresprung oder Karriereknick? Göttin Themis, zeitweise Chefin am delphischen Orakel, klärt den Aigeus auf. Attische Kýlix (κύλιξ, vgl. lat. Calix; Kelch), rotfigurig, um 435 vor Christus.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Themis_Aigeus_Antikensammlung_Berlin_F2538.jpg

The Pythia (1917), Jacek Malczewski (1854-1929), Öl / Lwd.

http://www.mlahanas.de/Greeks/images/PythiaMalczewski.jpg

(11) Muhammad al-Baqir, der Fünfte Imam

http://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad_al-Baqir

(12) JALAL AL-I AHMAD: OCCIDENTOSIS: A Plague From the West. Translated by R. Campbell, Annotations and Introduction by Hamid Algar. Zu Gharbzadaghi (Westitis, Occidentosis) 26 Treffer.

http://multiworldindia.org/wp-content/uploads/2010/05/occidentosis.pdf

Hamid Algar, der schariafreundliche Professor aus dem kalifornischen Berkeley. Mit Begeisterung übersetzte der Islamkonvertit die Schriften Ayatollah Chomeinis ins Englische: „One person who had heard of the concept of velayat-e faqih was Hamid Algar, the man who had translated Khomeini’s lectures on the subject into English. When Algar, a British-born convert-to-Islam and Khomeini supporter”, aus: Elmer Swenson: »What Happens When Islamists Take Power? The Case of Iran«

http://gemsofislamism.tripod.com/khomeini_promises_kept.html

(13) İstanbul Lisesi – Türkocağı Caddesi No: 4 Cağaloğlu / İstanbul

http://www.istanbullisesi.k12.tr/

Noch fühlt man sich Atatürk verpflichtet

http://www.istanbullisesi.k12.tr/#PageID259

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht die Deutsche Abteilung des Istanbul Lisesi allen Leserinnen und Lesern unserer Website.

http://www.istanbullisesi.net/

(14) Rheinische Post, 07.01.2010. „Am Abend wurde er in Istanbul erwartet, wo am Freitagmorgen Gespräche mit dem Staatsminister für Europa, Egemen Bagis, sowie mit dem griechisch-orthodoxen ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. geplant sind. Am Nachmittag reist er weiter in die Golfstaaten. Begleitet wird der Außenminister von deutschen Wirtschaftsvertretern.“

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Westerwelle-schuert-EU-Hoffnung_aid_803849.html

NZZ, 28.07.2010. Westerwelle trifft mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu zusammen

http://www.nzz.ch/westerwelle_trifft_mit_seinem_tuerkischen_amtskollegen_ahmet_davutoglu_zusammen_1.6956146.html

DER WESTEN, 28.07.2010. Daniel Freudenreich: Westerwelle demonstriert Schulterschluss mit der Türkei

http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Westerwelle-demonstriert-Schulterschluss-mit-der-Tuerkei-id3297291.html

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36 Antworten to “Der türkische Schariati”

  1. Widderhorn Says:

    „Von der IHH schreibt der Kolumnist des Massenblattes Hürriyet, Semih Idiz: »Obwohl es keinen Beweis für eine direkte Verbindung gibt, sollte sich niemand darüber täuschen, dass die Erdoğan-Regierung moralisch und politisch hinter der Gruppe steht.« Auch passt die Mavi Marmara gut zu jener Wende, die schon 2001 in dem Buch Stratejik Derinlik (»Strategische Tiefe«) vorgezeichnet wurde. Verfasst hat es der heutige Außenminister Ahmet Davutoğlu. Das Traktat liest sich wie ein Aufguss geopolitischer Pseudowissenschaft vom Beginn des 20. Jahrhunderts.“

    https://www80.sevenval-fit.com/zeit/2010/26/Tuerkei-Aussenpolitik

    „The support given by the Turkish government to the Gaza flotilla is not surprising, given the increasingly Islamist nature of AKP foreign and domestic policy in recent years. Recently disclosed U.S. State Department cables reveal concern over Turkey’s “new, highly activist foreign policy” ascribed in part to the influence of Foreign Minister Ahmet Davutoglu, said to be laboring under “neo-Ottoman fantasies” of regaining lost Muslim lands and avenging Muslim defeats. Like the Muslim Brotherhood, which envisions a restoration of Islamic rule, at an initial stage, in parts of Europe that were once under the banner of Islam, a participant at an AKP think tank meeting expressed the reportedly widespread belief that a neo-Ottoman Turkey would want to “take back Andalusia and avenge the defeat at the siege of Vienna in 1683.” The same cable also asserts that many in the AKP believe that it is Turkey’s role to spread Islam in Europe.“

    http://www.israelbehindthenews.com/bin/content.cgi?ID=4262&q=1

  2. Widderhorn Says:

    Anwalt aller Muslime der Welt
    Von Wolfgang-Günter Lerch
    faz, 14. November 2010

    Es hatte fast etwas von einer Investitur, als … Ali Bardakoglu am Donnerstag seinem Nachfolger Mehmet Görmez den „Amts-Kaftan“ überstreifte. Bardakoglu hatte seinen Rücktritt erklärt und den Stab an seinen bisherigen Stellvertreter weitergegeben. …

    Bardakoglus Nachfolger Görmez … wird von manchen als „Hardliner“ bezeichnet … Es scheint freilich so zu sein, dass man seine theologische Ausstrahlung über die Türkei hinaus erweitern möchte.

    Dies wäre eine religiöse Parallele zur neuen Außenpolitik der „strategischen Tiefe“, wie sie Außenminister Ahmet Davutoglu entworfen hat. In diesem Sinne hat sich Görmez auch schon geäußert: Er verstehe sich nicht nur als Anwalt der türkischen Muslime, sondern aller Muslime in der Welt. Dies gelte auch für verfolgte muslimische Minderheiten. Der türkische Islam findet gegenwärtig tatsächlich auch bei manchen Intellektuellen der arabischen Nachbarstaaten Aufmerksamkeit, weil die regierende AKP Islam und Demokratie verbinde.

    http://www.faz.net/artikel/C31325/mehmet-goermez-anwalt-aller-muslime-der-welt-30003027.html

  3. Tanrı Says:

    Islamisierung der Türkei
    30.09.2011

    Karikaturist nach blasphemischer Zeichnung angeklagt

    „Kann ich den letzten Teil des Gebets weglassen, ich habe auch noch andere Dinge zu erledigen… Vielen Dank mein Gott! Schönen guten Tag noch…“

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13635126/Karikaturist-nach-blasphemischer-Zeichnung-angeklagt.html

  4. Khyber Markhor Says:

    Ahmet Mahmut Ünlü, in der Türkei besser bekannt als Cübbeli Ahmet Hodscha, wird von den Behörden Anstachelung zu kriminillen Taten vorgeworfen. …

    Der Festgenommene ist Mitglied so genannten Ismail-Agha-Gemeinde. Sie steht dem Naqshibandi Sufi-Orden nahe und soll allein in der Türkei über 100.000 Mitglieder haben. Die Gemeinde ist auch in Deutschland vertreten. …

    Ahmet Mahmut Ünlüs Thesen werden in der Türkei heftig diskutiert. Nicht wenige seiner Kritiker sehen in dem konservativen Prediger einen “freundlichem Taliban”. …

    Gegründet wurde die Organisation von Nuri und Vedat Ergin. Beide befinden sich derzeit in Haft.

    aus: Schlag gegen “Karagümrük”: Religiöser Führer in Istanbul verhaftet
    in: Deutsch-Türkische Nachrichten 10.12.2011

    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2011/12/11990/schlag-gegen-karaguemruek-religioeser-fuehrer-in-istanbul-verhaftet/

    Cübbeli Ahmet Hoca Das Kopftuch

    Der Tod

  5. Wird die Türkei zur Islamokratie? Says:

    Google und Facebook fallen türkischer Zensur zum Opfer

    Von: JAN KEETMAN 26.05.2011

    Istanbul. In der Türkei sind ab sofort eine Million Internetseiten gesperrt: Alle Internetcafés im Land müssen verpflichtend einen speziellen Filter verwenden, der eine Fülle an Websites blockiert. Dazu zählen: Google, BBC, Facebook, eBay, Amazon und die Seite des türkischen Menschenrechtsvereins. Sie sind einfach nicht mehr erreichbar.

    Teilweise gesperrt wurde die englischsprachige Version der freien Internetenzyklopädie Wikipedia. Dort ist das Stichwort „Kurdish People“ nicht zu erreichen. Auch Seiten, die Bademoden anbieten, können nicht mehr aufgerufen werden. Vereine von Schwulen und Lesben sind ebenfalls gesperrt sowie eine Reihe von Firmen – wie eine Seite, die Autos der Marke Peugeot zum Verkauf anbietet. …

    Der neue Filter für Internetcafés gibt einen Vorgeschmack auf das, was dem gesamten türkischen Netz ab 22. August droht. Dann tritt nämlich eine Verordnung in Kraft, die jeden Nutzer dazu zwingen wird, einen von vier Filtern zu gebrauchen. Zur Auswahl stehen „Kind“, „Familie“, „Inland“ und „Standardpaket“. Dagegen wurde bereits in den vergangenen Wochen in mehr als 30 Städten heftig protestiert. …

    Eine weitere offene Frage bleibt, was das Paket „Familie“ bedeutet. In traditionellen Lokalen in Anatolien gibt es einen „Familiensalon“: Das ist der Teil des Lokals, in dem die Frauen sitzen, möglichst ohne Blickkontakt zum übrigen Teil des Lokals. Offenbar soll das türkische Internet nun auch so einen „Familiensalon“ bekommen. Statt der mit dem Internet normalerweise verbundenen Weltoffenheit kommt nun scheinbar die Rückkehr ins anatolische Dorf.

    (auch in: “Die Presse”, Print-Ausgabe, 27.05.2011)

    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/665647/Google-und-Facebook-fallen-tuerkischer-Zensur-zum-Opfer

  6. Janoob al-Tareeq Says:

    „Wer schreibt, wird eingeschüchtert“

    Der türkische Journalist Ahmet Şik saß wegen seiner Recherchen ein Jahr im Gefängnis.

    http://www.zeit.de/2012/13/Interview-Ahmet-Sik

    Der islamistische Prediger Fethullah Gülen gilt als einer der mächtigsten Männer der Türkei. Seine Anhänger scheinen weite Teile der Ordnungsmacht im Land unterwandert zu haben, Kritiker werden aus dem Weg geräumt. Jetzt wurden zwei Journalisten verhaftet

    Sik wurde am 3. März [2011; Anm.: Tagesdatum des Untergangs des Kalifats, 03.03.1924] festgenommen, zeitgleich mit seinem Kollegen Nedim Sener. Beide arbeiten bei einer Zeitung aus dem Dogan Konzern, Sik bei der linksliberalen „Radikal“, Sener bei dem intellektuellen Traditionsblatt „Milliyet“. …

    Ahmet Sik hatte bei seiner Verhaftung die Arbeit an einem neuen Buch, das im Mai publiziert werden sollte, fast abgeschlossen. Das Manuskript birgt Sprengkraft. Das Buch heißt „Imamin Ordusu“, zu Deutsch „Die Armee des Imam“. Es beschreibt sehr detailliert, wie Anhänger des islamischen Geistlichen Fethullah Gülen, die derzeit mit Abstand einflussreichste islamische Bruderschaft der Türkei, seit Mitte der achtziger Jahre systematisch die Polizei unterwandert haben. Die Gülen-Bewegung ist im Ausland, auch in Deutschland, vor allem durch ihre Schulen bekannt. Fethullah Gülen selbst lebt seit einem Prozess in den neunziger Jahren in den USA im Exil.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/guelen-bewegung-in-der-tuerkei-die-unheimliche-macht-des-imam-a-754909.html

    The book called İmamın Ordusu (in English : The Army of the Imam ), which reportedly documents the influence of an Islamic group ( Fethullan Gülen ) within the police.

    http://theopinions.info/thearmyoftheimam.htm

  7. Uludere Says:

    :::

    Der türkische Ministerpräsident Erdogan will künftig gegen Abtreibungen und Kaiserschnitt-Geburten vorgehen. Sie seien ein Hindernis für das Bevölkerungswachstum der Türkei. Eine Oppositionspolitikerin kritisiert die Pläne des „Vagina-Wächters“ heftig.

    n der Türkei sollen Abtreibungen künftig nur noch bis zur vierten Schwangerschaftswoche und nur noch in medizinischen Notfällen erlaubt sein. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte jetzt die Abschaffung der bisherigen Regelung an, die Abtreibungen generell bis zur zehnten Woche erlaubt. Erdogan will auch gegen die steigende Zahl von Kaiserschnitt-Geburten vorgehen – wie die jährlich rund 70.000 Abtreibungen in der Türkei seien die Operationen ein Hindernis für das nötige Bevölkerungswachstum im Land, sagte er.

    Frauenpolitikerinnen sind entsetzt. Eine Oppositionsabgeordnete warf dem Regierungschef vor, er führe sich auf wie ein „Vagina-Wächter“.

    Mit ähnlich drastischen Worten hatte Erdogan vergangene Woche die Debatte über die Abtreibung eröffnet. So sagte er, jede Abtreibung sei ein Verbrechen und ein „Uludere“ – in dem gleichnamigen Ort an der türkisch-irakischen Grenze waren im Dezember 34 Schmuggler bei einem türkischen Luftangriff getötet worden, weil sie irrtümlich für kurdische Rebellen gehalten wurden. Mit Blick auf Einwände, bei der Abtreibungsregelung sei auch das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu beachten, erwiderte Erdogan, dann könne man ja auch Selbstmörder von der nächsten Brücke springen lassen.

    aus: Susanne Güsten: Erdogan will Abtreibungen erschweren; in: Der Tagesspiegel 30.05.2012

    http://www.tagesspiegel.de/politik/bevoelkerungswachstum-in-der-tuerkei-erdogan-will-abtreibungen-erschweren/6689978.html

    Premier Recep Tayyip Erdogan will Schwangerschaftsabbrüche in der Türkei de facto verbieten. Er fühlt sich endlich stark genug, um seine Bevölkerungspolitik nun in die Tat umzusetzen.

    Die Türkei erlebt derzeit ihre erste große Abtreibungsdebatte. Der konservative türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat das Thema scheinbar unvermittelt auf die politische Agenda des Landes gesetzt und damit stürmische Reaktionen provoziert. „Abtreibung ist Mord“, erklärte er kürzlich auf einer Konferenz , und kündigte ein schärferes Gesetz an, um die bisherige, relativ liberale Regelung in der Türkei zu ersetzen. Statt in den ersten zehn Schwangerschaftswochen sollen Abbrüche bald nur noch in den ersten vier oder fünf Wochen straffrei sein.

    Warum dieser Vorstoß des türkischen Regierungschefs, und wieso jetzt? Es handelt sich offenbar nicht um einen von Erdogans berüchtigten Spontanausbrüchen. Zweifellos wollte er auch von „Uludere“ ablenken, dem immer noch unaufgeklärten Angriff der türkischen Luftwaffe auf kurdische Schmuggler in Anatolien, der im Dezember 35 Tote forderte. Mit der Bemerkung „jede Abtreibung ist wie ein Uludere“, ging Erdogan zum Gegenangriff auf seine liberalen Kritiker über. Seither ist das Bombardement kein Thema mehr. Ein altgedienter Kolumnist der regierungsnahen Zeitung Yeni Safak, der dennoch darüber schrieb, wurde umgehend entlassen.

    Nun ist die Aufregung der liberalen Türken groß – und berechtigt. Bisher hatte der fromme Herr Erdogan Vorwürfe, er wolle die Türkei islamisieren, stets mit dem Argument gekontert, als Premier aller Türken den säkularen Staat nicht anzutasten. Er erlaubte beispielsweise das Kopftuch an den Universitäten – zwang aber keine Frau, es zu tragen. Doch seit Anfang des Jahres scheint sich nun der „wahre Erdogan“ zu zeigen. Plötzlich forciert er ein muslimisch-konservatives sozialpolitisches Programm, das auf eine umfassende „geistig-moralische Wende“ zielt.

    Es begann Ende Januar. Da verkündete der Premier, die Regierung wolle eine „religiöse Jugend“ in der Türkei heranziehen. Dazu dienen soll offenbar das wenig später von der regierenden konservativ-religiösen AKP verabschiedete neue Schulgesetz, das die Spielräume religiöser Schulen erweitert. Vor einer Woche wurde verfügt, die kostenlosen staatlichen Jugendferiencamps künftig nach Geschlechtern getrennt abzuhalten. Am Mittwoch kündigte Erdogan den Bau einer gigantischen neuen Moschee auf Istanbuls höchstem Hügel an. Und jetzt folgt er dem Ruf einflussreicher islamistischer Gruppen, denen das liberale Abtreibungsgesetz schon ewig nicht passt.

    Doch Erdogan geht es nicht nur darum, dass Abtreibungen „gegen den Willen Gottes“ verstießen, sondern vor allem, dass sie den Bestand des türkischen Volkes und dessen wirtschaftliche Dynamik gefährdeten. Seit langem empfiehlt er jeder türkischen Frau mindestens drei, am besten fünf Kinder. Es scheint, dass der Premier sich jetzt stark genug fühlt, seine bevölkerungspolitischen Ideen zur Maxime des staatlichen Handelns zu machen. Deshalb wetterte er zugleich gegen Kaiserschnittgeburten. Beide Eingriffe seien Teil eines „geheimen Komplotts des Auslands, um die Türkei von der globalen Bühne zu fegen“, erklärte Erdogan. (…)

    Seine Bemerkung löste neue Empörung aus. Die Vereinigung der Frauenverbände sprach von einem „Angriff des Staates auf den weiblichen Körper“. Die türkische Ärztevereinigung wies zu Recht darauf hin, dass Erdogan de facto ein Abtreibungsverbot verhänge, wenn er den Eingriff nur in den ersten vier Wochen zulasse, denn Schwangerschaften werden in der Regel erst danach entdeckt. Vielleicht ist genau dies Erdogans Absicht – und Teil der Strategie, die Türkei den neuen islamischen Regierungen Arabiens als Vorbild zu empfehlen. (…)

    aus: Frank Nordhausen: Türkinnen kämpfen für Recht auf Abtreibung, in: Frankfurter Rundschau 03.06.2012

    http://www.fr-online.de/meinung/erdogan-abtreibungen–rueckfall-in-zeiten-der-kurpfuscher,1472602,16290780.html

    Everything started with a few words said by Prime Minister Recep Tayyip Erdoğan last week: “Whether you kill a baby in its mother’s stomach or you kill a baby after birth, there’s no difference.” He also added, “Every abortion is an Uludere.”

    http://www.todayszaman.com/columnist-282355–how-did-abortion-come-to-our-agenda.html

    Uludere is the Kurdish village where Turkish fighter jets killed 34 innocent Kurds “by mistake” last December. The slogan “Abortion is a right, Uludere a massacre” has caught on like wildfire.

    The government says it will bring a new abortion law to parliament later this month.

    The No to Banning Abortion campaign has promised to hold a mass demonstration if that happens.

    http://www.socialistworker.co.uk/art.php?id=28725

    a senior diplomat told the Hürriyet Daily News in reference to PM Tayyip Erdoğan’s statement last week that “every abortion is an Uludere, every abortion is a murder.”

    Health Minister Recep Akdağ has said his ministry is drafting a law to ban or restrict abortion, and stated that babies born out of incidents of sexual assault would be protected by the state. The government will also take measures to reduce the number of Caesarian sections, he said.

    http://www.turkishweekly.net/news/136924/eu-finds-erdo%EF%A3%BFan%C3%ADs-words-on-abortion-%C3%ABannoying%C3%AD.html

    :::

  8. Querverweis Says:

    :::

    Die C.E.M. Vakfi (türk. Cumhuriyetçi Egitim Vakfi ; dt. Republikanische Erziehungszentrale) ist eine Organisation, die enge Beziehungen zu islamischen und nationalistischen Kreisen unterhält. Die Mehrheit der Aleviten betrachtet sie als Instrument der türkischen Regierung, um die Aleviten zu assimilieren. …

    Grund für die Verhaftung seien die Aussagen Herr Ökers von vor 2 Jahren in der Sendung „YOL AŞKINA“ auf dem Sender YOL TV gewesen. Der AABK Vorsitzende bezeichnete in dieser Sendung den Vorsitzenden der „C.E.M. Vakfi“(*1), İzzettin Doğan, als den „Hınzır Paşa“(*2) der heutigen Zeit. Diese Worte waren eine Reaktion auf ein veröffentlichtes Interview in der Türkei, in dem İzzettin Doğan seine Sympathie und Zuneigung gegenüber dem Islamisten und Führer der „Gülen-Bewegung“ Fetullah Gülen bekundete. Er hatte diesen als wichtigen Philosophen bezeichnet und ihn mit dem Schriftsteller Nazim Hikmet verglichen. Nach gut einem Jahr versuchte İzzettin Doğan diesen Fall vor Gericht zu tragen. Die Folge war die Verhaftung Herr Ökers genau zu dem Zeitpunkt, an dem er sich in Begleitung mit weiteren Vorstandsmitgliedern der AABK auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung nach Maraş befand.

    Nach 32 Jahren fand zum ersten Mal eine Gedenkveranstaltung genau an dem Ort statt, an dem es 1978 zu dem Massaker an der alevitischen Bevölkerung durch islamistische und faschistische Gruppen kam.

    Im Hinblick darauf, untermauern die Ereignisse die Tatsache, dass der türkische Staat nicht in der Lage ist, sich seiner eigenen Vergangenheit zu stellen. Dies bewiesen zuletzt die angekündigten „Demokratischen Öffnungen“ der AKP-Regierung im Hinblick auf die Situation der Aleviten und die der Kurden. Diese Öffnungen entpuppten sich in kurzer Zeit als ein inhaltsloses und unseriöses Medienspektakel.

    aus: Mazlum Dogan: Demokratie auf Irrwegen; veröffentlich bei: BDAJ (ehemals AAGB als Akronym aus dem türkischen Almanya Alevi Gençler Birliği – Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V.) ist die 1994 gegründete eigenständige Jugendorganisation der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. (AABF – vgl.: http://www.Alevi.com/de).

    http://www.aagb.net/index.php?option=com_content&view=article&id=107:demokratie-auf-irrwegen&catid=61:aktuelles

    Wir gedenken! Faschisten geht denken!
    Gedenkveranstaltung für das Massaker von Maraş (1978)

    Am 26. April 1997 gründete sich in Essen die Europavertretung der türkischen sog. „Republikanischen Erziehungszentrale“ (Cumhuriyetci Egitim Vakfi, kurz: „C. E. M.-Vakfi“).

    Bundespräsident Dr. Roman Herzog und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau schickten Grußadressen anlässlich der Gründung dieses Vereins, der sich angeblich „Weltoffenheit, Nächstenliebe und den Wunsch nach friedlichem Zusammenleben aller Menschen“ zum Ziel gemacht hat (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 28. April 1997).

    Tatsächlich wurde die „C.E.M.-Vakfi“ 1995 von der türkischen Regierung als Konkurrenzorganisation zu unabhängigen alevitischen Vereinigungen (wie z. B. „Pir Sultan Abdal“ oder „Haci Bektas Vereinigung“) gegründet. Während unabhängige alevitische Vereine in der Türkei regelmäßig bei der Ausübung ihrer Religion vom Staat unterdrückt werden (Schließung oder Zerstörung von Gebetsräumen, Veranstaltungsverbote) soll die „C. E. M.-Vakfi“ eine staatliche Einflußnahme auf die alevitische Minderheit ermöglichen (Pressemitteilung des Essener „Informationsbüro Türkei und Kurdistan“, 28. April 1997). In einem Geheimpapier der türkischen Regierung vom 3. Januar 1997 über „Zu ergreifende Maßnahmen gegen PKK-Aktivitäten 1997“ (Dok-Nr. B 050 HID 0000073/472) heißt es unter Punkt 4, „Personen, die bei den Aleviten und Yeziden eine natürliche Führung innehaben und den Staat unterstützen, sollen soweit unterstützt werden, daß ihr Einfluss auf diese Gruppen zunimmt (. . .). Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die den Einfluß denjenigen entziehen, die durch die PKK gelenkt werden.“

    Die Europavertretung von C. E. M.-Vakfi wurde mit Genehmigung der fundamentalistischen Regierung der Türkei gegründet. Auf der Gründungsversammlung anwesend waren die türkischen Generalkonsuln aus Essen und Münster, Etcioglu und Altan.

    Der selbsternannte Vorsitzende von C. E. M.-Vakfi ist ein alevitischer Vorbeter namens Izzettin Dogan. Izzettin Dogan war — kurz nach dem Militärputsch 1980 — Gründungsmitglied der türkischen „National-Demokratischen Partei“ (MDP). Später trat er der rechtskonservativen „Partei des Rechten Weges“ und jetzigen Regierungspartei DYP bei. Izzetin Dogan pflegt enge Verbindungen zur faschistischen türkischen Partei „Milliyetci Hareket Partisi“ (MHP). So nahm Izzettin Dogan Anfang April 1997 an vorderster Stelle an den Begräbnisfeierlichkeiten für den verstorbenen MHP-Vorsitzenden, Alparslan Türkes, teil.

    Kurz zuvor, im März 1997, hatte Dogan zwecks Vorstellung der „C. E. M.-Vakfi“ in verschiedenen Städten der Niederlande Vereine der „Föderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Europa e. V.“ (ADÜTDF, kurz: „Türk-Föderation“, der Auslandsorganisation der MHP/“Graue Wölfe“) besucht. Hierbei referierte Izzettin Dogan über sein Konzept eines „völkischen Alevitentums“.

    aus: Deutscher Bundestag: Drucksache 13/7861 vom 05.06.1997

    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/13/078/1307861.asc

    :::

  9. Jacques Auvergne Says:

    Die Türkei befindet sich seit Wochen im Bann einer politisch-religiösen Seifenoper, deren Schauplatz das Regierungsviertel in Ankara ist. Dies, und die drei Wohnungen der drei Frauen des Ali Yüksel, seines Zeichens Regierungsberater und selbst ernannter „Scheich ul-Islam“, also eine Autorität in Sachen Religion. „Es würde mir das Herz zerbrechen, ich liebe ihn so“, gab seine Frau Dilber zu Protokoll, als Buchautor Fehmi Calmuk sie fragte, wie sie sich fühlen würde, nähme sich ihr Mann eine vierte Ehefrau. Drei hat er schon. Denn, so sagt Yüksel ganz offen, der Islam erlaube bis zu vier Frauen, wenn der Mann sie versorgen könne und sie alle gleich behandle.

    „Gleich“ kann natürlich auch „gleich schlecht“ bedeuten, und Yüksel wurde in der Zeitung „Radikal“ mit den Worten zitiert, er habe seine bereits vorhandenen Frauen nicht um Erlaubnis gefragt, bevor er erneut heiratete. Denn „sie hätten mich nicht gelassen“. Aber es sei ja Gott sei Dank nach den Geboten des Islam auch gar nicht erforderlich, die Frauen zu fragen.

    Nach Auskunft seiner ersten Frau Dilber, die ihn im Alter von elf Jahren kennenlernte und ihren Angaben nach sofort den Mann fürs Leben in ihm erblickte, ist Yüksel ein gerechter Ehemann. Er teile seine Zeit gleichmäßig mit allen drei Frauen, „schläft jede Nacht bei einer anderen von uns, nie zweimal nacheinander und nie lässt er eine Nacht aus.“

    Wenn Allah es so wolle, werde er auch eine vierte Frau heiraten. Polygamie ist in der Türkei verboten, aber richtig bestraft wird man dennoch nicht, sollte einmal ein Fall bekannt werden. Entsprechend sind die Ehen des Ali Yüksel nicht vor dem Standesamt, sondern vor dem Imam geschlossen worden. …

    Yüksel ist Berater von Staatsminister Faruk Celik, der für Angelegenheiten des Religionsdirektorats Diyanet zuständig ist. Als solcher ist er zwar im Organigramm der Regierung dem Ministerpräsidentenamt zugeordnet (wie auch die Staatsminister ohne Ressort), aber Yüksel ist keineswegs Erdogans direkter Berater.

    Gleichwohl stimmt es nachdenklich, dass er überhaupt Berater von irgendwem ist. Er gehört zur Fundamentalisten-Organisation Milli Görüs, deren Europa-Abteilung er leitet. Es ist dieselbe Organisation, die Ende Mai einen gewalttätigen „Hilfskonvoi“ nach Gaza auf den Weg brachte, was den Tod von neun Aktivisten zur Folge hatte. Es ist eine Organisation, die nach Angaben ihrer eigenen Funktionäre eine „Großtürkei“ anstrebt als Zentrum einer islamischen Welt, und die der Meinung ist, dass man Israel nur mit Gewalt niederringen kann. Sowohl Erdogan als auch Staatspräsident Abdullah Gül entstammen dieser Bewegung, haben sich aber später von ihr getrennt und einen vorgeblich moderateren Weg eingeschlagen.

    Was das Frauenbild betrifft – da kann man viel ins Feld führen. Etwa die Kinderehe des Staatspräsidenten Gül, der seine Frau heiratete, als sie gerade 15 geworden war. Oder, vor einigen Jahren, das Handbuch eines AKP Bürgermeisteramtes mit Ratschlägen zur Eheschließung, worin der gute Rat enthalten war, Männer sollten nach Möglichkeit Frauen heiraten, die sozial unter ihnen stünden.

    aus: Boris Kálnoky: Türkei streitet über polygamen Regierungsberater
    in: WELT-online 06.08.2010

    http://www.welt.de/politik/ausland/article8862060/Tuerkei-streitet-ueber-polygamen-Regierungsberater.html

    Ancien président en Europe de l’organisation islamiste Milli Görüs, Ali Yüksel a reconnu avoir trois épouses et en rechercher une quatrième, « comme le permet l’islam ». Dans un pays laïque, où la polygamie est interdite depuis 1926, ces propos ont choqué.

    aus: Delphine Nerbollier: Les femmes turques espèrent plus d’équité
    in: La Croix 09.09.2010

    http://www.la-croix.com/Actualite/S-informer/Monde/Les-femmes-turques-esperent-plus-d-equite-_NG_-2010-09-09-578375

    It seems the new adviser of Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdoğan has three wives and considers himself a ’sheikh al-Islam.‘ …

    Yüksel is the chairman of the European National View Organization and a “sheikh al-Islam.”

    You may say, “So, what’s wrong with that? Did Erdoğan enter politics as pro-‘National View’?” But did Erdoğan, together with President Abdullah Gül, say, “We don’t take the Quran as a reference” when they formed the ruling Justice and Development Party, or AKP?

    I don’t know how a man can be a sheikh al-Islam, but I honestly find very odd the appointment of a person who claims to be one as the Prime Ministry adviser.

    That’s not all. It seems the newly appointed adviser has three wives. Determined to use all his rights under Islam, Mr. Yüksel says he will have a fourth. And in order to show how he is right, the new adviser says, “I am trying to treat them equally,” as his wives confirm. …

    polygamy is a crime according to Turkish law. Is it right for Erdoğan to appoint a man who is already committing a crime?

    what if Mr. Yüksel believes he really is a sheikh al-Islam?

    aus: Türker Alkan: Four women, one prime minister’s adviser
    in: Hürriyet Daily News 08.05.2010

    http://www.hurriyetdailynews.com/default.aspx?pageid=438&n=four-women-2010-08-05

  10. Sekülerizm Says:

    Am vergangenen Wochenende kam es zu einer Belagerung einer alevitischen Familie im Bezirk Sürgü in Malatya im Osten der Türkei. Dabei sei die Familie Evli, um die es sich handelt, massiv bedroht worden, weil sie im Ramadan nicht faste. Es habe sich unterschiedlichen Medienberichten zufolge um 100 bis 500 Menschen gehandelt, die mit Steinen die Scheiben eingeschlagen haben sollen. Parolen wie „Tod den Aleviten“ seien zu hören gewesen.

    Zuvor habe es zudem Auseinandersetzungen mit dem Trommler gegeben, der traditionell vor dem Morgengrauen die Bewohner des jeweiligen Ortes weckt, um eine Mahlzeit vor dem Beginn des Fastens einnehmen zu können. Trotz der breiten Berichterstattung in den türkischen Medien, hält dieser in einem Interview mit der Zeitung Radikal daran fest, dass die Familie das Dorf verlassen müsse. Der Leiter der türkischen Religionsbehörde Mehmet Görmerz erklärte, das sei nicht hinnehmbar. „Niemand darf aufgrund seines Glaubens Gewalt ausgesetzt werden“, so Görmez.

    aus: Alevitische Gemeinde Deutschland: „Es müssen weitere Massaker an Aleviten verhindert werden!“
    in: Deutsch Türkische Nachrichten | 01.08.12.

    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/08/457529/alevitische-gemeinde-deutschland-%E2%80%9Ees-muessen-weitere-massaker-an-aleviten-verhindert-werden%E2%80%9C/

    YOL TV berichtete als erster Fernsehsender über diesen gewalttätigen Angriff auf die Familie Evli. Während der gestrigen Livesendung, in die Frau Evli per Telefon zugeschaltet war, berichtete sie live vom Ort des Geschehens. Im Hintergrund waren die Angreifer mit Hetzparolen zu hören. Die Alevitische Gemeinde Deutschland steht immer noch mit der Familie in Kontakt.

    http://alevi.com/de/schon-wieder-malatya-schon-wieder-menschenverachtung/

    The attack happened in Sürgü, Malatya. The family members did not want the Ramadan drummer play in front of their house. This was a pretext for the Sunni and nationalist mob to surround their house and to throw rocks at the house…

    aus: Erkan’s Field Diary

    http://erkansaka.net/archives/17553

  11. Jacques Auvergne Says:

    ::

    (EU: Die Scharia ist inkompatibel mit den grundlegenden Werten der Demokratie (sharia is incompatible with the fundamental principles of democracy).

    Ein Staat darf sich gegen eine solche politreligiöse Bewegung zur Wehr setzen (each Contracting State may oppose such political movements).

    Es erscheint uns als kaum möglich, einerseits für Demokratie und Menschenrechte einstehen zu wollen und andererseits zur gleichen Zeit eine auf der Scharia aufbauende Lebensordnung zu unterstützen (It is difficult to declare one’s respect for democracy and human rights while at the same time supporting a regime based on sharia).

    Die Türkei legte sich auf eine Form des Säkularismus fest, welche den Islam und andere Religionen in den Bereich von privater religiöser Praxis weist (Turkey opted for a form of secularism which confined Islam and other religions to the sphere of private religious practice).

    EU-Menschenrechtshof 2003 zum Thema türkische Refah-Partei, passt aber auch zu Kairo oder Berlin:

    In the case
    of Refah Partisi (The Welfare Party) and Others v. Turkey,
    The European Court of Human Rights,
    sitting as a Grand Chamber …
    Having deliberated in private
    on 19 June 2002 and on 22 January 2003,
    Delivers the following judgment,
    which was adopted on the last-mentioned date:

    (b) Sharia…

    15. The Court concurs in the Chamber’s view that sharia is incompatible with the fundamental principles of democracy, as set forth in the Convention:

    “72. Like the Constitutional Court, the Court considers that sharia, which faithfully reflects the dogmas and divine rules laid down by religion, is stable and invariable.

    Principles such as pluralism in the political sphere or the constant evolution of public freedoms have no place in it. The Court notes that, when read together, the offending statements, which contain explicit references to the introduction of sharia, are difficult to reconcile with the fundamental principles of democracy, as conceived in the Convention taken as a whole. It is difficult to declare one’s respect for democracy and human rights while at the same time supporting a regime based on sharia, which clearly diverges from Convention values, particularly with regard to its criminal law and criminal procedure, its rules on the legal status of women and the way it intervenes in all spheres of private and public life in accordance with religious precepts. … In the Court’s view, a political party whose actions seem to be aimed at introducing sharia in a State party to the Convention can hardly be regarded as an association complying with the democratic ideal that underlies the whole of the Convention.”

    16. The Court must not lose sight of the fact that in the past political movements based on religious fundamentalism have been able to seize political power in certain States and have had the opportunity to set up themodel of society which they had in mind. It considers that, in accordance with the Convention’s provisions, each Contracting State may oppose such political movements in the light of its historical experience.

    17. The Court further observes that there was already an Islamic theocratic regime under Ottoman law. When the former theocratic regime was dismantled and the republican regime was being set up, Turkey opted for a form of secularism which confined Islam and other religions to the sphere of private religious practice. Mindful of the importance for survival of the democratic regime of ensuring respect for the principle of secularism in Turkey, the Court considers that the Constitutional Court was justified in holding that Refah’s policy of establishing sharia was incompatible with democracy (see paragraph 40 above).

    http://www.iilj.org/courses/documents/RefahPartisivTurkey.pdf

    ::

  12. Machandelboom Says:

    ::

    (…) In der Türkei muss jeder Schüler, egal ob Muslim oder andersgläubig, den islamischen Religionsunterricht besuchen. Um die Versetzung zu schaffen, muss dieser Kurs erfolgreich bestanden werden. Während einer Schulstunde begann nun der Religionslehrer, über die Operation „Wolkenbruch“ im Gazastreifen zu sprechen.

    Einige Schüler fingen an, über Israel zu schimpfen. Sie wurden immer gewalttätiger, und der Lehrer, ein Beamter des türkischen Staates, meinte: „Macht euch keine Sorgen, Israel wird eines Tages zerstört werden, und dieser Tag ist nahe. Alle Juden werden dafür bezahlen!“ Nachdem der Lehrer die Schüler so aufgehetzt hatte, begannen einige Schüler, Hitler zu loben, während andere ihrer Bereitschaft Ausdruck verliehen, die Israelis ins Meer zu treiben. …

    Judenhass und der sich verbreitende Einfluss der Scharia haben die laizistische Gesellschaft selbst in den modernsten Gegenden der Türkei derart verändert, dass es nicht länger möglich ist, dies zu ignorieren, zumindest als Jude.

    Ich habe keine Hoffnung, dass sich die Situation in Zukunft verbessern wird. Im Gegenteil, es wird jeden Tag schlimmer. Dies kommt nicht überraschend. Voreingenommene Medien und Politiker verbreiten diese manipulative Rhetorik, und die Schulbücher, die vom türkischen Staat herausgegeben werden, triefen vor Judenhass.

    In einem Staat, wo die Kinder zum Hass erzogen werden, kann wahre Achtung für Vielfalt nicht gedeihen, die das Fundament jeder freien Gesellschaft darstellt. Während die säkulare Gesellschaft kollabiert, wächst die Macht der Islamisten jeden Tag weiter. Ich bin deshalb nicht pessimistisch, sondern realistisch, wenn ich sage, dass die Zukunft der Türkei nicht rosig aussieht.

    zitiert aus: Ege Berk Korkut: Judenhass hat türkischen Schulunterricht erreicht
    zu finden in: Die Welt 20.12.2012

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article112151074/Judenhass-hat-tuerkischen-Schulunterricht-erreicht.html

    ::

  13. Bragalou Says:

    Küssen verboten – jedenfalls in der Öffentlichkeit! So sehen es viele strenge Muslime in der Türkei. Als sich 200 Demonstranten aus Protest dagegen in Ankara zu einem öffentlichen Kiss-in trafen, wurden sie von religiösen Aktivisten angegriffen.::

    Türkei: Religiöse greifen Kuss-Protest an

    Religiöse Aktivisten haben in Ankara ein öffentliches Kiss-in angegriffen … Ein Jugendlicher soll dem Bericht nach mit einem Messer angegriffen worden sein, heißt es in der „Hürriyet“. Demnach wollten mehr als 200 überwiegend junge Menschen mit dem Küssen in der Öffentlichkeit ein Zeichen gegen eine schleichende Islamisierung der Gesellschaft setzen.

    Die Aktion fand demnach an einer U-Bahn-Station im Zentrum der Hauptstadt statt. Dort waren Gemeindebeamte zuvor im Namen der „moralischen Ordnung“ gegen ein sich küssendes Paar vorgegangen.

    Als sich die Teilnehmer der Protestaktion aus Solidarität mit dem Paar ihrerseits küssten, riefen etwa 20 Aktivisten „Allah Akbar“ (Gott ist groß) und gingen ungeachtet der anwesenden Polizisten mit Messern auf einige Demonstranten los.

    In der Türkei, deren Bevölkerung offiziell zu 99 Prozent muslimisch ist, ist seit mehr als zehn Jahren die islamisch-konservative Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an der Macht. … Kritiker werfen ihr vor, die türkische Gesellschaft immer weiter vom Laizismus zu entfernen.

    Zu einer zweiten Gruppe von Störern der Kuss-Aktion gehörten der „Hürriyet“ zufolge auch Mitglieder der AKP-Jugendorganisation.

    otr/AFP

    DER SPIEGEL 26.05.2013

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/religioese-aktivisten-greifen-kuss-protest-an-a-901948.html

    ::
    ::

    The Huffington Post

    Turkey Kissing Protest Held In Subway As Couples Defy Ban On Public Displays Of Affection

    http://www.huffingtonpost.com/2013/05/25/turkey-kissing-protest-subway_n_3337004.html

    Le HuffPost

    En Turquie, des baisers publics en guise de contestation contre les codes moraux d’Ankara

    http://www.huffingtonpost.fr/2013/05/27/turquie-baisers-guise-contestation-codes-moraux-ankara_n_3341419.html

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    FOX NEWS

    http://www.foxnews.com/world/2013/05/25/turkish-couples-kiss-in-subway-to-protest-morality-announcement/

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    Turkish couples kiss in subway in protest

    The Associated Press 2013

    http://www.newsdaily.com/world/66c2175439fb6f4d64df7b864a1ee091/turkish-couples-kiss-in-subway-in-protest

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  14. Bragalou Says:

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    Pro-Erdogan-Proteste Düsseldorf / Juli 2013

    Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (türkisch: Avrupalı Türk Demokratlar Birliği, Abkürzung UETD) ist ein Zusammenschluss zur Förderung des politischen, sozialen und kulturellen Engagements der Türken in der Europäischen Union, bei dem die Belange des gesellschaftlichen Lebens und der Integrationsprozess in die europäische Gesellschaft im Vordergrund stehen. Die UETD gilt als Lobby-Partei der türkischen Regierungspartei AKP. … Eine selbst gesetzte, zentrale Aufgabe der UETD ist es, auf der Grundlage von Dialog und Zusammenarbeit dafür zu sorgen, dass europäische Türken angesehene, geachtete und aktive Staatsbürger des Staates werden, in dem sie leben. …

    http://de.wikipedia.org/wiki/Union_Europ%C3%A4isch-T%C3%BCrkischer_Demokraten

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    Düsseldorf am 07.07.2013 – Statt der angekündigten 50.000 Teilnehmer kamen zwar nur 17.000 bis 25.000, die aber beschworen Türkentum, AKP, Mursi (!) sowie ihren Hass auf Israel. Ein wichtiger Redner oder besser antiwestlicher Einpeitscher war Mevlüt Çavuşoğlu von der AKP

    Düsseldorf’taki Rheinpark … Almanya’nın Düsseldorf kentinde düzenlenen „Demokrasiye Saygı“ mitingi, Avrupa’nın farklı ülkelerinden gelen 10 bini aşkın kişinin katılımıyla başladı. … Avrupalı Türk Demokratlar Birliği’nin (UETD) Düssseldorf kentindeki Rheinpark’ta düzenlediği „Demokrasiye Saygı Mitingi“ne katılmak ve Başbakan Erdoğan’a destek vermek için Almanya’nın yanı sıra Fransa, Belçika ve Hollanda’dan da binlerce vatandaş otobüslerle miting alanına geldi. … „Demokrasiye Saygı“ mitinginde Kültür Bakanı Ömer Çelik’in konuşma yapması bekleniyor. Mitingde, AK Parti Dış İlişkilerden Sorumlu Genel Başkan Yardımcısı Mevlüt Çavuşoğlu, AK Parti Samsun Milletvekili Çağatay Kılıç ve AK Parti İstanbul Milletvekili Metin Külünk de yer alıyor.

    7 Temmuz 2013

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    Es gibt Pide, Ayran und Pistazien, türkischer Mokka wird für einen Euro gereicht, Tee gibt es oft für umsonst. Es könnte sich also auch um einen riesigen Familienausflug handeln, um ein Volksfest, doch die Menschen haben sich in rote Flaggen gehüllt, Spruchbänder gebastelt, manche tragen schlicht sein Porträt mit einer Sicherheitsnadel am Körper: Recep Tayip Erdogan, türkischer Ministerpräsident, und zumindest für die etwa 20 000 Demonstranten, die an diesem herrlichen Sonntag an den Rhein gekommen sind, Heilsbringer, Visionär und ein vorbildlicher Demokrat, der allen Verschwörungen zum Trotz die Türkei in eine glorreiche Zukunft führt.

    Dies wird von vielen Menschen in Deutschland angezweifelt, auch in der Türkei kam es am Wochenende erneut zu Demonstrationen. Die Polizei am Istanbuler Taksim-Platz operierte wieder massiv mit Wasserwerfern und Tränengas, es kam zu Straßenschlachten. Bei den Türken in Düsseldorf, die mit 250 Bussen aus ganz Deutschland gekommen waren, rufen die Proteste hingegen nur Unverständnis hervor. Propaganda der Erdogan-Gegner, sagen sie und, dass deutsche Medien über die wahren Gründe lügen. „Das hier ist die Meinung des Volkes“, sagt einer der Demonstranten. Schlachtrufe ertönen „Erdogan, Erdogan“ unterbrochen von „Türkiye, Türkiye“.

    … Auf einer Gegenveranstaltung protestierten gestern in Düsseldorf zeitgleich auch rund 400 Erdogan-Gegner.

    aus:
    In Düsseldorf demonstrieren 20 000 Türken für Erdogan
    VON TORSTEN THISSEN – zuletzt aktualisiert: 08.07.2013

    http://nachrichten.rp-online.de/regional/in-duesseldorf-demonstrieren-20-000-tuerken-fuer-erdogan-1.3521201

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    (…) Frau: “Wir finden, dass das der beste Präsident bis jetzt ist. Wir sind einfach bei ihm. Er ist nicht alleine.”

    Mann: “Was hat die Türkei den Deutschen oder den Europäern getan, dass sie uns so hassen? İch verstehe das nicht, ehrlich. Ich finde das asozial einfach, undemokratisch, ungerecht.”

    Frau 2: “Deswegen bin ich hier. Er ist der Führer der Türkei, er ist Führer der ganzen Welt. Es gibt keinen anderen Premier außer Erdogan. ” …

    Dann betritt ein Abgeordneter der türkischen Regierungspartei AKP die Bühne. Seine Botschaft an die Deutsch-Türken:

    Mevlüt Cavusoglu, AKP Alanya: „Unser Vaterland ist die Türkei.“

    Die Menge skandiert „verflucht sei Israel, verflucht sei Israel.”

    Und der türkische Abgeordnete – er redet einfach weiter:

    Mevlüt Cavusoglu, AKP Alanya: “Unser Vaterland ist die Türkei. Gleichgültig wo wir leben, die Verbindung mit dem anatolischen Boden ist stärker.“

    Anti-Israelische Hetze in Düsseldorf, wie ist dies zu erklären?

    Wir fragen den deutsch-ägyptischen Politologen Hamed Abdel-Samat. Weil ihn Islamisten mit dem Tode bedrohten, tauchte er vorübergehend unter.

    Hamed Abdel-Samad: “Es gibt viele Feindbilder: Der Westen, USA , EU, Israel. Und sowohl die Anhänger Mursis als auch Erdogans Anhänger glauben, dass es eine Weltverschwörung gegen den Islam gibt, den es zu bekämpfen gilt.”

    In Düsseldorf geht es auch um die große Weltpolitik. Der türkische Abgeordnete spricht über Ägypten, den Militärputsch gegen Mohammed Mursi und die Haltung des Westens.

    Mevlüt Cavusoglu, AKP Alanya: „Wo ist den nun ihre – [gemeint ist der Westen] sogenannte Demokratie, ihr Rechtsstaat, ihre Menschenrechte?”

    Die Menge antwortet mit pro Mursi-Rufen.

    Mevlüt Cavusoglu, AKP Alanya: “Hier könnt Ihr ihr doppeltes Gesicht; ihre doppelten Standards erkennen. Wir, die Türkei, stehen dagegen für Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte.“ …

    Quelle:
    Erdogans deutsche Anhänger machen mobil
    Von: Ahmet Senyurt Stand: 09.07.2013

    http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/erdogan-anhaenger100.html

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  15. Bragalou Says:

    SPIEGEL-online 16.09.2011, Erdogans Berliner Lobby-Truppe

    Maximilian Popp und Markus Sehl:

    Premier Erdogan versucht seit Jahren, die Auslandstürken für seine politischen Ziele einzuspannen. 2005 eröffnete er in Köln die Zentrale der Europäisch-Türkischen Demokraten (UETD), einen AKP-Lobby-Verein. Die UETD wirbt unter Deutsch-Türken um Stimmen für Erdogan, zuletzt vor der türkischen Parlamentswahl im Juni. Sie hat seine umstrittene Rede in Köln 2008 vorbereitet und seinen Wahlkampfauftritt in Düsseldorf im Februar dieses Jahres. Nun jedoch geht sie noch einen Schritt weiter: Aktive und ehemalige UETD-Spitzenfunktionäre waren maßgeblich an der Gründung der BIG-Partei beteiligt. “Es ist Zeit, unsere Kräfte zu bündeln”, sagt der Vorsitzende der Union, Hasan Özdogan. …

    Misirlioglu arbeitete acht Jahre lang bei einer islamischen Hilfsorganisation. Zuletzt baute er das Berliner Büro des Spendenvereins WEFA auf, dem vorgeworfen wird, indirekt die palästinensische Hamas zu finanzieren. Der Verein unterhält Beziehungen zur türkischen Regierung. Das BIG, sagt Misirlioglu, soll schon bald die Politik prägen: “In zehn Jahren sind wir in der Regierung.”

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,786207,00.html

    DIE VERBINDUNGEN DER BIG-PARTEI

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bild-786207-267619.html

    Wiki zu BIG: In türkischen Medien in Deutschland wird über die Unterstützung der BIG durch die türkisch-islamische Fethullah Gülen-Bewegung und die AKP berichtet. Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die als „europäischer Arm“ der AKP gilt, rief alle türkeistämmigen Wahlberechtigten dazu auf, die BIG zu wählen. Die Neugründung der BIG wurde auch von der Islamischen Gemeinschaft Deutschland begrüßt, im Namen ihres langjährigen Vorsitzenden Ibrahim El-Zayat, der auch Treuhänder von Islamic Relief ist.

    http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnis_f%C3%BCr_Innovation_und_Gerechtigkeit

  16. Bragalou Says:

    Hinter dem Tulip Forum steckt ein Kreis früherer Funktionäre der Union Europäisch-Türkischer Demokraten, einer Lobby-Truppe der AKP in der Bundesrepublik. Sprecher des Tulip Forums ist Salih Altinisik, bis vor wenigen Wochen noch UETD-Generalsekretär. Mit dabei ist auch Haluk Yildiz, Chef der Kleinpartei „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ (BIG) und der ehemalige Islamrat- und UETD-Vorsitzende Hassan Özdogan, der heute dem Muslimischen Sozialen Bund (MSB) vorsteht.

    „Überall ist Taksim!“
    von Pascal Beucker
    taz 22.06.2013

    http://www.taz.de/!118584/

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    Die IGMG ist mit verschiedenen islamischen Organisationen und Dachverbänden in Deutschland verflochten. Beispielsweise führt der ehemalige Generalsekretär der IGMG, Ali KIZILKAYA, den Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland, dem viele Jahre der frühere IGMG-Funktionär Hassan ÖZDOGAN vorstand. Über den Vorsitzenden der im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) vertretenen Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD), Ibrahim EL-ZAYAT, hält die IGMG die Verbindung zum ZMD.

    Verfassungsschutz Niedersachsen

    http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=12327&article_id=54208&_psmand=30

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    Im August / September 2006 wurde auf Yildiz Engagement hin[6][7] der „Rat der Muslime in Bonn“ gegründet, dessen Sprecher Yildiz wurde.[8] Die Gründung fand in den Räumen des Muslimischen Sozialen Bund (MSB) statt, dessen Vorsitzender Hassan Özdogan[9] ein ehemaliges Milli Görüs-Vorstandsmitglied ist.

    Wiki Haluk Yildiz

    http://de.wikipedia.org/wiki/Haluk_Yildiz

  17. Dwarslöper Says:

    Ansteigende Zahl von Ehrverbrechen in der Türkei. 165 Frauen von Angehörigen ermordet
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    So wird in der Türkei jedes Jahr das Leben Hunderter Kinder zerstört: 165 Frauen wurden im vergangenen Jahr von männlichen Angehörigen ermordet, verdächtige „Selbstmorde“ nicht mit eingeschlossen. Im Februar waren es zuletzt elf Fälle, die Zahl liegt leicht unter dem üblichen Monatsdurchschnitt.

    Die Tendenz ist seit Jahren steigend, obwohl die Regierung formal allerlei Maßnahmen ergriffen und Gesetze reformiert hat, um den Frauen mehr Schutz zu geben. Aber die Fälle vom Februar zeigen, woran es hakt: Eines der Opfer wurde ermordet, weil oder zumindest, nachdem sie die Polizei um Schutz gebeten hatte.

    Experten streiten, ob der Anstieg der Gewalt real ist – oder ein Ergebnis einer verbesserten statistischen Erfassung. Dass auch in der islamisch geprägten Regierungspartei AKP Gewalt gegen Frauen zwar offiziell verpönt, de facto aber kein Tabu ist, zeigte die Grußbotschaft eines regionalen AKP-Chefs namens Mehmet Demir auf seiner Facebook-Seite. Im mittlerweile gelöschten Beitrag hatte er „leichte Schläge“ gegen Frauen „um ihnen Angst zu machen“ als durchaus zulässig bezeichnet, um den häuslichen Frieden zu erhalten.

    Boris Kálnoky in: Der Stich ging ins Herz – Papa hat Mama getötet
    in: DIE WELT 08.03.2013

    http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article114264903/Der-Stich-ging-ins-Herz-Papa-hat-Mama-getoetet.html

  18. Bragalou Says:

    Stichwort Schweiz: Islamischer Zentralrat (IZRS)

    Bericht eins: die alpinen Kalifatsfreunde machen Modenschau und auf 20min darf man dazu herumalbern. Bericht zwei: eine auf „nur“ etwa 14 Wochen befristet eingestellte Kindergärterin in Kriens, Kanton Luzern, trägt Hidschab – trotz des allgemeinen Kopftuchverbots. Jeweils zwei Quellen.
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    Riesenrun auf erste Fashionshow mit Kopftuch
    von N. Jecker – Züchtig – aber bitte mit Wow-Effekt! Auf der Suche nach schicken Outfits strömten Hunderte Muslimas an die erste Modenschau des radikalen Islamischen Zentralrats in Dietikon.

    02. September 2013

    … «Wir alle kennen die Probleme beim Shopping in normalen Läden», begrüsst IZRS-Frau und Mitorganisatorin Janina Rashidi ihre «Schwestern». Klamotten müssten in XXL gekauft werden – der Körper einer Muslima darf sich unter der Kleidung nicht abzeichen. Dadurch würden die Sachen formlos aussehen und die Ärmel schier bis zum Boden hängen. «Mit dem Event wollen wir zeigen, dass modische Kleidung, in der man sich gut fühlt, auch islamkonform zu haben ist», sagt die 23-jährige Deutsche, die erst vor rund einem Jahr zum Islam konvertierte. …

    Die Models hat der IZRS über einen Onlineaufruf gefunden. Rund 30 meldeten sich. Zehn davon stolzieren über den Laufsteg. Bouchra lief in Frankreich bereits an ähnlichen Events. Ein Kopftuch trägt sie bis anhin nur an den Shows. «Ich bin noch nicht so weit, mich komplett für den Hijab zu entscheiden.» Im Berufsleben sei es einfach schwieriger mit Kopftuch, sagt die 26-Jährige, die hauptberuflich für ein grosses Pharmazieunternehmen tätig ist. «Mir sind der Glaube, aber halt auch der Job sehr wichtig.»

    Bei aller Lockerheit: Nur um Stoffe und Schnitte geht es am IZRS-Event nicht. Die Fashionshows werden immer wieder unterbrochen von Koran-Rezitationen und Gesangseinlagen, in denen der Islam gepriesen wird. Im Vorfeld hatten liberale Muslimas den Kopftuch-Event harsch kritisiert. Hier werde die Unterdrückung der Frau salonfähig gemacht. Davon will Rashidi nichts wissen. Die Studentin der Islamwissenschaften, die Teilzeit hinter einer Hotelrezeption sitzt, denkt bereits über eine zweite Ausgabe der Fashionshow nach – «Inshallah – so Gott will». …

    Kein Wort also verliert 20min über die Frauenfeindlichkeit und den Totalitarismus der auf Koran und Hadith beruhenden Lebensweise oder über die religiös verpflichtend aufzubauende Islamische Gesellschaftsordnung.

    http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/Riesenrun-auf-erste-Fashionshow-mit-Kopftuch-10191318

    ::zum gleichen Thema, zwei Wochen vorab:

    … In den Reppisch-Hallen in Dietikon ZH findet am 1. September eine Modeschau der speziellen Art statt: Die Models auf dem Laufsteg werden keine Bikinis oder knappe Röcke, sondern Kopftücher tragen. Organisiert wird der Anlass von weiblichen Mitgliedern des IZRS. …

    Bei gemässigten Muslimen stösst die Modeschau auf Kritik. Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, hält die Veranstaltung für «hochproblematisch»: «Wenn man das Kopftuch und die komplette Verhüllung zum modischen Accessoire macht, trägt man zur Verharmlosung der religiös motivierten Verleugnung des weiblichen Körpers bei, deren Zweck die Kontrolle über die Frau ist.»

    Über diesen Anlass betreibe der IZRS Marketing für seine Weltsicht und für sein Ziel, die physische Existenz der Frau aus der Öffentlichkeit zu verbannen. Dazu passe auch, dass die Frauen bei diesem Anlass unter sich bleiben müssten. «Auch wenn man gegen aussen sagt, auch verhüllte Frauen sollten sich modisch kleiden können, bleibt der Kern der Botschaft frauenfeindlich – dieser wird lediglich hübsch verpackt.» Dieses Vorgehen kenne man auch von Islamisten in anderen Ländern. …

    von Marco Lüssi am 15. August 2013

    http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/27992713

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    Kopftuch-Kindergärtnerin ist Fan von Islamisten
    Weil sie im Unterricht ein Kopftuch trägt, erntet Kindergärtnerin Diana K. harsche Kritik. Hinzu kommt: Sie hegt Sympathien für den islamischen Zentralrat der Schweiz IZRS.
    14. Juni 2013

    … Dass Diana K. (Name geändert) als Kindergärtnerin in Kriens LU ein Kopftuch trägt, provoziert heftige Reaktionen. Brisant: Im Internet finden sich Belege, dass die Konvertitin fundamentalistischen Kreisen nahesteht: So outet sie sich auf Facebook als Fan des Vereins islamische Jugend Schweiz – der Jugendorganisation des umstrittenen Islamischen Zentralrates der Schweiz (IZRS). …

    Für Beat Zemp steht fest: Die Schule in Kriens hätte auch für das befristete Anstellungsverhältnis eine Weisung erlassen müssen, dass Diana K. das Kopftuch im Unterricht ablegt. Dies sehen auch die meisten Leser von 20 Minuten so: Bei einer Umfrage mit über 12’000 Teilnehmern sprachen sich 65 Prozent gegen das Kopftuch im Kindergarten aus.

    Die SVP Kriens fordert nun in einem Vorstoss im Einwohnerrat die Aufklärung des Falls. «Der Gemeinderat soll klarstellen, was in solchen Fällen die gängige Praxis ist», erklärt Einwohnerrat Räto Camenisch. Man habe nichts gegen die Lehrerin, in der Kritik stehe insbesondere der Gemeinderat, der sich über den Bundesgerichtsentscheid von 1998 hinweggesetzt – und K. eingestellt habe, ohne überhaupt die Eltern zu informieren. Der Bundesgerichtsentscheid verbietet das Unterrichten mit Kopftuch. Laut Camenisch soll der Gemeinderat zudem klären, wie mit der Kopftuchdebatte im Schwimmunterricht umgegangen wird. Eine Antwort auf die Interpellation erwartet Camenisch noch vor der Sommerpause.

    Doch für die Volksschule Kriens besteht kein Anlass zu einer Neubeurteilung der Lage: «Die betroffene Lehrperson hat mir gegenüber beteuert, sie sei nicht aktiv in den islamischen Foren», sagt Rektor Markus Buholzer.

    Er kenne aber die Rechtslage: Ginge es um eine Festanstellung, könnte man das Kopftuch nicht dulden. «Aber in diesem Fall ging es prioritär um die Sicherstellung des Unterrichts, was unserem gesetzlichen Auftrag entspricht. Zudem ist die Frau fachlich sehr gut», so Buholzer. Von den direkt involvierten Eltern gebe es keine negativen Rückmeldungen.

    http://www.20min.ch/schweiz/news/story/30907495

    ::gleiches Thema und Datum

    Es handle sich dabei um eine zum Islam konvertierte Schweizerin, sagt Judith Luthiger-Senn, die in Kriens für Bildung und Kultur zuständige Gemeinderätin, gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung». Sie sei als Stellvertretung für rund dreieinhalb Monate befristet eingestellt worden, der Vertrag dauere noch bis zu den Sommerferien am 5. Juli.

    Die Begründung der Gemeinde: «Die vorherige Kindergärtnerin ist unverhofft ausgefallen, und wir konnten trotz grosser Bemühungen niemand anderen mit der notwendigen Qualifikation finden.» Die Eltern seien zu Beginn der Anstellung allerdings nicht informiert worden, wie der Rektor der Volksschule, Markus Buholzer, sagt. Buholzer gesteht: «Aus heutiger Sicht würden wir aber sensibler informieren.»

    http://www.20min.ch/schweiz/news/story/12531146

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  19. Carcinòl Says:

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    Erdogan-Vorstoß: Türkische Staatsbedienstete dürfen Kopftuch tragen

    SPIEGEL online 30.09.2013 – In der Türkei fällt das Kopftuchverbot für Frauen im Staatsdienst. Das kündigte Ministerpräsident Erdogan an. Das Video zeigt Ausschnitte aus Erdogans Grundsatzrede in Ankara.

    http://www.spiegel.de/video/erdogan-rede-staatsbedienstete-in-der-tuerkei-duerfen-kopftuch-tragen-video-1299633.html

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    Die Türkei und der Hidschab: Erdoğan ruft das Ende des staatlichen Kopftuchverbots aus. Wer die neue Religionsfreiheit der verstaatlichten Kopftucherlaubnis stört, darf, wie sich Erdoğan freut, als Hassverbrecher schwer bestraft werden.

    Heute auf der uns die Fatwen aller möglichen Scheiche, darunter Sheikh Mohamed El-Moctar El-Shinqiti, Director of the Islamic Center of South Plains, Lubbock, Texas, USA, sowie Sheikh Zo ‚Abdullah, the founder of Masjid Allahu Akbar Center in Port-au-Prince, Haiti, verteilenden Seite OnIslam.net gefunden.

    Die Seite OnIslam.net ist dem Umfeld der International Union of Muslim Scholars (IUMS) sowie der in Qatar ansässigen und 2013 von Tariq Ramadan besuchten CILE (Research Center for Islamic Legislation and Ethics, s. u.) zuzurechnen.

    IUMS-Chef ist Scheich Yusuf al-Qaradawi.

    Turkey Ends Hijab Ban
    OnIslam.net 30.09.2013

    (…) “We will continue to do whatever will please our people,” Erdoğan added.

    The hijab ban end came along with a series of domestic reforms which were revealed among the much-anticipated democratization package on Monday.

    According to Erdoğan, the government would remove a headscarf ban in public institutions, except for judges, prosecutors, police officers and army members, as part of an amendment to the law’s fifth article.

    Rights for Turkey’s ethnic minorities were also a big part of the package.

    According to reforms, education in different languages and dialects will be permitted in private schools.

    Hijab, an obligatory code of dress, has been banned in public buildings, universities, schools and government buildings in Muslim-majority Turkey since shortly after a 1980 military coup.

    Turkey’s secular elite, including army generals, judges and university rectors, staunchly oppose easing the hijab ban.

    In 2008, Erdoğan’s Justice and Development Party (AK) passed a constitutional change easing restrictions on hijab at university.

    Later in November 2012, Turkey has lifted a decades-long ban on wearing hijab in Islamic schools.

    Under the change, students at Islamic schools, known as Imam Hatip, will be allowed to wear hijab.

    Pupils at regular schools will also be able to wear headscarves in Qur’an lessons.

    The change goes into effect from the 2013-2014 academic year.

    Announcing a new era of religious freedoms in Turkey, Erdoğan confirmed that there will be punishments for those that prevent religious groups from practicing their faith freely.

    “We will also increase the penalties from hate crimes from one year to three years to fight against discrimination,” Erdoğan said, adding that punishments for hate crimes, particularly those committed based on religion, nation or ethnicity, would be aggravated.

    “We will establish an institution to fight against discrimination,” he added. …

    http://www.onislam.net/english/news/europe/464687-turkey-ends-hijab-ban.html

    OnIslam.net, as an independent website, was launched in August 2010 (Ramadan 1431 A.H.) and is run now under the umbrella of At-Tahyyat for Media Development Charity Association, a non-profit civil society institution born in Egypt with a global outlook.

    http://www.onislam.net/english/about-us.html

    OnIslam.net zielgerichtet auch auf Nigeria

    http://www.onislam.net/english/shariah/africa/463572-itan-sheikh-usman-dan-fodio-1754-1817.html

    OnIslam.net Exklusivinterview mit dem Cheftheologen der Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi:

    The interview, which was conducted in Qatar by Essam Tallema, a member of the International Union of Muslim Scholars (IUMS)

    http://www.onislam.net/english/shariah/contemporary-issues/interviews-reviews-and-events/449388-sheikh-qaradawis-first-interview-with-onislamnet.html?Events=

    Mohamed El-Moctar El-Shinqiti
    Born in 1966 in the Islamic Republic of Mauritania

    http://www.onislam.net/english/health-and-science/259-Advisers/169753.html

    The seminar’s participants included: Sheikh Dr Abdallah al Judai, Vice President of the European Council for Fatwa and Research; Sheikh Dr Larbi Becheri, Professor at the College of Islamic Studies in France; Sheikh Dr Ali Al Omari, the renowned Islamic speaker and writer; Sheikh Essam Tallema; the well known Azhari scholar; Dr Jonas Otterbek from Lund University in Sweden; Canadian script writer and film maker Zarqa Nawaz; and visual artist Ruh Al-Alam, from the UK.

    CILE is specialized in Islamic legislation and ethical thought with a focus on applied ethics. With a vision of reform and renewal guided by the fundamental principles of the Holy Qur’an, Sunna and the higher objectives/Maqasidof Islam, the center aims to provide a methodological and theoretical framework that leads to concrete contributions and practical applications and in the process transforms reality to bring about a more just and ethical world. [Anm.: framework heißt total schariagemäß umformen bei einstweiliger Rechtsspaltung, vgl. auch: Sayyid Qutb: The Islamic Concept]

    http://www.cilecenter.org/media-center/press-releases/press-release?t=183&item=156&backArt=222

    CILE (Qatar; Yusuf al-Qaradawi zuzurechnend)
    Research Center for Islamic Legislation and Ethics

    The Research Center for Islamic Legislation and Ethics (CILE) was created in 2012 as a center specializing in Islamic legislation and ethical thought with a focus on applied ethics.

    http://www.cilecenter.org/

    Suchbegriff Qaradawi

    http://www.cilecenter.org/search/search?q=Qaradawi

    The Research Center for Islamic Legislation and Ethics (CILE) cordially invites you to attend its first public lecture for the new academic year on “Education: Ethics and goals”by Prof Tariq Ramadan at lecture Hall A of Qatar Faculty of Islamic Studies, Qatar Foundation, on Monday 23rd September at 7 pm.

    http://www.cilecenter.org/media-center/newsroom/news-details?item=193

    Video of 2nd Lecture by Dr. Tariq Ramadan: „The Need for Ethics when discussing Islamic Legislation“

    http://www.cilecenter.org/media-center/newsroom/news-details?item=63

    Essam Tallema (norwegisch, zum Interview mit al-Qaradawi), Suchbegriff: Essam

    http://www.islam.no/page10704143.aspx

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    Geschickt mit auch kurdischen „Minderheitenrechten“ (les droits des minorités) verwirbelt … nunja, wie das islamstaatliche Urmodell kennt auch Medina 2.0 ethnoreligiöse Sorten Mensch, eigentlich ist im Islam die rechtlich herabzustufende Frau sogar Minderheit. Mit dem Kopftuch (le foulard) ist der Bart (la barbe) gleich mit freigegeben, Allahgott verlangt schließlich von beiden Geschlechtern die Erfüllung der „religiösen Pflichten“ (devoirs religieux). Zusätzlich zum Schleier über Bart und Religionspflicht berichtet uns der dreisprachig arbeitende israelische Digitalfernsehkanal i24.

    Erdogan autorise le port du voile dans l’administration

    i24 30.09.2013

    (…) le Premier ministre turc Recep Tayyip Erdogan a remis lundi sur la table la question très controversée du foulard islamique en annonçant que les fonctionnaires auraient désormais le droit de le porter, et dévoilé des mesures pour renforcer les droits des minorités, notamment des Kurdes.

    Dans un discours très attendu prononcé devant la presse et son gouvernement au grand complet, M. Erdogan a proclamé la fin de „l’interdiction dans les institutions publiques“ des „mesures discriminatoires pour les femmes et les hommes“, le foulard et la barbe.

    „Ces restrictions violent le droit au travail, la liberté de pensée et de croyance“, a-t-il expliqué, promettant d’imposer „une sanction à ceux qui empêchent les gens d’exercer les droits liés à leurs devoirs religieux“.

    Ces interdictions resteront toutefois en vigueur pour les policiers, les militaires, les procureurs et les juges, a précisé le chef du gouvernement.

    Depuis son arrivée au pouvoir en 2002, le Parti de la justice et du développement (AKP) de M. Erdogan a fait de la levée de l’interdiction dans la fonction publique du foulard islamique, un symbole de la Turquie musulmane mais laïque voulue par le fondateur de la République Mustafa Kemal Atatürk, l’un de ses combats favoris.

    Déjà autorisé aux étudiantes sur certains campus, le port du foulard sera désormais permis aux professeurs et à tous les agents publics, ainsi qu’aux députées. …

    http://www.i24news.tv/fr/actu/international/moyen-orient/130930-erdogan-autorise-le-port-du-voile-dans-l-administration

    i24 News ist ein neuer internationaler Nachrichtensender. Seit wenigen Tagen auf Sendung, widmet sich der dreisprachige Kanal aus Israel einem weltweiten Publikum. Der Gründer sieht i24 News als „Al-Dschasira aus einem demokratischen Land“.

    http://www.digitalfernsehen.de/Neuer-Sender-I24-News-Israels-internationale-Stimme.105023.0.html

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  20. Carcinòl Says:

    der türkische Außenminister und globale Kalifatsstratege Ahmet Davutoğlu besprach gestern in Washington die Lage in Syrien und rief auf zum Umbauen der Vereinten Nationen
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    Turkish Foreign Minister Ahmet Davutoglu Monday called for significant reform within the United Nations

    WASHINGTON 18.11.2013

    Turkish Foreign Minister Ahmet Davutoglu Monday called for significant reform within the United Nations.

    “The recent experience in Syria, for example, showed it very clearly. The international system, unfortunately, in charge of…. UN, especially… in charge of keeping peace and stability in international order, is not providing quick answers to the questions and crisis, which are the threats to international system,” said Davutoglu while speaking at the Washington-based Brookings Institution think tank.

    http://www.aa.com.tr/en/turkey/253311–aa

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    Davutoglu Calls For UN Reform Whilst In Washington

    … Davutoglu recalled the tragedy in Syria while emphasizing the UN’s failure to address the conflict’s humanitarian impacts.

    „Until now, unfortunately, there was no single… single UN Security Council (UNSC) resolution regarding humanitarian situation in Syria. Forget political differences. Forget all the different attitudes or approaches regarding the future of Syria. But at least there should have been a common ground to agree on humanitarian issues,“ he said.

    Ankara’s top diplomat warned of the potential future ramifications of inaction, saying, „Like what Secretary General… although he was not responsible, he went to Srebrenica last year and apologized in the name of United Nations because of not being able to prevent Srebrenica. I am sure, maybe after one decade, another UN Secretary General will go to Homs or to East Ghouta in Damascus, and will have to apologize because of not preventing chemical attacks or massacres.“

    He added that the Turkish government tried to include language on Syria’s humanitarian situation in the UNSC’s September resolution on Syria’s chemical weapon stockpiles, but was unable to get even a paragraph. …

    gefunden auf: HABERLER (haberler.com Yeni Medya Internet Publishing) 19.11.2013

    http://en.haberler.com/davutoglu-calls-for-un-reform-whilst-in-washington-326363/

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  21. Carcinòl Says:

    muslimbrudernah, vermutlich zusätzlich pakistanisch-radikalislamisch sprich Maududi-nah, israelhassend, kalifatisch und vermutlich eine türkische Erfindung aus dem rassistisch-faschistischen sowie HAMAS-freundlichen Umfeld von Bewegungen wie IHH (in Deutschland verboten), Alperen und BBP: der Gruß

    R4BIA

    zu arabisch ‏رابعة‎ „die Vierte“,
    gemeint als Hinweis auf die Tötung Hunderter von ägyptischer Demonstranten durch die Armee vor der Rabia-al-Adawija-Moschee am 14. August 2013.
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    Der im Sommer Kairo viel verwendete, bürgeraktivistisch daherkommende Gruß mit den vier Fingern ruft auf … zum Hass auf die kulturelle Moderne und die Treue zum globalen Kalifat.

    Am 22.08.2013 erklärt Eman El-Shenawi auf Al Arabiya (Dubai) Lesenswertes zum Vierfingergruß, der von Erdogan benutzt wurde und möglicherweise aus der Türkei geschaffen worden war

    … Despite the symbol having no clear origin, a website was launched by activists in Turkey called “R4bia.com,” in reference to Rabaa square.

    It provides an Arabic, English and Turkish list of answers to the question “What is R4bia?” which has also become a hashtag on Twitter. Here is part of the site’s explanation of their campaign:

    R4BIA is a symbol of freedom.

    R4BIA is the birth of a new movement for freedom and justice.

    R4BIA is the birth of a new world.

    R4BIA is the return of Muslims to world stage

    R4BIA means justice, freedom and conscience

    R4BIA is the place where the so-called values of the West collapsed

    R4BIA means the Egyptian heroes who became free by dying

    R4BIA is the name of those who wake all the Islamic world with their death

    R4BIA is the place of people who show the death is a revival

    R4BIA is the new name of our children who will change the world

    R4BIA is a new breath to humanity

    R4BIA is justice for everyone against rotten Western values

    R4BIA is unification of Islamic World

    R4BIA is our daughter Asma

    “Our daughter Asma” is a reference to Asma el-Beltagy, the daughter of senior Muslim Brotherhood leader Mohammad el-Beltagy who was killed when security forces cleared the Raaba protest camp. …

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    türkisches Design zur ägyptischen Verwendung?

    Rabaa sign becomes the symbol of massacre in Egypt

    16 August 2013

    “Rabaa sign” made by raising four fingers has become the symbol of the massacre in Egypt and Rabaa al-Adawiya Square where the anti-coup protests take place

    http://www.aa.com.tr/en/turkey/216157–a

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    wiki sei Dank:

    R4BIA

    Obwohl das Zeichen keinen klaren Hintergrund hat, wurde die Website r4bia.com von türkischen Aktivisten gestartet.

    Die Seite r4biaplatform.com informiert über zahlreiche Mitgliedsorganisationen und Sponsoren der Bewegung. Darunter befinden sich neben der in Deutschland verbotenen IHH auch die Alperen Ocakları Eğitim, Kültür ve Dayanışma-Stiftung der „islamo-faschistischen“ Büyük Birlik Partisi oder die am Persischen Golf angesiedelte Al-Eslah Society, die zur Muslimbruderschaft gehört. Sponsoren sind unter anderem die Jamaat-e-Islami und die Zeitung Türkiye.

    Jürgen Bock sprach Ende August 2013 für den Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) anlässlich einer für die Stuttgarter Innenstadt geplanten Demonstration „im Zusammenhang mit der internationalen R4bia-Bewegung, die“, so Bock, „sich gegen die Machtübernahme durch das ägyptische Militär wendet, aber auch israelfeindliche Ziele, die Vernichtung westlicher Werte und die Vereinigung aller muslimischen Staaten als Motive“ angebe, von einer „offiziellen Homepage der Bewegung“. Die Bewegung bediene sich des R4bia-Zeichens und werde vom Verfassungsschutz den Muslimbrüdern zugeordnet. Der Verfassungsschutz gebe an, dass die Bewegung als antizionistisch eingeschätzt werde

    http://de.wikipedia.org/wiki/R4bia

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  22. Bragalou Says:

    Neue Video-Leaks: Erdogan lässt YouTube sperren

    Hasnain Kazim, Istanbul
    Der Spiegel 27.03.2014

    … Der angebliche Davutoglu erkundigt sich, welche Folgen es hätte, Truppen nach Syrien zu entsenden. „Würde es Schwierigkeiten geben, wenn wir Panzer nach Syrien schicken?“, fragt er.

    Offensichtlich bereitet es Davutoglus Zuhörern anfangs Unbehagen, über einen Krieg mit Syrien zu sprechen. Der Außenminister vergewissert der Runde, Erdogan habe all dem zugestimmt. Er habe auch um ein Treffen mit Präsident Abdullah Gül gebeten, „weil die Lage nicht gut aussieht“. Das syrische Militär sei durchaus schlagkräftig, daher sei man bislang noch nicht einmarschiert.

    Aber dann unterhalten sich die Männer doch darüber, wie man einen Krieg gegen Syrien beginnen könnte. So erwägen sie dem Mitschnitt zufolge, Anschläge auf schützenswerte Grabstätten zu inszenieren, um einen Angriffsgrund gegen Syrien zu haben. Alternativ könnten auch türkische Agenten von syrischem Boden aus Raketen auf türkisches Territorium feuern.

    Wörtlich sagt ein Mann, angeblich Fidan: „Wenn es nötig ist, kann ich vier Männer nach Syrien schicken und acht Raketen auf die Türkei abfeuern lassen, um einen Kriegsgrund zu schaffen. Wenn nötig, kann auch ein Angriff auf die Grabstätte erfolgen.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-erdogan-laesst-youtube-sperren-a-961163.html


    “I’ll send 4 men from Syria, if that’s what it takes. I’ll make up a cause of war by ordering a missile attack on Turkey; we can also prepare an attack on Suleiman Shah Tomb if necessary.”

    http://www.twitlonger.com/show/n_1s15hj6

  23. Carcinòl Says:

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    Im Kalifat dürfen nur Männer öffentlich lachen, wie der gottesfürchtige Bülent Arınç von der türkischen Partei AKP richtig spürt:

    Les femmes turques „ne doivent pas rire fort en public“

    le vice-Premier ministre turc, Bulent Arinç

    http://www.lexpress.fr/actualite/monde/les-femmes-turques-ne-doivent-pas-rire-fort-en-public-elles-s-eslaffent-sur-twitter_1562988.html

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    Islam-Moralisch völlig korrekt (frauenfeindlich), Bülent Arınç sagt es nicht viel anders als etwa Imam al-Ghazali:

    „She will not laugh in front of everyone and she will not display her attractiveness,” Arinc said in a speech marking the end of Ramadan on Monday, the Cihan news agency quoted from his appearance in the Bursa region. He lamented female laughter, excessive driving, social media and cellphones as signs of Turkey’s moral regression. …

    „We have to rediscover the Koran. We have gone backward, morally,” said Arinc.

    von: CAROL J. WILLIAMS
    aus: Turkish women find official’s rebuke of female laughter hilarious
    in: Los Angeles Times 29.07.2014

    http://www.latimes.com/world/europe/la-fg-turkey-women-laughter-20140729-story.html

    Lachende Frauen auf Twitter … sehr gut, aber zusätzliche begründete Kritik am Islam ist nützlicher für die Nachhaltigkeit des Lachens …

    #direnkahkaha [ Widerstand – Lachen ]

    https://twitter.com/hashtag/direnkahkaha

    #kahkaha [ Lachen ]

    https://twitter.com/hashtag/kahkaha

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    … Am Montag verkündete der stellvertretende türkische Premierminister Bülent Arinc in einer Rede zu den Feierlichkeiten zum Ende des Ramadan, Frauen sollten doch bitte weniger lachen in der Öffentlichkeit. Denn: Das sei nicht keusch und Keuschheit wiederum sei „die Zierde einer Frau“. Auch nicht schön sei übrigens „stundenlanges“ Telefonieren von Frauen in der Öffentlichkeit.

    Und was machen diese lauten, mitteilsamen türkischen Frauen? Sie starten die Hashtags #kahkaha (Lachen) und #direnkahkaha (Widerstand, Lachen), mit denen sie das Netz mit Bildern von sich überschwemmen, auf denen sie lachen. Instagram, Facebook, Twitter – überall lachende Gesichter. …

    Ein bisschen verschleiern die fröhlichen Bilder den bitteren Ernst, der hinter der Aussage des Politikers steckt: Frauen, die übermäßig lachen und laut durch die Gegend telefonieren, benehmen sich nicht keusch. Und wenn sie sich nicht keusch verhalten, so lässt sich dieser Gedanke weiter drehen, müssen sie sich auch nicht wundern, wenn andere sie nicht als ehrenhafte Frauen behandeln.

    Um es knapp zu machen: Aussagen wie die von Arinc sind Teil einer Kultur, die es indirekt entschuldigt, wenn „unsittliche“ Frauen eben auch unsittlich behandelt werden. Nach dem Motto: Wenn eine Frau einen Minirock trägt, sei sie auch selbst schuld, wenn sie auf der Straße sexuell belästigt wird. …

    [ die Moral also des australischen Scheich Tadschaddin al-Hilali (Sheikh Taj el-Din al-Hilali, jener mit dem Gleichnis von dem unbedeckten Fleisch auf der Veranda und der vorbeikommenden Katze). Der tolerant tuende Ekmeleddin İhsanoğlu ist der Super-Schariastratege der global arbeitenden OIC, das müsste eigentlich auch DER SPIEGEL wissen und vor İhsanoğlu ebenso warnen wie vor der Scharia … ]

    von: Katrin Gottschalk
    aus: Türkischer Online-Protest #direnkahkaha: Wer zuletzt lacht
    in: DER SPIEGEL 31.07.2014

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/direnkahkaha-tuerkische-frauen-lachen-fuer-die-freiheit-a-983796.html

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  24. Jacques Auvergne Says:

    Ekmeleddin İhsanoğlu war langjähriger Direktor des OIC Forschungszentrums für Islamische Geschichte, Kunst und Kultur (IRCICA) in Istanbul und von 2005 bis 2013 Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC).

    Zu den Präsidentschaftswahlen in der Türkei 2014 (gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdoğan) antretend, ist der Schariastratege gemeinsamer Kandidat sowohl der CHP (Kemalisten) als auch der rechtsextremistischen und rassistischen Partei MHP (Graue Wölfe) und weiterer Parteien, darunter der rechtsextremistischen und zusätzlich radikalislamischen BBP .

    The BBP’s declaration of support will be a boost for İhsanoğlu … İhsanoğlu, who was jointly nominated by the main opposition Republican People’s Party (CHP) and the National Movement Party (MHP) to run in the election to be held on Aug. 10. The CHP, the MHP, the Democratic Left Party (DSP), the Independent Turkey Party (BTP) and the Democrat Party (DP) signed the joint declaration during a press conference in Ankara.

    Q u e l l e :

    „BBP announces its support for presidential candidate İhsanoğlu“. Today’s Zaman. 16 July 2014. Retrieved 21 July 2014.

    http://www.todayszaman.com/newsDetail.action;jsessionid=StOugofUkzPYbwuMBAXvxWa4?newsId=353193&columnistId=0

    Ekmeleddin İhsanoğlu als Autor:

    The Islamic World in the New Century
    The Organization of the Islamic Conference, 1969-2009

    http://www.hurstpublishers.com/book/the-islamic-world-in-the-new-century/

    Wahlen 2014

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentschaftswahl_in_der_T%C3%BCrkei_2014

    Im Juli 2014 bekennend für die radikalislamische und totalitäre HAMAS

    On 16 July, İhsanoğlu visited the Palestinian embassy in Ankara, denying reports that he had said on 4 July that Turkey should remain „neutral“ in in the Israeli-Palestinian issue. In a statement, he said that „I have never advocated Turkish neutrality. You cannot be neutral between the cruel and the oppressed.“ On 19 July, he stated that Palestine should take their case to the International Criminal Court.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Turkish_presidential_election,_2014#.C4.B0hsano.C4.9Flu_campaign

  25. Bragalou Says:

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    unschöne Neuigkeiten aus der Türkei

    Türkei lockert Kopftuchverbot – ab 5. Schulklasse erlaubt

    http://www.sueddeutsche.de/news/politik/regierung-tuerkei-lockert-kopftuchverbot—ab-5-schulklasse-erlaubt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140923-99-08443

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    Turkey lifts headscarf ban in state high schools

    http://www.france24.com/en/20140923-turkey-lifts-headscarf-ban-state-high-schools/

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    AKP hebt Kopftuchverbot an staatlichen Schulen auf

    http://www.welt.de/politik/ausland/article132590904/AKP-hebt-Kopftuchverbot-an-staatlichen-Schulen-auf.html

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  26. Carcinòl Says:

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    Turquie: bientôt une mosquée dans chaque fac

    La direction des affaires religieuses du gouvernement turc a annoncé vendredi son intention de construire une mosquée dans chacune des universités d’Etat du pays, relançant une nouvelle fois le procès en islamisation instruit contre l’actuel régime.

    „Des mosquées sont en construction dans plus de 80 universités. Quinze d’entre elles ont déjà été ouvertes aux fidèles et nous allons en ouvrir 50 autres en 2015“, a déclaré Mehmet Görmez, le chef de cette institution connue en Turquie sous le nom de Diyanet.

    „Il y a 20 millions de jeunes dans notre pays et nous voulons être capables de toucher chacun d’entre eux“, a ajouté M. Gormez … „Elles (les mosquées) seront l’endroit où ils (les jeunes) éprouveront l’amour de Dieu dans leur coeur„, a-t-il assuré.

    … „Nous attachons beaucoup d’importance aux mosquées dans les universités urbaines. Elles sont le seul moyen de ramener les mosquées dans les vies, les villes et les coeurs de nos populations„, a insisté Mehmet Görmez. …

    LE FIGARO

    http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2014/11/21/97001-20141121FILWWW00254-turquie-bientot-une-mosquee-dans-chaque-fac.php

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    Turkey to open mosques ‚in every university‘

    ISTANBUL (AFP) – Turkey’s top religious body said on Friday that there are plans to build a mosque in every state university, adding to concerns over what critics say are creeping efforts to force Islamic values on the society.

    „Mosques are under construction in over 80 universities. Fifteen of them have been opened for prayers and we will open at least 50 more in 2015,“ said Mehmet Gormez …

    THE STRAITS TIMES (ST, Singapur) 21.11.2014

    http://www.straitstimes.com/news/world/europe/story/turkey-open-mosques-every-university-20141121

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    Ankara – In jeder staatlichen Universität der Türkei soll es künftig eine Moschee geben. Das plant die oberste islamische Instanz der Türkei, das Präsidium für Religionsangelegenheiten. In mehr als 80 Hochschulen seien muslimische Gotteshäuser im Bau, sagte Mehmet Görmez, Chef der Einrichtung Diyanet, der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. 15 Moscheen seien bereits eröffnet. Im kommenden Jahr sollten mindestens 50 hinzukommen.

    Auch die Zahl der Schüler an religiös geprägten Gymnasien oder Mittelschulen in der Türkei ist innerhalb eines Jahres um knapp die Hälfte gestiegen. Im vergangenen Schuljahr seien rund 481.000 Kinder an sogenannten Imam-Hatip-Schulen unterrichtet worden, berichtete die Zeitung „Taraf“. In diesem Jahr sei die Zahl auf rund 714.000 gestiegen. Die islamisch-konservative AKP-Regierung fördert die Ausweitung der Imam-Hatip-Schulen. Kritiker werfen der AKP eine Islamisierung der laizistischen Türkei vor.

    „Taraf“ berichtete, die Zahl der Schulen sei binnen eines Jahres um 415 auf landesweit 2544 gestiegen. Der Zuwachs liege unter anderem an der Umwandlung von öffentlichen Gymnasien in religiös geprägte Schulen. …

    Der islamisch-konservativen Staatsführung wird von Kritikern vorgeworfen, das säkulare Staatsverständnis Schritt für Schritt abschaffen zu wollen. Seit September dürfen Mädchen in staatlichen Gymnasien Kopftücher tragen. Schminke, Tattoos und Piercings sind hingegen verboten.

    isa/AFP/dpa

    aus: 80 Gotteshäuser im Bau: Eine Moschee für jede türkische Universität
    in: SPIEGEL 21.11.2014

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-eine-moschee-in-jeder-universitaet-a-1004370.html

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  27. Bragalou Says:

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    Turquie : Erdogan affirme que les femmes ne peuvent naturellement pas être l’égal des hommes

    Le chef de l’Etat a ainsi assuré qu’hommes et femmes ne pouvaient pas être traités de la même façon « parce que c’est contre la nature humaine ».

    Quelle: lemonde.fr 24.11.2014

    https://bramemagazine.wordpress.com/2014/11/24/turquie-erdogan-affirme-que-les-femmes-ne-peuvent-naturellement-pas-etre-legal-des-hommes/

    Le Monde.fr mit AFP | 24.11.2014

    http://www.lemonde.fr/europe/article/2014/11/24/turquie-erdogan-affirme-que-les-femmes-ne-peuvent-naturellement-pas-etre-l-egal-des-hommes_4528427_3214.html#xtor=RSS-3208

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    Women not equal to men: Turkey’s Erdogan

    … Speaking at a summit in Istanbul on justice for women, the devoutly Muslim president said that biological differences between women and men meant they cannot serve the same functions in life.

    Our religion (Islam) has defined a position for women (in society): motherhood,“ Erdogan told …

    Business Insider 24.11.2014

    http://www.businessinsider.com/afp-women-not-equal-to-men-turkeys-erdogan-2014-11

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    Türkei: Erdogan hält Gleichberechtigung für unnatürlich

    Ankara – Recep Tayyip Erdogan hält die Gleichberechtigung von Mann und Frau für keine gute Idee. „Man kann Frauen und Männer nicht gleichstellen. Das ist gegen die Natur“, sagte der türkische Präsident in einer Rede vor dem Frauenverband Kadem in Istanbul, wie mehrere türkische Zeitungen übereinstimmend berichten.

    Mann und Frau hätten nun mal unterschiedliche Körper und Eigenarten, dozierte Erdogan. …

    In der Türkei wird fast jeden Tag eine Frau von ihrem Ehemann, einem Verwandten oder ihrem Lebensgefährten getötet. Nach einer Untersuchung des Frauenverbandes Kamer nimmt die Gewalt deutlich zu. Demnach sind in diesem Jahr bereits 260 Frauen in der Türkei getötet worden.

    SPIEGEL 24.11.2014

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/erdogan-lehnt-gleichberechtigung-von-mann-und-frau-ab-a-1004690.html

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  28. Bragalou Says:

    Erdogan kritisiert auch einzelne Oppositionsabgeordnete und Gruppen von Feministinnen, die bei Protestkundgebungen sangen und tanzten. „Das hat nichts mit unserer Religion und unserer Kultur zu tun“, sagt er. Und: „Die Frau ist ein von Gott an den Mann überreichtes wertvolles Wesen, das er schützen muss.“ [d. i. amanat, treuhänderisches Gut nach Koran und Sunna, s. u.]

    von: Hasnain Kazim (Sexuelle Gewalt in der Türkei: Aufstand der Frauen), in: DER SPIEGEL 18.02.2015

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/aufstand-der-frauen-nach-sexualmord-in-der-tuerkei-a-1019099.html#ref=veeseoartikel

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    im Januar 2015

    He went on to say that women and men could not be treated equally “because it goes against the laws of nature”.

    “Their characters, habits and physiques are different … You cannot place a mother breastfeeding her baby on an equal footing with men.

    “You cannot make women work in the same jobs as men do, as in communist regimes. You cannot give them a shovel and tell them to do their work. This is against their delicate nature.” …

    “What women need is to be able to be equivalent, rather than equal. Because equality turns the victim into an oppressor and vice versa.”

    … According to non-governmental organisations, more than 200 women in Turkey died as a result of domestic violence in the first six months of 2014.

    aus: AFP (Agence France-Presse in Istanbul) Recep Tayyip Erdoğan: ‘women not equal to men’, the guardian 24.11.2014

    http://www.theguardian.com/world/2014/nov/24/turkeys-president-recep-tayyip-erdogan-women-not-equal-men

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    Haus, Vieh und Frau ist vom Himmel dem Manne als amanat anvertraut …

    Islamic Law regarding Amanat or Trust

    http://muslim-academy.com/islamic-law-regarding-amanat-trust/

    THE CONCEPT OF AMANAT AND KHIANAT: 8:56-58

    https://asqfish.wordpress.com/2008/12/07/the-concept-of-imanat-and-khianat-856-58/

    Allah Ta’ala has awarded custody of the wife to the husband by way of Amaanat (Sacred Trust), not by way of mielkiyyat (ownership).

    http://www.muftisays.com/forums/12-virtues/4472-an-amaanatfor-husbands-to-mediate.html

    an unmarried female (agnate) is always referred to as ‚amanat‘, that is as someone held in trust on behalf of her lawful owners.

    (aus: Hindu Women’s Property Rights in Rural India: Law, Labour and Culture in Action, von: Reena Patel, p 92)

    https://books.google.de/books?id=A9uhAgAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

  29. Bragalou Says:

    Es werde Medina, globale Bewegung pro Scharia (Kalifatsbewegung). Vor 22 Jahren ermordete ein schariabewegter Mob bei einem Massaker im türkischen Sivas Dutzende Aleviten.
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    Racist and Islamist-revivalist forces, the enemies of humanity, enlightenment, and freedom of expression, besieged vulnerable people in a hotel while chanting the slogans: „We want Sharia,“

    h__p://www.islamicpluralism.org/400/turkish-alevi-appeal-for-commemoration-of-july-2-1993-sivas

    On 2 July 1993, a group of radical Islamists calling for sharia and death to infidels gathered around the Madimak Hotel where the Pir Sultan Abdal Alevite Festival attendants were accommodated.

    h__p://en.firatajans.com/features/sivas-massacre-commemoration-forbidden

    The crowd in front of the Madımak Hotel, who kept the intellectuals who were in the city for a festival under siege for hours, shouted slogans such as “down with secularism, long live sharia,” and “Sivas will be the grave for Aziz [Nesin, who was particularly targeted for publishing Salman Rushdie’s ‘The Satanic Verses’].”

    aus: Özgür Korkmaz (İhsanoğlu appeals to Alevi voters with Sivas Massacre message), in: Daily News 03.07.2014

    http://www.hurriyetdailynews.com/ihsanoglu-appeals-to-alevi-voters-with-sivas-massacre-message.aspx?pageID=449&nID=68587&NewsCatID=497

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    Für Serdar wird Sivas niemals Vergangenheit. Ein Porträt des ermordeten Bruders hängt in seinem Wohnzimmer. Ein kleines Zimmer ist mit Erinnerungsstücken und Fotos des Toten wie ein Gedenkort hergerichtet. Sivas gehört zu Serdars Alltag.

    Er sah die sunnitische Menge damals erstmals, als sie nach dem Freitagsgebet aus drei Moscheen zum Kulturzentrum zog, um 1500 Teilnehmer eines alevitischen Konzerts mit Stöcken und Steinen und Beschimpfungen zu empfangen. Mit einigen Freunden zog er sich daraufhin ins „Madimak“ zurück, weil sie sich im Hotel sicher wähnten. Gegen 16 Uhr tauchte die inzwischen auf 10.000 Personen angewachsene Menge allerdings auch vor dem Hotel auf.

    Tags zuvor waren Pflastersteine für die Straße angeliefert, doch nicht verlegt worden. Bald sackte die erste große Fensterscheibe in sich zusammen. Serdar und andere junge Männer verbarrikadierten den Hoteleingang mit Stühlen und Tischen, ältere Menschen, Frauen und Kinder wurden zur Sicherheit in die oberen Stockwerke geschickt. […]

    Um 18 Uhr hielt die schwache Polizeilinie dem Druck der inzwischen 15.000 Personen zählenden Menge nicht mehr stand. Einige Soldaten, die zur Verstärkung geschickt worden waren, zogen sich erschreckt und hilflos zurück, als sie mit einem Pfeifkonzert und Sprechchören empfangen wurden. „Es lebe die Scharia!“ – „Nieder mit dem Laizismus!“ Niemand trennte die wütende Menge mehr vom Hotel.

    aus: Helga Hirsch (Als 15.000 Islamisten Jagd auf Aleviten machten), in: DIE WELT 02.07.2013

    http://www.welt.de/politik/ausland/article117621279/Als-15-000-Islamisten-Jagd-auf-Aleviten-machten.html

  30. Edward von Roy Says:

    Armenian cross-stone dedicated to the memory of Armenian Genocide victims unveiled in German city of Jena.

    http://www.yerakouyn.com/?p=106211

    Cross stone in memory of Armenian Genocide victims unveiled in Jena, Germany

    http://www.armradio.am/en/2016/04/18/cross-stone-in-memory-of-armenian-genocide-victims-unveiled-in-jena-germany/

    German high-ranking officials: Recognition of Armenian Genocide by Turkey is reconciliation cornerstone

    http://armenpress.am/eng/news/843909/german-high-ranking-officials-recognition-of-armenian-genocide-by-turkey-is-reconciliation-cornerstone.html

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    Dresdner Sinfoniker beklagen türkischen Zensurversuch

    Die Türkei verlangt angeblich von der EU, die Finanzierung eines Konzertprojekts über den Armenier-Genozid zu stoppen. Ein Werbetext auf einer EU-Website wurde gelöscht.

    23. April 2016, 19:51 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, zz

    […] Die Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur bei der EU-Kommission stehe hinter Aghet, berichteten die Dresdner Neuesten Nachrichten. Sie hat Rindt zufolge aber insofern nachgegeben, als sie Informationen darüber auf ihrer Website entfernte. […] Es sei ein Warnsignal, dass die türkische Regierung selbst vor Einflussnahme auf freie Meinungsäußerung in Kunst und Kultur in Europa nicht zurückschrecke. […]

    „Sie wollten, dass niemand davon erfährt und dass die Begriffe Genozid und Völkermord getilgt werden“, sagte Rindt. […] „Man muss beim Namen nennen, was es war“, sagte der Orchesterintendant. „Wir können nicht drumherum reden, dass es um Völkermord geht.“

    Bedenken bezüglich der Wortwahl

    Die Brüsseler EU-Kommission bestätigte, dass der Text von der Website entfernt wurde. Es habe Bedenken bezüglich der Wortwahl gegeben. […]

    Im Jahr 1915 waren ersten Verhaftungen armenischer Intellektueller in Istanbul weitere Deportationen und Vernichtung gefolgt. Schätzungen zufolge kamen 800.000 bis 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit im Osmanischen Reich ums Leben. Die Türkei als dessen Nachfolger sieht im Begriff Völkermord eine ungerechtfertigte Anschuldigung. „Wir wollen einen Dialog in Gang setzen“, sagte Rindt.

    […] Für die Sinfoniker ist der Widerstand vom Bosporus nichts Neues. Auch 2014 habe „die Benennung des Genozids genügt, um die türkische Regierung auf den Plan zu rufen“, erinnerte Rindt. Deren Kulturministerium und die aserbaidschanische Botschaft zogen damals ihre Unterstützung für ein Projekt kurz vor der Premiere zurück. Nun sehen sich die Sinfoniker in einer Reihe mit dem Satiriker Jan Böhmermann. Dabei geht es ihnen Rindt zufolge nicht um Provokation, sondern Versöhnung. „Schade, dass sie das nicht verstehen.“

    http://www.zeit.de/kultur/musik/2016-04/dresdner-sinfoniker-tuerkei-genozid-armenier-zensur

  31. Cees van der Duin Says:

    Türkischer Parlamentspräsident fordert islamische Verfassung
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    Parlementsvoorzitter: Turkije moet religieuze grondwet invoeren

    (De Morgen (Belgien), 26.04.2016.)

    http://www.demorgen.be/buitenland/parlementsvoorzitter-turkije-moet-religieuze-grondwet-invoeren-bbd61372/

    ‚Turkse grondwet moet religieus worden – secularisme mag er geen deel van uitmaken‘

    (Knack (Belgien), 26.04.2016.)

    http://www.knack.be/nieuws/wereld/turkse-grondwet-moet-religieus-worden-secularisme-mag-er-geen-deel-van-uitmaken/article-normal-695969.html

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    Turquie : Le président du parlement veut une “constitution religieuse” pour remplacer le régime laïc

    Les fondements laïcs de la constitution turque devraient être abandonnés au profit d’un texte fondamental “religieux” a indiqué le président du parlement turc, dominé par le parti islamiste AKP.

    Le parti de Recep Tayyip Erdogan pousse fortement pour une nouvelle constitution, présidentialiste, qui serait également fondée sur l’islam.

    “La nouvelle constitution ne devrait pas être laïque” a déclaré Ismail Kahraman […]

    (BREIZ ATAO (bretonisch aus Frankreich), 26.04.2016.)

    http://breizatao.com/2016/04/26/turquie-le-president-du-parlement-veut-une-constitution-religieuse/

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    Turkey needs religious constitution, parliament speaker says

    Overwhelmingly Muslim Turkey needs a „religious“ constitution and secularism should be dropped from the country’s new charter, parliament’s speaker said, marking a potential rupture with the modern republic’s founding principles.

    The ruling AK Party, which has roots in political Islam, is pushing for a new constitution to replace the existing charter, which dates back to the period after a 1980 military coup. […]

    „For one thing, the new constitution should not have secularism,“ parliament speaker Ismail Kahraman said […]

    (The Jerusalem Post, 26.04.2016.)

    http://www.jpost.com/Breaking-News/Turkey-needs-religious-constitution-parliament-speaker-says-452355

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    Türkischer Parlamentspräsident fordert islamische Verfassung

    Parlamentspräsident Ismail Kahraman hat eine islamische Verfassung für die Türkei gefordert. „Wir sind ein muslimisches Land. Als Konsequenz müssen wir eine religiöse Verfassung haben“, sagte das Mitglied der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu am Montag bei einer Konferenz in Istanbul. Säkularismus dürfe in der neuen Verfassung keine Rolle mehr spielen.

    Der Vorsitzende der Oppositionspartei CHP, Kemal Kilicdaroglu, widersprach vehement. Der vom Staatsgründer der modernen Türkei Mustafa Kemal Atatürk eingeführte Säkularismus sei wichtig […]

    (Der Tagesspiegel, 26.04.2016.)

    http://www.tagesspiegel.de/politik/ismail-kahraman-tuerkischer-parlamentspraesident-fordert-islamische-verfassung/13501290.html

  32. Cees van der Duin Says:

    Prinzip Sender Gleiwitz

    Is the Military Takeover in Turkey an Erdogan Hoax?
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    Der Überfall auf den Sender Gleiwitz am 31. August 1939 war eine von der SS fingierte Aktion mit dem Tarnnamen Unternehmen Tannenberg. Er ist der bekannteste einer Reihe von Vorfällen, die als propagandistischer Vorwand für den Polenfeldzug, den Beginn des Zweiten Weltkrieges, dienten. In einer Ansprache vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht äußerte Hitler am 22. August 1939:

    „Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht.“

    Am 10. August 1939 hatte der Chef des SD Reinhard Heydrich dem SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks befohlen, einen Anschlag auf die Radiostation bei Gleiwitz in der Nähe der polnischen Grenze vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als seien Polen die Angreifer gewesen. Laut Naujocks hatte Heydrich gesagt: „Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe ist für die Auslandspresse und für die deutsche Propaganda nötig.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfall_auf_den_Sender_Gleiwitz

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    Nearly 3,000 soldiers are under arrest and some 2,700 judges are fired for alleged links to the coup

    http://www.bbc.com/news/live/world-europe-36811357

    Turkey accused of almost 3000 judges in support of the coup

    http://visitwinchestervirginia.com/turkey-accused-of-almost-3000-judges-in-support-of-the-coup/

    Putsch in der Türkei: Fast 3000 Richter in der Türkei abgesetzt

    […]

    Gülen spekuliert über inszenierten Putschversuch

    Der in den USA lebende türkische Geistliche Fethullah Gülen hält es für möglich, dass der Putschversuch inszeniert war. Er forderte die Bevölkerung der Türkei auf, eine militärische Intervention nicht in einem positiven Licht zu beurteilen. Eine Demokratie könne durch militärisches Vorgehen nicht erreicht werden, sagt er.

    http://www.welt.de/politik/article157086934/Erdogan-verlangt-die-Auslieferung-Guelens.html

    Turkey coup: Conspiracy theorists claim attempt was faked by Erdogan

    Social media users claim Erdogan will use the attempted coup in the same way Hitler used the Reichstag Fire to suppress all opposition

    http://www.independent.co.uk/news/world/turkey-coup-conspiracy-theory-erdogan-military-gift-from-god-soldiers-istanbul-a7140516.html

    Militärputsch in Türkei: Hat Erdogan alles inszeniert?

    Hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Putsch nur inszeniert?

    http://www.bento.de/politik/militaerputsch-in-tuerkei-hat-erdogan-alles-inszeniert-darbedegiltheatro-715814/

  33. Eifelginster Says:

    [ Die Türkei im Juli 2016 und der Reichstagsbrand 1933 ]

    Einige Beobachter äußerten Zweifel daran, dass der Putschversuch tatsächlich vom türkischen Militär ausgegangen war, und vermuteten hinter dem Putschversuch eine Inszenierung der türkischen Regierung.[48][49][50][51] Der Putschversuch könne dem türkischen Präsidenten Erdoğan als Vorwand dienen, ein Präsidialsystem einzuführen und noch entschlossener gegen Oppositionelle vorzugehen.[52][53][54]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Putschversuch_in_der_T%C3%BCrkei_2016

    A number of social media users have compared the coup attempt to the Reichstag fire, which Adolf Hitler used as an excuse to suspend civil liberties and order mass arrests of his opponents.[141] Critics, including political correspondent Ryan Heath from Politico, have speculated that the coup was staged to give Erdoğan an opportunity to purge the military of opponents and increase his grip on the country.[141] Heath used Twitter to share comments from his Turkish source, who called the events of Friday night a “fake coup” which would help a “fake democracy warrior”, [referring to Erdoğan]. The source noted, “Probably we’ll see an early election [in] which he’ll try to guarantee an unbelievable majority of the votes. And this will probably guarantee another 10–15 years of authoritarian, elected dictatorship.“[141]

    https://en.wikipedia.org/wiki/2016_Turkish_coup_d%27%C3%A9tat_attempt#Conspiracy_theories

    Reichstagsbrand

    Als Reichstagsbrand wird der Brand des Reichstagsgebäudes in Berlin in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 bezeichnet. Der Brand beruhte auf Brandstiftung. Am Tatort festgenommen wurde Marinus van der Lubbe. Allerdings konnten die Umstände und vor allem die Täterschaft nicht einwandfrei geklärt werden; sie sind auch heute noch Gegenstand einer Kontroverse.

    Unbestritten sind die politischen Folgen. Bereits am 28. Februar 1933 wurde die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung) erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung praktisch außer Kraft gesetzt und der Weg freigeräumt für die legalisierte Verfolgung der politischen Gegner der NSDAP durch Polizei und SA.[1] Die Reichstagsbrandverordnung war eine entscheidende Etappe in der Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur.

    Die Gefängnisse waren bald überfüllt, jeden Tag kamen neue Häftlinge hinzu. Politische Häftlinge wurden nun in improvisierten Haftorten gefangengehalten. So entstanden die „wilden“ (auch „frühen“) Konzentrationslager.[2]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagsbrand

  34. Cees Says:

    CDU-Juristen fordern Sanktionen gegen Moschee-Vereine

    Seit Jahren finden in deutschen Moscheen der „ISLAMISCHEN GEMEINSCHAFT MILLI GÖRÜS E. V.“ (IGMG) am 27. Februar Gedenkfeiern zum Todestag von Necmettin Erbakan statt. […] Nusret Cayir (Nusretullah Hoca), der wegen seiner Gewaltpredigten aus Deutschland ausgewiesen wurde, war bei Gedenkfeierlichkeiten am Todestag von Erbakan über das Internet in IGMG-Moscheen in Baden-Württemberg, zugeschaltet. […]

    Im Internet ruft der pakistanische Vorbeter Muhammad Raza Saqib Mustafai offen zum Judenmord auf. Nun durfte er in einer Stuttgarter Moschee dennoch sprechen.

    Diese Beispiele zeigen, dass die von der CDU geforderte strenge staatliche Überwachung von Moscheen zwingend geboten ist. […]

    (Christlich Demokratische Union Deutschlands)

    https://www.cdu.de/artikel/cdu-juristen-fordern-sanktionen-gegen-moschee-vereine

  35. Jacques Auvergne Says:

    [ DIYANET als die vorgesetzte Behörde der DITIB und der Märtyrer-Comic. ]

    […] Le père demande à son fils : «Veux-tu devenir un martyr?». Ce à quoi le fils répond : «Bien sûr que je veux devenir un martyr. Qui ne veut pas aller au paradis?»

    Der Vater fragt seinen Sohn: „Willst du ein Märtyrer werden?“, woraufhin dieser antwortet: „Natürlich will ich ein Märtyrer werden. Wer möchte nicht in den Himmel kommen?“

    Le fils ajoute «qu’avec tous ces martyrs, c’est le bonheur qui règne au paradis» et qu’une fois qu’ils ont atteint le paradis, les martyrs reçoivent tellement d’éloges qu’ils souhaitent redevenir martyr dix autres fois. Le dernier échange de la bande dessinée est encore plus saisissant. Le fils déclare : «J’espère que je pourrai être tué comme martyr». […]

    Der Sohn bekundet weiter, dass „mit all diesen Märtyrern im Himmel das Glück regiert“ und dass, sobald die Glaubenskämpfer das Paradies erreicht haben, diese so viel Lohn erhalten, dass sie [ – müssten sie sich noch einmal entscheiden – ] zehnmal Märtyrer werden wollten. Der letzte Gedankenaustausch des Comics ist noch heftiger, [denn] der Sohn sagt dort: „Ich hoffe, dass ich als Märtyrer getötet werde.“

    (Une agence du gouvernement turc encourage le martyre islamique auprès des enfants | Im englischen Original bei BREITBART | Hier auf: Point de Bascule (Kanada) am 21.07.2016.)

    http://pointdebasculecanada.ca/une-agence-du-gouvernement-turc-encourage-le-martyre-islamique-aupres-des-enfants/

  36. Jacques Auvergne Says:

    Islamisierung des türkischen Schulsystems:

    Moscheebesuch statt Klassenfahrt

    (Die Opposition wirft der türkischen Regierung vor, politische Gegner auszuschalten. Tatsächlich hält die Entlassungswelle nach wie vor an. Besonders betroffen: das Schulsystem. Tausende Lehrer wurden bereits vom Dienst suspendiert, viele wurden zwangsversetzt. Die Islamisierung des türkischen Schulsystems ist in vollem Gange.)

    Von Luise Sammann
    Deutschlandfunk, 09.10.2016

    […] „Wir bringen unsere Kinder seitdem morgens in die Schule ohne überhaupt zu wissen, ob da noch Lehrer auf sie warten.“

    […] An fast allen türkischen Schulen wurden während der Sommerferien Lehrer gefeuert oder suspendiert, etwa 40.000 insgesamt. Sie alle sollen der kurdischen PKK oder der Gülen-Bewegung nahestehen – und damit auch den Putschversuch vom 15.Juli zumindest ideell unterstützt haben. […]

    „Die Entlassungen gehen immer noch weiter, als Eltern wissen wir nie, was morgen ist. Es gibt Schulen im Land, an denen fast das gesamte Personal suspendiert wurde!“

    Keine andere Berufsgruppe ist härter von den sogenannten Anti-Terror-Säuberungen betroffen […]

    […] Turgut Yokus von der als links und oppositionell geltenden Lehrergewerkschaft Egitim Sen ist empört.

    „Ohne eine richtige Untersuchung wurden allein mehr als 11.000 unserer Mitglieder suspendiert. Es reicht schon die Mitgliedschaft in unserer Gewerkschaft oder auch ein Bankkonto bei der Gülen-nahen Bank Asya, um verdächtigt zu werden.“

    Eigentlich gehe es der Regierung bei ihren Säuberungen im Bildungswesen darum, AKP-kritische Lehrer durch loyale Kollegen zu ersetzen, so der Gewerkschafter. Tatsächlich kursieren im türkischen Internet bereits die Examensfragen, die beantworten muss, wer auf die frei gewordenen Lehrerstellen rutschen will: „Welche Zeitungen und Kolumnisten verfolgen Sie?“, heißt eine davon. „Wie bewerten Sie die Gezi-Proteste im Jahr 2013?“, eine andere. Und: „An wen denken Sie bei dem Begriff „Großer Führer?“, eine dritte.

    Auch in den Augen von Kadir Gökmen Ögüt von der Oppositionspartei CHP sind all das Beweise dafür, dass die Entlassungen und Suspendierungen nach dem Putschversuch nur Teil einer von langer Hand geplanten Reform des türkischen Schulsystems sind.

    „Sie arbeiten seit Jahren daran, die Schulen in ihrem Sinne umzubauen. Sie haben schon versucht den Englischunterricht zu reduzieren, säkulare Lehrer zu feuern und aufmüpfige Schulrektoren kaltzustellen.“ […]

    Insgesamt 155 türkische Schulen wurden über Nacht zu sogenannten Projektschulen erklärt, ein Großteil ihrer Lehrer wird ausgetauscht. […] im vergangenen Jahr lösten die Gymnasiasten des deutschsprachigen „Istanbul Erkek Lisesi“ eine […] Protestwelle gegen die, Zitat, „fortschreitende Islamisierung und Erdoganisierung“ des türkischen Schulsystems aus.

    Das wichtigste Bildungsinstrument der AKP […] scheinen die religiösen Imam-Hatip-Schulen, deren Zahl sich seit einigen Jahren explosionsartig vermehrt. […]

    Im Jahr 1997 ließ das türkische Militär die Imam-Hatip-Schulen für unter 15-Jährige verbieten. Das säkulare System der türkischen Republik sollte geschützt werden. Als jedoch drei Jahre später Erdogan und seine AKP die Macht übernahmen, begann die Renaissance der religiösen Mittel- und Oberschulen. Seit 2003 hat sich ihre Zahl mehr als verzwölffacht. […]

    http://www.deutschlandfunk.de/islamisierung-des-tuerkischen-schulsystems-moscheebesuch.724.de.html?dram%3Aarticle_id=368007

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